Warum sagen alle von der DDR, dass sie gar nicht Pioniere oder in der Partei waren?

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11 Antworten

Wie kannst du denn behaupten, ALLE? Kennst du denn ALLE ehemaligen, noch lebenden DDR-Bürger?

Da muss ich sagen, dass du einen ziemlich großen Bekanntenkreis haben musst. Glückwunsch.

Ich kenne viele ehemaligen DDR-Bürger. Aber das, was du behauptest, trifft auf diese kaum zu. Vielleicht liegt es daran, dass ich selbst den größten Teil meines Lebens in der DDR lebte.

Von heutigen jungen Menschen wird häufig vorausgesetzt, dass ein ehemaliger DDR-Bürger in der Pionier- oder FDJ Organisation gewesen sein muss. Gleiches trifft für die SED bzw. die Stasi zu.

Nein, es war nicht so, zumindest bei vielen. Ich war Pionier und FDJ'ler, verweigerte die "Deutsch-Sowjetische Freundschaft" (eine Organisation in der DDR) und wurde nie Partei oder SED-Mitglied. Ich war nur als Jungwähler mit dem 18. Lebensjahr zur Wahl und sonst nie wieder in der DDR wählen.

Man riss mir den Kopf dafür nicht ab und sperrte mich dafür auch nicht ein. Also man musste nicht alles mitmachen. Man brauchte allerdings dafür ein gewisses Durchhaltevermögen und brauchte mit irgendwelchen Anliegen an den Staat gar nicht erst kommen.

Ich habe den Eindruck, dass alles was heute in den Schulen über die DDR gelehrt wird aus der Sicht der BRD-politischen Distanz zur DDR und unter dem Aspekt, dass die DDR ein Unrechtsstaat war, gelehrt wird.

Vielfach kennen doch die heutigen Lehrer die DDR auch nur noch von Hörensagen und lehren, was ihre Regierung ihnen gelernt hat.

Wie das Leben wirklich in der DDR war, wissen nur noch Menschen, die in der DDR gelebt haben.

Einmal fragte mich ein Kind, ob es schlimm war, als wir in der DDR hungern mussten. Hilfe! Wie sieht der heutige Lehrplan aus? Keiner musste in der DDR hungern, zumindest in meiner DDR-Zeit. Kurz nach dem Krieg mag es etwas anders ausgesehen haben.

Um noch mal alles auf einen Punkt zu bringen. Nicht jeder war Pionier in der FDJ, in einer Partei oder bei der Stasi.

LG Lazarius.

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Hallo, RomanoP.

Wie kommst du auf: Alle?

Das stimmt nicht und ich kenne auch keinen Ossi, der das abstreitet.

Ich war Jung - und Thälmann- Pionier ( Unterschied: erst blaues, dann rotes Halstuch) und auch in der FDJ - das war einfach ganz normal.

In die DSF weigerte ich mich, einzutreten und wollte auch kein Parteimitglied sein...

Ausnahmen gab es nur für Christen, die weder Pionier noch FDJler werden mussten, auch nicht der DSF beitreten, um allerdings Probleme im Bildungswesen zu bekommen: kaum Chance auf Studienplatz...

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Wenn die Leute sagen, das sie nicht in der Partei waren (gemeint ist damit die SED, es gab auch noch andere Parteien, aber wirklich Einfluss hatte nur die SED) dann kann das schon stimmen. Es gab 17 Millionen DDR-Bürger, aber nur 2 Millionen davon waren Mitglied der SED. 

Wenn jemand sagt, das er nicht Pionier war, dann stimmt das wohl eher nicht. Da waren fast alle Kinder Mitglied.  Es ist auch nichts schlimmes, das man Pionier war.  Als Kind hat einem das wahrscheinlich sogar gefallen. Aber vermutlich schämen sich einige Leute heute dafür, warum auch immer.

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Ich kenne keinen einzigen Bürger aus der DDR, der bestreitet bei der Partei oder den Pionieren  gewesen zu sein...

Vielleicht behaupten dies deine Gesprächspartner, weil sie sich im Nachhinein (warum auch immer) für ihren Staat schämen? Oder schlicht, weil sie sich mit dir darüber nicht unterhalten wollen... tippe mal auf Letzteres XD

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Interessant - Du kennst ALLE DDR-Bürger?

Ich BIN DDR-Bürger - mich hast Du nie gefragt.

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Nein, waren nicht alle. 

Ich war Pionier und in der FDJ, weil das nun mal ans Schulsystem gekoppelt war. Aber nie in der Partei. Das war dann doch mehr oder weniger eine freiwillige Entscheidung. 

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Wahrscheinlich weil die einfach alle wollen, dass du sie in Ruhe lässt. Nur so eine Idee, basierend auf dem was ich hier gerade gelesen habe...

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Du verallgemeinerst viel zu sehr!

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Die SED hatte nur 2 Millionen Mitlieder, bei einer Bevölkerung von 18 Millionen.
Pioniere waren eine andere Veranstaltung, dieses waren direkt an das Schulsystem gekoppelt.
FDJ war schon etwas dünner besiedelt, aber auch noch verbreitet.

Am "Rotstiftspitzen" bestand verbreitet kein Interesse, auch wenn es die Partei noch sosehr wollte.

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Kommentar von 666Phoenix
02.07.2016, 21:39

Zum Ende der DDR hatte die SED keine "Mitlieder", sondern ungefähr 2,3 Mio. Mitglieder! Die Bevölkerungszahl der ehemaligen DDR belief sich nie auf 18 Mio., Ende 1989 auf 16,43 Mio.

Die Jung- und Thälmann-Pioniere waren nicht an das "Schulsystem", sondern an die FDJ angegliedert (kleine, unkomplizierte Recherchen in den gängigen Nachschlagewerken würden auch Dir die tatsächlichen Fakten vermitteln). 

Die FDJ hatte zum Ende der DDR ungefähr die gleiche Anzahl von "Mitliedern" wie die SED (also so ca. 2,3 Mio.)

Ob Du denn doch mal irgendwann aufhörst, kompletten Unsinn zu verbreiten??

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Ich war bei den Pionieren und in der FDJ. In der SED war ich nicht. Das hab ich mir verkniffen.

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Ich war bei den Pionieren, in der FDJ, allerdings nicht in der Partei.
Und es gibt keinen Grund, das zu verheimlichen.

Deinen Umgang kenne ich nicht, aber wenn die das sagen, waren es sicher Widerstandskämpfer.:)


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