Warum sexualisiertes Verhalten nach Missbrauchserfahrung?

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Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, weil mir die Zeit gerade fehlt, um zu überprüfen, ob schon jemand in ähnlicher Weise geantwortet hat. Ich habe nur die ersten drei, vier Antworten überflogen und beschlossen, dass Du ggf. eine weitere Äußerung gebrauchen könntest!

Erstens: das sexualisierte Verhalten

(WENN es so auftritt, was nicht sein MUSS!) Diese Menschen haben "gelernt", dass sie Liebe/Zuneigung erfahren, wenn sie sexuell attraktiv erscheinen.

Zweitens: Beziehungsverhalten

Das Urvertrauen solcher Menschen ist weitreichend zerstört, denn sie haben "gelernt", dass sie enttäuscht werden, wenn sie etwas bekommen haben, das andere "Liebe" genannt haben - während sie selbst mit "Liebe" eigentlich Geborgenheit, Akzeptanz, Anerkennung (des Menschen, nicht der sexuellen Erscheinung) und dergleichen damit meinten.

Es ist also nur ein äußerer Widerspruch, wenn ein sexuell missbrauchter Mensch einerseits sexuell attraktiv in Erscheinung tritt, andererseits aber den tatsächlichen sexuellen Kontakt oft in bestimmten Phasen, manchmal gänzlich meidet (das hat nämlich etwas mit Vertrauen zu tun). Weiterhin KEIN Widerspruch, dass bei sexueller Aktivität häufig die Erregung in einer bestimmten Phase des Aktes abrupt abbricht: Weil dann plötzlich die Erinnerung wachgerufen wird, die aber dringend vermieden werden muss, weil sie zu schmerzhaft ist!

Ich bitte dringend, diese Erklärung nicht pauschal auf jeden Menschen anzuwenden, der missbraucht worden ist und nicht pauschal auf jeden Menschen anzuwenden, der unter "Borderline" leidet! Es ist eine grobe Erklärung eines häufigen Verhaltensschemas! Nicht aber DIE Erklärung!

Es gibt noch eine weitere Version: Das größte Problem bei sexuellen Übergriffen/Missbrauch/Nötigung/Vergewaltigung ist die Scham. Der Täter handelt schamlos, das Opfer schämt sich. Dieses Schamgefühl ist für das Opfer überwältigend. Die Konsequenzen reichen von Schweigen des Opfers, so dass der Täter nicht belangt werden kann bis hin zu Selbstmord(versuchen).

Das Opfer zerbricht regelrecht an dem sexuellen Missbrauch. Das Selbstwertgefühl verschwindet, die Grenzen sind zerstört, ebenso wie die Fähigkeit, auf sich selbst acht zu geben und für sich zu sorgen. Für Kinder ist es noch viel schlimmer, weil diese davon abhängig sind, dass Erwachsene für sie sorgen und nun diese Sorge und Zuwendung nicht erhalten. Hinzu kommt eben die überwältigende Scham und jede Menge Schmerz. Aus diesen ganzen Gefühlen kann sexuelle Sucht entstehen, muss aber nicht.

Personen, die sexuellen Missbrauch erfahren haben, können beispielsweise eine Inventur ihrer Kindheit machen und ihre traumatisierenden Erlebnisse aufschreiben (nichts auslassen). Danach sollte sehr zeitnah (innerhalb weniger Tage)das Erlebte einer Psychologin oder Therapeutin, die sich auf Missbrauch spezialisiert hat, vorgetragen und darüber gesprochen werden. Es ist wichtig, dass es sich um eine ausgebildete Person handelt, weil zuhörbereite Laien vielleicht mit den grauenvollen Erlebnissen, die ihnen zu Ohren kommen, nicht fertig werden. Die Schilderung der Erlebnisse ist wiederum massiv scham- und schmerzbelastet. Durch die Schilderung entsteht aber eine Art Ventil, durch das die Gefühle allmählich losgelassen werden können. Die größten "Geheimnisse" sind am wichtigsten und müssen unbedingt angesprochen werden. Sehr wichtig ist es dann, Selbstwertgefühl, Grenzen und Selbstfürsorge aufzubauen. Manche Frauen vertrauen ihren Schmerz einem männlichen Therapeuten an, weil sie durch diesen durch das Zuhören emotionale Zuwendung erhalten. Kontraproduktiv ist es dann, wenn sich die labile Patientin in den Therapeuten "verliebt". In solchen Fällen ist es besser, als heterosexuelle Frau auf eine Therapeutin zu setzen, damit die Arbeit an sich selbst ungestört stattfinden kann. Homosexuelle Personen sollten dann einen Therapeuten des anderen Geschlechts aufsuchen. Wichtig ist noch, daran zu denken, dass auch Jungen und Männer Opfer sexueller Gewalt werden können und ebenso Hilfe benötigen.

Eine weitere Version ist folgende: Kinder sind immer liebesbedürftig. Wenn der "Erziehungsberechtigte" dies mit sexuellen Übergriffen verbindet, lernt das Kind, dass es nur so Liebe und Zuwendung bekommt.

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Was passiert, wenn ein Jugendlicher (14-17) Jahre für sexuellen Missbrauch an einem Kind (>14) angezeigt wird? Welche Strafen bekäme er, wenn: - Er das Gegenüber nie Gesehen hätte (auch nie berührt) - Es nur um Bilder austauschen ginge (max. so, wie wenn man einen im Schiwmmbad trifft) - Er das Gegenüber zu sexuellen Handlungen brachte - Das Kind bei seinem Alter gelogen hätte

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Die Eltern von dem Kind sollten das nämlich nie im Leben erfahren!! Also ist es da besser nie drüber zu reden, weil bei einer Anzeige würden ja auch die Eltern davon erfahren!!

Es ist wirklich wichtig für mich, da Antworten zu finden!!

Danke im Voraus!!

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