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Du vergleichst gerade einen Fullsize Buick (mittlere bis gehobene Oberklasse) mit etwa 12qm Grundfläche, 2Tonnen Leergewicht und einem sehr komfortablem, praktisch stufenlosem 2-Gang Dynaflow Automatikgetriebe mit einem Sportwagen.

Der richtige Vergleich ist nicht ein Sportwagen, sondern die mittlere bis gehobene europäischen Oberklasse der gleichen Zeit: Mercedes 300 "Adenauer" (Baureihe W189), 3L 6 Zylinder, 160PS, Baujahr auch 1960 wie der gezeigte Buick, VMax 160Km/H.

oder

BMW 502 "Barockengel", 2,6L V8, 100PS, Baujahr 60 VMax 160Km/H.

Der Buick war alles andere als lahm in 1960, er schaffte 195Km/H und hat eine viel schnellere Beschleunigung (9 Sekunden schneller auf 100km/h als der Benz und 8 Sekunden schneller als der BMW) und das obwohl er aus einem Land kommt, in dem man in den meisten Staaten damals nur 100 oder sogar nur 90km/H fahren durfte. Nur so nebenbei bemerkt, war der Buick auch viel besser ausgestattet als diese beiden Wagen und es standen Luxusextras zur Auswahl, von denen man in Europa noch Jahrzehnte lang nichts gehört hat.

Der Buick war auch so schnell wie damalige Sportwagen, z.B. ein Porsche 356 1500 GS Carrera „Gran Turismo“ und wie viele wurden von dem Porsche gebaut? 80 Stück in 3 Jahren? Das war das Top Modell von Prosche damals, es konnte sich nicht jeder leisten und wer sich das leisten konnte, der wollte keine winzige Hutschachtel ohne jeden Komfort und jede Ausstattung. Vom 1960er Fullsize Buick wurden 250.000 Exemplare weltweit abgesetzt, in einem Jahr!

Der Buick wurde nicht zum Rasen gebaut, sondern damit der Arzt zur Arbeit gleiten kann, ohne dass sein Wagen an irgendeinem Berg hängen bleibt. Den kannst du nicht längere Zeit über 130Km/H fahren, ohne dass dir das Getriebe abraucht. Du müsstest erst mal einen Getriebeölkühler einbauen, der ab Werk damals gar nicht erhältlich war. Buick hatte keinerlei Ambitionen im Motorsport oder im Behördensegment (Polizei, FBI) in 1960. Ihre Wagen waren nicht auf Performance ausgelegt, kein einziges Modell zu dieser Zeit.

Sehr gut ausgestattet, sehr komfortabel, im Styling den anderen Marken voraus aber nie zu Extravagant für die damalige Zeit, genügend Leistung, aber eben zum Gleiten, nicht zum Rasen. Ein Anzugträger mit Hut rast einfach nicht, auch wenn es damals wenig gab, das den Buick hätte einholen können. Buick 1960 = konservative Bildungsschicht 1960.

Die US fahrzeuge berechnen ihre leistungsangabe am Motorausgang also dr schwungscheibe . dann ommt meist das autom Getriebe dazu das schon eine menge leistung schlukt und die schon angesprochene karosserigewichte von selten unter 2 Tonnen.. Was diese Fahrzeuge intressant macht ist das die nicht wie heute auf Geschwindigkeit gebaut wurden sondern auf lebendsdauer macht die kiste deutlich langsammer zumal in den US A sowieso nur an sehr seltenen Gegenden und Strassen ohne die berühmz berüchtigten Geschindkeitsgbegrenzungen von 65 Meilen gefahren werden darf.. das entspricht etwa 90 Km/h . wozu ein fahrzeug bauen und konzipiren das eh nicht schneller darf .. Dann reichen die 90 Meilen max zul Geschwindigkeiten auf den Higways locker aus sind etwa 120 km/h.. beim Umrechnen der Geschwindikeitsangaben bitte nicht maulen habs nur grob überschlagen.. Joachim

Woher ich das weiß:Beruf – Seit über 40 Jahren als Schrauber unterwegs . Meisterbrief

250 PS, aber zunächst halt auch höllenschwer.

250 PS aus einem Motor, einem Metalltrümmer, der selbst schon viel auf die Waage bringt, die Riesenkarre noch dazu, dann hat das Teil das selbe leistungsbezogene Lehrgewicht wie ein mittlerer Golf.

Hinzu kommt, einen cw-Wert eines Scheunentores und dann noch die weniger günstige Getriebetechnik, die entgegen heutiger Maschinen einen geringeren Wirkungsgrad hat, die Maschinen daten, in welchem Drehzahlbereich hat das Teil mal ein bischen Drehmoment, raus kommt eine zwar wunderschöne Maschine, die jedoch leistungsmäßig etwas ungünstiger dasteht.

in welchem Drehzahlbereich hat das Teil mal ein bischen Drehmoment,

Von nichts anderem hat ein großvolumiger V8 soviel, wie Drehmoment bereits ab niedrigen Touren.

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@Fraganti

Beim gezeigten ist die Spitze 583Nm bei 4400u/min.

Bei 1500u/min bringt er bereits 375Nm, bei 1000u/min bringt er 200Nm.

Ein Golf V 3.2i R32, 250PS, Bj 05-08 bringt eine Spitze von 320Nm bei 2500-3000u/min.

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Wie auch Tinogeneration sage ich: Die waren einfach zu schwer. Erstens waren sie riesig groß (gab durchaus Exemplare mit gut über 5 m Länge und an die 2 m Breite) und dazu kam, dass das Blech auch bei diesen Kisten wesentlich dicker war als es heute ist... Alles das wiegt einfach.

Drehmoment hatten die 8-Zylinder sicher nicht wenig, aber bei den Massen...

die leistung allein ist nicht ausschlaggebend, sondern auch wie das drehmoment übersetzt wird, wie die drehzahlen übersetzen werden, sprich getriebe ist wichtig.

dann sind die wagen auch schwerer, wie hier schon gesagt wurde.

Zugmaschinen haben auch mehrere 100PS und sind auch nicht schnell, wenn sie ihre 12tonnen da ziehen ;)

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