Warum schreiben so viele "tun" anstatt "tun" , hat es vielleicht etwas mit neuer Rechtschreibung zutun?

16 Antworten

Das könnte vom ,'Schreiben nach Gehör' kommen, das an Grundschulen eine zeitlang populär war. Bis die Kinder dann gelernt haben, wie etwas korrekt geschrieben wird, hatte sich ihre Version schon im Kopf verankert. Je nach Intellekt und persönlichem Anspruch blieb's dann dabei. Pech!!

Diese seltsame persönliche Schreibweise wirft deren User ohne Not um glatt 500 Jahre zurück, noch vor die Zeit der deutschen Bibelübersetzung, mit der Martin Luther die regional unterschiedlich gesprochene deutsche Sprache vereinheitlicht und somit auch überregional verständlich gemacht hat.

'Tuhen' ist so eine individuelle Schreibweise - sie zeigt, dass jemand nicht fit in Deutsch ist. Mit neuer Rechtschreibung hat das nichts zu tun - obwohl, man weiß ja nie: wenn nur genug es tuhen, kann es ja noch kommen ;-)!

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – MA Romanistik, Anglistik: Literaturwissenschaft, Linguistik

Manche schreiben eben so wie sie sprechen oder die Worte hören. Ich hab als Kind übrigens immer gemeint, es müsse "Brunden" heißen, statt "Brunnen", bis ich es in der Schule richtig gelernt habe.

"tun" ist ein etwas ungewöhnliches Wort, da die meisten Verben mit -en enden, das machen viele dann instinktiv. Und mit dem unnützen "h" drin lässt es sich besser aussprechen.

Da rein passt auch "Mietshaus" - okay, wegen der besseren Aussprache

 aber: Mietswohnung?

Hallo,

ich glaube, dass dieser Fehler häufig gemacht wird, weil im Alltag eher tuhen gesagt wird und nicht tun. Auch wird in Grundschulen oft mit der Schreiben nach Gehör-Methode unterrichtet. Die Kinder eignen sich es falsch an und der Fehler kann dann meistens nicht mehr, oder nur schwer, korrigiert werden.

Um diesen Fehler von vornherein abzuwenden empfehle ich euren Kindern oft vorzulesen und sie später auch selbst zum Lesen anzuregen.

Liebe Grüße

  • In den allerwenigsten Fällen ist das Wort "tun" überhaupt angebracht! Vor allem für die vielen Menschen mit Migrationshintergrund ist es einfach schwer, Verben in der richtigen Form anzuwenden, weshalb sie dann auf das Wort "tun"+ Grundform des Verbs ausweichen. (z.B. "Wir tu(he)n jetzt gleich essen!")
  • Dazu kommt noch, dass immer weniger Eltern zu Hause mit ihren (Grundschul)Kinder in vollständigen Sätzen und halbwegs in Standardsprache sprechen.
  • Außerdem sind die Lehrpläne der Grundschule im Gegenstand "Deutsch/Lesen/Schreiben" voll mit Zielen, die gut und fortschrittlich klingen, meiner Meinung nach kommen die Grundkompetenzen auf diese Weise jedoch zu kurz.
Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Lehrerin

Naja, Leute mit Migrationshintergrund beherrschen dafür andere Sprachen und andere Wortbildungs- und Syntaxregeln und sind kreativ genug, sich durchzuschlagen. Das ist erstmal lobenswert.

Bei Sätzen wie 'Fritz, tu dem Papa ma seine Schlappen bringen' (Ruhrpott) ist der Migrationshintergrund schon kaum noch erkennbar und liegt viel länger zurück: diese User gelten als Hiesige, sie nutzen diese Konstruktion.

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@Spielwiesen

Das tun aber auch nicht alle hiesigen, sondern schon welche aus gewissen Schichten. Oder Komiker ;-)

"Schantalle tu den wauwau ma ei machen"

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@Blindi56

'eia machen' - genau! Hahaha, sehr schön!

Klar, innerhalb der Soziolinguistik würde man die Verwendung von 'tuhen' schon bestimmten Gruppen zuordnen. Soweit würde ich erstmal nicht gehen, aber recht hast du schon.

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Meine Vermutung:

Man sagt zwar umgangssprachlich oft z.B. "gehn" und "sehn", schreibt aber "gehen" und sehen".

Dieses wird dann fälschlich auch auf "tun" übertragen.

Und im 19n Jahrhunderte schrieb man "thun"

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@burgund71

Ja, und auch "Thür" und "Thor" oder "Thiere" - aber das ist eine anderer Sache.

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