Warum sexualisiertes Verhalten nach Missbrauchserfahrung?

14 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, weil mir die Zeit gerade fehlt, um zu überprüfen, ob schon jemand in ähnlicher Weise geantwortet hat. Ich habe nur die ersten drei, vier Antworten überflogen und beschlossen, dass Du ggf. eine weitere Äußerung gebrauchen könntest!

Erstens: das sexualisierte Verhalten

(WENN es so auftritt, was nicht sein MUSS!) Diese Menschen haben "gelernt", dass sie Liebe/Zuneigung erfahren, wenn sie sexuell attraktiv erscheinen.

Zweitens: Beziehungsverhalten

Das Urvertrauen solcher Menschen ist weitreichend zerstört, denn sie haben "gelernt", dass sie enttäuscht werden, wenn sie etwas bekommen haben, das andere "Liebe" genannt haben - während sie selbst mit "Liebe" eigentlich Geborgenheit, Akzeptanz, Anerkennung (des Menschen, nicht der sexuellen Erscheinung) und dergleichen damit meinten.

Es ist also nur ein äußerer Widerspruch, wenn ein sexuell missbrauchter Mensch einerseits sexuell attraktiv in Erscheinung tritt, andererseits aber den tatsächlichen sexuellen Kontakt oft in bestimmten Phasen, manchmal gänzlich meidet (das hat nämlich etwas mit Vertrauen zu tun). Weiterhin KEIN Widerspruch, dass bei sexueller Aktivität häufig die Erregung in einer bestimmten Phase des Aktes abrupt abbricht: Weil dann plötzlich die Erinnerung wachgerufen wird, die aber dringend vermieden werden muss, weil sie zu schmerzhaft ist!

Ich bitte dringend, diese Erklärung nicht pauschal auf jeden Menschen anzuwenden, der missbraucht worden ist und nicht pauschal auf jeden Menschen anzuwenden, der unter "Borderline" leidet! Es ist eine grobe Erklärung eines häufigen Verhaltensschemas! Nicht aber DIE Erklärung!

Es gibt noch eine weitere Version: Das größte Problem bei sexuellen Übergriffen/Missbrauch/Nötigung/Vergewaltigung ist die Scham. Der Täter handelt schamlos, das Opfer schämt sich. Dieses Schamgefühl ist für das Opfer überwältigend. Die Konsequenzen reichen von Schweigen des Opfers, so dass der Täter nicht belangt werden kann bis hin zu Selbstmord(versuchen).

Das Opfer zerbricht regelrecht an dem sexuellen Missbrauch. Das Selbstwertgefühl verschwindet, die Grenzen sind zerstört, ebenso wie die Fähigkeit, auf sich selbst acht zu geben und für sich zu sorgen. Für Kinder ist es noch viel schlimmer, weil diese davon abhängig sind, dass Erwachsene für sie sorgen und nun diese Sorge und Zuwendung nicht erhalten. Hinzu kommt eben die überwältigende Scham und jede Menge Schmerz. Aus diesen ganzen Gefühlen kann sexuelle Sucht entstehen, muss aber nicht.

Personen, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, können beispielsweise eine Inventur ihrer Kindheit machen und ihre traumatisierenden Erlebnisse aufschreiben (nichts auslassen). Danach sollte sehr zeitnah (innerhalb weniger Tage)das Erlebte einer Psychologin oder Therapeutin, die sich auf Missbrauch spezialisiert hat, vorgetragen und darüber gesprochen werden. Es ist wichtig, dass es sich um eine ausgebildete Person handelt, weil zuhörbereite Laien vielleicht mit den grauenvollen Erlebnissen, die ihnen zu Ohren kommen, nicht fertig werden. Die Schilderung der Erlebnisse ist wiederum massiv scham- und schmerzbelastet. Durch die Schilderung entsteht aber eine Art Ventil, durch das die Gefühle allmählich losgelassen werden können. Die größten "Geheimnisse" sind am wichtigsten und müssen unbedingt angesprochen werden. Sehr wichtig ist es dann, Selbstwertgefühl, Grenzen und Selbstfürsorge aufzubauen. Manche Frauen vertrauen ihren Schmerz einem männlichen Therapeuten an, weil sie durch diesen durch das Zuhören emotionale Zuwendung erhalten. Kontraproduktiv ist es dann, wenn sich die labile Patientin in den Therapeuten "verliebt". In solchen Fällen ist es besser, als heterosexuelle Frau auf eine Therapeutin zu setzen, damit die Arbeit an sich selbst ungestört stattfinden kann. Homosexuelle Personen sollten dann einen Therapeuten des anderen Geschlechts aufsuchen. Wichtig ist noch, daran zu denken, dass auch Jungen und Männer Opfer sexueller Gewalt werden können und ebenso Hilfe benötigen.

Das ist eine so umfangreiche Frage, die jahrelanger psychologischer Analyse je Fall bedeutet. Bei jedem Menschen liegen die Fakten und Motive hier anders. Dazu gibt es einschlägige psychologische Literatur. Ich denke, so kurz und bündig kann man die Frage kaum beantworten. Ein Versuch: Diese Menschen sind traumatisiert, ihr Urvertrauen ist zerstört, sowie ihre Fähigkeit, eine feste Bindung einzugehen und den Unterschied zwischen einer guten und einer schlechten Bindung zu erkennen.

mir fällt es auch schwer soetwas zu unterscheiden und bis man soetwas schafft zu unterscheiden dauert es auch mal ganz gut und gerne 2 jahre oder auch länger

0

Sexuelle Unlust total tote Hose

Jahrelang musste ich Kondome benutzen was mich total genervt hat.Nachdem ich schwer an der Prostata erkrankt bin und endlich wieder gesund bin hat sich an der sexuellen Unlust meiner Freundin nichts geändert. Vor allem hätte ich mir gewünscht das sie nun endlich verhütet nicht immer ich das will sie überhaupt nicht und deswegen "läuft gar nichts mehr"..... Wie soll ich mich verhalten ? Sind beide um die 40 j

...zur Frage

Was ist der Unterschied zwischen Borderline und abhängige Persönlichkeitsstörung?

  • Wo liegt der Unterschied?
  • Wie verhalten beide sich in Beziehungen? 
  • Unterwerfen sich beide? 
  • Wie gehen sich mit Wut um und warum wird sie ausgelöst?

Danke im Voraus.

...zur Frage

Gibt es eine ähnliche Erkrankung wie Borderline?

Meine beste Freundin ist gerade in psychosomatische Behandlung. Und alle Testergebnisse weisen darauf hin, das sie evtl Borderline hat. Damit will sie sich jedoch nicht abfinden, da sie zwei ganz entscheidende Symptome gar nicht hat:
1. sie geht schon jahrelang keine Beziehungen ein. Borderline neigen ja zu sehr Klammer haften Beziehungen, geprägt mit Eifersucht und heftigen Auseinandersetzungen. Da hat sie null Interesse dran. Und selbst als sie paar mal in Beziehungen war, war sie null eifersüchtig. Selbst wenn der Typ sogar fremdgegangen ist, hat sie das gar nicht interessiert. Sie hat auch kein übersteigertes Verlangen nach Sex und wechselnden Bindungen. Am liebsten ist sie alleine und hat ihre Ruhe. Kontakte pflegt sie rundherum oberflächlich aber reichlich. Das spricht total gegen Borderline. Borderliner haben eher keine obflächlichen Kontakte, Sondern nur ganz schlechte oder ganz gute. Alles immer sehr emotional.
2. Das zweite ist, sie hat weder selbst- noch fremdverletzten Verhalten.  Welche Krankheit wäre denn so ähnlich? Sonst spricht alles für Borderline aber diese zwei Sachen machen die ganze Diagnostik fragwürdig

...zur Frage

Missbrauch: Sexualisierte Sprache?

Ich weiß, dass die möglichen Symptome einer posttraumatischen Belastungsstörung zu vielfältig sind, um sie in einem einzigen Beitrag erfassen zu können, aber meine Frage bezieht sich auf ein ganz bestimmtes Verhalten. Es geht darum, dass ein erwachsener Mensch sämtliche Konversationen durch Sprache sexualisiert, obwohl nicht einmal ansatzweise über Sex gesprochen wurde. Wenn beispielsweise über ein Loch im Sinne eines Stimmungstiefs geredet wird, bezieht er die Löcher in seiner Antwort auf Körperöffnungen und als er Freude symbolisieren wollte, sagt er „das ist so toll, da spritzt du ab“. Dieses Verhalten ist nur die Spitze des Eisberges; der Mensch, von dem ich spreche, erfüllt alle Kriterien der Borderline Persönlichkeitsstörung, war zeitweise schwer depressiv und hat sich das Leben genommen. Und da stellt sich mir die Frage, ob diese sexualisierte Sprache in einem solchen Fall die Nachwirkung von sexuellem Missbrauch sein könnte?

...zur Frage

Warum sind sexuelle Handlungen unter (Halb-)Geschwistern verboten?

http://wissen.dradio.de/geschwisterliebe-bruederchen-komm-schlaf-mit-mir.33.de.html?dram:article_id=241867

Dass das Zeugen von Kindern verboten ist, macht ja noch Sinn.. Aber warum sind alle sexuellen Handlungen verboten, auch zB homosexuelle?

Bitte keine Antworten wie "Weil es eklig ist", das finde ich nicht und es wäre auch keine Begründung.

...zur Frage

Wie sind Borderliner beim Sex und warum?

Hey Leute, also ich habe in letzter Zeit viel in meiner Arbeit gehört dass Menschen mit Borderline gut im Bett sind und sonstiges. Ich selbst habe auch Borderline und wollte mal fragen wieso alle so denken, was ist anders als bei nicht psychisch kranken Menschen? Und bei mir selber ist es zb so dass ich es mag von Jungs gesagt zu bekommen was ich tun soll, liegt das an der Identitätsstörung? Könnt ihr mir mehr darüber erzählen? Danke im Vorraus, Liebe Grüße Eure Sky

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?