Warum scheinen Frauen allergisch gegen Verantwortung zu sein?

11 Antworten

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Wird es jungen Mädchen nicht mehr beigebracht, selbstreflektiert und vorausschauend zu handeln oder liegt das allgemein am Hedonismus in unserer Gesellschaft?

Sowohl als auch.

Es sind gewisse Kräfte am Werk, die unsere Gesellschaft gezielt zersetzen. Du hast das Resultat erkannt und eine intelligente Frage gestellt. Wenn Du jetzt noch weiter fragst, könnte es interessant und unangenehm werden ;-)

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – Selbsternannter Experte und Coach für heilsame Kommunikation

Durchaus. Ich verstehe auch dass die Auflösung von Familienstrukturen weitreichende Konsequenzen hat. Von gesellschaftlichen Veränderungen bis hin zu Wirtschaft und Politik.
Ich habe nur das Gefühl, dass sich die Leute vehement dagegen wehren, diese Beobachtungen anzustellen.

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Hmm nein.

Dieses "Die anderen sind viel mehr schuld an meiner Lage"-Denken ist geschlechtsübergreifend.

Solche Leute gabs schon früher in meiner Jugend, ich denke das gabs schon immer - in jeder Generation.

Ja, so etwas wird anerzogen/ angewöhnt. Durch die Vorbildfunktion naher Bezugspersonen während man aufwächst. Durch die Erziehung die man bekommt. Also quasi "pampering" ohne Ende, das Goldkind macht nichts falsch, wird nie verbessert, bekommt keine Konsequenzen, braucht nichts alleine machen/ erfahren/ lernen.

Und dann gibts noch jene Menschen, die durch andere Leute erfahren wie simpel ein solcher Selbstbetrug doch zu sein scheint. Einfach die Schuld für die eigene Lage auf andere abwälzen.

Wie gesagt das ist unabhängig vom Geschlecht.

Zu deinen eigenen Beispielen:

  • Singlefrau (die noch immer die ehmalige Beziehung und die damit verbundenen Auswirkungen verarbeitet): Daran sehe ich nichts Schlimmes. Es ist doch gut wenn man erst mal in Ruhe (über einen individuellen Zeitraum hinweg) die Exbeziehung verarbeitet, zu sich selbst zurückfindet, sich darüber bewusst wird was in der vorherigen Beziehung falsch lief - um daraus zu lernen.
  • Frauen die Abtreibung als "Notfall-Exit" benutzen, statt gescheit zu verhüten: Das ist echt dumm, dem eigenen Körper gegenüber verantwortungslos. Möglicherweise einfach total naiv. Aber so etwas kommt nicht so häufig vor.
  • "Alleinerziehende, die nicht geschafft haben einen guten Mann zu finden/ zu halten": Hah nein. Zur Verhütung gehören grundsätzlich 2 Menschen (also die beiden die am Sex beteiligt sind). Wenn doch mal ein Verhütungsunfall geschieht gibts 3 Sorten Männer. A: besteht drauf das abgetrieben wird, nötigenfalls mit der Drohung sich zu trennen falls nicht abgetrieben wird. B: verspricht das Blaue vom Himmel herunter a la "Wir schaffen das schon gemeinsam", haut dann während der Schwangerschaft oder nach der Geburt ab. C: steht zu dem was da passiert ist, hält zur Partnerin, bleibt da.

Dann kommt es hin und wieder vor das Beziehungen zerbrechen... Der Bestand einer Beziehung ist von beiden Hauptbeteiligten abhängig, nicht einzig nur von einem alleine. Daher geht die Verallgemeinerung "sie hat es nicht geschafft ihn zu halten" absolut nicht auf. Beziehungen können zerbrechen, auch wenn man gemeinsame Kinder/ andere gemeinsame Verantwortlichkeiten hat. Selbst zwischen zwei absolut herzensguten, aufgeschlossenen, freundlichen, treuen, fürsorglichen Menschen kann es zum Bruch kommen... so das sie sich trennen.

Ja und dann? Dann ist da also ein Mensch alleinerziehend (egal ob Mann oder Frau). Das ist nicht einfach, logisch. Es ist anstrengend, logisch. Man ist beruflich eingeschränkt, logisch. Und neue Beziehungen? Die sind nicht so leicht zu finden wie als kinderlose Person. Auch das ist logisch. Es ist nicht unmöglich, aber es ist eben schwieriger.

Ich würde dir grundsätzlich zustimmen. Und ich würde sagen, dass Frauen grundsätzlich gesellschaftlich mehr "gepampered" werden als Männer, vor allem im Jugendalter.
Zu den Beispielen:
1.) Das war nicht der Fall, vielleicht habe ich das undeutlich formuliert, ich meinte dass sehr viele Frauen die Schuld für eine schlechte Beziehung immer beim Expartner suchen und NIE bei sich selbst. Das resultiert dann auch darin, dass sie NIE daraus lernen.
2.) Du wärst überrascht. Über 70% der Frauen nehmen Abtreibungen vor, "weil es eben nicht in ihren Lebensplan passt." also im Klartext: weil sie nicht mit den Konsequenzen ihres Handelns leben wollen.
3.) Es steht jeder Frau (zum Glück) frei, ihren Partner frei zu wählen. Fall A gibt es mit weniger als 1% fast nicht. Unter Fall B und C kann sie sich das vorher überlegen, bevor sie die Beine breit macht.
Beziehungen zerbrechen nicht "einfach so", es liegt immer in der Verantwortung einer (oder beider) Partner, wenn eine Partnerschaft auseinandergeht.

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Generell wird Verantwortung immer mehr weggeschoben. Ich könnte es vielleicht gelten lassen, wenn man es auf Feministen schiebt. Die stechen was das angeht tatsächlich heraus. Da wird nun wirklich mit allen Mitteln versucht der Frau keine Verantwortung zuzuschreiben und sie wird regelmäßig als Opfer dargestellt.

Generell würde ich aber sagen, ist dass immer mehr ein Geschlechterübergreifendes Problem. So Themen wie das Bedingungslosegrundeinkommen, wo gefühlt eine ganze Generation schon vor dem Berufsleben am liebsten in Rente gehen würde. Ja keine Verantwortung übernehmen, erst Recht keine Eigenverantwortung, ich studiere einfach bis ich 40 bin irgendeinen Quatsch und der Staat sorgt schon für mich. Wenn überhaupt arbeiten, dann in irgendeinem Angestelltenverhältnis und ja nichts eigenes aufbauen, sonst könnte man ja die Dinge anders machen über die man so gerne meckert.

Wird es jungen Mädchen nicht mehr beigebracht

Ich denke eine ganze Generation leidet da aktuell drunter. Ein gut ausgebauter Sozialstaat, lässt nach mehreren Generationen des Wohlstandes die Menschen wohl immer unselbständigen werden. Erreichtes wird als selbstverständlich wahrgenommen und nicht mehr gewerzschätzt. Wie denn auch, ohne das andere jemals gesehen zu haben. Vielleicht braucht der Mensch diese Auf und Abs in seiner Entwicklung.

Diese Beobachtungen kann ich in Gänze unterschreiben

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Ich denke es liegt auch oft daran, dass Kinder zu verwöhnt werden. Oder auch dementsprechend Vorbilder in der Familie hatten. Ich kenne beide Fälle.

Meine Mutter war zB immer sehr in der Opferrolle, traf eine falsche Entscheidung nach der anderen und ging immer den bequemeren Weg weil meine Oma am Ende des Tages sich ohnehin um alles kümmerte, uns mit Essen versorgt hat, die Wäsche gewaschen und gebügelt hat usw. Meine Mutter entschuldigte ihr jahrelanges Nichtstun damit, dass sie ja vier Kinder hat und deshalb nicht arbeiten kann. Nur um uns hat sie sich jetzt auch nicht wahnsinnig viel gekümmert.... Ich habe als Kind die Wohnung aufgeräumt und gekocht seit ich 8 war damit wir Essen am Tisch haben.

Und obwohl sie mich mit 14 in eine Lehre schickte gegen meinen Willen, damit ich Geld verdiene und Kostgeld abliefere, habe ich danach Abendschule gemacht und ein Studium am zweiten Bildungsweg abgeschlossen.

Ich würde sagen, ich bin das genaue Gegenteil meiner Mutter, aber vlt habe ich das ja auch gerade ihr zu verdanken. Ich denke, hier kann man kein Klischee bedienen und es gibt so viele Lebensgeschichten die einfach das eine oder andere begünstigen. Aber im Grunde ist es wichtig, den Kindern Selbstbewusstsein und auch Selbstverantwortung mitzugeben.

Aber wenn ich dann so Spaßbücher lese von Pädagogen die Zitate der Eltern wiedergeben ala: Verschieben Sie die Deutsch-Schularbeit, mein Kind hat Geburtstag.... dann gehe ich eher davon aus, dass es schlimmer wird!

Es ist wichtig, dass man seinen Kindern ein stabiles und funktionierendes Umfeld bietet. Aber Überbehütung löst eher das Gegenteil aus!

Ein spannendes und schwieriges Thema! Keine Frage!

Das ist eine Verallgemeinerung von dir, die so nicht zutrifft. Es gibt Frauen, aber genauso auch Männer, die sich ihrer Verantwortung entziehen. Ich fange jetzt mal in meiner eigenen Familie an, wie sich die MÄNNER aus der Verantwortung gezogen haben:

  • Ich wurde schwer krank und mein Vater hat meine Mutter mit mir alleine gelassen, weil er damit nicht klar kam. Meine Mutter hat sich komplett alleine um mich gekümmert, ich war 6 Jahre lang ein Pflegefall
  • Mein Mann war ein Wunschkind, sein Vater (bzw. Erzeuger) hat seine Mutter geheiratet, wollte dieses Kind, und als das Kind dann auf der Welt war, ist er abgehauen und die Mutter alleine mit dem Kind zurückgelassen und sich weder gemeldet noch Unterhalt gezahlt. Mein Mann kennt seinen Vater also nicht.
  • Meine Mutter war ein uneheliches Kind, der Kindsvater hat sie verleugnet und sich wieder aus dem Staub gemacht, da es damals keine DNA-Tests gab, war ihm nichts nachzuweisen

Also, in welchem der Fälle tragen denn die Frauen die Schuld? In diesen Fällen gewiss nicht. Und wenn ihr Männer keine Kinder haben wollt, dann benutzt gefälligst Kondome oder lasst euch sterilisieren, aber haut nicht einfach ab, wenn es passiert ist und hört auf, die Schuld den Frauen zuzuschieben.

Also, warum sind diese Männer denn nicht bei ihren Kindern geblieben?

Es ist natürlich kein guter Move, sein Kind im Stich zu lassen. Dennoch würde ich mir die Frage stellen: Warum haben sich deine Mutter, deine Oma und die Mutter deines Vaters solche Männer ausgesucht und mit ihnen geschlafen?
Klingt eher nach furchtbar schlechtem Entscheidungsvermögen und Trauma, das von Generation zu Generation weitergegeben wurde.

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@Skadi13

Erstens rede ich da von ZWEI verschiedenen Familien, nämlich meiner und der meines Mannes.

Zweitens wurde meine Oma damals in den 60ern Jahren vergewaltigt und so ist meine Mutter entstanden. Die Pille danach gab es damals nicht und Aufklärung genauso wenig, also wusste meine Oma nicht mal, dass sie schwanger ist.

Meine Mutter war 25 Jahre lang verheiratet und mein Vater ist abgehauen, weil er eine Midlife-Crisis hatte, er hat sich einen Porsche Sportwagen gekauft, ist auf Weltreise gegangen und hat seine Frau mit dem kranken Kind alleine gelassen.

Und woher sollte meine Schwiegermutter wissen, dass der Mann, der sie geheiratet hat und ein Kind mit ihr geplant hat und auch wollte, sie kurz nach der Hochzeit sitzen lässt? Das ergibt keinen Sinn.

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@Katze446

Das tut mir leid, dann kann deine Oma auf jeden Fall nichts dafür.
Was den Rest angeht bleibe ich dabei: Natürlich ist es absolut widerlich, seine Familie im Stich zu lassen aber es gibt nunmal gewisse charakterliche Anzeichen, die so etwas im Voraus erkennen lassen.
Der Trick ist, darauf zu schauen was die Menschen tun statt auf das zu hören, was sie sagen.

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@Skadi13

Menschen verändern sich im Laufe ihres Lebens. Als meine Eltern geheiratet haben, waren sie noch jung und bei der Scheidung waren sie fast 25 Jahre verheiratet. Dass nicht mehr alles so war wie zu Beginn, dürfte klar sein. Und dass Menschen sich über die Jahrzehnte verändern, dürfte auch klar sein. Ich bin heut mit Mitte 30 auch nicht mehr so, wie ich vor 20 Jahren als Teenager war.

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@Katze446

Stimmt. Ich würde dennoch sagen, dass grundsätzliche Charakterzüge und Werte gleich bleiben, selbst wenn sich Ausprägungen davon ändern können.

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@Skadi13

Das denke ich auch. Aber ich glaube, dass in der Ehe einfach zu wenig über Probleme geredet wird. Das geht dann so lange, bis es einer nicht mehr aushält und geht. Vielleicht wäre einige Ehen noch heute erhalten, wenn sich die Eheleute um Klärung der Probleme gekümmert hätten und ehrlich miteinander geredet hätten, was ihnen nicht passt und was verbessert werden sollte.

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@Katze446

Absolut. Ich denke das liegt aber auch daran, dass es keine Sanktionen gibt, wenn eine Ehe beendet wird. Weder gesellschaftlicher Natur noch rechtlicher Natur. Noch in den 50gern wäre eine Frau nach der Scheidung wieder zurück zu ihren Eltern gezogen und der Mann hätte das Sorgerecht für die Kinder bekommen. Mittlerweile ist es so, dass sich der schlechter verdienende Part an einer Scheidung bereichern kann, das ist ein beunruhigender Trend und fördert nicht gerade das Kommunikationsverhalten.

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@Skadi13

Die wenigsten heiraten, um sich zu bereichern. Und wenn das Vermögen gemeinsam in der Ehe aufgebaut wurde, dann ist es auch richtig, dieses Vermögen zu teilen, denn es haben beide zusammen erwirtschaftet. Will man dies nicht, gibt es Eheverträge. Ist also alles regelbar. Und da kann sich der besserverdienende Ehepartner auch nicht beschweren, wenn er zur Kasse gebeten wird, er hätte ja einen Ehevertrag machen können. Also selbst schuld.

Übrigens wären die Kinder früher auch bei den Frauen geblieben und der Mann hätte zahlen müssen, das weiß ich von meiner Oma.

Du suchst die Schuld immer bei den Frauen, das ist dein Problem. Wenn du solche Vorurteile hast, dann heirate halt nicht und lasse eine Vasektomie durchführen, dann passiert dir das nicht.

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@Katze446

Klar, die wenigsten haben vor dem Altar die Absicht sich zu bereichern. Aber wenn dann der Tag kommt, an dem einen der Andere nur noch nervt, sieht diese Option sicher verlockender aus.
Mit Eheverträgen ist es in Deutschland sehr schwierig, da sie schnell von einem Gericht für nichtig erklärt werden können, man gibt da also leider auch schnell die Kontrolle ab.
Nein, ich suche die Schuld bei beiden. Im übrigen bin ich selbst eine Frau, da wird das mit der Vasektomie schwierig ;)

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@Skadi13

Ja, dann wird das tatsächlich schwierig :-)

Aber wie gesagt, wer da Angst hat, darf halt nicht heiraten. Man kann auch ohne Ehe zusammenleben.

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@Katze446

stimmt wohl. Ich muss zugeben dass viele junge Männer in meinem Freundeskreis aus bereits genannten Gründen nicht heiraten und keine Familie wollen.
Ich persönlich schon und habe auch den geeigneten Mann gefunden, das muss letztlich jeder selbst wissen.
Übrigens möchte ich mich entschuldigen, ich meinte das vorhin nicht so persönlich, wie es vielleicht rüberkam. Danke dass du dich so zivilisiert verhalten hast und wir ohne Beleidigungen ausgekommen sind. War eine nette Unterhaltung.

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@Skadi13

Alles gut. Ja, konnte mich gut mit dir unterhalten. Bleib gesund und LG

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