Warum seid ihr religiös (geworden)?

Das Ergebnis basiert auf 9 Abstimmungen

hab meine Religion mit der Zeit für mich entdeckt 66%
bin damit aufgewachsen 33%
mein/e Partner/in ist religiös 0%

16 Antworten

hab meine Religion mit der Zeit für mich entdeckt

Als Kind habe ich mich für die evangelische Kirche zu interessieren begonnen, weil es diese als einzige in meiner Gegend gab und weil ich schon immer, selbst im Kindergartenalter an ein ewiges Leben und an die ewige Liebe geglaubt hatte. 

Als ich später mehr Fragen hatte, warum die Lehre der evangelischen Kirche in den mir wichtigen Punkten nur über Interpretationen mit der Klarheit der Bibel irgendwie vereinbar ist, ich aber selbst nach Monaten nach der wöchentlichen Leserunde in der "Jungen Gemeinde" keine Antworten erhielt, wurde mir bewusst, dass diese Kirche nicht die richtige für mich sein kann. Zu diesem Zeitpunkt, war ich wohl etwa 15 Jahre alt.

Als ich 30 Jahre alt war, begegneten mir zwei Leute in Anzügen mit Namensschildern, die mich fragten, ob ich mich für Gott interessiere. Mein Glaube an Gott stand für mich, seit meiner Zeit in der evangelischen Kirche und insbesondere seitdem ich in der Bibel, genauer genommen im Neuen Testament gelesen hatte, außer Frage, aber ich wollte weder in eine Sekte hineingeraten noch eine weitere Kirche kennen lernen, die mir ebenso wenig Antworten auf meine mir wichtigen Fragen hätte geben können. Daher fragte ich diese beiden jungen Männer, "Das kommt darauf an, was sie von ewiger Ehe halten." Die beiden waren positiv überrascht über meine Frage und wir machten zum Nachmittag desselben Tages noch einen Termin bei mir zuhause aus, um über die Bibel und diese Frage zu sprechen und sie begannen bei diesem Termin das Gespräch, nach einem Gebet mit genau der Stelle der Bibel, auf welche ich in meiner Jugend meine Frage zur Ehe gegenüber der Pfarrerin begründet hatte. Etwa viereinhalb Monate, nachdem ich den beiden Missionaren der Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage zum ersten Mal begegnet bin, wurde ich durch Taufe Mitglied dieser Kirche und habe bis jetzt (zehn Jahre später) meine Entscheidung nie bereut, wenn man mal von dem einen Punkt absieht, dass es mit den geistigen Gaben entsprechend der Heiligen Schrift nicht so konsequent vertreten wird, wie es diese nahelegt. In Moroni 10 des Buches Mormon wird eindeutig und klar davor gewarnt, die geistigen Gaben zu leugnen, aber dennoch ist mir kaum jemand in dieser Kirche begegnet, der tatsächlich an deren Existenz glaubt oder gar solche wirklich zu nutzen gelernt hat. 

Daher habe ich vor, zwar immer noch Mitglied dieser Kirche zu bleiben, aber einen Weg zu finden, das notwendige Vertrauen zu erlangen, um das Wissen um die mir offenbar mitgegebenen geistigen Gaben nutzbar zu machen. Da dies viel Zeit und daher auch etwas finanzielle Reserve erfordert, die ich momentan noch nicht habe, werde ich vermutlich erst in etwas über einem Jahr einen Weg beginnen können, der mir zumindest momentan dahingehend am besten erscheint, nämlich die SLA in Aarau zu besuchen. Mir wurde zwar geschrieben, dass man mit den Gaben, auf die sich meine Verheißungen beziehen noch nicht behandelt hat, aber dass verschiedene andere bereits in einem Programm enthalten sind, worauf ich geantwortet hatte, dass es mir genau genommen nur um das notwendige Vertrauen geht, welches irgendwo bei all diesen Gaben gleichermaßen notwendig ist.

Klar ist für mich aber, dass ich Mormone bleiben werde, da dies für mich ansonsten die bisher treffendste christliche Religion ist, die einen Einklang mit der Bibel hat, die meines Wissens nach in anderen christlichen Kirchen kaum erreicht wird. Wenn ich das notwendige Vertrauen gefunden habe, diese geistigen Gaben zu verwirklichen, kann ich vielleicht auch dazu beitragen, dass diese angedeutete Warnung vor der Verleumdung der geistigen Gaben endlich wirkliche Resonanz findet und in der Lehre dieser Kirche einen besser vertretenen Aspekt darstellen wird, der auch entsprechend konsequenter vertreten wird. Doch das sollte nur dann etwas werden, wenn ich mit dieser Selbstfindungszeit wirklichen Erfolg habe.

hab meine Religion mit der Zeit für mich entdeckt

Ich bin jetzt Buddhist und wuchs in einer weltoffenen Familie aufg, in der religiöse Gebräuche, wie etwa der Weihnachtsbaum, lediglich Teil des allgemeinen gesellschaftlichen Brauchtums waren.

Meinen Eltern war es wichtig, ihre Kinder nicht im Säuglingsalter zu taufen, damit sie später ihre eigenen Entscheidungen treffen konnten.

Religion wurde also nur in Form von guter Allgemeinbildung vermittelt und nicht als absolute Wahrheit präsentiert.

Ich begann aber schon relativ früh mich mit den verschiedenen Religionen und ihren Lehren zu befassen, suchte Kontakt zu Menschen unterschiedlicher Bekenntnisse, besuchte ihre Gemeinden usw.

Schließlich fand ich den Buddhismus in seiner Ausprägung als Zen für mich am Sinnvollsten, so dass ich schließlich die "Zufluchtname" absolvierte und Buddhist wurde.

Was gefällt  mir an dieser Religion?

Mir gefällt unter anderem, dass man nicht mit Versprechungen auf ein "besseres Leben" nach dem Tod geködertund keine Erlösung außerhalb von uns Selbst versprochen wird.

Der pragmatische Ansatz des Buddhismus, das gesamte Leben als achtsame Praxis zu üben und somit konkret etwas zu tun, anstatt sich auf den Beistand von Göttern zu verlassen, spricht mich ebenfalls an.

Die Lehre, nicht nach außen zu blicken,  dabei die Welt in absolute Kategorien aufzuteilen und nach dem Glück zu suchen, sondern immer auf uns selbst zu besinnen, uns selbst als Ursache zu begreifen, finde ich sehr sinnvoll.

Durch Meditation mich selbst und Andere besser zu verstehen, erlebe ich als sehr bereichernd und ich stelle positive Veränderungen an mir fest.

Tja, so wurde ich eben Buddhist. :-)

bin damit aufgewachsen

In der Kindheit war ich auf eine anthroposophischen Schule gegangen und habe den Religionsunterricht sehr gemocht. Ich mag die Atmosphäre und die Worte des Geistlichen, in der ich einen Hauch von Göttlichkeit und göttlichem Geist spühre.

Aber noch vor der Schulzeit spührte ich, dass es etwas gibt, was uns über die Maßen liebt und bewahrt. Was in allen Lebenslagen Zeuge und ein wachendes Auge darüber ist, wenn kein Mensch da ist, wenn wir durch eine Person Leid und Unrecht erfahren. Nur als Vierjährige konnte ich diese Liebe nicht benennen, die uns trägt und allgegenwärtig ist, bis ich erfuhr, dass sie Gott genannt wird.

Später in meiner Jugend erfuhr ich, dass Gott einen Retter geschickt hat, der mich und andere von aller Schuld, die uns quält, befreit und den Weg zur reinen, liebenden Gott zugänglich gemacht hat.

Wenn ich den Gottesdienst besuche, schöpfe ich darin Kraft für die kommende Woche und fühle mich geborgen, gestärkt und aufgehoben.

Ich wünsche Dir auf Deinem Weg Frieden und Segen und dass Du das findest, wonach Du suchst.

Gruß,

Mondkind

Was möchtest Du wissen?