Warum rotiert die Sonne?

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Fast alle Himmelskörper haben zu ihrer Entstehungszeit einen Drall (Drehimpuls) erhalten, den sie beibehalten, solange ihm keine Kraft entgegenwirkt. Die Erdrotation hat nichts mit der Schwerkraft der Sonne zu tun.

Stelle Dir vor, Du wirfst einen beliebigen Körper in die Luft. Der dreht sich dort wie nahezu jeder Körper im freien Fall. Versuche das einmal ohne Drehung hin zu bekommen! Warum sollte das bei Himmelskörpern anders sein? Auch der Mond dreht sich um eine gemeinsame Achse mit der Erde, künstliche Satelliten drehen sich um den Erdmittelpunkt. Die Frage sollte also lauten: Gibt es einen rotierenden Körper im Weltall, der sich nicht dreht, wie ist das möglich?

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Wie schon festgestellt, dreht sich unsere Galaxie. Die HII-Regionen, also die Gaswolken wo Sterne entstehen, drehen sich ebenfalls. Damit ein Stern entsteht, muss die Gaswolke kollabieren können. Da so eine Gaswolke aber ziemlich heiß ist, kann sie nur dann kollabieren, wenn sie abkühlt (sonst wirkt der Druck durch die Hitze dem Kollaps entgegen). Ist sie kalt genug, wird sie kleiner.

Nun was passiert aber, wenn sie kleiner wird? Ihre Rotationsgeschwindigkeit nimmt zu - wie wenn eine Eiskunstläuferin die Arme anlegt. Damit haben wir das Problem, dass sich die Gaswolke nicht weiter verdichten kann und eine Dichte erreichen würde, in der Sterne entstehen können.

Was macht die Gaswolke? Ganz einfach: Sie gibt ihren Drehimpuls an die im Anfangsstadium befindlichen Sterne ab. Eine gute Möglichkeit sind zum einen Binärsysteme wo zwei Sterne umeinander rotieren, oder eben Systeme wie unseres die in einer Akkreditionsscheibe noch genug Material anlagern, in denen sich Planetesimale, also letztendlich Planeten bilden.

Was auch immer gemacht wird: Die Gaswolke muss ihren Drehimpuls reduzieren, indem sie ihn an die in ihr entstehenden Objekte abgibt - sonst würde die Dichte nicht ausreichen, dass die Sterne "zünden" - sie würden wohl als brauner Zwerg enden.

Um es nochmal ganz kurz zu fassen: Die Sonne dreht sich, weil sich die Wasserstoffwolke gedreht hat und diesen Drehimpuls an die Sonne "vererbte".

Unser Sonnensystem ist aus einer Gas- und Staubwolke entstanden, die sich teilweise aus Überresten vergangener Sterne gebildet hat. Irgendwann war ein Punkt erreicht, an dem die Masse ausreichte, dass sich die Gas- und Staubteilchen gegenseitig anziehen konnten. Die Wolke kollabierte, sie fiel langsam aber sicher in sich zusammen.

Bei diesem Prozess stürzte aber nicht alles auf exakt einen Punkt zu, vielmehr bewegten sich die Teilchen mehr oder weniger kreuz und quer durcheinander. Ein geringer Überschuss an Teilchen, die sich in eine bestimmte Richtung bewegten, sorgte dafür, dass die Wolke beim Zusammenziehen in Rotation versetzt wurde. Ein gerne genanntes Beispiel ist die Eiskunstläuferin die beim Drehen die Arme einzieht und dabei immer schneller wird. So wurde die Wolke beim Zusammenziehen in der Drehbewegung immer schneller und die Form immer flacher, bis sie annähernd eine Scheibe war.

Und aus dieser Zeit stammt die Festlegung der Drehrichtung der Sonne und der Planetenbahnen. Abweichungen sind erst später entstanden, beispielsweise durch gegenseitige Beeinflussungen der entstandenen Himmelskörper.

Bei den Planeten, die sich aus den die Sonne umkreisenden Teilchen gebildet haben, verhält es sich ähnlich. Auch sie entstanden durch kleinste Teilchen die immer mehr verklumpten und verdichtet wurden. Und sie wurden immer wieder von "Geschossen" aus dem restlichen Sonnensystem getroffen. Auch hier reichte ein Überschuss an Teilchen mit einem bestimmten Auftreffwinkel aus, um den Planeten in eine Rotation zu versetzen.

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