Warum sind die Jugendlichen arbeitslos und hoffnungslos um ihre Zukunft[in SPANIEN]?

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3 Antworten

Jugendarbeitslosigkeit ist relativ. In Spanien arbeiten normalerweise Minderjährige nicht. Das würde dort als Kinderarbeit angesehen werden. Also, wenn du mit Jugendlichen eben U18-Spanier meinst. Die sollen studieren und ihre Jugend genießen.

Die Arbeitslosigkeit ist zwar generell noch hoch, fällt aber seit vielen Monaten stetig (im Jahresvergleich).

Warum man dort Alkohol trinkt und Drogen nimmt? Denke, es ist in Nordeuropa nicht anders, vor allem was Alkohol betrifft. Ansonsten ist die Rechtsprechung was Drogen angeht nicht so streng wie in Deutschland. Dennoch: du magst zwar betrunkene Spanier sehen, aber die benehmen sich nicht daneben. Keine agressive Bierzelt-ich-hab-nen-Hals-Stimmung o.ä. Alles locker, alles vergnügt.

Was das Treffen auf Plätzen betrifft, ist das gesellschafts- und klimabedingt. Spanier essen gerne draussen, treffen sich draussen. Das ganze Leben spielt sich draussen ab, vor allem im Süden. Wer hält es im Sommer schon bei über 30ºC am späten abend in seiner aufgeheizten Bude aus? Niemand. Auch im Winter, Frühling und Herbst ist es in vielen Gegenden "erträglich", man kann gut draussen sein. Traditionell isst man draussen, wer vor 3 Uhr nachts heimkommt "war nur Abendessen und ging nicht aus" ist ein Spruch.

Spanien ist ein sehr familienbezogenes Land. Dort hast du - vor allem im Sommer - weit nach Mitternacht noch kleine Kinder im Sand buddeln und Omi und Opi mit am Tisch. Es gibt nicht so diesen Generationenschnitt. Und: was den Eltern gehört, gehört den Kindern. Es gibt nicht soviel Meins und Deins, sondern einen enormen Familienzusammenhalt. Wenn jemand eben kein Geld hat, wird er von den restl. Familienmitgliedern ausgehalten.

Des weiteren ist Spanien ein sehr sehr tolerantes Land. Jeder macht, was er für richtig hält. Es wird niemand rekriminiert, weil er abends laut draußen redet. Im Gegenteil. Das gehört zum Leben. Wenn sich mal die Leute nicht mehr auf Plätzen treffen und alles mucksmäuschenstill wäre, dann würde man sich wirklich Sorgen machen.

Spanien ist ein sehr solidarisches Land. Das Land mit den meisten Organspendern. Die meisten Hilfsgelder für das Haiti-Erdbeben kamen aus Spanien. Spanier nehmen im Sommer Kinder aus Tschernobyl und Marokko auf, adoptieren Kinder aus der 3. Welt. Es gibt immer wieder Lebensmittel-Spendeaktionen, Lebensmittelbanken, Hilfsaktionen der Sparkassen für die Ärmeren. Selbst wenn dem deutschen (Austeiger-) Bettler vor dem Supermark die Brille kaputgeht, vergeht keine Woche, bis ihn nicht irgendein gestopfter Spanier mit zum Brillenladen nimmt und ihm eine kauft.

Auch gibt es viele Spanier, die nicht unbedingt durch Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen, sondern z.B. Immobilien haben. In Spanien wird und wurde traditionell auf Immobilien gesetzt, Miete ist nicht weit verbreitet, meist nur Ausländern und Studenten vorbehalten. Viele haben in ihrer Familie ausreichend Grund und Immobilienbesitz, der irgendwann mal erworben wurde, als die Preise o.k. waren. Man hat dann das Häuschen am Strand oder die Wohnung im Szeneviertel vermietet, sich ein größeres im Außenbezirk zugelegt usw.

Also man kann das alles nicht unbedingt 1:1 auf Deutschland übersetzen, denn Jugendliche arbeiten in Spanien grundsätzlich nicht. Dort werden keine Etappen verbrannt, sondern die Kindheit und Jugend ausgelebt. Dafür ist man im Erwachsenenalter auch nicht mehr so kindisch.

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Weil sie Opfer unseres Systems sind.

Arbeitslos sein ist generell ja nichts schlechtes. Wir alle streben eher das nicht arbeiten gehen müssen an.

Wir brauchen auch nicht die Arbeit in dem Sinne, sondern ein Einkommen.

Ob das nun jeden Monat nach einem Lottogewinn 5000,- Euro einfach so fürs nix tun sind, oder ob jemand für 900,- Brutto den ganzen Tag Haare schneiden muss und in vergifteten Räumen ausharren, ist da so gesehen egal.

Ein Einkommen muss da sein.

Unser System des Geldes, Profits und Bereicherungen ist die Ursache, bzw. eigentlich ist es ja der Mensch mit seinen falschen Denkmustern die er nicht überwinden kann.

Dennoch geht eben Firma xy dahin produzieren wie die Arbeiter umgerechnet im Monat 15 Euro bekommen und bereichert sich selbst.

Auch bei uns werden diese Firmen wieder im großen Stil auftauchen, wenn wir alle bereit sein werden müssen für gar nichts die Arbeit zu tun, damit sich jemand auf unser aller Kosten Millionen als Gehalt überweist und noch eine Lohnerhöhung braucht selbstverständlich.

Kein Mensch verdient ab einer gewissen Summe mehr das Geld, denn man kann nicht mehr arbeiten als andere in einer Zeit. Diese Menschen rauben und stehlen das Geld. Mag geschickt gemacht sein und getarnt, aber es bleibt Diebstahl.

Welche Summe mag das sein?

Es fängt eigentlich schon recht zeitig an, nicht erst bei 10 000 € im Monat...

So wird man übrigends auch reich.. Man muss es anderen wegnehmen.

Dummerweise zerstört so ein System sich selbst und alles gleich mit.

Es ist besser davon abzukommen. Die Technik wird in Zukunft mehr und mehr für uns arbeiten. Wir müssen nur Zahlungsmittel und die vielen falschen Wege die wir beschreiten langsam abbauen.

Nur ist das eben von denen nicht gewollt, die es lenken und sich bereichern... so was dummes aber auch...

Grüße

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Weil es keine Arbeit gibt.

Es gibt nicht wie hier ein Ausbildungssystem wie bei uns, dafür eine recht hohe Korruption.

Bei den Familien zu bleiben ist die einzige Möglichkeit über die Runden zu kommen. Es gibt sogar Familien die zu ihren Großeltern ziehen, weil die Rente bekommen und damit als einzige in der Familie Einnahmen haben.

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Kommentar von RalfCanaria
02.05.2016, 08:12

Stimmt, wir haben hier kein Ausbildungssystem....wir haben ueberhaupt nichts..wir leben noch auf Baeumen.....

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