Warum schlägt mein der Stecker vom Stromkabel meines Laptops immer Funken?

5 Antworten

Normalerweise arbeiten durchweg alle Laptops und Computer mit sogenannten Schaltnetzteilen. Diese sind sehr effektiv in der Energieausbeute, so daß sie auch baumäßig klein gehalten werden können.

Zum Vergleich: Ich hatte mal ein "altes" Computernetzteil, das so arbeitete, wie ein Netzteil für ein Radio oder Cassettenrecorder.

Zunächst brauchte man dafür einen Transformator mit mehreren Sekundärwicklungen, dann jeweils Gleichrichterschaltungen , die dann die Gleichspannungen (Plus 5 Volt bis zu 10 Ampere, + 12 Volt ca. 1 Ampere und Minus 12 Volt ca. 500 Milliampere) für den Computer erzeugt. Anschließend eine Stabilisierungsschaltung, die nach dem Prinzip des "Serienreglers" arbeitete. Hierfür waren 5 Leistungstransistoren, die quasi parallelgeschaltet waren auf einem Kühlkörper montiert, der etwa 20 x 40 cm groß war und im Betrieb bis zu ca. 50 Grad warm werden konnte. Hier wurde regelrecht Energie verschwendet.

Das nur zum Vergleich zu den Schaltnetzteilen, deren Funktionsweise oben schon sehr gut beschrieben wurde.

Da nun die Frequenzwandlung mit enormen Rundfunkstörungen verbunden ist, muß zwingend vor jedes Schaltnetzteil eine Entstöreinheit geschaltet werden, damit sich diese Störungen nicht über die Netzleitung fortpflanzen können.

Nun verhält es sich so, daß zur Entstöreinheit ein Kondensator gehört, der direkt parallel zu den Netz-Steckeranschlüssen geschaltet ist.

Dieser Kondensator hat ein "kapazitives" Verhalten.

Zum Wesen einer kapazitiven Schaltungsanordnung gehört es nun, daß am Anfang ein theoretrisch unendlich hoher Strom fließt, der diesen 0,1 bis 0,47 Mikrofarad großen Kondensator auflädt.

Der Zeitraum des sehr hohen Stromes am Anfang ist nun sehr kurz, ein paar Mikrosekunden, so daß keine Haushaltssicherung anspricht deswegen, die ist viel zu träge.

Aber es entsteht ein Funke dadurch.

Dieser Funke ist praktisch normal.

Man nimmt es auch in Kauf, daß dadurch beim Einschalten des Computernetzteils eine Impulsspitze als kurze Rundfunkstörung auftritt.

Wow, du hast ja RICHTIG Ahnung! Danke!

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Habe eine Reihe von Klein-Schaltnetzteilen, auch zum Betrieb von Laptops geeignet, auseinandergenommen. Alle haben am Eingang (zur Netzseite hin) diesen Kondensator, eine stromkompenierte (Ringkern-) Drossel von ca. 10 bis 30 Millihenry, dann einwen weiteren Kondesator und, durchweg noch 4,7 bis 33 Nanofarad große Y-Kondensatoren, die von jedem Pol der Netzzuleitung gegen Masse bzw. falls vorhanden Schutzleiter geklemmt ist. Dann erst folgt der Gleichrichter und ein Elektrolytkondensator von 30 bis 1000 Mikrofarad, mindestens 450 Volt bis 600 Volt Spannungsfestigkeit, vergleichbar den Anodenspannungsladekondensatoren von alten Röhrengeräten. Diese hohe Spannung wird nun einem Leistungs MOS-FET und einem Ferrit-trafo zugeführt. Dann ist da noch eine Mimik zur Schwingungserzeugung, meistens ein IC. Und ein Optokoppler zur Niederspannungsseite und Stabilisierung hin. Dieser fährt sozusagen im Kurzschlußfalle den Oszillator runter.

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@AnonymerNutzer

Ja, sogar der DVD-Player hat ein Schaltnetzteil, das sehr gut funkentstört ist, auch hier entsteht ein Funke, wenn ich den Stecker in die Netzanschlußdose stecke, ohne daß das Gerät eingeschaltet ist. Man kann bei schlechteren Geräten sogar einen Stromschlag bekommen, wenn man die Kontakte direkt nach dem Herausziehen aus der Dose beide gleichzeitg anfaßt. Hier fehlt nämlich oft der Entladewiderstand (meistens etwa 1 Megohm groß), der nur eigens zum Zwecke des Entladens dieses Entstörkondensators eingebaut sein sollte. Der sollte so dimensioniert sein, daß nach E-Funktion schon nach wenigen Millisekunden die Restladespannung auf einen ungefährlichen Wert abgeklungen ist.

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@Wieselchen1

Hallo @Tanzwiesel, das mit dem Funken ist also nichts Besorgniserregendes, nur sollte es nicht zu einem regelrechten Feuerwerk ausarten, der Funke nur einmal kurzzeitig entstehen. Eventuell eben mit den wegfliegenden kleinsten Partikelchen, wie bei einer kleinen Wunderkerze. Ist das auch dann im Betrieb noch da, könnte ein Wackelkontakt am Stecker (der Dose) die Ursache sein. Das sollte aber irgendwie abgestellt werden, da hierbei das Gerät Schaden nehmen könnte. OK. Der Kondensator ist für Netzparallelbetrieb ausgelegt, er hat auch einen Typprüfaufdruck und muß auch die Bezeichnung "X2" als Aufdruck irgendwo tragen. Also Bastelkondensatoren, im Do-it-yourself-Verfahren zusammengelötet, sind hier absolut fehl am Platze. Entstörkondensatoren können nämlich unter Umständen explodieren. Das hatte ich auch schon mal. Diese Kondensatoren findet man auch in Fernsehern. Eine bestimmte Marke war dafür bekannt, daß sich nach einiger Zeit diese Kondensatoren in Rauch auflösten. Mittlerweile ist das aber alles im Griff. Der Hersteller hatte eine Rückrufaktion angeleiert. Genauso wie bei den Kühlschrankaggregaten mit defekten Entstörern - siehe Bildzeitung.

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Warum den Stecker in die Dose. Es gibt doch die Stromsteckerleiste, mit an u.aus Schalter.

Dann entsteht dieser "spritzende" Funke am Schalter ,wenn man mal genau hinschaut.

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Das passiert bei mir auch immer, warum das so ist kann ich leider nicht beantworten, soll aber nicht schädlich sein.

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