Warum scheitern soviele Eltern an der Erziehung ihrer Kinder

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31 Antworten

Das größte Problem ist vermutlich der Irrglaube, Kinder wirklich erziehen zu können. Erziehen bedeutet aber schlussendlich manipulieren.

Dabei wird gerne übersehen, dass Kinder schon von klein auf eine ganz eigene Persönlichkeit haben, an der man nur bedingt "herumbiegen", sprich: "erziehen", kann.

Ich verstehe meine Aufgabe als Mutter nicht so, dass ich meine Kinder erziehe, sondern ich begleite sie bei ihrem Erwachsenwerden und lebe ihnen die Werte vor, von denen ich glaube, dass sie ihnen für ihr Leben hilfreich und nützlich sein können.

Wieviel meine Kinder davon für sich selbst übernehmen, obliegt einzig und allein ihnen selbst und stellt sich oftmals erst nach vielen Jahren heraus.

OnkelBerni 21.12.2010, 00:18

Die Antwort versöhnt mich wieder sehr mit dir.

Klasse - Antwort !

DH

(war ja ein bißchen angesäuert.. grins)

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Momo1965 21.12.2010, 00:24
@OnkelBerni

Du warst angesäuert? Upps! Das tut mir leid, wenn ich irgendwo ins Fettnäpfchen getreten sein sollte! :-(

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deewee 21.12.2010, 07:12

zu Momo1965 - Uneingeschränkt trefflich!

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Momo1965 21.12.2010, 09:54

Lieben Dank fürs Sternchen! :-)

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wiralle2010 21.12.2010, 10:34

Die Antwort ist sehr schön... :o) Und trotzdem ist es mir unbegreiflich, wie erschreckend wenig (zumindest meine :o)) Kinder von diesen Werten übernehmen, die ich ihnen vorzuleben meine... Aber wie treffend: "stellt sich oftmals erst nach vielen Jahren heraus"... also übe ich mich in Geduld :o)

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Takie 21.12.2010, 13:21
@wiralle2010

Super Antwort,Momo.Jedes einzelne Wort spricht mir aus der Seele und ist genau meine Meinung!!!wiralle 2010,ich weiß nicht wie alt deine Kinder sind,aber ich persönlich habe eigentlich die gegenteilige Erfahrung gemacht.Wenn man seine Meinung und Handeln den Kindern erklärt,ebenso wie ab und an die UNERLÄSSLICHEN Verbote,und ein gutes Verhältnis zu seinen Kindern hat,eifern sie den Eltern doch sehr viel nach,weil sie sie doch auch als Vorbild ansehen.

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Momo1965 21.12.2010, 14:46
@Takie

Vielen Dank für Euer nettes Lob! :-)

Es erübrigt sich dank Takie schon fast jeder weitere Kommentar. Vielleicht nur noch eins:

Meine Eltern sind früher an meinem hervorragend ausgeprägten Sinn für heilloses Chaos und Durcheinander schier verzweifelt. Erst als Erwachsene (mit eigener Wohnung!) wurde aus mir ein ordnungsliebender und -haltender Mensch!

Wie gesagt: Oftmals stellt es sich erst nach vielen Jahren heraus... manchmal auch erst nach seeeehr vielen Jahren! :-))

Wiralle, halte tapfer durch! Es besteht durchaus noch Hoffnung! ;-))

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1f2in 22.12.2010, 20:10
@Takie

ich gehöre auch zu denen, die Momos1965 Gedanken und Erfahrungen bestätigen können.

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1274 schreibt der Mönch Peter:»Die Welt macht schlimme Zeiten durch.Die jungen Leute von heute denken an nichts anderes als an sich selbst.ie haben keine Ehrfurcht vor ihren Eltern oder dem Alter.ie sind ungeduldig und unbeherrscht. Sie reden so,als wüßten sie alles, und was wir für weise halten, empfinden sie als Torheit. Und was die Mädchen betrifft,sie sind unbescheiden und unweiblich in ihrer Ausdrucksweise,ihrem Benehmen und ihrer Kleidung.«

Später sieht man die Jugend sogar als Krankheitszustand an, und Melanchton verlieh Mitte des 16.Jahrhunderts der Meinung Ausdruck,der grenzenlose Mutwille der Jugend sei ein Zeichen, daß der Weltuntergang nah bevorstünde.

Klagen über das extravagante Verhalten der Jugend werden zu einem Klagelied des 18.Jahrhunderts. Ein Schulmeister schreibt:»Das Verderben unserer heutigen Jugend ist so groß, daß ich unmöglich länger bei derselben aushalten kann.« Die Disziplinschwierigkeiten werden so groß,daß sogar der Unterricht im Klassenverband in Frage gestellt zu sein scheint:»Ja,oft geschieht es,daß die nicht in chranken gehaltene oder nicht gebührend ausgetriebene Zuchtlosigkeit eines einzigen Jünglings von ungesunder Triebkraft und verdorbenen Auswüchsen auch die übrigen noch frischen und gesunden Pflanzen ansteckt.Deshalb konnte Quintilian mit Recht die Frage aufwerfen,ob es besser sei,die jungen Leute gemeinsam in Schulen oder einzeln in Häusern zu unterrichten.«

Ende des 18.Jahrhunderts verfaßt Kajetan von Weiller eine »Jugendkunde « , in der u.a.zu lesen steht:»Ihr sprühet von den Ambosen eurer Thorheiten und Laster gefährliche Funken...«.

»Immer wieder wird die 'Wirksamkeit der Volksschule bei dem zunehmenden Sittenverfall'(Allgemeine Schulzeitung, Darmstadt 1826,Abtlg.I,.201 -107 [sic!] uns .209 -213)diskutiert oder 'die immer lauter werdenden Klagen über die zunehmende Rohheit und Verwilderung unserer Jugend,besonders der erwachsenen Dorfjugend'(a.a.O.,.285 -287)erörtert.«

1852 heisst es in einem Regierungsbericht:»Es ist die Wahrnehmung gemacht worden,daß bei der Schuljugend die früher kundgegebene Anständigkeit und das sittliche Benehmen ...mehr und mehr verschwinde.«

»Achte die Jugend,du weißt nicht,wie sie sich entwickeln wird.« Konfuzius (551 -479 v.Chr.,latinisierter Name für Kongfuzi,K'ung-fu-tzu,»Meister Kong «,eigentlich Kong Qiu,K'ung Ch'iu,chinesischer Philosoph)

»Die verschiedenen Altersstufen des Menschen halten einander für verschiedene Rassen:Alte haben gewöhnlich vergessen, daß sie jung gewesen sind,oder sie vergessen,daß sie alt sind,und Junge begreifen nie,daß sie alt werdenkönnen.« ((Kurt Tucholski,Der Mensch)

Wir sind die Leute,vor denen uns unsere Vorfahren immer gewarnt haben !

Schon die alten griechischen Philosophen, wie Sokrates haben die Unzulänglichkeiten der Jugend bemängelt. Und das mit ähnlichen Worten wie das heute getan wird.

Zitat:

Die Jugend liebt heutzutage den Luxus. Sie hat schlechte Manieren, verachtet die Autorität, hat keinen Respekt vor den älteren Leuten und schwatzt, wo sie arbeiten sollte. Die jungen Leute stehen nicht mehr auf, wenn Ältere das Zimmer betreten. Sie widersprechen ihren Eltern, schwadronieren in der Gesellschaft, verschlingen bei Tisch die Süßspeisen, legen die Beine übereinander und tyrannisieren ihre Lehrer.

Sokratesgriechischer Philosoph (um 469 vChr - 399 vChr)

Meine Frage: Wieviel Antworten braucht man, um zu belegen das früher alles besser war?

Sokrates habe ich schon angeführt. Viele weitere lassen sich anführen. Von Sokrates bis heute.

Und wenn ich das letzte halbe Jahrhundert nehmen will, dann benenne ich gutefrage.net

Es ist nicht die Ausnahme das hier Aussagen gemacht werden die der Aussage von Sokrates gleichen.

Ebenso wird hier die Behauptung aufgestellt früher war es besser. Heute kennen die Kinder ihre Rechte besser als ihre Pflichten.

Dazu kann ich nur sagen: ich habe schon vor einem halben Jahrhundert meine Rechte "studiert" und meinen Eltern und Lehrern erklärt was sie dürfen und was nicht.

Und ich war nicht der einzige aus dieser Generation.

Daher behaupte ich das sich seit Jahrtausenden nichts geändert hat.

Auch nicht die Sichtweise: "Früher war es besser".

Hallo, gute Frage und auch gute Antworten. Was mir aber hier noch bißchen fehlt, ist der Punkt, dass wir in einer Gesellschaft leben in der Kinder nicht als unsere Zukunft angesehen werden, sondern unsere Gesellschaft ziemlich kinderfeindlich ist. Die Erziehung ist in den Augen der Gesellschaft allein Aufgabe der Eltern. Das ist einfach ein großer Berg Verantwortung, der auf den Schultern der Eltern lastet. Es können sich die glücklich schätzen, die Omas oder Tanten in der Nähe haben, die Zeit und Lust haben, sich (auch) um den Nachwuchs zu kümmern. Meistens jedoch kümmern sich die Eltern, oder die Mutter allein, um die Kinder. Da muß man sich nicht wundern, wenn die Eltern manchmal einfach überfordert sind. Gewalt ist natürlich in jeder Hinsicht abzulehnen, weil keine Lösung. Die Frage ist nur, inwieweit die Eltern merken, dass sie überfordert sind und sich Hilfe holen. Die Eltern müssen arbeiten, die Lebenshaltungskosten (z.B. Miete) werden immer teurer, die Kinder haben Ansprüche, die Eltern kaum Zeit, der Druck auf Arbeit wird immer höher. Man hat immer weniger Zeit für seine Kinder. Dann der Druck, dass man seine Kinder gut erziehen möchte, sollten sie nicht so "wie die anderen" sein, wird versucht sie irgendwo "reinzupressen" und ruhigzustellen- Stichwort ADHS - das Kind muß halt ins "gesellschaftliche Schema" passen. Dabei hat es aber immer weniger Platz zum SPielen (Stichwort Rasen mit Schild "Fußball spielen verboten"), keiner will einen Kindergarten als Nachbarn haben, die sind ja so laut...usw. Alle sagen wir brauchen mehr Kinder, aber wieviele Arbeitgeber können kinderfreundliche Arbeitszeiten und Kinderbetreuung anbieten?

kiniro 23.04.2011, 17:56

Oder der kinderlose Nachbar mit Hund, der selbst alles andere als leise ist und beim JA anruft, wenn das Kind mal etwas lauter ist.

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Das liegt daran, dass die meisten Menschen am Vorbild lernen und das Verhalten nachmachen. Die meisten sind halt mit Gewalt groß geworden und, auch wenn sie das nicht toll fanden, ist das das erste Mittel der Wahl! Das ist einfacher, als sich mit Pädagogik zu beschäftigen! Da wird man mit so vielen -dingen konfrontiert, die neu sind – da kann man fast das Gefühl kriegen man weiß gar nichts. Das ist das alltägliche Leben und vieles ist ganz anders. Zugegeben ich musste auch lernen, wenn ich mich geärgert habe, erst mal einen Schritt zurückzutreten, ruhig überlegen und dann erst reagieren, weil ichs anders gelernt hatte; aber Kinder helfen einem beim lernen, denn man kommt viel leichter mit Ihnen zurecht, wenn man sie respektvoll behandelt! Ja und dann ist da noch die Freundin, die Nachbarin … Und da eine andere Meinung? Das machts noch schwerer. Und dann passierts: Das Kind macht etwas, was jeder Aussenstehende sofort als Respektlosigkeit erkennt!!! Peinlich, peinlich. Oder noch schlimmer, ein Fremder wird respektlos behandelt! Wer da nicht sofort hart durchgreift, hat verschissen. Habe selbst erlebt, wie meine Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter so etwas mit mir machten. Eine selbstbewusste Reaktion mit dem Hinweis dass das nicht nett ist – und später in Ruhe darüber geredet! Da stellte sich heraus, die haben nur ausprobiert, wie ich reagiere, wenn man so etwas mit mir macht, wie sie selbst erlebt haben! Ein ruhiges Gespräch – die Vorfälle wurden weniger, das Vertrauen meiner Kinder wuchs, die Achtung der Umgebung sank! Da hörte ich oft den Spruch „lass Du Deine Kinder mal in die Pubertät kommen“ Der Eine ist Volljährig, der Andere verlässt gerade die Pubertät – wir reden noch, und die Erzieherin die mir den Satz mehrmals sagte, klagte über ihre schwierige Tochter! Hier im Forum bin ich über den Satz gestolpert: „Pubertät ist Paybacktime“. Das ist so, und es ist gut so!

also gewalt in der erziehung ist n i e eine lösung!!!! wir haben so einen großen wortschatz und wenn wir uns auch nur ein klein wenig mühe geben, müssen wir k e i n e gewalt anwenden. kinder die mit schlägen erzogen werden, sind aufsässig. habe das bei meiner schwester leider miterleben müssen. sie war so "abgehärtet", dass sie mir sagte: ach, das tut kurz weh, aber das vergeht auch wieder. sie hat seid jahren keinen kontakt mehr zu meinen eltern und wie ich finde, nicht ohne grund! also liebe eltern bitte bitte denkt daran, wir leben nicht mehr im mittelalter!!! wenn man jemanden liebt, dann schlägt man ihn nicht!!!!! frohe weihnachten

Ich denke, da viele eine selber eine sehr strenge Erziehung hatten und sich geschworen haben, dass sie "besser" zu ihren Kindern seien würden. Dass dies diesen nicht hilft, sondern ihnen nur jede Autorität aberkennt macht, realisieren sie oft zu spät. Das macht eine schwierige Situation, da diesen widerrum dann zumeist auch nicht erziehung vemitteln können.

die Eltern von Kindern haben es auch einmal verdrängt, was in ihrer Kindheit zuviel oder zuwenig war, weil es zu schmerzvoll für ein Kind ist, auszuhalten, dass man nicht wirklich geliebt wird. Dann geben sie das Erfahrene und Erlernte unbewußt und bewußtos wieder an ihre Kinder weiter. Denn ein Kind lieben heißt, es in seinem Dasein und Sein zu verstehen. Es nicht zu manipulieren, zu kontrollieren, es nicht nur!!nach seinen eigenen Wünschen und Vorstellungen zu formen, es nicht zu unterwerfen, es hörig oder gefügig, brav oder böse zu machen, indem man es verletzt, erniedrigt, herabwürdigt, demütigt, bestraft, nur kritisiert, statt es zu fördern, in jeder Beziehung. Kinder sollen in die Selbstbestimmung hineinwachsen können, so dass sie ein starkes und gesundes Selbstbewutsein entwickeln können. Kinder oder den Mensch überhaupt in seinem Wesen zu verstehen, hat erst wirklich begonnen, als die Psychoanalyse ihren Einzug hielt. Was Liebe bedeutet, weis der, der sie durch die Eltern erfahren durfte und der, der seine unheilvolle Vergangenheit aufarbeitete, indem er sich mit sich und seiner Vergangenheit, nicht nur oberflächlich, sondern intensiv damit auseinandersetzte. Manche Kinder haben soviel erlitten und gelitten, so dass sie nicht mehr verdrängen konnten und sich das Erlebte ein Ventil in der Depression oder Krankheit suchte. Mit allen möglichen Süchten wird die Verdrängung oft nur unter Kontrolle gehalten, bzw. man kann damit Konflikten und Hilflosigkeiten und Ängsten aus dem Weg gehen. Deshalb scheitern so viele Eltern an der Erziehung ihrer Kinder, weil ihnen die Vorbilder fehlten oder weil sie ihre eigene Kindheit verdrängen, verdrängen müssen.

Vorbild sein ist sehr wichtig aber ob die Kinder es angenommen haben zeigt sich offenbar in vielen Dingen wirklich erst nach Jahren. Habe u.a. Zwillinge (zwei-eiig) die jedoch sowas von verschieden sind. Und so unterschiedlich ist auch ihr annehmen koennen /wollen dessen was wir Eltern vorleben bzw. was wir mit/von ihnen lernen. Manchmal aber auch Herausforderungen auf Eltern zu mit denen man einfach vorher so nicht rechnet: koerperliche oder psychische Behinderungen die es dem Kind aber auch uns Eltern nicht gerade leichter machen.

Für Kinder braucht man Zeit - um für sie da zu sein, offene Ohren - um ihre Probleme zu hören und Verständnis um ihnen einen guten Lebensweg aufzuzeigen, auch um liebevoll Grenzen zu setzen. Aber vielen Eltern ist das zu anstrengend. Sie wollen ihren Traum und ihre Vorhaben verwirklichen ohne Einschränkungen. Leider geht nicht alles auf einmal.

Viele junge Eltern machen sich Gedanken darüber, wie sie ihre Kinder „besser“ erziehen können als ihre eigenen Eltern es konnten. Und manche Kinder und jungen Menschen sagen:

Ich kann es nicht mehr hören, wenn meine Eltern „rum singen“.

Ich kann das auch nach vollziehen. Ich kann nämlich nicht singen. Und trotzdem habe ich meine Kinder damit „gefoltert“ und ihnen gesagt was ich denke. Ich habe ihnen das folgende Lied vorgesungen. Und als sie alt genug waren, habe wir es gemeinsam gesungen.

Und heute sind meine „Kinder“ beide um 30 Jahre. Ob ich alles richtig gemacht habe bei ihrer Erziehung, bezweifle ich. Sicher habe auch ich Fehler gemacht. Aber das mein „singen“ Erfolg hatte, bestätigen sie mir.

Heute singen sie ihren eigenen Kindern dieses Lied vor.

Mein Kind,

Nicht geboren und nicht mal gezeugt, ich denk an dich.

Wie's sein wird, wenn du lebst. zum Menschen wirst. Wie Du lernst, verstehst und dich auch oft irrst.

Es wär schön, wenn ich's mit dir erleb'

Doch ich hab' Angst, daß die Welt zerbricht und ich kann nichts tun für dich Mein Kind,

Kleine Mädchen werden schnell zur Frau, ich stell mir vor, Wie du jedes kleinste Recht erkämpfen mußt

Dein Gesicht zählt mehr, als das, was du sagst Und wenn du zu widersprechen wagst,

Sagt man dir blos:

Es war schon immer so. Mein Kind, dann wehre dich bloß Und wenn du ein Junge wirst, ist es deine Pflicht in einen sinnlosen Krieg zu ziehen, ganz egal, ob du willst oder nicht

Mein Sohn Wenn du deine Zärtlichkeit verlierst. weil man dir sagt, Ein Mann hat stark zu sein, dann hab' ICH bei dir versagt! Denn ich weiß, du stehst vor mir, an einem fernen Tag und fragst mich, warum habe ich dir das alles nicht erspart?

Mein Kind,

Nicht geboren und nicht mal gezeugt. Ich denk an dich. Und habe Angst davor, Daß du am Leben zerbrichst Tochter oder Sohn: Mir ist, als kenn ich dich schon ….............

Der Text dieses Liedes Stammt NICHT von mir.

PETER MAFFAY hat dieses Lied geschrieben und komponiert.

Ein „Kind“ das 1968, nach zweimaligem Sitzenbleiben, vom Gymnasium abgehen musste. Und dann die Schule „geschmissen“ hat. Ein junger Mensch, der eine Ausbildung begann und sich in seiner Ausbildung „Fehl am Platz“ fühlte. Und die Ausbildung „geschmissen“ hat. Ein junger Mann, der 1970 seine erste Platte heraus brachte, mit dem Titel „DU“. Die der Hit des Jahres wurde. Ein Schulabbrecher, Ausbildungs-Verweigerer, dem jeder prognostiziert hat: „Aus dem wird nichts“. Heute ist er über 40 Jahre erfolgreich. Er ist aktiv im Kampf gegen Kindesmisshandlung und sexuellen Missbrauch von Kindern. Und er investiert Hunderttausende € in diese Projekte.

Für Gewalt gibt es natürlich keine Entschuldigung!! Es liegt aber u.A. auch daran, dass es für Kindererziehung einfach keine Patentlösung gibt... Was bei dem einen Kind auf Anhieb funktioniert, kann das andere Kind wahnsinnig aggressiv machen! Oder ins komplette Gegenteil umschlagen. Fehler in der Erziehung sind unvermeidbar ... Dazu kommt, dass man auch oftmals unterbewußt das an das eigene Kind weitergibt, was die eigenen Eltern einem vorgelebt haben - einfach weil man es nie anders gelernt hat. Da gehört viel Kraft dazu, das Gelernte dann wieder zu verlernen und sein Kind so zu erziehenm, wie man es eigentlich wollte! Dann gibt es natürlich noch die Eltern, denen ihre Kinder anscheinend egal sind. Da habe ich weder eine Erklärung noch irgendwelches Verständnis für.

1f2in 21.12.2010, 08:41

Die Wissenschaft ist soweit fortgeschritten, dass gravierende "Fehler" in der Kindheit zu vermeiden sind. Kleinere Mißverständnisse halten Kinder mit Leichtigkeit aus, denn sie können ja wie Du oder ich auch, die Hölle bis "zum Umfallen" ertragen. Deshalb gibt es ja die Psychologen, Psychiater, die über Jahre dem Klienten das wieder ausbügeln helfen können, was einst zu vermeiden gewesen wäre. Vorausgesetzt man hat sich dafür geöffnet. Deshalb kommen ja auch Depressive, Süchtige wieder auf die Beine, wenn sie sich selbst ernst nehmen und das Glück haben, von irgendwoher einmal erfahren zu haben, dass es Hilfe gibt und der Wille da ist, etwas an seinem Leid verändern zu wollen. Warum man das annehmen kann oder ablehnt, das hat auch seine Gründe.

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1f2in 22.12.2010, 20:48
@1f2in

...die ANGST..., die Wahrheit des einmal ungeliebtseins zu erfahren, sie noch einmal in einer Trauerarbeit bewußt als Erwachsener nachzuempfinden und zu erleben und zu ertragen, um zu erfahren, was das und was man aus mir gemacht hatte.

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Nessi83 23.12.2010, 13:46
@1f2in

Und gerade das Annehmen der Hilfe durch Psychologen ist das größte Problem. Man will nicht wahrhaben, dass man ganz genau dieselben Fehler macht wie die eigenen Eltern ... Ich schrieb dir ja bereits, dass ich selber eine (GOTT SEI DANK nur sehr kurze) Phase hatte, in der ich unbewusst in genau das Schema meiner Eltern reingefallen bin - und ich habe mich so sehr geschämt (und es war auch schwer, es überhaupt einzusehen), dass ich es zuerst auch vor meinem Mann verheimlicht habe. Wenn er nach Hause kam, hab ich immer erzählt, wie toll es doch mit meiner Tochter den Tag über war etc etc. Ich kann es gut verstehen, wenn einen da die Scham übermannt, so zu werden wie die Menschen, die man eigentlich dafür verachtet!

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1f2in 30.12.2010, 15:52
@Nessi83

Nessi83, dafür hast Du meine ganze Hochachtung, dass es Dir gelungen ist, Dein Herz zu öffnen und Dir für Dein Kind einzugestehen, dass Du eigentlich auch nur wieder ein Opfer Deiner Eltern gewesen bist. Du hast geschafft, was Deine Eltern nicht aufzulösen fähig gewesen sind, auch weil ihre alten Prägungen noch viel tiefer verschüttet waren und verschüttet geblieben sind. Du hast es in Deiner Ahnengeschichte auf Dich genommen, die Scham zu ertragen, die Generationen unterdrückt haben. Darauf kannst Du nun wirklich als Belohnung, stolz auf Dich sein. Nur deshalb will sich keiner eingestehen, dass er etwas fortsetzt, was er einmal selbst als Kind so schmerzhaft erfahren und erlebt hat, weil dabei alle Gefühle wieder auftauchen die schmerzlich und beschämend sind. Dazu muß man aber hinzusehen beginnen, was habe ich Schmerzliches erfahren, die schmerzhaften Gefühle dazu zulassen können, damit sie heil werden können, um etwas Neuem Platz machen zu können. Nicht umsonst heißt es, wer keine Vergangenheit hat, hat auch keine Zukunft! Du kannst Dich nun glücklich schätzen. Im Märchen vom Rumpelstielchen z.B., liegt der tiefere Sinn dahinter. "Ach wie gut dass niemand weis, dass ich Rmpelstielchen heis". Sobald ein anderer sein Geheimnis lüftete, zerplatzte es und es nahm für alle ein gutes Ende und wurden glücklich dabei.

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jeder mensch ist verschieden...deswegen kann man das was man selbst für sich damals gut geheissen hat auch nicht auf sein kind projezieren...momo1965 hat nur zum teil recht...sicher entwickelt jeder mensch seine eigene persönlichkeit,was auch richtig ist,aber der weg dorthin muss einem kind gezeigt werden (erziehen)denn sonst könnte man ein kind gebären und es dann einfach nur machen lassen

1f2in 22.12.2010, 23:19

Kaninchenfan111,... kommt immer darauf an, was es denn nun ist, was man gut geheissen hat und vielleicht weil ich es aus Übezeugung gut heiße, weil ich mich dabei frei und wohl und verstanden gefühlt habe, dann kann ich auch meinem Kind etwas davon weitergeben. Ich sehe mein Kind ja jeden Tag und kann auch erkennen, wie es sich fühlt und ich sehe ob es bei dem was ich ihm vorlebe, seine Lebensfreude beibehalten kann und ob es neugierig ist auf die Welt in der es lebt.

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ich denke viele eltern merken einfach das sie ihre freiheiten nie richtig gelebt haben, jetzt sind sie für viele jahre an einen ort gebunden und realisieren jetzt erst das sie ihr leben verpassen da das kind nun die erste geige spielt. viele bekommen kinder aus perspektivlosigkeit oder auch langeweile, das kann ja zu nichts führen...

Oftmals fehlt einfach das Verantwortungsbewusstsein, was sich daraus erklärt das in dem Alter wo man in der Regel Kinder bekommt noch eigene Erfahrungen fehlen. Ich würde heute auch vieles anders machen.

1f2in 22.12.2010, 23:41

Es zeichenet Dich sehr aus, dass Du sagen kannst, dass Du heute vieles anders machen würdest. Wenn man das auch seinen Kindern noch ernsthaft im Nachhinein vermitteln kann, dann kann man am Ende trotzalledem mit seinen Lieben im Einklang und Frieden sein.

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Gründe hierfür sind zum Beispiel: Überforderung, mangelndes Verständnis, wenn Eltern selbst eine "schlechte" Erziehung hatten und nie gelernt haben, wie es richtig geht....

Eltern erziehen heute kaum noch nach Verstand und Bauchgefühl sondern nach Ratschlägen aus diversen Erziehungsbüchern. Da steht in jedem was anderes drinn und das verunsichert. Außerdem haben Mütter durch die Erziehungszeiten viel Zeit fürs Kind und die Kleinen werden zu allen möglichen Events geschleppt, wo wieder jeder einen anderen Erziehungsstil propagiert. Eltern sollten ihre Kleinen mit liebevoller Konsequenz erziehen und ihnen auch Grenzen setzen. Dann klappt es.

kiniro 23.04.2011, 17:58

Du widersprichst dir:

Von liebevoller Konsequenz (passt das überhaupt zusammen, wenn man bedenkt, dass Konsequenz auch durch das Wort Strafe ersetzt werden kann) sowie Grenzen setzen.

DAS wird doch in den gemeinen Erziehungsratgebern empfohlen.

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Es gibt dummerweise kein Schulfach Erziehung - vielleicht ist das auch ein großes Geschenk?

Du kannst davon ausgehen, dass fast alle Eltern es besser machen wollen, als ihre eigenen Eltern es mit ihnen gemacht haben.

Aber diese Erziehiung steckt so tief in uns allen drin, dass wir uns kaum bewusst sind, wieviel Arbeit an den Eltern notwendig ist, um tatsächlich etwas zu ändern.

Jedes Kind weiß instinktiv, dass es auf die Eltern angewiesen ist, wenn es überleben will. Fast alle angelernten Muster prägen das weitere Leben und später das Leben der eigenen Kinder und noch eine Generation weiter.

Deswegen ist z.B. das Familienstellen nach Bernd Hellinger eine so wichtige Erfahrung. Da können wirklich Wunder geschehen und alte Verstickungen werden aufgelöst.

Ich unterstelle wirklich allen Eltern, dass sie es besser machen wollen, als ihre Eltern.

Aber ehe nicht die Fehler der Sippe bewusst werden, ist eine nachhhaltige Änderung kaum möglich!

1f2in 21.12.2010, 09:03

Meinem Vater kann ich das zum Beispiel nicht unterstellen, dass er es besser machen wollte, denn er wurde so pervers erzogen, dass er seine Mutter "in Schutz nahm", indem er davon überzeugt war, dass aus ihm "nur etwas geworden ist", weil er Prügel bekam und sie Zuckerbrot und Peitsche austeilte. Er übertraf aber noch seine Mutter, weil der Krieg seine grausame Ader noch vertiefte und er in der Ehe seine "kriminelle Ader" auf dem Rücken von auch Hilflosen unbeschadet und unentdeckt, ausleben konnte. Es gbt genügend Lektüre darüber, wo die Wahrheit nicht verherrlicht oder verheimlicht wird. Die leider letztes Jahr verstorbene Psychoanalytikerin Alice Miller, hat die tiefsten Entdeckungen von Menschen die Eltern hatten oder wieder zu Eltern wurden, ans Tageslicht geschrieben. Die Bücher z.B. "Das Drama des begabten Kindes", oder "Am Anfang war Erziehung" oder "Du sollst nicht merken", beschreibt sie die die "Abgründe" von Eltern, die auch nur Menschen sind. Man ist auch nicht gefeit davon, nur weil man sich den "Titel" der "Elternschaft" an die Brust heften kann und deshalb, wenn man nicht erwischt wird oder die Augen davor verschließt, einem Tabu unterliegt. Mittlerweile geht unsere Gesetzgebung ja gottseidank anders damit um, nur in den Köpfen von manchen Eltern, tickt noch eine andere mittelalterliche verinnerlichte Uhr.

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Raimund1 21.12.2010, 16:08
@1f2in

Ich kenne die Bücher von Alice Miller auch - und trotzdem glaube ich, dass alle Eltern es besser machen wollen, als ihre Eltern.

Aber die eigene Erfahrung ist so stark, dass Mißhandlung oder Mißbrauch sich immer wieder fortsetzen. Und traumatisierende Erlebnisse wie Krieg hinterlassen einen Schaden, der eigentlich gar nicht fassbar ist.

Vielen Dank für deinen Kommentar!

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kiniro 23.04.2011, 13:28

ZUM GLÜCK gibt es dieses Fach nicht.

Erzieherisch geht es schon genug in der Schule zu.

Die meisten Lehrer sprechen doch in erzieherischer Weise zu ihren Schülern: "Schlagt das Buch auf" "Holt eure Hausaufgaben raus" "Schreibt von der Tafel ab".

Wo bleibt da die persönliche Ich-Sprache des Lehrers? Die wenigsten können doch "ich möchte, dass ihr jetzt..." sagen.

Weitere Erziehungsmethode: Belohnung (Sternchen, gute Note), Bestrafung (schlechte Note, vor die Tür setzen, Schulordnung abschreiben lassen, nachsitzen).

Was das mit Erziehung tief in uns drinne betrifft - da gebe ich dir Recht.

Sehr deutlich ist das auch in den Büchern von Alice Miller beschrieben.

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zu wenig zeit/geduld, zu streng oder halt zu wenig,..... gibt so viele gründe aber ich glaube ein kind zu erziehen ist nichht gerade einfach... wenn ich so an mich denke :D

Hast du schonmal auf kleinere Kinder aufgepasst?

Man denkt vielleicht als Jugendlicher, dass es einfach ist. Aber ist es nicht, wenn vieles dazu kommt, wie zB Hausarbeit, Job, Familienprobleme und dann noch das Kind Probleme macht,gerät man schon in schwierigkeiten.

Keevin96 20.12.2010, 23:44

Ich passe täglich auf meinen kleinen Bruder (6) auf und muss auch Haushalt , Zeitung austragen , usw. machen , trotzdem schlag ich meinen Bruder nicht ^^ .

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1f2in 22.12.2010, 22:05

HateAndPain, Du bist erst 15 und wärst total überfordert, wenn Du auf Kinder aufpassen müßtest und Hausarabeit und Job, Familienprobleme und Kind-Probleme bewältigen müßtest. Ich weis nicht wie oft oder wie intensiv Du auf Kinder oder Deine Geschwister aufpassen mußt, aber wenn das zu oft sein sollte, dann ist das noch nicht Deine Aufgabe in dem Alter. Wenn man älter ist, ist das auch nicht einfach, aber trotzdem anders, als wenn Du das aus Deiner jetzigen Sicht beurteilst. Nur auch Erwachsene müßen wissen und es sollte ihnen klar sein, wenn man sich in einer solchen schwierigen Lage befindet, dass das kein Grund ist, seine Kinder dafür verantwortlich zu machen und an ihnen das dementsprechend ungeduldig, überreizt, oder aggressiv auszulassen. Dafür können Kinder als allerletzte etwas, denn die Eltern tragen für ihre Kinder die Verantwortung, dass sie sich gesund an Leib und Seele entwickeln können und das können sie in einem Familienchaos nicht. Dann können sich Eltern eine Hilfe holen, um die Lage und Situation für alle zu verbessern.

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Weil der Staat und seine Behörden stets sagt - "Lass sie doch" wenn Eltern meinen, ihre Kinder an etwas hindern zu müssen. Ich kann es beweisen und zwei Ordner vorlegen. Die Partei, die das maßgeblich zu verantworten hat, gewinnt gerade zunehmend an Boden ! Ich habe ihr auch einmal ein paar Jahre angehört, kennen also die Ortsgruppen- und Landeshauptstadtversammlungen - bis ich mich mit Entsetzen (und schriftlicher Kundgabe desselben) abgewandt habe.

1f2in 22.12.2010, 23:58

Ulenvater das was Du mit "Lass sie doch" durch Staat und Behörden kritisierst, ist mir zu wenig aufschlußreich und deshalb unklar. Die Partei die das zu "verantworten" hat, das müßten dann die Grünen sein, oder? Auch die müssen sich an Gesetze und Vorschriften halten. Eltern können immer ihre Kinder, wenn es unbedingt nötig! erscheint, an etwas hindern, solange sie für ihre Kinder noch verantwortlich sind und sie nicht volljährig sind. Deshalb kann ich mir absolut nichts darunter vorstellen, von dem was Du schreibst.

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Ulenvater2 23.12.2010, 00:21
@1f2in

@1f2in: Richtig ! Ich bemängele Gesetze und Vorschriften, die Änderungen früherer Gesetze beinhalten und zu unhaltbaren Zuständen führten, die mittlerweile ETWAS zurückgefahren wurden - was Väterrechte betrifft. Ich habe mir in meinem ganzen Leben noch nichts aktenkundiges vorzuwerfen, habe (nachdem ich als Zuchtbulle benutzt wurde) auch ein zweites und eheliches Kind nach bestem Vermögen betreut und aufgezogen. Als ich sah, daß die Mutter (Halbzigeunerin) sie zu einer total unselbständigen Person erzog in der Zeit, wo ich das Geld verdiente und alle bezahlten Veranstaltungen wie Balett-Unterricht, Kindergarten etc. nicht besuchte, statt Lebensmittel Plüschhasen kaufte, sodaß nichts zu Essen da war, wenn ich nach hause kam - das Jugendamt eingeschaltet und 5 Jahre beschäftigt. Ein fähiger Jugendamtssachbearbeiter wurde versetzt und es geschah nichts, um die Mutter von ihrem verderblichen Tun abzuhalten (wenn ihr danach war, holte sie das Kind aus dem Unterricht ! "Ich fühlte mich so allein !" Heute ist das Kind ein unfähiges Wrack von 19 Jahren mit Kind und ohne Ausbildung im Ausland. Schon mal was gehört von Federico García Lorca "Bernarda Albas Haus" ? Als wollte sie dieses Stück nachspielen mit EINER Tochter - stilgemäß in SPANIEN ! Entscheidend: Finanzen !!

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