Warum sieht man seine Verwandten meist erst auf einer Beerdigung?

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10 Antworten

der enge Zusammenhalt einer Familie hängt mit vielen Faktoren zusammen. In der Kulturgeschichte sind es eher wirtschaftliche, dass man sich als Familienverband brauchte, um überleben zu können. Das betraf vor allem ältere Familienmitglieder, häufig auch Frauen ohne Beruf oder sonstige Absicherung, Kranke, Waisen, die von der Familie aufgefangen wurden, nicht immer zu deren Gunsten. Die enge Beziehung und häufigen Besuche setzen voraus, dass man relativ nah beieinander wohnt. In südlichen Ländern sind es häufig noch Traditionen, dass man sich besucht. Ob man das immer freiwillig tut, ist fraglich. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass vor allem bei Verlust der Heimat, auch in Notsituationen die Familie gebraucht wird, aber es gibt da auch wirklich in den Völkern unterschiedlichen Zusammenhalt. Unser Familienverband lebte vor dem Krieg in einem Umkreis von ca. 30 km, da besuchten sich schon die meisten zu Festen oder gemeinsamen Wanderungen oder so. Nach dem Krieg war die Familie in alle Winde zerstreut, wir sahen uns überwiegend auf Beerdigungen, seltener einfach so. Wir haben versucht, Familientreffen zu organisieren, was zweimal geklappt hat. Wenn man sonst im Alltag nichts miteinander teilt, ist das eine Zwangssituation, sich unbedingt sehen zu wollen. Der enge Familienverband hat ja nicht nur schöne Seiten, es ist auch eine Verpflichtung. Meine Kinder kennen ihre zahlreichen Cousins und Cousinen gar nicht, und selbst der Sohn meiner Schwester, der hier in unserer Nähe wohnt, ist menschlich völlig uninteressant für sie. Es muss neben aller Verwandtschaft eben auch menschlich passen. Eine Großtante von mir wohnt 30 km von uns entfernt, also nah. Aber je älter ich wurde, und mein Leben eigene Wege ging, umso selektiver habe ich mir meine Freunde und Verwandten ausgesucht. Mit ihnen teile ich ein paar Ereignisse aus der Vergangenheit, sonst nichts. Wenn nichts da ist, was uns mit den Verwandten verbindet außer dem Blut, dann hält so eine Beziehung nicht. Aber immerhin, es gibt eine natürliche Beziehung. Probiere es aus mit deinen Cousins. Ich wünsche euch gute Gespräche und Gemeinsamkeiten.

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Stimmt, es ist traurig aber nicht gerade verwunderlich. Wir sind eine Riesenfamilie,- und haben mit den meisten direkten Familienmitgliedern einen engen Kontakt- Insgesondere mit den Brüdern und Schwestern. Und somit auch mit deren Kindern, wenn wir uns gegenseitig besuchen. Aber genau da liegt der Hase im Pfeffer,- gegenseitig. Es hat sich ein bißchen eingebürgert, daß die eine Gruppe "Besuche macht", d.h. sich selbst einlädt - und erscheint - das nennt sich dann spontane Kontaktpflege - und die andere Gruppe bewirtet diese zwar sehr geschätzten Gäste; hat aber irgendwann das Gefühl, auch gern mal irgenwo einfach erscheinen zu wollen. Nur, da man das ja nicht immer als passend empfindet, unterbleibt der Gegenbesuch oft. Generell habe ich den Eindruck, Familienkontakte finden nur von oben nach unten (manchmal auch umgekehrt) statt, d.h. Kinder besuchen die Eltern,- die Eltern werden eingeladen und erscheinen (hoffentlich) nicht "spontan." Wir gehören zur Elterngeneration,- nein, zur Großelterngeneration. Und da bei uns immer alle willkommen waren (und meistens auch sind) besuchen uns auch Nichten und Neffen öfter. Und Freunde , vorzugsweise Singles. Und erfreulicherweise nicht nur auf Beerdigungen - man hat so wenig davon, insbesondere, wenn man Verursacher ist) - bei uns ist die Tür fast immer offen. Aber man muß eben auch damit rechnen, daß man nicht gerade im geeigneten Moment kommt. Und man darf wirklich nie erwarten, daß ein Riesenaufwand gemacht wird. Lockeres Zusammensitzen bei dem , was zufällig im Haus ist, ggf. auch nur bei Pfefferminztee haben einen größeren Reiz als diese "VieleLeutegleichzeitig mit Riesenbuffet" - Treffen. Sie kosten viel Geld, Arbeit und sind bei Menschen, die man wirklich mag, ganz überflüssig. Wenn alle ein wenig so denken würden und nicht das Bedürfnis hätten, perfekte Gastgeber (oder Gäste ) zu sein, wäre es anders. Wir Deutschen haben ein bißchen das Normalmaß verloren, scheint mir.

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Ich denke da ist jede familie gleich.. Jeder kümmert sich nur um seinen eigenen Kram und erst wenn einer aus der Familie stirt, dann bringt das alle wieder zsm.. doch meistens hält dieser " Kontakt" dann wieder nur einige wochen und dann ist wieder alles beim alten.. traurig aber wahr

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Kommentar von LiloB
18.10.2011, 13:27

ne, es gibt auch Ausnahmen. - es kommt schon auch darauf an, in wieweit man selbst bereit ist, sich einzubringen- d.h. nicht nur Besuche machen will, sondern auch ob man Familienangehörige bewirten mag.

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Mir geht das so ähnlich wie dir und ich habe mich das auch schon öfter gefragt. Man kann sich halt seine Familie nicht aussuchen, demnach kann oder möchte man auch nicht mit allen befreundet sein. Als ich noch ein Kind war, war das bei mir anders, und ich habe die alle sehr oft gesehen. Aber es ist wie mit den Freunden: Man macht eine Ausbildung/Studium/Beruf und die Leute verteilen sich in alle Himmelsrichtungen. Es ist auch schwer möglich mit so vielen Leuten, die man jemals gekannt hat, Kontakt zu halten, denn dann hätte man ja gar nichts anderes mehr zu tun. Aber schade ist es schon irgend wie, gerade bei der Familie.

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das geht vielen Leuten so, eigentlich wie mit Schulkameraden...

um das zu verhindern, könnte man so ählich wie Klassentreffen organisieren. Eine/zwei organisieren das erste Fest und bestimmen während dem Treffen, wer das nächste in 1 2 oder 5 Jahren organisert ...

oder man pflückt sich die, die einem am Herzen liegen und hat dann einfach mit denen Kontakt, wobei die meisten dann wieder fremd werden ...

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Ja. Das ist leider oft so.

Fast jeder hat den Willen, engeren Kontakt zu den Verwandten zu halten. Aber man verschiebt es immer wieder. Es ist ja noch soooo viel Zeit.

Auf einmal ist die Zeit vorbei. Dann plagt einen das schlechte Gewissen. Und man will dem Verstorbenen wenigstens die letzte Ehre erweisen.

So wird es vielen gehen. Und deshalb treffen sich die Verwandten fast nur noch zu Beerdigungen.

Schade.

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die meisten will ich nicht öfters sehen ...

jetzt mal ehrlich. wenn du dich gut mit ihnen verstehen würdest hättest du doch intensiveren kontakt

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Ja aber scheint bei deutschen iwie normal zu sein.Wir fliegen sogar nach Sibirien um ferne Verwandte zu besuchen^^

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Kommentar von Blubius
09.10.2011, 23:05

laber nicht.. ich kenne mehr als genug türken, russen. serben und bestimmt noch andere leute mit ausländischen wurzeln die ihre verwaanten so selten wie möglich sehen wollen

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Tja, mehrere unangenehme Ereignisse kommen oft zusammen.

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Nur weil sie zur Familie gehören heisst das ja noch nicht das du sie treffen willst, oder warum warst du mit deinen Cousins nicht zwischendruch eisessen?

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