Warum sagen viele "wie" statt "als" oder "zumindestens" statt "zumindest"?

15 Antworten

Als ist ein ziemlich junger Ersatz für wie, der sich zwar in der Standardsprache, aber in den Dialekten kaum oder gar nicht durchgesetzt hat. Es in der alltäglichen Standardsprache mündlich zu verwenden, ist grammatikalisch einwandfrei, beim Schreiben gilt aber die Grammatikkonvention, als zu verwenden.

Als ähnelt wie in sehr vielen Belangen: 

Als er hinschaut, geschieht ein Wunder. 

  Wie er hinschaut, geschieht ein Wunder.

– Sowohl Adam als auch Eva schuf Gott aus Dreck. 

   Sowohl Adam wie Eva schuf Gott aus Dreck.

– Ich bin größer als du.

   Ich bin größer wie du.

_________

Ein Gebot des Sprachwandels ist Redundanz. Sie macht Wörter immer länger und fügt Phrasen überflüssige und doppelte Information hinzu. In der gesprochenen Sprache ist sie ein wichtiges Mittel, um sicher zu gehen, dass man auch richtig (und zwar ganz richtig!) verstanden wird.

Daher hängt man immer mal wieder Silben an Wörter an, um sie einem bestimmtem Schema anzugleichen. Es gibt viele (u.a. von Indefinitpronomina) abgeleitete Adverbien, die auf -ens enden:

– wenigstens, mindestens, höchstens, meistens, letztens, spätestens, …

Die zwei ersten Bestandteile der Silbe -ens wiederum sind bloße Aussprachehilfe. Eigentlich geht es nämlich um das Suffix -s, das man bei Adverbien zuhauf antrifft (oftmals erstarrte Fallendungen):

– abends, abseits, allerdings, auswärts, bäuchlings, bereits, damals, eigens, flugs, innerorts, jemals, jeweils, jenseits, links, nachts, öfters, rechts, schnurstracks,  teils, vergebens, vollends, weiters, …

Adverbien auf -s sind Legion. Für zumindest, das in derselben syntaktischen Rolle wie wenigstens und mindestens gebraucht wird, und das dieser Anzahl von s-Adverbien gegenübersteht, ist es beinah unmöglich zu widerstehen, selbst dieses Suffix anzunehmen.

Ich sehe das völlig emotionslos: die einen beherrschen den Komparativ - die anderen nicht. So what?

Seit der Rechtschreibreform gilt, dass viele Varianten gültig sind und verwendet werden können. Da habe ich in meiner Kindheit umsonst die Regeln für Grammatik und Orthographie gelernt, um nicht blöd dazustehen - jetzt ist alles gleich.

Dazu kommt noch das Desaster mit Eingabesoftware, Auto-Vervollständigen  und Autokorrektur, die unsere Sprache weiter verhunzen - und niemanden stört es. Dann die Kasusendungen - futsch, falsch, für die Katz.

Und dann wird - sicher in einer Variante von vorauseilendem Gehorsam - ein stark vereinfachtes Deutsch mit unseren 'Gästen' praktiziert, nur um ihnen nicht das Gefühl zu geben, sie hätten noch nichts groß gelernt  -  das kommt noch dazu.

Man muss dazusagen: nicht jeder hat sprachliches Talent - das ist eine Gabe. Je nach Berufsbild kommen auch nur die einen und nicht die anderen für bestimmte Positionen infrage. Diese Selektion findet gleich beim Bewerbungsschreiben statt. 

Ich habe aufgehört, mich aufzuregen - und dieses Forum ist auch nicht repräsentativ als Bevölkerungsquerschnitt zu sehen. Hier gibt es einige tapfere Deutschlerner, die um Erläuterungen bitten und bemüht sind, sprachlich alles richtig zu machen; vor denen habe ich großen Respekt und dort antworte ich gern. 

Die Rechtschreibung hat nichts mit der Grammatik zu tun. Abgesehen von einigen Schreibvarianten bei der Getrennt- und Zusammenschreibung ist die neue Rechtschreibung genauso kompromisslos wie die alte.

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@Deponentiavogel

Naja, wie mans nimmt: eine fehlende oder falsch geschriebene Kasusendung = relevant sowohl für Rechtschreibung als auch  Grammatik.

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Es gibt immer mehr Menschen, die nicht genau wissen wie's richtig ist. Je mehr Menschen so reden, umso mehr Menschen hören das und benutzen es dann auch falsch.. irgendwann reden so viele Menschen so, dass es in den 'normalen' Sprachgebrauch und in die Konvention aufgenommen wird.

Dann wird es in den Duden übernommen und ist schliesslich auch 'richtig'

Das Ganze nennt sich dann Sprachwandel

Mir graut davor, denn manches davon hört sich für mich an wie das Quietschen von Kreide an einer Tafel.

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@Derschnupfen

Damit bist du nicht alleine.. und jetzt stell dir mal vor, wie sich die Sprache gewandelt haben muss, als der Rundfunk Einzug hielt, mit Radio, Fernsehen und vor allem: Sendungen aus 'MURICA! Da haben wir's heute noch vergleichbar "ruhig".

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@Thake

Thake: Meinst du mit 'Murica' vielleicht 'Murcia'? Sonst verstehe ich nicht, was du meinst.

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@Spielwiesen

"murica" ist eine Verballhornung von "America".. damit wollte ich ausdrücken, dass es sich dabei um Sendungen mit wenig (Bildungs-)Inhalt handelt.

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Du arbeitest gerade am Sprachwandel von "desto" hin zu "umso"...

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@Maxieu

Der Duden sagt, dass "je" mit "umso" eine proportionale Verstärkung ausdrückt, was in dieser Formulierung absolut Sinn macht. Ich seh grad das Problem nicht?

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@Thake

Thake:  Ich denke, gemeint war ('Je mehr Menschen so reden, umso mehr Menschen hören das und'), dass hier 'desto' statt 'umso' hätte stehen sollen. 

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Zu viele grammatikalisch falsche Sätze hören - irgendwann selber falsch sprechen?

In den letzten Jahren höre ich immer mehr Menschen grammatikalisch falsche Sätze sprechen. Früher war ich immer sehr gut, mich auszudrücken und Sätze korrekt zu formulieren, aber seit ich immer mehr falsche Sätze höre, werde auch ich immer schlechter und erwische mich selbst dabei, wie ich etwas falsches sage. Das liegt zum Großteil daran, dass vor allem die Älteren Generationen (und damit meine ich nicht nur Oma+Opa sondern auch Eltern und größere Geschwister) den Jüngeren falsche Sätze "eintrichtern".

Immer öfter höre ich Sätze wie

  • "Ich tue schwimmen"
  • "Wir fahren nach Tante Giesela"
  • "Einmal mit ohne Mayoinnaise"
  • "Ich bin älter wie du"

Natürlich nicht ständig, doch hin und wieder passiert das mal. In letzter Zeit fällt mir verhäuft auf, dass ich manchmal Probleme habe, "wie" und "als" zu unterscheiden. Früher konnte ich das ziemlich gut, mitlerweile muss ich kurz eine Redepause einlegen um eine Kontrolle durchzuführen, welches Wort passt. Meistens weiß ich es auch, aber es ärgert mich, dass ich diese falschen Sätze in mich "aufnehme".

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