Warum sehen viele DIE LINKE als die wahre Alternative für Deutschland?

aktuelle Umfrage - (Politik, Deutschland, Philosophie und Gesellschaft)

28 Antworten

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Weil ich finde, dass unsere Marktwirtschaft nicht mehr zeitgemäß ist.

Die Produktivität ist in den letzten Jahrzehnten durch den technischen Fortschritt, Automatisierung, etc. massiv gestiegen, doch wo bleibt der ganze Überschuss?

Die 40-Stunden-Woche wurde bereits 1965 eingeführt, also vor 52 Jahren, und ist noch immer die Regel. Was glaubst Du, wie sich die Technologie in der Zeit verändert hat? Ein heutiger Arbeitnehmer ist wahrscheinlich locker zwanzigmal, wenn nicht gar hundertmal so produktiv, wie damals, aber es wurden weder die Arbeitszeiten signifikant reduziert, noch sind die (Real-)Löhne in dem Maße gestiegen, noch sind die Preise für die meisten Güter ins Bodenlose gefallen. Wo also geht das alles hin? Die zusätzlich produzierten Waren? Die zusätzlich erbrachten Dienstleistungen? Müssten wir nicht längst in Wohlstand schwimmen?

Nun, anscheinend profitieren von der Produktivitätssteigerung hauptsächlich einige wenige und das gilt es meiner Meinung nach zu ändern. Ob Die Linke das schafft, sei einmal dahingestellt, jedenfalls kann ich sehen, weshalb man "linkes" Gedankengut als gut empfinden mag.

Außerdem steigt das von Wissenschaft und Wirtschaft geforderte Qualifikationsniveau steigt immer weiter. Das ist zunächst nichts schlechtes. Im Gegenteil! Ich finde es gut, dass wir viel hochqualifiziertes Personal und gebildete Menschen in unserem Land haben. Aber dadurch verlängern sich natürlich auch die Ausbildungszeiten. Es ist heutzutage nichts seltenes, wenn sich ein Mensch bis er 30 ist in irgendeiner Form von Ausbildung befindet. Wenn ein Mensch sich nun einen signifikanten Teil seiner Lebenszeit in Ausbildung befindet, wäre es dann nicht angebracht, ihn dafür auch angemessen zu vergüten?

Im Moment zahlen wir hauptsächlich - Semesterbeiträge, Sozialbeiträge, Mieten - und bekommen wenig, wenn überhaupt. (Ich war vor meinem Studium erwerbstätig und hatte daher nie Anspruch auf Ausbildungsförderung.) Klar kann man nebenher arbeiten, ist ja auch Gang und Gäbe, allerdings verlängern sich dadurch wieder die Ausbildungszeiten und man befindet sich noch länger in der Niedriglohnsituation. Woher nimmt unsere Gesellschaft/Wirtschaft sich das Recht, Menschen so lange weitgehend ohne finanzielle Kompensation für sich arbeiten zu lassen?

Denn letztlich sind es ja gerade Studenten und junge Akademiker, denen dieses Land einen Großteil seines Fortschritts zu verdanken haben. Ein Großteil der Forschung wird durch Universitäten und außeruniversitäre, staatlich getragene Forschungsinstitute (Max-Planck-Institute, Fraunhofer-Institute, Helmholtz-Institute, ...) betrieben. Von diese Forschung profitieren wir alle - die Bevölkerung, die Wirtschaft. Was glaubst Du, wie teuer es wäre, wenn alles, was derzeit von Studenten "für Lau" in Form von Seminar- oder Abschlussarbeiten erarbeitet wird, künftig von promovierten wissenschaftlichen Mitarbeitern (die ja ebenfalls nicht gerade super bezahlt werden) erarbeitet würde?

In meinen Augen wäre es daher mehr als angebracht, diese ja doch inzwischen signifikanten Zeiten angemessen zu vergüten oder überhaupt erst einmal zu vergüten. Das ist schon eine Frage des Anstands und des Respekts. Das wird allerdings "marktgetrieben" nicht geschehen.

Ich könnte ewig weiter machen. Die Arbeit befindet sich in den großen Städten, dort kann man sich aber die Mieten kaum noch leisten, etc. pp. Unsere Marktwirtschaft ist in meinen Augen pervertiert. Die Märkte funktionieren nicht mehr und deswegen braucht es in meinen Augen eine Alternative.

Genauso: Staatsverschuldung. Wie kann ein Staat sich überhaupt verschulden? Nur dadurch, dass der Staat es als offizielles Zahlungsmittel legitimiert und mit seinen Gesetzen schützt (z. B. indem Geld- und Wertzeichenfälschung, Diebstähle, etc. Straftatbestände sind), ist Geld/Eigentum überhaupt etwas wert. Ist das selbstverständlich? In meinen Augen nicht. "Naturgegeben" ist es jedenfalls nicht. Es ist nur ein Gesetz, eine Regel, eine Konvention, an die wir uns halten, eine Konvention, die wir uns selbst auferlegt haben und die wir (bzw. unsere Vertreter durch Mehrheitsbeschluss) natürlich prinzipiell jederzeit wieder aufheben könnten. Das nur, um einmal klarzustellen, wie die Machtverhältnisse eigentlich sind. Wenn es morgen einen entsprechenden Mehrheitsbeschluss gäbe, wäre das Eigentum von Banken und Co. weg. Punkt. Mit diesem Gedanken im Hinterkopf noch einmal die Frage: Wie um alles in der Welt kann ein Staat Schulden haben? Es gibt Geld (mit tatsächlichem Wert) überhaupt nur deshalb, weil der Staat es "erlaubt" (und sichert). Irgendwie sind hier die Verhältnisse pervertiert. Staatsschulden kommt einem irgendwie so vor, als würden Banken "dem Staat" (also uns allen) sagen: "Du hältst Dich nicht an die Regeln, wir bekommen noch was von Dir!" - Aber das ist natürlich falsch, denn "der Staat" (bzw. seine "Organe") macht (machen) die Regeln (Gesetze) und die Wirtschaft hat sich gefälligst danach zu richten, denn im Gegensatz zu Staatsorganen ist sie weder direkt, noch indirekt demokratisch legitimiert. Ich fände es daher schon gut, wenn bei uns endlich wieder Politker an die Macht kämen, die den Wirtschaftsbossen zeigen, wo der Hammer hängt, anstatt dass umgekehrt Politiker durch Lobbyismus zu Handlangerrn der Wirtschaft werden.

Hallo NoHumanBeing, ich finde Deine Gedanken hier wieder einmal so richtig gut auf den Punkt gebracht! :-)

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@GandalfAwA

Danke!

Freut mich, dass es noch andere gibt, die so denken. Als Perfektionist (und Altruist) findet man nicht unbedingt immer viele Gleichgesinnte. :-)

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Ein heutiger Arbeitnehmer ist wahrscheinlich locker zwanzigmal, wenn nicht gar hundertmal so produktiv, wie damals, aber es wurden weder die Arbeitszeiten signifikant reduziert, noch sind die (Real-)Löhne in dem Maße gestiegen, noch sind die Preise für die meisten Güter ins Bodenlose gefallen

Um diesen Punkt mal zu relativieren: Der Lebensstandart ist extrem gestiegen und Produkte sind viel komplexer geworden. An vielen Punkten nehmen wir es gar nicht mehr wahr:

Dinge wie Computer, Laptops, Handys sind normale Alltagsgegenstände geworden, Zweifachverglasung und Internet ist schon Standard.

Zudem werden eben auch Alltagsdinge verbessert. Am besten sieht man es am Auto: Ein Käfer ist nicht vergleichbar mit modernen Autos. Die höheren Ansprüche an den Komfort, Qualität, Sicherheit, Unterhaltungselektronik und Fahrdynamik fordern komplexe (und damit teure) Lösungen. Viele Verbesserungen sind technische Feinheiten, die wir häufig gar nicht mehr wahrnehmen.

Auch andere Punkte manchen unser Leben teuer: Die Umweltauflagen/Umweltbewusstsein steigen.

Durch die höhere Produktivität sinken zwar die Lohnkosten pro Produkt, Materialkosten bleiben aber konstant. Außerdem müssen höhere Investitionen in das Produktionsmittel erbracht werden. Die Preise können also nur begrenzt fallen. Für viele unser Alltagsprodukte ist der Anteil der Lohnkosten am Produktionspreis sehr klein.

Ich sehe hier überhaupt keinen Grund, warum die Preise für Güter ins Bodenlose fallen sollen. Wenn Sie auf dem Lebensstandart von 1965 leben wollen, könnten Sie auch Ihre Arbeitszeit etwas drosseln.

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@MrRayman

Um diesen Punkt mal zu relativieren: Der Lebensstandart ist extrem gestiegen und Produkte sind viel komplexer geworden. An vielen Punkten nehmen wir es gar nicht mehr wahr:

Dinge wie Computer, Laptops, Handys sind normale Alltagsgegenstände geworden, Zweifachverglasung und Internet ist schon Standard.

Ja, aber insbesondere ist die Entwicklung komplex/aufwendig. Die muss aber bestenfalls exakt einmal erfolgen, danach ist es "Stand der Technik". Fast niemand entwickelt ein Handy von Grund auf neu. Fast immer wird auf vorhandenem aufgebaut. Sehr toll sieht man das auch im Bereich Computer, wo wir immer noch mit einer x86-Architektur arbeiten, die zwar zunächst auf eine Registerbreite von 32 Bit und inzwischen auf eine 64 Bit "aufgebohrt" wurde, aber prinzipiell geht die Architektur auf den 8086 zurück und der ist von 1978. Kaum jemand "traut" sich, eine andere Prozessorarchitektur zu entwickeln, weil es "zu teuer" ist.

Am besten sieht man es am Auto: Ein Käfer ist nicht vergleichbar mit modernen Autos. Die höheren Ansprüche an den Komfort, Qualität, Sicherheit, Unterhaltungselektronik und Fahrdynamik fordern komplexe (und damit teure) Lösungen. Viele Verbesserungen sind technische Feinheiten, die wir häufig gar nicht mehr wahrnehmen.

Autos sind in der Tat das beste Beispiel. Die Dinger haben immer noch vier Räder, ein Lenkrad, einen Motor (bei Hybriden evtl. zwei), Gas- und Bremspedal und noch immer fahren sie nicht vollautonom (womit man eigentlich schon vor Jahrzehnten rechnen konnte), sondern es muss noch immer ein Mensch am Steuer sitzen. Natürlich gibt es Weiterentwicklungen, aber diese sind bei weitem nicht so revolutionär, wie man es erwarten würde. Gerade die Automobilindustrie ist eine extrem konservative Branche. Was dort beispielsweise an Technologie (z. B. Elektronik) in Steuergeräten eingesetzt wird, gehört eigentlich ins Museum.

Durch die höhere Produktivität sinken zwar die Lohnkosten pro Produkt, Materialkosten bleiben aber konstant.

Wieso sollten sie?

Die Kosten von Material bestehen im Aufwand, es abzubauen. Wenn das Abbauen durch modernere Technologie einfacher wird, wird das Material preiswerter.

Ein Berg oder die Erde will kein Geld dafür haben, dass Du Kohle oder Metalle aus ihr herausholst. Das Geld will nur der Bergarbeiter haben. Wenn Du dessen Arbeit effizienter machen kannst, sinken die Rohstoffkosten.

Außerdem müssen höhere Investitionen in das Produktionsmittel erbracht werden. Die Preise können also nur begrenzt fallen.

Nunja, auch Produktionsmittel entstehen im bekannten Produktionsprozess, werden also im Laufe der Zeit günstiger.

Für viele unser Alltagsprodukte ist der Anteil der Lohnkosten am Produktionspreis sehr klein.

Am Ende geht jeder Cent irgendwie an einen Menschen. Maschinen verlangen kein Gehalt. Gehalt verlangen die Menschen, welche die Maschine entwickelt, konstruiert und gefertigt haben. So gesehen ist der Anteil an "Lohnkosten" letztlich 100 %. Auch die Sozialabgaben gehen letztlich an die Verwaltungsangestellten oder beispielsweise im Gesundheitssystem an Pharmaindustrie (also z. B. Chemiker) und Ärzte. Letztlich sind es immer Lohnkosten. Auch Material kostet nur Geld, weil es Menschen braucht, um es zu fördern. Ohne Beteiligung von Menschen keine Kosten.

Ich sehe hier überhaupt keinen Grund, warum die Preise für Güter ins Bodenlose fallen sollen. Wenn Sie auf dem Lebensstandart von 1965 leben wollen, könnten Sie auch Ihre Arbeitszeit etwas drosseln.

Auch hier stimmt das Verhältnis wieder nicht. Um den Lebensstandard von 1965 zu haben, müsste man heutzutage (78 Jahre später! Überlegen Sie einmal, was das für ein Zeitraum ist und welche Fortschritte in dieser Zeit gemacht wurden.) vermutlich keine 2 Stunden pro Woche mehr arbeiten.

Wir sind nicht heute "ein bisschen produktiver", sondern wir sind um Größenordnungen produktiver. Also wenn Sie irgendwo einen Faktor zwanzig oder fünfzig herbekommen, dann haben Sie mich überzeugt. Niemand redet von +20 % oder auch +50 %. Die Produktivitätssteigerung ist viel massiver. Fast alle wichtigen Entwicklungen, insbesondere alles, was IT betrifft, ist später gekommen und hat massive Effizienzsteigerungen mit sich gebracht. Die Rechenleistung von Computern beispielsweise verdoppelt sich etwa alle 18 Monate. Das ist exponentielles Wachstum. Da können Sie nicht sagen: "Der Lebensstandard ist innerhalb von fast acht Jahrzehnten spürbar angestiegen." - Ja schön, aber die Größenordnungen sind andere. Ich kann mir nicht alle 18 Monate eine doppelt so große Wohnung leisten. Sie etwa?

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@NoHumanBeing

Sehr toll sieht man das auch im Bereich Computer, wo wir immer noch miteiner x86-Architektur arbeiten, die zwar zunächst auf eine Registerbreite von 32 Bit und inzwischen auf eine 64 Bit "aufgebohrt" wurde, aber prinzipiell geht die Architektur auf den 8086 zurück und der ist von 1978. Kaum jemand "traut" sich, eine andere Prozessorarchitektur zu entwickeln, weil es "zu teuer" ist.

Die Entwicklung baut eben immer aufeinander auf. Wenn eine Neuentwicklung keine Vorteile gegenüber bestehenden Technik hat, setzt sie sich nicht durch. Im Moment konkurrieren ARM und x86 übrigens immer stärker miteinander. Nur sind die viele Programme für x86 entwickelt wurden. Dadurch konnte sich Windows RT ja nie wirklich durchsetzten. Andere Prozessor-Architekturen hätten das selbe Problem.

Das sich die Rechenleistung alle 18 Monate verdoppelt stimmt auch nicht mehr. Diese rasante Steigerung der Rechenleistung konnte die letzten Jahre eher weniger eingehalten werden.

Aber trotzdem: Wie stark steigert ein doppelt so leistungsfähiger Rechner unseren Lebensstandart? Für die meisten bedeutet dies lediglich, dass sie neuere Spiele spielen können. Dies meine ich mit schleichender Verbesserung: Der Mehrwert der höheren Rechenleistung ist relativ gering, trotzdem stecken viele viel Geld in den PC.

So gesehen ist der Anteil an "Lohnkosten" letztlich 100 %

Erst einmal ein interessanter Ansatz. Jetzt verstehe ich erst wie sie auf Ihre These mit den Preisen kommen.

Zurück zur Produktivität: Ich denke aber, dass einfach nur Leute indirekt in die Produktion eingebunden sind. Wie wird denn die Produktivität es Maschinenkonstrukteurs bewertet? Er nimmt ja nicht an der Wertschöpfung teil. Die Produktivität kann man bei ihn ja gar nicht bewerten. Vermutlich müsste man sich mal genau angucken wie und vor allem welche Produktivität gemessen wird.

Dazu habe ich mich kurz auf Wikipedia in den Artikel "Produktivitätszuwachs" geschaut. Ich habe die Abbildung "Deutschlands durchschnittliche Arbeitszeit und Arbeitsproduktivität im Vergleich von 1970 bis 2006" gesehen. Daraufhin verstehe ich nicht, wie Sie von einer so enormen Produktivitätssteigerung ausgehen können. Nach dem Diagramm sind es eher der Faktor 2,5, sogar mit der Annahme, dass die Preise konstant geblieben sind. Außerdem ist die durchschnittliche Arbeitszeit deutlich gesunken. Sie entspricht nun etwa 3/4 der Arbeitszeit von 1970.

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@MrRayman

Im Moment konkurrieren ARM und x86 übrigens immer stärker miteinander. Nur sind die viele Programme für x86 entwickelt wurden. Dadurch konnte sich Windows RT ja nie wirklich durchsetzten. Andere Prozessor-Architekturen hätten das selbe Problem.

Nein, es ist kein Problem, zumindest nicht bei Standardsoftware. Bei veralteter Spezialsoftware, wo die Entwickler ggf. überhaupt nicht mehr verfügbar sind, ist es tatsächlich ein Problem. Lade Dir mal eine Linux-Distribution (z. B. Ubuntu MATE 16.04) für ARM herunter und flashe sie auf ein Evaluation-Board. Du wirst staunen, was sich da alles für Software in den Repositories befindet und wie viel zusätzliche Software eventuell nicht unmittelbar als Binary für ARM verfügbar ist, sich aber für ARM compilieren lässt. In meinem Server ist ein ARM-Prozessor verbaut, weil die Dinger fürchterlich energieeffizient sind.

Das sich die Rechenleistung alle 18 Monate verdoppelt stimmt auch nicht mehr. Diese rasante Steigerung der Rechenleistung konnte die letzten Jahre eher weniger eingehalten werden.

Meines Wissens nach stimmt das noch erstaunlich gut. Zwar steigen die Taktraten seit bestimmt schon zehn Jahren nicht mehr, aber die Rechenleistung erhöht sich dennoch in etwa dem Maße, wie zuvor durch die kleiner werdenden Fertigungsprozesse, wodurch mehr Kerne, zusätzliche Rechenwerke, mehr Cache, etc. auf den Chip integriert werden können.

So war Intel's IvyBridge-Prozessor beispielsweise bei gleicher Taktrate und Anzahl an Kernen/Threads ca. 20 - 30 % leistungsfähiger, als sein Vorgänger SandyBridge.

Das selbe sehen wir auch im Embedded-Bereich. Folgendes sind die IPC-Werte (instruction per cycle) von ARM-Prozessoren, also wie viele Maschinenbefehle pro Taktschritt ausgeführt werden können, jeweils bezogen auf einen einzelnen Core.

  • ARM 936EJS: 1.1 MIPS/MHz
  • ARM Cortex A35: 1.78 MIPS/MHz
  • ARM Cortex A53: 2.3 MIPS/MHz
  • ARM Cortex A57: 4.1 MIPS/MHz
  • ARM Cortex A72: 4.7 MIPS/MHz
  • ARM Cortex A73: 4.8 MIPS/MHz

Dann kommt eben noch dazu, dass ein A53/A57 in der Regel ein Hexa- oder Octa-Core-Design sein wird, ein A35 lediglich ein Dual-Core und ein 936EJS ein Single-Core. Ich weiß leider nicht genau, wann die Dinger auf den Markt kamen, aber der A53 ist beispielsweise das, was im Raspberry Pi 3B verbaut ist. Das war der erste 64-Bit-Kern von ARM. Die Dinger liegen nicht sooo wahnsinnig weit auseinander zeitlich gesehen.

Moore geht weiter. Intel hat bereits zweistellige TeraFLOPs/s auf einem (Proof-of-Concept-)Chip erzielt.

Aber trotzdem: Wie stark steigert ein doppelt so leistungsfähiger Rechner unseren Lebensstandart? Für die meisten bedeutet dies lediglich, dass sie neuere Spiele spielen können. [..] Der Mehrwert der höheren Rechenleistung ist relativ gering

Nunja, Computer werden ja durchaus auch produktiv im Unternehmensumfeld eingesetzt und nicht nur zur Unterhaltung. ;-)

Vielleicht bin ich da ein bisschen "biased", aber ich sehe sogar den primären Einsatzzweck im produktiven Bereich. Dass man auf den Dingern auch Spiele daddeln und Filme anschauen kann, ist in meinen Augen "ein netter Nebeneffekt". Aber eventuell ist meine Sicht da eine etwas andere, als die "des Durchschnitts". Ich bin Informatiker. Für mich ist ein Computer ein Arbeitsgerät. Sämtliche Geschäftsbereiche, die irgendwas mit "big data" zu tun haben (und das sind inzwischen nahezu ... alle?) profitieren von gesteigerter Rechenleistung.

Aber es hat auch Auswirkungen auf ganz andere Bereiche. So kann ein digitaler Signalprozessor (DSP) heute Dinge (z. B. Filter) viel besser und effizienter tun/implementieren, als dies jede analoge elektronische Schaltung kann. Nur durch leistungsfähige Computer haben wir Internet, Cloud, leistungsfähige Mobilfunknetze, etc. Die Modulation im UMTS-Netz ist so komplex, dafür kannst Du keinen analogen Demodulator bauen. Das Signal "rechnet an der Basisstation ein Computer raus".

In der Medizin? Bildgebende Verfahren? Computertomographie?

Simulationsanwendungen in den Ingenieurswissenschaften? (Damit habe ich mich lange befasst.)

Bist Du tatsächlich der Meinung, der Mehrwert durch höhere Rechenleistung sei "relativ gering"? ;-)

Erst einmal ein interessanter Ansatz. Jetzt verstehe ich erst wie sie auf Ihre These mit den Preisen kommen.

Danke! Sehr schön, dass es endlich einmal jemand versteht. Dieser Punkt bringt mich seit jeher auf die Palme, wenn mir jemand erzählt "das Material sei so teuer". Ja, es ist teuer, weil es aufwändig zu fördern ist, nicht weil es "per se teuer ist".

Unser Planet will keinen einzigen Cent dafür haben, wenn Du einen Klumpen Gold oder Kohle aus ihm herausholst. Der "Rohstoffpreis" kommt daher, dass Du das Zeug irgendwie finden und nach oben holen musst. :-)

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@NoHumanBeing

Zitat vom Oberarzt aus meiner Klinik:
Das wir den Menschen so gut helfen können liegt auch an den ITlern. Du kannst der beste Arzt der Welt sein ohne die Technik die wir heute im OP haben wäre vieles nicht vorstellbar.

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Unzeitgemäßheiten kann und darf es in der Wirtschaft nicht geben. Was zählt sind die Ergebnisse. Geht es einem Land oder auch nur einer Fa. finanziell besser oder schlechter? Das zählt im Endeffekt

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Na ja, das ist eine Umfrage, nicht weniger, aber auch nicht mehr. Es sieht wohl aber so aus, dass viele Wähler begreifen, dass dem Neoliberalismus und dem Marktradikalismus nicht mit CDU/CSU, SPD und Grünen Einhalt zu gebieten ist und schon gar nicht mit den in dieser Hinsicht noch radikaleren Vertretern von FDP und AfD, sondern eben nur mit den Linken.

So kommt es zu der mehr als eigentümlichen Konstellation, dass die Linke die einzige politisch relevante Partei ist, die die "soziale Marktwirtschaft" und damit den Kapitalismus zu retten bereit ist, während die anderen im neoliberalen Wahn diese Gesellschaft sehenden Auges an die Wand fahren, weil sie die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinanderklaffen lassen wollen.

"sondern eben nur mit den Linken"

Aber nur ohne die Kipping und den Bartsch. Ausgerechnet jetzt hat die Partei die schlimmsten Lügner und Karrieristen an der Spitze.

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@d1ndu

Nobody is pefect - auch die Partei DIE LINKE nicht, doch im Vergleich mit den anderen ...

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Ich halte ehrlich gesagt diese ganzen Wahlprognosen in gewisser Weise für den Versuch, Wahrsagerei im Goldfischglas zu betreiben.

Außerdem ist die Berichterstattung zu den Wahlen meiner Ansicht nach in gewisser Weise auch "Meinungsmache".

So wird der SPD-Kandidat Schulz aufgrund von Umfragen bereits jetzt kollektiv zum Verlierer stilisiert und positive Aspekte seines Wahlkampfes als "letzter Versuch" noch stimmen zu kriegen, abgetan.

Dagegen finde ich es völlig legitim, wenn diskriminierende Äußerungen vom rechten Rand publik zu machen, obwohl sich die AfDler dann gerne  in die Opferrolle der Helden stellen, deren Wahrheit unterdrückt wird.

Gerade dann sieht man meiner Ansicht nach, dass die AfD nämlich eine "Alternative zur Demokratie" fordert und dadurch unwählbar ist, während die Linke IMHO durchaus eine politische Berechtigung hat.

Aber letztlich ist das ganze hier nur meine Meinung - und mehr erfassen diese Umfragen nämlich auch nicht: Eine zeitliche Momentaufnahme eines Teils der Gesellschaft.

Zwischen der geäußerten Meinung und der tatsächlichen Wahlentscheidung können aus meiner Sicht durchaus Welten liegen - so könnte sich zB ein "Linke"-Wähler solidarisch mit dem SPD-Kandidaten zeigen.

>dass die AfD nämlich eine "Alternative zur Demokratie" fordert<

Hauptsächlich ist die AfD nicht verfassungsfeindlich wie Die Linke, die die Reichen enteignen will.

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@d1ndu

Enteignung klingt nach einem gewaltsamen Eingriff, dabei geht es lediglich darum, jene die mehr Kapital haben, auch stärker finanziell in Verantwortung zu nehmen, anstatt ihnen zusätzliche Vorzüge einzuräumen.

Forderungen der AfD sind dagegen aus meiner Sicht sozialfeindlich, islamophob, fremdenfeindlich und zeugen von mangelndem historischen Verantwortungsbewusstsein. 

Von den peinlichen Äußerungen führender AfD-Politiker ganz zu schweigen. Bei so einer Partei schäme ich mich, Deutscher zu sein.

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