Warum sind die Linken so islamfreundlich?

19 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Das hat viele Gründe. Wer Gustav le Bons Psychologie der Massen gelesen hat, der weiß, dass in einem Kollektiv Motivationen sekundär sind. Zählen tut nur die letztliche Ansicht. Das meine ich auch erst mal gar nicht negativ.

Ein Grund ist, dass in vielen linken Parteien Leute aus jüngere Generation sind. Das korreliert insofern, da in der Schule falsche Ansichten über den Islam geleert werden. Ich weiß es, da ich Lehrer bin & Einsicht in den Lehrplan habe. Wenn ich mir meine Unterrichtsmaterialien ansehe oder die meiner Mutter, dann sehe ich, wie sich das verändert hat. Es geht hier auch nicht um subjektive Interpretation, sondern darum, dass faktisch falsche Aussagen gestreut werden. Beispielsweise wird bezüglich historischen Fakten gelogen. (Beispiele auf Rückfrage)

Der nächste Punkt ist, dass die wenigsten Nichtmuslime (wahrscheinlich auch Muslime selber) weder den Koran, noch die Bibel in weiten Strecken gelesen haben. Das ist insofern interessant, da mit unzureichendem Wissen von der Bibel auf den Koran geschlossen wird. Allein die Tatsache, dass in beiden Büchern Gewalt Passagen vorkommen ist dafür sehr unzulänglich. Denn es geht um den Kontext von Gewaltpassagen, bspw. ob diese in Form einer Prosaerzählung (Bibel) oder als Lehrbefehl (Koran) formuliert sind. Auch wird bei Gewalt Befehlen nicht auf den Adressaten geachtet. In der Bibel richten sich der Gewalt Befehle an das Volk Israels zu Zeiten des Alten Bundes, im Koran richten sich diese (nicht nur an das arabische Volk, sondern) auch direkt an den Leser. Das stellt ein Problem dar, da es schwierig ist von jedem zu erwarten, dass er beide Bücher bewusst liest. Fakt bleibt, dass eine Verwestlichung des Islams nicht so möglich ist, wie es beim Christentum der Fall war/ist. Es sei denn, man würde die Islamverbände dazu bringen, die radikalen Motive aus ihrer Religion zu entschärfen. Im Moment sieht es aber nicht danach aus...

Zum anderen behaupten viele Muslime, dass sie für einen westlichen & toleranten Islam eintreten. Das wäre (bedingt) gut, wenn man außer acht lassen möchte, dass der Koran die Mimikry gegenüber Ungläubigen fordert, um im richtigen Moment zuzuschlagen. Ich möchte nicht behaupten, dass es nicht auch Muslime gibt, die ihr tolerante Haltung auch wirklich so ernst meinen (viel basiert da auf Selbsttäuschung, was auch nicht gesund ist). Aber man weiß es schlichtweg nicht (wer ist ehrlich?) & das scheinbar tolerante Muslime ihre Fassade haben fallen lassen, sieht man immer wieder.

Der andere Grund ist das sogenannte Toleranzparadoxon. Einige der Linken scheinen dieses nicht zu verstehen. Das toleranz-paradoxon besagt, dass uneingeschränkte Toleranz nicht existieren kann. Denn man müsste dann auch Intollerante tolerieren. Und was macht man dann mit denjenigen, welche die Intoleranten nicht tolerieren? Toleriert man die dann auch? Aber dieses Prinzip wird bei einigen Linken falsch verstanden, was ich aus dem persönlichem Dialog weiß.

Der letzte Punkt bin ich nennen will, könnte die Wählerstimmen betreffen. Seit dem Aufstieg der AFD, haben viele linke Politiker ihre Meinung zum Islam geändert. Ohne es zu wissen, finde ich die Idee nahe liegend, dass man einfach die Wähler von der AFD wieder zurückholen möchte. Damit möchte ich die AFD nicht loben (& auch nicht kritisieren), aber es ist innerhalb der Politik nicht fair, sich für die eigene Beliebtheit derart selbst zu verleugnen. Ich glaube auch, dass linke Politiker mir Gutes für ihre Partei tun würden, wenn sie zu ihrer Meinung stehen würden. Denn es gibt einige Leute in Deutschland, die sich eine islamkritische Partei wünschen, die nicht aus dem rechts national neoliberalen Spektrum kommt.

Nenne mal die historischen Beispiele die im Unterricht verdreht werden. Danke.

1
@Sleipnir444

Ein gutes Beispiel:

Die Schüler der siebten Klasse sollen den Unterschied zwischen Islamismus & Islam lernen. Über den Islamismus wird gelehrt, dass seine Anhänger den Koran allein als normgebende Schrift betrachten.

Allerdings stimmt das nicht, denn auch Islamisten berücksichtigen den Rahmen der Entstehung des Korans. Ansonsten würde dem Koran auch jegliche Beweiskraft fehlen. Demnach orientieren sich Islamisten auch sekundär an der Überlieferung (Prophetenbiographien & Hadithe). Sogar der Koran selber verweist auf andere Erkentnisquellen. Spontan fällt mir nur Sure 33,12 ein, wo auf Mohamed & sein wirken verwiesen wird.

Der Trick dahinter ist, dass Mohamed verklärt wird. Sein Leben zeigt angeblich, wie man den Koran friedlich versteht. Da Islamisten den Koran aus ihrem Kontext angeblich reisen, kommen sie auch zu falschen Ergebnissen. Das Gegenteil ist aber der Fall. Der historische rahmen bewiest, dass der Koran durchaus als gewalttätig interpretiert werden muss.

4
@Sleipnir444

Ein weiteres Beispiel sind die Kreuzzüge. Über den ersten Kreuzzug wird behauptet, dass er ein reiner Eroberungskrieg mit fadenscheinigen Heilsversprechen war.

Es wird aber außer acht gelassen, dass der erste Kreuzzug nie Eroberungsziele hatte. Es ging darum christliche Pilger zu schützen die auf dem Weg nach Jerusalem attackiert wurden. Außerdem wurde Griechenland (damals Byzanz) von Muslimen attackiert, weshalb der hiesige Kaiser um Hilfe bat. Laut päpstlicher Buller gab es sogar Misshandlungen von Christen in Jerusalem. Auch wenn der letzte Fakt auf historisch wackligen Beinen steht, dürfen die ersten beiden Punkte nicht ignoriert werden.

Dass das nicht einen Kreuzzug als erkauftes Heil durch Kriegsopfer rechtfertigt dürfte dennoch klar sein. Allerdings werden die Kreuzzüge darauf reduziert, was faktisch falsch ist! Auf Wunsch würde ich Quellen dazu schicken.

4

Ich bin zwar kein Politiker, aber ich bin als Linker nicht islamfreundlich, sondern lehne gerade diese Religion mehr als andere Religionen ab.

Es gibt nur wenige, meistens noch kleine islamische Richtungen, die ich akzeptieren kann.

Ich spreche von der Mehrheit linker Polutiker.

1

Wichtiger als all die von Dir genannten Rechte sind den Linken offensichtlich Minderheitenrechte - ganz unabhängig davon, ob diese Minderheiten positiv oder negativ auffallen & egal ob diese "Rechte", die diese Minderheiten nach Meinung der Linken abgestritten bekommen vor- oder nachrangige Rechte sind!

Zudem sind zwar Homos und Frauen und Kinder auch Minderheiten, aber nicht so "benachteiligt" wie die "armen, armen" Muslime:(

Eine wichtige Rolle spielt, dass in der WAHRNEHMUNG der Linken es v.a. die Rechten sind, die die Muslime benachteiligen und diskriminieren wollen - weshalb sie den "Kampf gegen diese Nazis und Rassisten" mit besonderer Verve aufnehmen: Schließlich geht es ja zudem noch gegen die "Bösen"!

Da vergessen sie gerne mal schnell vor lauter Misssionsgedanken, dass

  1. Ihre Form der Moslem-Verteidigung auch eine diskriminierende solche ist, da sie den Muslimen ganz offensichtlich nicht zutrauen, für ihre Rechte selbst einstehen zu können
  2. sie als Linke in einem islamistischen Staat als erste über die Klinge springen würden (siehe bspw. die Geschichte des Iran!:(
Von Experte Bodhgaya bestätigt

Weil Linke äußerst multi-kulti-freundlich sind und Kritik am Fremden oftmals als Rassismus gewertet wird. Und den Islam muss man in erster Linie mit Migration assoziieren, zumal fast alle Muslime in Deutschland einen Migrationshintergrund haben.

Warum nicht!? Der Islam ist ja zuallererst einmal nur eine stinknormale Weltrelegion. Mir missfällt es pauschale Feindbilder zu kreieren, die einem suggerieren sollen, dass der Islam = böse ist. Wie immer geht es auch hierbei nur um den Menschen, dessen sozio - kulturelle Erfahrungen im Leben, welche guten und schlechten Charaktereigenschaften er hat und wie selbstsüchtig er ist... All das ist aber eine rein individuelle Geschichte. Nicht das Stigmata Millionen von Menschen...

Woher ich das weiß:Beruf – ........

Was möchtest Du wissen?