Warum sind einige Lehrer Beamte und andere Angestellte im öffentlichen Dienst?

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5 Antworten

Hallo Karaseck,

früher hing dies oft mit der erfolgten Ausbildung zusammen.

Heute kommen alle Lehrer nur noch als Studienreferendare oder Lehramtsanwärter in den Schuldienst.

Nach bestandener Ausbildung, besteht die Möglichkeit, dass sie sofort als Beamte übernommen - hängt oft mit der Durchschnittsnote der bestandenen Prüfung ab.

Die anderen müssen dann meist ein paar Jahre als Angestellte Lehrer ihre Arbeit verrichten, bevor sie dann u.U. in den Beamtenstatus übernommen werden.

Der Vorteil für Beamte, sie erhalten bis zum Lebensende Beamtenbezüge, bedeutet bei Versetzung in den Ruhestand ist ihre Pension höher, als bei einem vergleichbaren Angestellten.

Ein Beamter kann wählen, ob er sich in einer privaten Krankenversicherung versichern möchte - wobei in diesem Fall in den meisten Fällen der KV-Beitrag günstiger ist.

Der Beamte hat keinen Arbeitgeber und somit würde ihm auch ein Streikrecht nichts bringen.

Als Lebenszeitbeamter haben Sie einen Versorgungsanspruch von mindestens ca. 1.450 €.

Der Angestellte Lehrer bekommt einen Arbeitsvertrag mit dem jeweiligen Bundesland und muss somit wie jeder andere Angestellte auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen (Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung).

Einen Anspruch auf eine Berufsunfähigkeitsabsicherung von der Deutschen Rentenversicherung besteht nur noch für Personen die vor dem 02.01.1961 geboren wurden.  Der Rest erhält nur noch eine Erwerbsminderungsrente.

Bedeutet er muss sich auf jeden Fall privat absichern um überhaupt eine Absicherung zu haben von der er bei Berufsunfähigkeit leben kann.

Gruß N.U.

Nein, Beamte dürfen natürlich nicht streiken - das sollte aber eigentlich bekannt sein....

Gegen wen sollten Beamte auch streiken? Ihr Arbeitgeber ist ja der Staat, und der Beamtenstatus hat den Sinn, in jeder Situation die lebensnotwendigen Funktionen einer Gesellschaftsordnung aufrechtzuerhalten, dh. egal, was passiert, die Post, Bahn und auch der Unterricht muss gewährleistet sein.

Wenn Beamte streiken dürften, wäre in diesem Moment die Basis für die Grundfunktionen des Staates ausser Kraft gesetzt.

Der Beamtenstatus verlangt also äusserste Loyalität dem Staat gegenüber, dafür gibts aber auch einige "Belohnungen" z.B. die Unkündbarkeit.

Auf der anderen Seite muss ein Beamter sich aber auch dort hinschieben lassen, wo er gerade gebraucht wird; es kann also sein, dass ein Lehrer, der keine familiären Gründe anführen kann, mal eben in eine andere Schule versetzt wird, weil man da gerade Lehrer braucht.

Nicht alle Lehrer bekommen mittlerweile den Beamtenstatus, denn der ist teuer - durch die Unkündbarkeit wird man Beamte ja nie wieder los, also ist man dazu übergangen sie teilweise "nur" im öffentlichen Dienst einzustellen - dafür dürfen sie aber auch streiken - - so hat eben alles Vor-und Nachteile.

Ich stelle es mir ziemlich frustrierend als Angestellter vor, wenn ich mit Verbeamteten zusammen arbeite, die gleiche Arbeit verrichte, aber weniger verdiene und weniger abgesichert bin.

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@Karaseck

Es hat auch was vorteilhaftes. Klar ist dein Job gesicherter, aber sobald ein Beamter eine Straftat begeht, oder seine Pflicht/Aufgaben verletzt, wird er viel höher bestraft als ein normaler Arbeitnehmer

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   Ihr Arbeitgeber ist ja der Staat,

Dies ist zwar die Meinung von vielen Leuten, die sich mit den Beamten nicht auskennen.

Richtig ist aber, dass eine Beamter keinen Arbeitgeber hat, er hat auch mit niemandem einen Arbeitsvertrag.

Gruß N.U.

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@dandy100

 Aha - und das Gehalt kommt vom lieben Gott

Du bist ja ein richtiger Witzbold.

Du kannst dir also nicht vorstellen, dass es auch noch andere Stellen gibt, die das Gehalt eines Beamten zahlen.

Bei Lehrern z.B. ist dies  das Kultusministerium

http://mbwwk.rlp.de/de/themen/bildung/


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Beamte haben keinen Arbeitgeber, weil sie keine Arbeitnehmer sind. Sie haben einen Dienstherrn.

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@grubenschmalz

Also wie man das Kind nun nennt, ist ja wohl egal, es geht daran, wer das Gehalt zahlt, und das ist bei Lehrern das Kultusministerium des jeweiligen Bundeslandes, also keine privatwirtschaftliche Organisation sondern eine staatliche  Behörde - ob man das als Dienstherr oder Arbeitgeber bezeichnet ist ja wohl Jacke wie Hose.

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@dandy100

Rechtlich macht das aber in der Tat einen Unterschied. Arbeitgeber und Dienstherren haben unterschiedliche Rechte und Pflichten, genauso wie Arbeitnehmer und Beamte. 

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Beamte dürfen nicht streiken. Ein Unterschied ist noch, dass Beamte Pension bekommen und privat krankenversichert sind. Angestellte zahlen Sozialversicherungsabgaben und bekommen eine Rente, wenn es so weit ist.

Beamte sind geteilt  krankenversichert , ein Teil privat / ein Teil der Steuerzahler. 

Bei unseren Lehrern hier kenne ich die 30 ( privat ) / 70 ( Steuerzahler ) Regel, das ist aber immer unterschiedlich. 

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@user8787

Das, was der Steuerzahler zahlt, heißt Beihilfe.

Die Höhe des Prozentsatz der Beihilfe hängt vom Familienstand und der Anzahl der Kinder ab.

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@user8787

Bei unseren Lehrern hier kenne ich die 30 ( privat ) / 70 ( Beihilfe ) Regel, das ist aber immer unterschiedlich. 

Dies trifft aber nur für privatversicherte Beamte zu, die nicht in den Bundesländern Bremen und Hessen arbeiten und außerdem max. 1 Kind auf der Steuerkarte haben.

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Hallo! An meiner schule is es in der Tat so, dass Beamte und "Normale" Lehrer an der selben schule arbeiten. 

Der Nachteil der normalen gegenüber den Beamten ist, dass Beamte mehr Lohn bekommen, was auch folglich bedeutet das Beamte keinen Sinn sehen, zu streiken. 

Warum lässt sich dann jemand auf ein Angestelltenverhältnis ein?

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@Karaseck

Alle lehrer sind zuerst angestellt. Danach werden sie zu Beamten, wenn sie qualifiziert genug sind

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@Karaseck

Verbeamtet zu werden ist generell schwieriger geworden, auch die Ansprüche wie   z.B. der Gesundheitszustand der Anwerber. 

Die Bedingungen sind härter geworden, weil viel verbeamtete Lehrer scheiden vorzeitig / frühzeitig aus dem Schuldienst aus. Das kostet dem Staat viel Geld und die Stellen müssen ja wieder besetzt werden. 

Generell ist die Frühpensionierung ein Problem, Post unf Bahn haben radikal reagiert, die verbeamten praktisch nicht mehr. 

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@Karaseck

Was ist besser? Sich auf ein Angestelltenverhältnis "einzulassen" oder arbeitslos zu sein?

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@Karaseck

Sie haben keine Wahl, es gibt nicht genung Beamtenstellen und viele haben auch nur einen befristeten Vertretungsvertrag z.B. für schwangere Lehrerinnen. Alle würden lieber verbeamtet sein, man hat mehr Sicherheit und mehr Geld.

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@user8787

Post unf Bahn haben radikal reagiert, die verbeamten praktisch nicht mehr. 

Die verbeamten gar nicht mehr, weil es keine Staatsbetriebe mehr sind.  Das hat nichts mit "radikal reagieren" zu tun.

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