Warum setzen wir häufig bestimmte Füllwörter in Gesprächen ein?

12 Antworten

Das "Eigentlich" verrät doch, dass da noch ein "Hintertürchen" ist bzw. die gemachte Aussage nicht ganz so zutrifft, wie man sie formuliert.

Wenn ich sage, eigentlich geht es mir gut, kann z. B. bedeuten, dass ich gesundheitlich und körperlich stark bin, beruflich und finanziell keine Sorgen habe, tolle Freunde habe, ABER doch öfter meine Familie, Eltern, Bruder, Schwester vermisse, die z. B. 500 km entfernt wohnen und ich sie deshalb nicht so oft sehe oder aber mit den Menschen und deren Mentalität in der Region, in der ich aus beruflichen Gründen bin, nicht so gut klar komme.

"Eigentlich kenne ich das anders", sagt mir eindeutig, dass der/die jenige mein Erlebnis noch nie hatte oder diese Situation so noch nicht erlebt hat. Bisher hat einer gehört, dass immer nur die Frauen einen Putzfimmel haben. Nun bekommt dieser von seiner Nachbarin erzählt, dass ihr Mann einen Putzfimmel hat und ständig putzt und Staub wischt.

"Eigentlich müsstest du wo anders entlang", kann z. B. bedeuten, dass du mit diesem Weg jetzt einen großen Umweg machst. Wärst du zwei Kilometer vorher auf die Schnellstraße gefahren, wärst du nach 4 Kilometern in deinem Zielort angekommen. Nun musst du z. B. 7 Kilometer Umweg durch die Dörfer machen.

Da gibt es aber auch diese schöne Formulierungen "Im Prinzip, meistens aber, man könnte auch sagen....., ich sage mal (Alt-Bundeskanzler Gerhard Schröder sehr oft: "Ich saach mal...."), so gesehen ja/nein, aber....., unter Umständen ja, wenn man..."

Das "eigentlich" scheint die Sätze zu relativieren. Meint: "Größtenteils gehts mir gut." oder "Ich kenne das anders, könnte aber auch falsch sein."

Andere Füllwörter verschaffen uns während des Sprechens etwas Zeit zum denken. Manche sind wohl auch einfach Mode.

Und woher die kommen, also warum gerade die: Da könntest du glatt ne Arbeit in Germanistik drüber schreiben. Ist komplex und für jedes Füllwort unterschiedlich.

"Grundsätzlich" hast "du ja" recht. Es ist "tatsächlich" "sehr" überflüssig wenn man "ständig" und "wiederholend" Füllwörter" benutzt. 

Mann könnte auch sagen.

Hast recht, Füllwörter sind Überflüssig.

Aber dann würde unsere mittlerweile arg gebeutelte Sprache ja noch mehr aussterben. Und ich weiss nicht wie es dir geht aber ich finde Deutsch ist eigentlich (-; eine schöne Sprache. 

Sie ist schwer ( das wird dir jeder Ausländer bestätigen der sie lernen muss) Aber wir können Stolz sein das wir eine so Aussagefähige Sprache haben. 

Deshalb nutze ich eigentlich und immer wieder gerne häufig ganz viele Füllwörter..... 

Gleichwohl erinnert mich deine Frage an Orwells 1984 und der Idee das die Menschen alle Gefühlswörter aus ihrer Sprache verbannen wollten. 

Da hieße dann "es gefällt mir sehr gut" " das ist gut plus"

Ich meine wenn die Kinder jetzt schon sagen "ich geh Schulhof" oder "ich geh disco" dann ist es bald nicht mehr gut gestellt um unser liebes Deutsch.

Aber trotzdem ne gute Frage  von dir. Ich mag es gerne wenn mich jemand zum nachdenken bringt. Danke Kumpel.

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