Warum sind andere Sprachen meist ungenauer ggü. Deutsch?

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17 Antworten

Ungarisch ist noch genauer als Deutsch. Es gibt sogar ein eigenes Wort für jüngere und ältere Brüder und Schwester. 
Oder auch mehrere unterschiedliche Wörter für die Bezeichnung eines Hirten, abhängig von der Tierart, die von ihm gehütet wird. Somit ist auch der Wortschatz des Ungarischen bedeutend größer als der anderer Sprachen. Es gibt etwa dreieinhalb Mal so viele ungarische Wörter wie deutsche.

Ungarisch ist eine Sprache, wo die Informationen so viel wie möglich in so wenige Wörter wie möglich ,,hineingestopft'' werden. Es ist somit für diejenigen geeignet, die gerne und viel sprechen aber wenig Zeit haben. Nur leider ist Ungarisch keine Weltsprache.

Ein Beispiel: „Wir gingen in unser gemeinsames Haus“ – „házunkba mentünk“.

Meinungen zur ungarischen Sprache

Der Sprachwissenschaftler Jacob Grimm hat das Studium des Ungarischen allen empfohlen, die neue einfach zu erlernende Plansprachen schaffen wollen.

Tatsächlich wäre es möglich, Ungarisch wie eine Programmiersprache darzustellen, in der der Stamm den Befehl und die agglutinierten Endungen die Optionen darstellen würden.

George Bernard Shaw sagte bei einem Interview mit dem US-Sender CBS: „Nach dem ich das Ungarische Jahre lang studiert habe, bin ich überzeugt, daß mein Lebenswerk wesentlich wertvoller geworden wäre, wenn ich sie als Muttersprache hätte. Denn mit dieser seltsamen, vor uralten Kräften strotzenden Sprache kann man viel genauer die winzigen Unterschiede und geheimen Regungen der Empfindungen beschreiben.“

Der Wiener Sprachforscher N. Ebersberg sagte über die ungarische Sprache im 19. Jh. „Die Struktur des Ungarischen erscheint mir so, als sei sie von einer Versammlung von Linguisten entwickelt worden, damit die Sprache alles Wichtige enthalte – Regelhaftigkeit, Dichte, Klarheit und Harmonie.“

Nach Ove Berglund, schwedischer Arzt und Übersetzer: “Today when I have knowledges about the structures of the language of humankind my opinion is this: the magyar (the hungarian) language is the top-product of the logic/creativity of humanity.” (deutsch: „Heute, da ich Kenntnisse von den Strukturen der Sprache der Menschheit habe, ist dies meine Meinung: Die magyarische (die ungarische) Sprache ist das höchste Produkt der menschlichen Logik und Kreativität.“)

https://de.wikipedia.org/wiki/Ungarische_Sprache#Meinungen_zur_ungarischen_Sprache

Deutsch ist für Wissenschaft geeignet, auch wenn es gegenwärtig kaum noch eine Rolle spielt.

http://www.thetoptens.com/best-languages/

http://www.thetoptens.com/coolest-languages/

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 00:24

Super Antwort, nach sowas habe ich gesucht!

Man könnte fast meinen, früher waren die Leute intelligenter als heute. Die Sprachen wurden ja mal irgendwann "erfunden".

Meine Vorstellung war eigentlich immer, daß zuerst die Substantive, Verben und Adjektive "erfunden" wurden und erst später dem eine grammatikalische Struktur übergestülpt wurde.

Der Urdeutsche nannte das Ding im Wald mal "Baum", erfand das Wort "gehen" - ich gehe zum Baum...

Aber er gehT, sie gehEN etc., es hätte ja auch bei dem bleiben können, was wir landläufig "Kanackensprache" nennen, also ohne Deklinationen und Konjunktionen. Aber anscheindend machten sich die Leute am Lagerfeuer doch mehr Gedanken, als wir heute.

Dekadenz?

Heute muß alles einfach sein und es wird als Lässigkeit angesehen, wenn Leute die eigenen Muttersprache nicht beherrschen. Das ist traurig.

Hoffentlich gibt es diese Bewegung in Ungarn nicht, diese Sprache sollte als Weltkulturerbe behandelt werden. ;)

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Ob andere Sprachen ungenauer als Deutsch sind, sei mal dahingestellt, wage ich vielmehr zu bezweifeln. Gewiß, die deutsche Sprache ist präziser als dies gegenüber Englisch der Fall ist. Doch hat diese Sprache den Vorteil, dass sie praktisch ist und zudem über den größten Wortschatz, zumindest der europäischen Sprachen, verfügt. Sehr bedeutsam ist natürlich die Tatsache, dass die USA die mächtigste Nation der Welt sind und man dort eben Englisch spricht.

Deutsch eignet sich gut für hochgestochene philosophische Traktate und weitere mentale Ergüsse, einfach weil da so einiges Gehaltvolles generiert werden kann. Ich nehme mal von Hegel den Begriff "aufgehoben", der scheint mir recht tiefsinnig zu sein. Natürlich beschränkt sich dieser Großmeister nicht nur auf einige wenige Termini, die speziell ihm zugeschrieben werden können.

Luther war auch ein genialer Mann, wenn es denn um die deutsche Sprache ging. Sein Bibel-Deutsch ist eine gelungene Mischung aus Gehaltvollem und Poetischem.

Meine Sprachkenntnisse in Englisch und Französisch sind nicht umfassend genug, um nun beurteilen zu können, inwieweit diese beiden Sprachen etwas Äquivalentes wie das Bibel-Deutsch aufzuweisen haben. Von den vielen anderen Sprachen, von denen ich keine Ahnung habe, ganz zu schweigen.

Die deutsche Sprache hat keinen herausragenden Klang im positiven Sinne, daher sind andere Sprachen für Lieder besser geeignet, wozu auch Englisch gehört. Das Französisch und Italienisch ohnehin einen besseren Klang haben, bedarf eigentlich keiner Erwähnung.

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 01:54

Den letzten Satz muß ich widersprechen - für mich hört sich französisch grauenhaft an!

Da finde ich russisch viel "klangvoller", viel angenehmer zu hören.

Es liegt wohl im Auge des Betrachters, welcher Akzent als wohlwollend, und welcher als unangenehm wahrgenommen wird ;)

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Das ist ein altes, ziemlich hochnäsiges, Urteil, das nicht stimmt.  Man kann alle Nuancen, um die es Dir anscheinend geht, auch in anderen Kultursprachen ausdrücken - auch und gerade im Englischen, welches  einen RIESIGEN Wortschatz hat:  Je nach Zählweise 100 000 bis 600 000 Wörter.

Woher nimmst Du die Behauptung, dass man im Englischen "viele Wörter umschreiben" muss, um sich verständlich zu machen?

Schau' Dir mal z.B. im Merriam-Webster SYNONYMS Wörter Deiner Wahl an

Hier nur einma EIN Beispiel,  Wortfeld "say":

affirm, state, express, suggest, declare, pronounce, remark, point out, state, emphasize, maintain, assert, contend, argue, allege, claim, aver,  utter, voice, give to understand, mention, ...  (Liste lässt sich fortsetzen)


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Interessante Frage. Ein paar Dinge kann ich noch hinzufügen:Im Isländischen gibt es eine Unterscheidung zwischen
reflexiven und "mediopassiven" Formen, man kann also unterscheiden
zwischen "ich habe mich (absichtlich) verletzt" (reflexiv) und
                "ich habe mich (versehentlich) verletzt" (mediopassiv)
(Daneben gibt es natürlich auch die passive Form, "ich bin verletzt worden" und die aktive Form "ich habe XYZ verletzt")

Solche Mediopassive gibt es nur im Isländischen (und anderen nordgermanischen Sprachen), nicht im Deutschen oder Englischen.

Auf Isländisch gibt es Wörter für ca. ein Dutzend verschiedene Windstärken (die kenne ich nicht alle auswendig). (kaldi, strekkingur, ...)

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Kommentar von OlliBjoern
06.04.2016, 21:58

Übrigens unterscheidet Schwedisch sogar 3 Formen von "ja":

ja = ja (Bestätigung)
ju = ja in "du hast ja Zeit" (du har ju tid)
jo = doch! (har du inte tid? Jo!)

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Also. Deutsch hat im Vergleich relativ viele Wörter. Damit kannst du sehr exakt Dinge beschreiben. Hat damit zu tun, dass wir ein Land der Dichter und Denker sind, und die wollten sich eben so genau wie möglich ausdrücken. Das funktioniert aber nur, wenn das deine Muttersprache ist. Sobald du das als Fremdsprache lernen lässt, wird der Großteil eh nie die Menge an Wortschatz lernen, die für so krasse Exaktheit nötig ist. Deswegen ist Englisch völlig ok.

Außerdem: Das gibts auch andersrum. Wörter oder Ausdrücke, zu denen es im Deutschen einfach keine Entsprechung gibt. Leb mal ein paar Jahre im Ausland, du kommst zurück und willst plötzlich Floskeln sagen, die du dann aber im Deutschen überhaupt nicht sagen kannst. Ging mit bei Französisch genauso wie bei Spanisch. Jede Sprache hat einfach ihre Eigenheiten. Jede Kultur möchte Dinge ausdrücken, die in einer anderen Kultur überhaupt nicht wichtig sind.

Beispiele:

Hyggelig (Dänisch: Gefühl des Wohlbehagens, beheimatet sein, in guter Gesellschaft etwas genießen. Das können Gespräche sein, Sofas, Strändhäuschen, Supper oder der ganze Abend).

Gökotta (Schwedisch: Früh morgens aufstehen, um nach draußen zu gehen und die ersten Vögel singen zu hören).

Keyif (Türkisch: Wohlbefinden, Vergnügen, Unbeschwertheit. Momente, in denen all das zusammenschwingt, man sich einfach leicht und glücklich fühlt und alle Sorgen vergisst).

Mamihlapinatapai (Yaghan/Feuerland: Austauschen eines Blickes zwischen zweit Personen, von denen jeder wünschte, der andere würde etwas initiieren, was beide begehren).

L'esprit de l'escalier (Französisch: Gegenteil von Schlagfertigkeit. Die passende Antwort fällt einem erst auf der Treppe ein).

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 00:52

Hyggelig: Das ist ein gutes Wort und kommt mir auch irgendwie vertraut vor (ich habe mit skandinavischen Sprachen nichts am Hut!), spricht man es "hüggelik"?

Ich würde dies spontan zwischen "gemütlich" und "vertraut" ansiedeln, kommt das hin? Das wäre ein Wort, das könnte man ins Deutsche aufnehmen. Da wäre es sinnvoll, staat hunderter Anglizismen die nur Deutsche Worte ersetzen (ich sage nicht, daß es nicht auch sinnvolle Anglizismen gäbe!)

Gökotta: Auch ein interessantes Wort, in der Tat dürfte dies in unserer Kultur völlig unbedeutend sein. Ich stehe höchstens auf, um zur Arbeit zu gehen ;) (Komisch, daß wir Deutschen dafür kein eigenes Wort haben^^)

Keyif - das umschreiben wir als Geschlechtsverkehr (Spaß^^)

Mamihlapinatapai: Also das haste gegoogelt oder? Wie käme man auf die Idee, die Sprache Feuerlands zu lernen?

L'esprit de l'escalier - sieht für mich eher nach einem Satz als nach einem Wort aus - wir sagen dann ja auch "wäre mir das rechtzeitig eingefallen"...

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Kommentar von Huckebein
06.04.2016, 11:18

Hat damit zu tun, dass wir ein Land der Dichter und Denker sind, und die wollten sich eben so genau wie möglich ausdrücken.

Shakespeare und Puschkin und einige mehr würden sich  jetzt wahrscheinlich im Grabe herumdrehen, hörten sie diese Aussage von dir.

Das Prädikat "Land der Dichter und Denker" ist Deutschland von den Deutschen verliehen worden, wogegen auch nichts einzuwenden ist. Jeder ist irgendwie stolz auf sein Land.

Doch ist diese Aussage keineswegs ein Beweis dafür, dass andere Sprachen weniger aussagekräftig sind, dazu s.

http://www.lau-net.de/d.dimmel/Wie%20viele%20W%F6rter.pdf

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Kommentar von Deponensvogel
06.04.2016, 14:39

Das Englische hat den meisten Schätzungen zufolge übrigens mehr Wörter als das Deutsche.

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Kommentar von OlliBjoern
06.04.2016, 22:58

Ja danke. Auch im Norwegischen (genauer: Nynorsk) gibt es den Stamm wie in hyggelig. Habe gerade einen Comic aus Oslo vorliegen: "korleis var ballet igår, mor?"
"som i fjor, alle hyggja seg"

Wie war der (Tanz)Ball gestern, Mutter?
Wie voriges Jahr, alle haben den Abend genossen.

(Im Schwedischen gibt es für "geniessen" auch "njuta", aber das kann man auch alleine, wohingegen "hyggja" nur in guter Gesellschaft geht.)

Außerdem ist das Wort "fjor" (Schwedisch "fjol") ein gutes Beispiel, dass man nicht "Vor-Jahr" oder "voriges Jahr" sagen muss, dieses Wort gibt es nur in den nordischen Sprachen.

"lagom" (genau richtig, nicht zu viel und nicht zu wenig) mögen die Schweden gerne, das gibt es nicht 1:1 im Deutschen.
 

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Du hast einige Beispiele aus der deutschen Sprache genannt, die in anderen Sprachen umschrieben werden müssen, dafür gibt es in anderen Sprachen wiederum Dinge, die im Deutschen umschrieben werden müssen. Beispiel: Wenn ich im Deutschen von "meiner Freundin" spreche, weiß man nicht, ob es eine platonische Freundin ist oder ob es sich dabei um meine Liebespartnerin handelt. Man muss es umschreiben/erklären. Im Spanischen z. B. gibt es dafür separate Begriffe, so dass man weiß, was gemeint ist. 

Oder für die Großeltern gibt es im Deutschen nur ein Wort, im Schwedischen z. B. gibt es eine Bezeichnung für die Großeltern mütterlicher und eine für die Großeltern väterlicher Seite. 

Und was Englisch betrifft: So einfach ist die Sprache nicht zu erlernen. Die Grundkenntnisse sind zwar noch recht einfach zu erlernen, aber wenn man tiefer in der Grammatik einsteigt, ist es nicht mehr so einfach. Zwar gibt es kein Kasussystem, keine Konjugation (bzw. eine nur sehr geringe) und kein "der, die, das" wie im Deutschen, dafür aber mehr Zeitformen, deren Anwendung nicht immer eindeutig ist, einen Unterschied zwischen Adjektiven und Adverbien, diverse Worte, die zwar dieselbe deutsche Übersetzung haben, aber nicht synonym verwendet werden können.

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Das ist eine sehr richtige Feststellung: Deutsche sagen, nach dem Geschmack von vielen anderen Sprache, oft Sachen, die überflüssig sind, weil sie eigentlich logisch wären. d.h. deutsch baut mehr Redundanzen in die Sprache ein als andere Sprache, und wenn man das in anderen Sprachen nachmacht (weil man zu wörtlich aus D übersetzt), kann das sehr, sehr mühsam wirken.

Ich würde aber nicht sagen, dass Deutsch "präziser" ist.

In jeder Sprache gibt es unterschiede zwischen den Bedeutungen von Wortfeldern. 

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Warst du nicht in Berlin?

Das wird im Russischen z.B. mit "был, была" (ich war) beantwortet, was dem "doch" entspricht.

Ich würde diese Erscheinungen nicht mit "Ungenauigkeit" bezeichnen sondern als Eigenart einer Sprache.

Warum nimmt man ausgerechnet Englisch als Weltsprache, ist zwar
"relativ" einfach zu erlernen, aber wäre dich sinnvoller auf Dauer eine
möglichst "komplizierte" Sprache zu nehmen, die alles abdeckt?!

Dass die englische Sprache Weltsprache ist, hat nichts damit zu tun, dass irgendwann einmal irgendjemand festgelegt hat: Per Gesetz ist Englisch ab jetzt Weltsprache.

Dass Englisch Weltsprache geworden ist hat ganz einfache Gründe. Die liegen in der Geschichte der letzten 100 Jahre. Nach zwei Weltkriegen ergab sich eine wirtschaftliche, politische und auch kulturelle Hegemonie der englischsprachigen Welt, vornehmlich der USA. Das ist der Grund dafür, dass Englisch heute Weltsprache ist.

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Kommentar von OlliBjoern
06.04.2016, 22:10

Slawische Sprachen wiederholen bei der Bestätigung gerne das Verb des ersten Satzes. Z.B. Kroatisch:

da li možete ...? (können Sie... ?) može!
da li imate... ? (haben Sie... ?) ima!

(natürlich gibt es auch "da!")

Das ist nicht besonders selten. Auch das (nicht verwandte) Finnische benutzt selten "kyllä" (ja), oft wird einfach das Verb wiederholt.

onko täällä...? (gibt es hier...?) on!
tiedätkö... ? (weißt du... ?) tiedän!

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Es gibt halt Wörter die man im Englischen wohl gar nicht vermisst, weil man sie einfach nicht braucht. Es geht halt auch so

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Kommentar von Korkensammler
05.04.2016, 23:50

Wir haben im Deutschen das Wort "Meeting" auch nicht vermißt (war eben ein Treffen), bis jemand gemeint hat, Ersteres würde sich besser anhören ;)

Da würde es doch wesentlich mehr Sinn ergeben, wenn jede Sprache eben Wörter aufnimmt, für die es keine Entsprechung in der eigenen Sprache gibt. Je mehr Wörter, desto präziser kann man sich ausdrücken und desto weniger Mißverständnisse, oder nicht?

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Kommentar von AppleTea
05.04.2016, 23:53

Klar. Ist doch auch so. In Amerika haben die z.B. das wort "Kindergarten" von uns

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Ich möchte jetzt nur auf einige Aspekte eingehen. 

-Im Englischen gibt es sehr wohl die Möglichkeit, "doch" auszudrücken. 

-Auch "Geschwister" lassen sich auf Englisch ausdrücken.

-Man hat nicht Englisch als Weltsprache "genommen"; es hat sich so entwickelt, Stichwort "Englisches Weltreich", Stichwort "USA als Weltmacht.

-Eine hochkomplizierte Sprache eignet sich, grundsätzlich gesehen, nicht sonderlich gut für eine Weltsprache. Englisch ist übrigens nur im Bereich Basic English eine recht einfache Sprache. Stichwort für Gegenbeispiel: "Shakespeare".

-EIN Grund für die Komplexität und Differenzierungsmöglichkeiten der deutschen Sprache ist die Möglichkeit, durch das Aneinanderkleben von Wörtern neue, überraschende Verbindungen zu kreiiren: Weltschmerz, Weltabgewandtheit, Weltensammler, Weltmeisterschaft, Weltenbummler, Umzug, Durchzug, Abzug, Nachtschlaf, Tiefschlaf, Leichtschlaf, Beischlaf.

Gute Nacht 

earnest

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Kommentar von Korkensammler
05.04.2016, 23:53

Natürlich, gibt es die Möglichkeit, aber eben als Umschreibung...

im Englischen "brothers and sisters" für Geschwister, im russischen "dedjuschka i babuschka", wir haben dafür ein Wort...

Wir Deutschen würden doch auch, wenn es ein englisches Wort für "ich gehe die schneebedeckte Straße entlang" sofort begeistert aufnehmen, weil es so modern und cool klingen würde ;)

Grüße...

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Du übersiehst genau wie der Verfasser der Antwort, die du ausgezeichnet hast eine ganze Hälfte des "Problems". Es funktioniert umgekehrt genauso. Es gibt genauso Sachen im Russischen, die du im Deutschen ewig umschreiben würdest und doch nie präzise erfassen könntest. Oder viel Spass dabei "spleen" genau zu übersetzen. 

Die Sprachen sind einfach verschieden und sind genau dem Umfeld angepasst, in dem sie benutzt werden/wurden. So haben Völker von hinterm Polarkreis zig Wörter für Schnee in seinen verschiedenen Zuständen.

Und Englisch ist nur Weltsprache aus historischen Gründen und nicht weil sie angeblich leicht zu lernen sei? Für wen? Für Deutsche vielleicht weil es eine verwandte Sprache ist.

Deswegen lohnt es sich Sprachen zu lernen. Weil jede Sprache bei bestimmten Aspekten viel vielfältiger ist дфы фтвукую

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Haven't you have been in Berlin? - Yes (I have.)

Yesterday I met my siblings, it's good to see my brothers and sisters from time to time.

Wenn ein "ja" reicht, braucht es kein "doch". Ein Wort für "Geschwister" hat das Englische, wie ich demonstriert habe, durchaus.

Wie es mit dem Russischen aussieht, dazu kann ich leider nichts sagen, aber tatsache ist dass es in allen Sprachen Wörter gibt, die in einer anderen Sprache umschrieben werden müssen.

Du siehst die Sache nur von der Sicht der Deutschen, hättest du mehr Erfahrung in den anderen Sprachen, würden dir mehr Dinge auffallen die im Deutschen umständlich umschrieben werden müssen.

Englisch ist die Weltsprache weil sie eine analytischere Sprache als das Deutsche ist. Sprich die nicht die Worte, sondern der Satzbau verändern sich durch die Grammatik. Das hat den Vorteil dass es weitaus mehr Möglichkeiten gibt um Reime zu bilden, was sich vor allem in der Musik zeigt.

Gerade diese hat Englisch als Sprache weltbekannt gemacht.

Der Zweite Grund ist das Internet. Gerade im Internet gilt auf internationalen Seiten Englisch als Hauptsprache. Wer dort nicht Englisch spricht zeigt sich als Aussenseiter.

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 00:00

Ich weiß schon, wie man "Geschwister" im englischen ausdrückt, das meinte ich ja, wir haben dafür ein Wort.

Das Gegenteil wäre vielleicht, was mit spontan einfällt, "Freundin" (bei uns zweideutig), während die Amis zwischen "friend" und "girlfriend" differenzieren. Dafür haben wir wiederum (genauso wie die Russen, dort ist es aber eher ein "Ihr") ein "Sie".

Ich finde es eben einfach interessant und ich denke mir da als drüber nach, wie so die Sprachen entstanden sind. Da wundert mich eben daß trotz Globalisierung eigentlich die Sprachen eher vereinfacht als kompliziert werden. Jetzt sagt man natürlich "ist doch gut, wenn die Sprachen einfacher werden". 

Aber ich betrachte den Umkehrschluß und da wird es eben richtig spannend: Als die Sprachen entstanden, waren sie dann wohl komplizierter? Also die Urmenschen, die irgendwann mal dazu übergingen, Grunzlaute in Sprache zu verpacken und dieser eine Grammatik zu verleihen, die entwickelten ein hochkomplexes Konstrukt mit acht Fällen (ja, die indogermanischen Sprachen hatten fast alle ursprünglich acht Fälle!), obwohl sie kaum Fortschritt kannten?

Überhaupt fände ich es interessant, wer überhaupt auf die Idee kam sowas wie Grammatik zu entwickeln und so komplexe Dinge wie Fälle, beugende Verben (die aber eine Gesetzmäßigkeit haben usw).

Die Antwort werde ich wohl nie erfahren...

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Deine Überlegungen gehen nicht auf. Allein am Wort siblings, das du bisher nicht kanntest, zeigt sich doch, dass du von deinen unvollständigen Sprachkenntnissen auf eine gesamte Sprache schließt. Das ist reichlich vermessen. Und wo muss man den im Englischen groß etwas umschreiben?! Mit Verlaub, wer Englisch für eine simple Sprache hält, hat sich nicht mit den Feinheiten beschäftigt.

Es ist ja schön, dass du dir Gedanken um die Welt machst, aber du kannst nicht davon ausgehen, dass du alles korrekt einschätzen kannst, insbesondere nicht bei Sprachen, die du nicht auf dem Niveau eines Muttersprachlers sprichst. Und selbst dann gibt es noch sehr viele unterschiedliche Ebenen, was sich übrigens auch an deinen Grammatikfehlern im Deutschen zeigt.

Unterschiedliche Sprachen haben nunmal unterschiedliche Möglichkeiten, etwas zum Ausdruck zu bringen. Was meinst du, was ein Inuit von unseren winterlichen Wettervorhersagen hält, wo er doch Dutzende von Wörtern für unterschiedlichen Schnee hat? Oder der Waliser, der deutlich mehr Wörter für Regen hat als wir? Oft machen bei einer Sprache Nuancen und Konnotation die Musik, und die erschließen sich dem Lernenden nicht auf Anhieb.

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 00:41

1. Ich schließe davon nicht auf eine ganze Sprachgemeinschaft, mir ist sehr wohl bewußt, daß ich diese Sprachen nicht beherrsche.

2. Dann sollte die Frage eben heißen "Warum kennen anderen Sprachen bestimmte Wörter nicht", zufrieden?

3. Das war jetzt ein Eigentor, die Inuit kennen nicht wesentlich mehr Wörter für "Schnee", als wir. Sie ziehen die Wörter nur noch mehr zusammen (um es laienhaft zu sagen, ich weiß, daß Du der Sprachgott bist und es besser weißt). Die Eskimos ziehen z.B. "Schnee liegt auf der Straße" zu einem Wort zusammen. Grob gesagt. Aber Du weißt es sicherlich besser, Du sprichst ja auch kyremisch in Wort und Schrift.

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Was ist auf Deutsch eigentlich das Wort für die Frau, meines polygamen Vaters, die nicht meine Mutter ist?

Siehst du, dieses Wort gibt es auf Deutsch nicht, in Kulturen, wo Polygamie praktiziert wird, gibt es dafür ein Wort.

Wie machst du auf Deutsch die Unterscheidung zwischen "Freedom" und "Liberty"? Wie übersetzt man "Freedom and liberty" auf Deutsch? Ah, dafür gibt es auf Deutsch nur ein Wort?

Warum unterscheidet man auf Deutsch nicht systematisch zwischen "if" und "when", auf Englisch jedoch schon?

Siehst du, Englisch ist eindeutig eine viel präzisere Sprache als Deutsch.

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Kommentar von Bswss
06.04.2016, 10:39

DH - zumindest kann man sagen:

Oft ist Englisch genauer als Deutsch, udn dies gilt besonders für die Zeitformen.

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 23:34

Stimmt, das ist ein gutes Gegenbeispiel, hatte ja auch nicht behauptet, daß es das andersrum nicht gäbe.

Für mich persönlich beschreibt "freedom" und "liberty" das gleiche GRUNDGEFÜHL, ich denke so geht es vielen Deutschen, sonst hätten wir ja auch zwei Wörter dafür.

Interessant wäre in dem Zusammenhang, ob die Sprache uns prägt oder wir die Sprache prägen. 

Das mit "if" und "when" ist ein gutes Beispiel, ist mir so noch nicht aufgefallen. Wobei hierzulande manche ja schon "seid" und "seit" verwechseln, oder "als" und "wie"...

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Deine Wahrnehmung ist falsch, egal wie viele Beispiele du bringst! Denn du hast nur die Beispiele genannt, bei denen zufällig Deutsch genauer ist als die andere Sprache. 

In anderen Sprachen werden andere Dinge genauer unterschieden. Frag einmal, wie viele Worte ein Inuit für "Schnee" oder "weiß" hat. 

Oder wie wäre es mit der Unterscheidung "snail/slug" oder "turtle/tortoise" im Englischen?

"Wir als Deutsche" sind als nicht die super Sprachgenies, als die du uns gern sehen würdest.

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Deutsch ist eine sogenannte "vollständige Sprache",. in der es unglaublich viele Möglichkeiten gibt, Dinge ganz genau zu beschreiben bzw. auszusagen, sofern man die Feinheiten der deutschen Sprache beherrscht. Leider geht diese Fertigkeit vor allem in der BRD immer mehr zurück, so dass das Potential der deutschen Sprache gar nicht mehr, oder nur von wenigen, ausgenützt wird. In dieser Situation sind "unvollständige", einfache Sprachen von Vorteil.  Man kann sie leichter lernen und muss sich nicht mit vielen Ausdrucksmöglichkeiten herumschlagen, einfach weil es sie nicht gibt. Warum das so ist, kann (oder will) wohl niemand beantworten.

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 00:04

Habe den Kommentar unter "Andrastor" schon etwas dazu geschrieben.

Die Frage die sich mir stellt ist, wieso werden die weniger komplexen Sprachen nicht "vollständiger" und zum Zweiten, was ich gar nicht verstehe, die Sprache wird eher immer flacher, obwohl wir ja "angeblich" Intelligenter sind. Da hatten die Leute im Mittelalter mehr Ausdrucksfähigkeiten, als wir heute? 

Und wir nennen uns Kulturvolk? 

Generationen von Vorfahren machten sich Gedanken darüber, wie man die Sprache präzisieren könnte, damit wir alles wegwerfen?

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"Doch" heißt im Englischen "Yes" (betont). und in Deinem Beispiel ist "Yes, I was" SONNENKLAR.

Für "Geschwister" gibt es "siblings" (und nicht nur "brothers and sisters").

Und wie würdest Du z.B. das englische Wort "serendipity" übersetzen?

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Kommentar von Korkensammler
06.04.2016, 23:38

Dazu sagt mein google "Spürsinn" ;)

Es stehen auch keine weiteren Wörter dabei... hmm...

Vielleicht sollte ich dazu sagen, daß ich gerade privat eine weitere Sprache erlerne und mir diese Unterschiede eben aufgefallen sind - und diese selbstverständlich auch in die entgegengesetzte Richtung vorkommen.

Hier gibt es ein, zwei Leute, die da gleich den Besserwisser raushängen lassen, weil man nicht zig Fremdsprachen auf Muttersprachenniveau beherrscht. Du bist damit nicht gemeint.

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