Warum sind die psychisch angeknacksten meist die besseren menschen?

Was verstehst du denn unter „angeknackst”? Hast du Diagnosen oder so? :)

Ich meine damit alles mögliche. PTBS, Depressionen, Essstörung, angststörungen etc.

solche Menschen eben

20 Antworten

Das ist eine gute Frage, erst mal DH dafür.

Ich glaube, es ist genau das, was du schreibst: Diese Menschen waren einmal gezwungen, sich selbst besser kennen zu lernen. Außerdem wissen sie aus eigener Erfahrung, wie schlimm seelischer Schmerz ist, und sind vielleicht achtsamer im Umgang mit Menschen als manche "Schmerzfreie" -- und toleranter, wenn jemand durch etwas verstört worden ist und dann "gestört" ist, eine Störung hat.

Es gibt auch Normalos, die so achtsam sind, aber eben viele, die es nicht sind -- die "Schmerzfreien". Die meinen, es gehe ihnen so gut, weil sie es verdient hätten, und die, die leiden, bräuchten sich nur zusammenzureißen . . .

Ich weiß, was du meinst.

Was heißt "besser" -----> ich weiß nicht ob man das so sagen kann ... ich weiß aber auf der anderen Seite durchaus was du meinst und muss sagen, vom Leben irgendwie geprägte Leute, die schon was gesehen haben von der Welt, sind meist zumindest deutlich vorurteilsfreier und toleranter, denken weniger in Schubladen als die scheinbar "Normalen" und verurteilen niemanden, der einen anderen Lebensstil als die Mehrheit wählt oder einfach kein Glück bisher gehabt hat oder Probleme jedweder Art hat - weil sie es besser verstehen können und dadeswegen die nötige Empathie oder Selbsterkenntnis besitzen sowie die Lebenserfahrung und Menschenkenntnis. Das muss noch nicht mal mit Sensibilität zusammenhängen - es ist eine Verständnis- und Toleranzfrage, und tolerant sein kann auch ein relativ "grober Klotz".

Das hängt mit dem Horizont zusammen - wer immer nur alles nach Plan genießt und jeden Traum erfüllt bekommt, nie Probleme hat und nie krank ist, der kann die Sorgen und Nöte oder Gedanken und Gefühle anderer Leute, die vielleicht nicht so glücklich sind, nicht nachvollziehen oder nur bedingt nachempfinden. Wer aber schon mal ganz unten stand, der weiß, dass es auf den Standpunkt ankommt. Ich erinnere mich diesbezüglich an ein Zitat, das mir eine Lehrerin ins Poesiealbum geschrieben hat!

"Es passiert so allerhand, schaut man übern Tellerrand -

und steht man mal auf einem Berg, ist ein Riese nur ein Zwerg.

So kommt es auf den Standpunkt an, wie und was man sehen kann."

Wer mehr vom Leben gesehen hat und auch mal mitbekam, dass es nicht immer nur perfekt läuft und man nicht der selbstbewusste sarkastische und "ironische" dabei jedoch beleidigende, selbsternannt coole Nabel der Welt ist, der handelt anders und deswegen toleranter, offener, vielleicht auch polyglotter. Dahingehend vielleicht schon "besser" um auf deine Eingangsfrage zurück zu kommen, ja.. aber ich weiß nciht ob man das so frontal als "besser" bezeichnen kann, eher als ich sage mal "menschlicher".

Habe ich in meinem Berufsleben auch schon erlebt - und keine Probleme mit Leuten, die irgendeine "Macke" haben oder einfach nicht ganz der Norm entsprechen. Man muss andere nur nehmen wie sie sind, aber das können die wenigsten. Bei mir blieb von früheren Diffamierungen (ich war als "Ausländerkind" immer wieder Zielscheibe von Ärgereien und Anfeindungen) sicher auch irgendwo was übrig, deswegen denke ich anders als jemand, der immer nur "beliebt" war.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke gute Antwort. Schön das hier die meisten das ganze wohl ähnlich betrachten .

1

Die besseren Menschen sind sie dadurch nicht. Aber sie bringen aufgrund ihrer eigenen Problematik häufig mehr Verständnis dafür auf, daß auch andere unter sehr speziellen Problemen leiden könnten, was aber im Regelfall durch die Symptomatik des speziellen Falls eingegrenzt ist.

,,Ich empfinde das ähnlich wie Du.

Menschen, welche in ihrem Leben schon viele Schicksalsschläge erfahren haben, sind, meinem Empfinden nach, empathischer und sehen in vielen Kleinigkeiten nicht mehr die absolute Katastrophe, was natürlich auch mit Lebenserfahrung zu tun hat, die ganz unabhängig vom Lebensalter sein kann.

Alles Gute!

Hey ichweisnetetwas,

Danke erstmal für deine Antwort auf meine Nachfrage. Ich kann dich sehr gut verstehen, es gibt viele Menschen die deutlich sympathischer sind und Psychische Probleme haben. Ich denke der Grund dafür ist verschieden. Bei der Sozialen Phobie ist das relativ logisch, wir denken nach bevor wir was sagen. Denn genau davor haben wir ja Angst, uns zu Blamieren oder Mist zureden. Bei anderen Diagnosen/Erkrankungen liegt das denke ich an der Therapie da dieses viel mit Selbsterfahrung zu tun hat.

Lg :D

Woher ich das weiß:Hobby – Ich beschäftige mich in meiner Freizeit viel mit Psychologie

Was möchtest Du wissen?