Warum sind damals so wenig Juden geflohen, während der Jahre 1933-1945?

13 Antworten

Wurde ja schon viel gesagt. Allgemein findet man viel dazu in Geschichtsbüchern und im Internet und es kommen auch regelmäßig Dokumentationen dazu im Fernsehen ;-)

In vielen Ländern gab es am Anfang des 20. Jahrhunderts große Auswanderungswellen. Später verkomplizierte sich das ganze, als gewisse Bestimmungen mehr und mehr die Ausreise (z.B. nach Amerika) erschwerten.

Wenn man keine Verwandte oder Freunde in anderen Ländern hatte, die für einen finanziell bürgen konnten, war es nahezu unmöglich, auszureisen. In Geschichtsbüchern aus der Schule gibt es oft berühmte Fotos von Flüchtlingen, die betteln, im Land bleiben zu dürfen, weil die im Heimatland sonst verfolgt und umgebracht werden würden.

Und oft war der eigene Verdienst nicht so gut, dass man problemlos einfach woanders neu anfangen konnte. Die Leute haben sich eine Existenz aufgebaut und wollten sie nicht aufgeben. Später war es, wie wir alle wissen, zu spät, als die Gefahr offensichtlicher wurde...

Freunde und Nachbarn wurden schnell zum Verräter, um die eigene Haut zu retten...

Es gab einfach keinen Zufluchtsort mehr...

Ich könnte noch Stunden schreiben, höre aber lieber an dieser Stelle auf ;-)

Dazu kommt noch, dass viele Juden im ersten Weltkrieg bereits im Deutschen Heere gedient hatten und sich durch ihre durchaus oft sehr tapferen Verdienste in Sicherheit wähnten...

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@GeneralBenni

Und sogar im Zweiten! Haben gegen ihre eigenen Landsleute gekämpft, aus Furcht und um ihr eigenes Leben zu retten.

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@Noidea333

Meinst du diese ca. 300 Juden, die in der Wehrmacht dienten und einer von ihnen sogar das Eiserne Kreuz erlangte?

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@GeneralBenni

Ja kann sein. Genau weiß ich es nicht mehr. Ich hatte damals leider nur einen Teil der Dokumentation gesehen und kann mich nicht mehr erinnern. War aber auf jeden Fall schon krass.

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Nicht die Auaseise aus Deutschland, wurde in den 20ziger Jahren erschwert, sondern vielmehr die Einreise in die USA.Das Verbot der Ausreise kam erst nach 1933.Aber schon lange Zeit vorher machten die USA die Grenzen fuer wenig oder gar nicht prominente Juden dicht,Genau wie unsr naechster Nachbar die Schweiz.Die Usa liessen ganze Schiffsladungen voll von Menschen, aus dem einzigen Grund nicht aanlanden, weil sie Juden waren.Sie mussten umkehren und landeten schliesslich in England.Das ist bekannt, will aber keiner mehr wahrhaben.

Yanko B.

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Das war damals nicht so leicht. Man musste ja erstmal einen Ort finden wohin man flüchten konnte. Man darf auch nicht vergessen das Krieg war und "Deutsche" nicht so gern gesehen wurden.

Später war eine Fluchtaktion sowieso nicht mehr so einfach. Die Gefahr entdeckt oder verraten zu werden war hoch.

Am Anfang konnte man ja auch nicht ahnen wohin das führt, als die Möglichkeiten noch da waren.

Viele hatten Familie die sie eventuell nicht im Stich lassen wollten?! Und umso mehr flüchten wollten, desto auffälliger war es ja.


Man darf auch nicht vergessen das Krieg war und "Deutsche" nicht so gern gesehen wurden.

Und man darf nicht vergessen, daß die Nazis nicht nur deutsche Juden verfolgten. Die meisten Holocaustopfer waren Juden aus europäischen Ländern, die die deutsche Wehrmacht während des Krieges besetzte. Besonders viele lebten in Polen ("Generalgouvernement") und in der Ukraine (die damals zur Sowjetunion gehörte). Von dort noch auszuwandern, nachdem bereits eine deutsche Militärverwaltung herrschte, daran war kaum zu denken.

Hier eine Liste der Länder und der dort jeweils lebenden Zahl von Juden. Sie wurde bei der Wannseekonferenz zur Planung der Vernichtungsaktion aufgestellt :

https://commons.wikimedia.org/wiki/File:WannseeList.jpg

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Anfangs hat man natürlich geglaubt und gehofft, dass es nicht so schlimm kommen werde. In "Mein Kampf" wird zwar übel gegen die Juden gewettert, aber es steht nicht drinnen, dass man sie umbringen würde. Antisemitismus gab es ja damals nicht nur in Deutschland. So sind Mitte der 30er-Jahre sogar noch Juden aus Polen nach Deutschland geflüchtet, weil die Verfolgung in Polen schlimmer war, besonders für deutschsprachige Juden. Nach der Reichsprogrammnacht, als klar war, dass Juden nicht nur diskriminiert, sondern auch umgebracht würden, war es für die meisten zu spät.

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