Warum setzt Caesar sich für catilina ein?

2 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Gaius Iulius Caesar hat sich nicht als Teilnehmer an dessen Verschwörung für Lucius Sergius Catilina eingesetzt. Lucius Sergius Catilina bewarb sich bei der Konsulatswahl 64 v. Chr., um im Jahr 63 v. Chr. Konsul zu werden. Dabei kam es zu einer Zusammengehen (coitio) mit Gaius Antonius, der sich ebenfalls bewarb. Unterstützt wurden sie nach Marcus Tullius Cicero unter anderem von Marcus Licinius Crassus und Gaius Iulius Caesar. In einer erst nach dem Tod herausgegebenen Schrift hat Cicero anscheinend Crassus und Caesar sehr verdächtigt. Allerdings wirken dabei spätere Gegensätze wohl stark hinein. Catilina hat tatsächlich erst nach wiederholtem Scheitern seines Versuches, auf legale Weise Konsul zu werden, eine Verschwörung unternommen. Marcus Licinius Crassus konnte an einem radikalen Programm zu Streichung privater Schulden nicht interessiert sein interessiert sein und auf andere Weise Einfluß ausüben als auf dem Weg wenig erfolgversprechende Gewaltversuche. Gaius Iulius Caesar war 63 v. Chr. zum Pontifex Maximus und zum Praetor im Jahr 62 v. Chr. gewählt worden. Er konnte auf eine eigene erfolgreiche politische Laufbahn setzen und eine Beteiligung an einer Verschwörung zu einem Staatsstreich mit offenem Rechtsbruch und wenig Aussichten ist sehr unwahrscheinlich, auch wenn es Gerüchte und Verdächtigungen gegeben hat.

Caesar hat sich hochverschuldet. Hierin liegt ein mögliches Motiv für eine politische Zusammenarbeit mit dem reichen Crassus. Im Jahr 61 v. Chr. wurden Caesar von seinen Gläubigern Schwierigkeiten bereitet und erst eine Bürgschaft von Crassus für eine Summe von 830 Talenten (rund 5 Millionen Denare) ermöglichte ihm, als Statthalter nach Hispania Ulterior abzufahren (Plutarch, Caesar 11, 1 – 2; Plutarch, Crassus 7, 6). Caesars Gesamtschulden zu dieser Zeit betrugen 25 Millionen Sesterzen (Appian, Ἐμφύλια [lateinisch: Bella civilia: deutsch: Bürgerkriege] 2, 26).

Bei der Beratung am 5. Dezember 63 v. Chr. im Senat über die Bestrafung von festgenommenen Catilinariern - Publius Cornelius Lentulus Sura, Gaius Cornelius Cethegus, Publius Gabinius Capito, Lucius Statilius und Marcus Caeparius waren als führende Teilnehmer der Verschwörung in Rom 5 Senatoren vorläufig zur Inhaftierung übergeben, darunter Statilius an Caesar (Sallust, De coniuratione Catilinae 47, 4) – hat sich Gaius Iulius Caesar als designierter Praetor gegen eine Todesstrafe ausgesprochen. Caesar hat lebenslange Haft in verschiedenen Landstädten (municipia) Italiens, Einziehung des Vermögens (Konfiskation) und ein Verbot der Wiederaufnahme des Verfahrens vor Senat oder Volksversammlung vorgeschlagen. Seine Argumentation erzielte Eindruck. Der designierte Konsul Decimus Iunius Silanus, der sich zuerst für die äußerste Strafe ausgesprochen hatte, wobei an Hinrichtung zu denken war, erklärte anscheinend in einer Umdeutung, nur eine Gefängnisstrafe gemeint zu haben. Nur der ehemalige Konsul Quintus Lutatius Catulus hielt scharf an einem Standpunkt gegen Caesar fest. Erst Marcus Porcius Cato, designierter Volkstribun, brachte mit einer energischen Rede eine Mehrheit der Senatoren wieder dafür, eine Todesstrafe zu befürworten.

Caesar war offenbar die Beachtung des Provokationsrechts (Recht zur Anrufung des Volkes - provocatio ad populum - bei Bedrohung mit dem Tod) wichtig. Gaius Sempronius Gracchus hatte als Volkstribun 123 v. Chr. zur provocatio ein Gesetz (Lex Sempronia) beantragt, das vom Volk beschlossen worden war. Caesar trat für ein populares Prinzip ein (Optimaten werden die Anhänger einer auf den Senat gestützten Politik mit Vorherrschaft der Nobilität, der Führungsschicht aus vornehmen Familien, genannt, die entgegengesetzte Richtung, die dem Volk etwas mehr Gewicht geben möchte, wird Popularen genannt). Er wollte verhindern, einen Präzedenzfall für ein Außerachtlassen des Provokationsrechts zu schaffen. Auch wenn Caesar letztlich am 5. Dezember 63 v. Chr. mit seinem Antrag im Senat nicht erfolgreich war, konnte er sich politisch profilieren. Er konnte sich als Schützer eines Rechtes, das Sinnbild von Freiheit war, darstellen und Beliebtheit beim Volk (Cassius Dio 37, 38, 1; Plutarch, Caesar 38, 4 – 5) gewinnen.

viele Informationen zu antiken Quellen enthält:

Hans Drexler, Die Catilinarische Verschwörung : ein Quellenheft = Coniuratio Catilinae. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 1976. 2., unveränderte Auflage 1989 (Texte zur Forschung ; Band 25). ISBN 3-534-04630-7

In Büchern, vor allem Biographien, sind über Caesars Handlungen und Beweggründe Informationen zu finden, z. B.:

Ernst Baltrusch, Caesar und Pompeius. 3., bibliographisch aktualisierte Auflage. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2011 (Geschichte kompakt : Antike), S. 39 - 41

Werner Dahlheim, Julius Caesar : die Ehre des Kriegers und die Not des Staates. 3. Auflage Paderborn ; München : Wien ; Zürich : Schöningh, 2011, S. 89 - 90

Matthias Gelzer, Caesar : der Politiker und Staatsmann. Mit einer Einführung und einer Auswahlbibliographie von Ernst Baltrusch. Neudruck der Ausgabe von 1983. Stuttgart : Steiner, 2008 (Alte Geschichte), S. 37 – 52

Martin Jehne, Caesar. Originalausgabe. 4., aktualisierte Auflage. München : Beck, 2008 (Beck'sche Reihe : C. H. Beck Wissen ; 2044), S. 30 – 32

Christian Meier, Caesar. Ungekürzte Ausgabe, 3. Auflage. München : Deutscher Taschenbuch-Verlag, 1993 (dtv : Wissenschaft ; 4596), S. 212 - 225

Wolfgang Will, Caesar. Darmstadt : Wissenschaftliche Buchgesellschaft , 2009 (Gestalten der Antike), S. 57 - 65

Wolfgang Will, Julius Caesar : eine Bilanz. Stuttgart ; Berlin ; Köln, Mainz : Kohlhammer, 1992 (Urban-Taschenbücher ; Band 448), S. 34 - 35

Wolfgang Will, Veni, vidi, vici : Caesar und die Kunst der Selbstdarstellung. Darmstadt : Primusverlag, 2008 (Geschichte erzählt ; Band 11), S. 27 – 38

S. 35: „Caesar verteidigte die Verschwörer keineswegs und wies jede Gemeinschaft mit ihnen von sich: Gewahrsam statt Tod sei die klügere und letztlich auch härtere Strafe. Damit verteidigte er aber fast nebenbei ein Grundprinzip popularer Politik, das auf Gaius Gracchus zurückging. 123 v. Chr. hatte dieser ein Gesetz erlassen, wonach jeder, der einen römischen Bürger ohne rechtmäßiges Urteil, d. h. ohne Urteil eines vom Volk, nicht durch Senatsbeschluss eingesetzten Gerichtes getötet habe, verbannt werden sollte. Während Cicero sich in seinen Maßnahmen als Konsul durch das Senatus Consultum Ultimum (SCU) vom Oktober 63 gedeckt fühlte, ging es für die Plebs um die alte Frage, ob dieser „äußerste Senatsbeschluss“ das Recht der provocatio (Anrufung der Hilfe des Volkes) außer Kraft setzte oder nicht. Eben jenes Recht galt es zu verteidigen, denn es war nicht nur ein Schutz gegen mögliche Willkür der Magistrate, sondern darüber hinaus ein Sinnbild der libertas (Freiheit) des Volkes. Caesars Einwand gegen die Hinrichtung stützte dieses Recht. Das war populare Politik und schärfte sein Profil als Wahrer der Interessen des Volkes. Caesar brauchte die Abstimmung nicht zu gewinnen, seine Haltung war der Sieg.“

1

Danke für die ausführliche Antwort. Ich musste die Mappe, die ich über Catilina, für die Schule gemacht habe leider schon vor deiner Antwort abgeben, aber mich hat die Frage auch privat interessiert, weshalb ich mich sehr über diese Antwort freue. Also Danke!!! ;)

1

Meistens macht Cäsar das, wenn er irgendeinen Vorteil darin für sich erkennt, den er spägter ausnutzen kann.

Ich weiß .ich hab mir schon gedacht,dass er das Risiko nicht umsonst macht,aber welche späteren Vorteile sieht er in seiner Hnadlung?

0

Autofahrer lässt sich nicht überholen! Anzeige, Recht

Letztens war ich auf einer Landstraße hinter einem Fahrzeug unterwegs, welches hinter einem Leichtkraftfahrzeug (45 km/h) fuhr. Und als dieses dahinterfahrende Auto vor mir bei einer geeigneten Überholmöglichkeit mit Blinker links aufs Gaspedal stieg, fuhr ich natürlich gleich nach, ich wollte, nachdem das Auto vor mir wieder eingeschert war, gleich doppelt überholen, was aber dadurch verhindert wurde, das derjenige nicht nach rechts einscherte, und ewig auf der linken Spur verblieb, und als er endlich einscherte, immer weiter gas gegeben hat, als er mich endgültig zu einer starken Bremsung genötigt hat, als ich mich noch auf der linken spur befand 3 minuten später war eine passende Überholmöglichkeit vorhanden, und ich setzte zum Überholvorgang an. Nur knapp ist es sich ausgegeangen (der zu Überholende hat schon wieder während meines Überholvorganges Gas gegeben und mich behindert, sodass der Überholvorgang ewig dauerte.

Wie sieht es mit dem Recht aus? Kann man Anzeige erstatten?

LG, und Danke im Voraus ;)

...zur Frage

HILFE HABE ÜBERMORGEN MEINE GFS IN LATEIN. KÖNNTE JEMAND MAL ÜBER MEINEN VORTRAG SCHAUEN?

zuerst sein Lebenslauf: M. TULLIUS CICERO • 106 vor Christus in Arpinum geboren. • Sein Vater, gehörte Ritterstand an, lies Sohn zum Anwalt und Redner ausbilden. • Mit 25 Jahren Cicero zum ersten Mal als Anwalt imGericht . • Nach ersten erfolgreichen Prozess gegen verlässt er Rom und bereist Griechenland und Kleinasien.-> Studium von Philosophie und Rhetorik. • In Athen und Rhodos: trifft er berühmten Philosoph Pompeius . • Nach Rückkehr heiratet er Terentia, die die gemeinsamen Kinder Tullia und im Jahre 65 Marcus gebiert.

• 75 v.Chr. Wurde Cicero Quaestur ->  war in der Finanzverwaltung von West-Sizilien und bekämpfte erfolgreich die Korruption.  70 v.Chr. Grundstein in politischen Karriere. Vertrat Gemeinden Siziliens, da sein Hauptgegner, der Statthalter Verres wegen Erpressung angeklagt war. Schon vor dem Urteil verließ Gaius Verres Rom. Da bis dahin Verres‘ Anwalt, Quintus Hortensius Hortalus, niemand schlagen konnte brachte dies Cicero auch die Stellung des 1. Redners Roms ein.

• Im Jahr 68 v.Chr. Aedil -> Von nun an veranstaltete er die staatlichen Spiele. Somit sicherte er sich sein weiteres politisches Fortkommen. In diesem Amt führte er seine Geschäfte als Anwalt weiter, die ihn zum Verteidiger in vielen wichtigen Strafprozessen machten.

• 66 v.Chr. Praetor -> Vorsitzender des Gerichtshofs für Erpressungen Hatte nur noch ein Ziel- Konsul. Cicero gewann die Wahl gegen Hybrida und Catilina, welche beide kein Halt vor Bestechungen und Gewaltanwendungen machten • 63 v.Chr. zum Konsul ernannt  stolz, da homo novus (d.h. er stammte aus keiner politisch einflussreichen gens) und weil alle Ämter zum suo anno (dh zum frühest möglichen Zeitpunkt) bekleidete.  Er deckt in dieser Zeit die Verschwörung Catilinas auf, der einen gewaltsamen Umsturz plante. Catilina floh und wurde zum Staatsfeind erklärt.

• 60 v.Chr. 1. Triumvirat  zwischen Caesar, Pompeius und Crassus  Cicero gelang immer mehr in verhängnisvolle Isolation-> heftigster Gegner zu dieser Zeit: Clodius. Cicero -> in Exil • 57 v.Chr. ehrenvoll nach Rom zurückgerufen  keinen pol. Einfluss mehr, nun nur noch Schriftsteller

• 49/48 v.Chr. Konflikt zwischen Caesar und Pompeius.  Cicero ist auf Pompeius Seite und folgt ihm nach Griechenland. Caesar siegt. Ein Jahr später wird er von Caesar begnadigt. • 45 v.Chr. Tod von Tocher Tullia.  Dies verletzte Cicero sehr und er widmete sich noch mehr seinen Werken.

• 15. März 44 v.Chr. Tod von Caesar  Cicero sah Chance Rom im alten Stil aufzubauen. Er ging wieder in die Politik und wollte Marcus Antonius, in dem er einen skrupellosen Machtmensch sah, zum Staatsfeind erklären lassen. Dieser Kampf kostete Cicero sein Leben. (Antonius und Lepidus schlossen das 2. Triumvirat und Cicero wurde öffentlich geächtet.

• 7. Dezember 43 v.Chr. auf Landgut in der Nähe von Antonius auf barbarische Weise ermordet.

...zur Frage

Wieso werd ich immer so aggressiv?!

Hi, Also mein Problem ist das ich immer so schnell aggressiv werde bzw. genervt bin! Zum Beispiel in der Schule wenn ich neben meiner Freundin sitze braucht sie immer so viel Platz sie setzt sich mit überkreuzten Beinen auf ihren Stuhl aber ihre Beine sind immer bei mir und mich nervt das total ich hab vllt 1/5 vom ganzen Tisch und sie den Rest das regt mich immer total auf und macht mich aggressiv Sodas ich dann immer auf Toilette gehe oder mich weg setzte weil wenn ich es ihr dann sag macht sie es 5 Minuten später wieder! ODER: wenn ich von der Schule nach hause komme und mich meine Eltern oder geschwister gleich Fragen wie wars und so regt mich das auch total auf Sodas ich sie immer anschnauze was mir im Nachhinein dann auch leid tut! Habt ihr eine Idee wie ich das Iwie kontrollieren kann oder wie ich mich abreagieren kann? Danke für eure Hilfe im Voraus und sorry für den langen Text 🙈

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?