Warum sind Banken Gewinner der Inflation?

4 Antworten

Guten Morgen, Schteinppilz, lassen Sie sich hier nicht auf eine falsche Spur bringen. Gewinner bei Inflation gibt es nicht. Auch Banken können davon keineswegs profitieren. Denn eine wirkliche echte Inflation, also mit einer Preissteigerungsrate, die sich von Tag zu Tag bis auf schwindelerregende Prozente steigert, zerrüttet die gesamte Wirtschaft und das gesamte Privat-Vermögen aller Bürger. Da dann niemand mehr Kredite zurückzahlen kann, weil alle durch Inflation pleite gehen, erhalten auch Kreditinstitute die ausgeliehenen Kreditsummen nicht zurück - und gehen letztendlich sogar selbst pleite. Schade, das Ihre bisherigen Antwortgeber so undurchdacht antworten. Etwas mehr historisches Wissen aus der Zeit wirklicher Inflationen (in den 20iger Jahren des vorherigen Jahrhunderts) wären eine sehr gute Grundlage, damit Sie in Ihrer Schulaufgabe nicht den falschen Gute-Frage-Propheten ausgeliefert sind.

Wenn es eine Hyperinflation gibt und jemand vor dieser z.B. 10 Millionen Euro aufnimmt, so kann er diese während der Inflation mit Leichtigkeit zurückzahlen. Schuldner sind immer die Gewinner von Inflation, Banken als Kreditgeber nicht.

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@benutzer11094

Eine wirklich großartige Theorie, leider hinken die Einkommen der Inflation hinterher und steigende Zinsen muß der Schuldner auch noch erwirtschaften. Sieht also ganz so aus, als wären die Gewinner einer Inflation die Banken. Sie brauchen nur noch die Sicherheiten der notleitenden Kredite einzusacken.

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Das ist eben nicht so. Banken versuchen so zu handeln, dass sie unabhängig von Inflation und Wirtschaftseinwicklung einen Reibach machen. Doch das ist nicht automatisch so: Geldanlagen und Kredite haben jeweils eine festgelegte Laufzeit. Im dafür vereinbarten Zins stecken die Inflationserwartungen für diesen (zukünftigen!) Zeitraum. Für die Banken ist tendentiell das Problem, dass die Laufzeiten der Einlagen kürzer sind als die Laufzeiten der Kredite. Sinkt die Inflation, so sinken auch die (Anlage-)Zinsen. Die Zinsen für bereits gewährte Kredite bleiben. In diesem Fall gewinnt die Bank. Steigt die Inflation, so steigt der Zins. Bleibt der Zins für bereits gewährte Kredite unverändert, so mindert dies den Gewinn der Bank. Wenn die nominalen Einkommen sinken oder schwächer steigen als die Inflation, verarmt ein grosser Teil der Bevölkerung, die Geschäftsmöglichkeiten nehmen ab und damit auch die Möglichkeit der Banken, gute Kreditnehmer zu finden. So automatisch wie in manchen Lehrbüchern ist es eben nicht. Die Geldwirtschaft ist nach mathematischen Gesichtspunkten ein instabiles Konstrukt. Da sind immer wieder Zusammenbrücke zwingend notwendig. In der Zeit rund um einen Zusammenbruch versagen dann die Regeln klassischer Lehrbuchökonomie. Es könnte sein, dass wir uns siner solchen Phase nähern.

ok, jetzt hab ichs verstanden :) Danke für die ausführliche antwort!!!

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