Warum sind die meisten Menschen eher dumm?

18 Antworten

Wenn man sich die Leistungsanforderungen eines durchschnittlichen Gymnasiums der 80er Jahre anschaut, so wird man aufgrund von Schilderungen des Lehrpersonals (sofern bekannt) sehr schnell finden, dass man damit selbst bei dem eigentlich leistungsfähigeren Quentil an seine Grenzen kommt. Das Abitur selbst hat ja auch dadurch, dass es zu einer Regelschullaufbahn geworden ist, seinen Wert verloren. Gleichzeitig sind auch gesellschaftlich zugunsten eines Individualismusbegriffs sehr viele wertgebende gesellschaftliche Grundzüge verlustig gegangen - das, was Herr Eduard Zimmermann noch so schön mit "geordnete Verhältnisse" umschrieb.

Die Welt heute ist im Vergleich dazu in allen Belangen ein Dschungel. Kinder wachsen sehr viel häufiger mit wechselnden "Vaterfiguren" auf. Die Bereitschaft dazu, Verantwortung zu übernehmen, liegt eher an dem Grad der Selbstdefinition als an einem "Pflichtgefühl" - ein solches Empfinden ist ja ohnehin veraltet. Das bedeutet, dass eine Abwägung pro Selbstverwirklichung bzw. pro Selbstdefinition als guter Elternteil immer zur Disposition steht und in bestimmten Lebenssituationen neu verhandelt wird.

Davon abgesehen, bemerke ich selbst in meinem Bekanntenkreis, dass die Bereitschaft zur Verantwortung mit der ansteigenden mangelnden Sanktion immer weiter sinkt. Es hat keine gesellschaftlichen Konsequenzen mehr, das Kind auch mal der Tagesmutter zu überantworten. Es hat ebensowenig gesellschaftliche Konsequenzen, sich zu trennen - dann wächst das Kind halt in einer Patchworkfamilie auf, jeder wie er will. Das Kind ist keine Ausrede mehr dafür, sich selbst nicht zu verwirklichen, beruflich voranzukommen. Häufig sind nicht nur berufstätige, auch arbeitslose Eltern so mit ihren Kindern überfordert, dass hier die Großeltern einspringen. In einer Gymnasialklasse eines befreundeten Lehrers waren 8 von 29 Schülern mindestens einen Großteil der Woche der Obhut ihrer (meist hochbetagten) Großeltern überantwortet, während die alleinerziehende Mutter (in allen Fällen) mit ihren eigenen Turbulenzen kämpfte. In einem dieser Fälle hat dies die Mutter jedoch nicht davon abgehalten, während eines Elternsprechtages die hochbetagten Großeltern anzuranzen, sie hätten ja in der Erziehung versagt.

Geordnete Verhältnisse, in denen so veraltete Dinge wie Pflichtbewusstsein, Disziplin (also das nötige Durchhaltevermögen) oder aber auch das Empfinden, etwas lernen zu müssen, um klüger zu werden, werden insgesamt rarer. Dafür herrscht (dank der vielen Reformen) eher ein wirtschaftsfreundliches Klima mit hohem Konkurrenzdruck und der Erwartung, mit spätestens 21 Jahren endlich (!) der freien Wirtschaft zur Verfügung zu stehen.

Verbunden mit dem geringen Wert des Abiturs ist auch eine allgemeine Niveausteigerung. Es ist bsplw. in meiner Wohnregion (Münsterland/Ruhrgebiet) außerordentlich schwer, einen Ausbildungsplatz zum Friseur mit einem Hauptschulabschluß zu finden. Darauf angesprochen, beklagen die Friseure, dass die Menschen, die sich bewerben, basale soziale Fähigkeiten, die eigentlich einer zivilisierten zwischenmenschlichen Kommunikation entsprächen, nicht verinnerlicht hätten. D.h., sie waren im Kundenumgang wirsch, bei Vorstellungsgesprächen unstrukturiert, teilweise unverschämt, heillos damit überfordert, pünktlich zur Arbeit zu erscheinen und einen Kunden nicht so zu behandeln, als sei er der persönliche Sklave des Auszubildenden. Damit einhergehend ein hohes Anspruchsdenken hinsichtlich der Gehaltsvorstellungen.

All diese Entwicklungen liegen nicht nur an einem einzigen Punkt, an dem man es festmachen könnte. In diesem Beitrag habe ich mich nur auf den Wegfall zwei wichtiger Säulen berufen: 1.) Dem Wegfall des Sicherheitsgefühls, das jeder Mensch, gerade in seiner Kindheit, benötigt; 2.) der Tatsache, dass Bildung an sich kein Wert mehr ist, sondern "Wert" nur noch im ökonomischen Sinne begriffen ist.

So gut ich es auch finde, dass man bsplw. Patchworkfamilien toleriert, so muss man kritisch hinterfragen, in was für Lebensverhältnisse man Kinder setzt und inwieweit man nicht dafür sorgen sollte, mehr dem Kind und weniger den eigenen Lebensansprüchen gerecht zu werden. In dem Zusammenhang verstehe ich auch die Grundablehnung gleichgeschlechtlicher Adoption nicht - viele homosexuelle Paare wären vorzüglich dazu in der Lage, genau für die geordneten Verhältnisse zu sorgen, die einem Kind, das zur Aufbewahrung in einem Heim verdammt ist, auch in seiner persönlichen Entwicklung guttäten.

Sicherlich spielen in die allgemeine Entwicklung viele weitere Faktoren mit hinein. Und sie alle sind nicht intelligenzbezogen. Insofern stimmt der Begriff "dumm" auch nicht. Wir reden hier nicht über eine flächendeckende Intelligenzminderung, sondern um eine Verkümmerung bestimmter Verhaltensweisen, die aufgrund mangelnder Orientierung entstehen. Und davon ab ein Produkt eines nicht mehr funktionierenden Bildungssystems sind. Es gibt de facto keinen Regelschulweg mehr für einen Schüler, der bsplw. Friseur werden will. Er muss, um überall Chancen zu haben, mindestens einen Realschulabschluß mit Zulassung zur gymnasialen Oberstufe erreichen. Das ist eine weitere verheerende Entwicklung.

Tolle Antwort. Chapeau!

2

Würdest Du wenigstens 1 Beispiel anführen, ließe sich trefflich darüber diskutieren.... Hab ich das nicht schön geschrieben?

Tatsache ist: Früher hab ich unheimlich viele Telefonnummern auswendig gewusst. Heute, wo alle eingespeichert sind, weiß ich meine eigene und fertig... das war's! Und damit bin ich besser als etliche Leute, die nicht einmal ihre eigene Nummer kennen.

Einen Teil der Schuld möchte ich schon dem Internet zuschreiben. Man kann zwar jederzeit darauf zugreifen und wirklich unglaublich viel an Information finden. Nur.. merkt man sich nix, weil man ja eh jederzeit wieder nachschauen kann.... meine Meinung.

Darüber hinaus finde ich es erschreckend, dass das "miteinander reden" aus der Mode gekommen ist. Durchs Reden kommen d'Leut z'sammen! Ein alter und weiser Ausspruch. Heute schreibt man eher. Das hat aber nix mit Intelligenz zu tun, wollte ich nur loswerden!

Abgesehen davon finde ich Deine Feststellung schon ziemlich frech, weil sie eigentlich nicht zutrifft. Das Wissen hat sich nur auf andere Gebiete verlagert. Jeder Depp jongliert heute mit dem Comp.... kann aber keinen Knopf annähen, keinen Nagel einschlagen, ... endlose Liste.

Es ist nunmal wahr.

0

Dumm sein ist leicht, intelligent zu sein benötigt Aufwand.

Wieso soll ich mir selbst Gedanken über etwas machen, wenn ich einfach von irgendwem vorgefertigte Gedanken übernehmen kann ;)

Das war schon immer so, nur heutzutage scheint es durch die Medien etc. noch verstärkt... Da fällt es einem noch leichter zu verblöden, man muss nicht mal mehr mit Menschen sprechen oder Bücher lesen.

Einfach nur ein mal am Tag die Tagesschau oder noch besser Pro 7 News oder was auch immer sehen und man erreicht totale Verblödung schnell wie sonst nichts!

Das ist so wahr. Ähnliches sieht man auch, wenn man den Verkehr betrachtet: Mit dem Rad fahren wäre Aufwand - da setzt man sich lieber in den Stau.

1

Verblöden Menschen die oft über ihre Vergangenheit denken und sich bei alles ablenken lassen?

Isoliert ein Mensch sein Gehirn wenn er sich ständig ablenken lässt? Wird dadurch die Konzentration schwächer und verblödet vollkommen?

...zur Frage

warum stellen die meisten menschen den menschen über das tier?

Also die meisten menschen finden Menschen wichtiger als tiere, ich auch. niemeand isst meschnfleisch aber Tiere ständig. warum ist das so ? religion erziehung moral/ethik?

woran liegt das?

...zur Frage

Dominant / Devot?

Wieso gibt es immer mehr Menschen die sich in diesem "Gefilde" befinden??
Mir fällt immer mehr auf das zb. auch Kontaktanzeigen usw. immer mehr darauf ausgelegt sind sich zu unterwerfen bzw. zu dominieren.
Ist das nur ein Trend oder meint Ihr liegt das gegebenenfalls daran, dass die Menschheit aufgrund der Internetpräsenz u.ä. "verblödet"?

...zur Frage

An welchem Tag in der Geschichte der Menschheit starben die meisten Menschen =?

wann =???? und wieso ???

...zur Frage

Warum war die Antike so fortgeschritten?

Moin,

ich stelle mir immer wieder die Frage warum die Antike vor tausenden von Jahren so fortgeschritten war, z.B. Äquadukt, Senat, Demokratie, sehr zivilisiertes Verhalten.

Und gerade im Vergleich zum Mittelalter, kommt in mir die Frage auf, wieso hat sich die Menschheit "zurückentwickelt"?

Wie ich finde ein sehr spannendes Thema und ich hoffe, dass mir der ein oder andere einen Antwortsansatz geben kann.

Lg

...zur Frage

Warum schlafen die meisten Menschen nachts?

Hallo,

noch eine kurze Frage.
Ich bin Mensch, der nachts nicht schlafen kann. Tagsüber kann ich schlafen. Somit ist der Tag meine Nacht. Woher kommt das, dass die meisten Menschen gerade nachts schlafen? Wieso kann die Nacht nicht der Tag sein? Und der Tag die Nacht? Woher kommt das? Und wo liegen die Wurzeln?

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?