Warum romantisiert man die Vergangenheit?

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6 Antworten

Ohja, ich wäre auch gern in einer bestimmten Zeit (auch in einem anderen Land) und dort aufgewachsen, das kenne ich zu gut!

Allerdings finde ich jetzt nicht, dass man alles, was sich in der Vergangenheit abspielte, toll findet. z.B. würde ich nicht in der Kriegszeit leben wollen. Oder im Mittelalter... war auch eine grausame, harte Zeit.

Ich glaube einfach, dass wir uns auch von Dingen faszinieren lassen, die was älter sind. Das erlebt man ja allein schon bei den ganzen Forschungen über die Ägypter.. oder noch viel weiter vor zu den Dinosauriern, die Entstehung der Erde, das Universum...

Der Mensch ist wissbegierig, strebt nach unmöglichen Dingen. Egal, ob es als Geheimnis verborgen aus der Vergangenheit stammt oder ob es etwas noch unentdecktes ist, was in der noch fernen Zukunft liegt.

Warum wir Dinge romantisieren... nun das mit dem Schutzmechanismus hast du ja schon beantwortet. Ungern lassen wir unschöne Dinge in uns. Und wenn, dann verdrängen wir sie meist.

Wenn ich an meine persönlichen, schlimmen Momente denke, erinnere ich mich auch nur an grobe Fetzen. Ich weiß, dass es schlimm war, aber den 'Schmerz', den ich damals empfand, empfinde ich heute nicht mehr. Es ist verdrängt. Es sei denn, man kramt tief aus der Kiste raus und befasst sich intensiv damit, dann kommen die alten Gefühle hoch. Aber wenn wir ehrlich sind, steckt doch jeder seine Problemchen und Sorgen in eine verschlossene Schublade und schmeißt den Schlüssel weg. Ist nicht unbedingt förderlich bei der Verarbeitung von Dingen, aber so wirkt nun mal der Schutzmechanismus.

Stimmt, sonst würde man auch in negativen Erinnerungen ertrinken von daher macht es schon Sinn, das man sich an das Positive klammert und weitermachen kann.

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@Marcelinux

Richtig. Oder dass man zumindest versucht, aus allem negativen ein positives Fazit zu ziehen. Also optimistisch zu bleiben, um sich selbst zu motivieren. :)

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Du stellst ja gleich 2 fragen.

Einmal wieso man die Zeit aus der eigenen Jugend verklärt und die andere wieso man das evt. mit vergangenen Jahrzehnten macht.

Zu der eigenen Jugend. Man wächst in der Zeit eben auf und sozialisiert sich in dieser Zeit. Viele Sachen erlebt man zum ersten mal es ist eine aufregende Zeit. Grade die Sozialisation ist ein wichtiger Punkt, die Musik, die Kleidung, der Zeitgeist, das alles prägt einen in einer Sturm und drang fasse.

Das mit Früheren Zeitaltern ist schon schwieriger und vielschichtiger. Im Grunde sehnt man sich aber nach etwas was man glaubt in dieser Zeit eher zu bekommen. In Literatur und Film wird oft auch die "romantische" seite der Vergangenheit gezeigt. Wir verbinden mit den Zeitalter Menschen wie Elvis, Rock´n Roll, Jazz, Funk, Marlene Dietrich, die Beatles, Abenteuer, freiheit und ein einfacheres Leben ect. ect.

Man vergisst aber auch gern das dies eben nur eine Seite der Medaille ist. Als Frau hatte man das zu tun was der Ehemann/Vater sagt, es war nicht ungewöhnlich die Frau oder die Kinder zu schlagen. Wen man die falsche Hautfarbe hatte war man noch schlimmer dran. Zu Zeiten der Monarchie gehörte ein Leben quaie den Monarchen/Grafen ect. Je nachdem welche Zeit man nimmt wird es mehr oder weniger dramatisch aber eigentlich nie besser als heute. 

Diese seite blendet man aus weil ich glaube der Mensch erstmal Positiv denkt wen es darum geht die eigene Zukunft ein zu schätzen. Man geht davon aus das man zu den Gewinnern gehören würde.

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Frueher war alles besser. Diesen Spruch hoert man oft und man fragt sich dann, warum ist das so?

Es ist ein Verdraengungsprozess der unangenehmen Erlebnisse seines schon abgelaufenden Lebens. Aeltere Leute erinnern sich jetzt auffaellig wieder an ihre Kindheit usw.

Mancher meint damit sogar die Kaeiserzeit und faellt damit natuerlich bei naeherer Betrachtung auf den Bauch damit.

Wie gesagt, ich sehe diese Sachen realistisch, Traeume sind erlaubt, die harte Wirklichkeit geht Morgen frueh um 7/00 Uhr weiter. 

Das Damalige hatte noch was. Stalking oder Mobbing gab es nicht - die Welt war einfacher, schlichter, ruhiger und bescheidener. Man freute sich auf den wöchentlichen Tatort-Krimi. Heutzutage laufen bis zu vier verschiedene täglich in den dritten Programmen und kein Hahn kräht kaum noch danach :)

Und musikalisch war diese Zeit ohnehin bisher nicht zu toppen...

DONNA SUMMER - "I Remember Yesterday"

Stalking und Mobbing gab es nicht? Haha, guter Witz. Das gab es immer schon!

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@Cookialla

Die Begriffe sind zumindest relativ jung... damals kannte man dies nur unter "jemanden ärgern" :)

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@TimeosciIlator

Ja, die Begriffe sind erst vor kurzem hier "eingeenglischt" worden, da hast du natürlich recht. :)

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Das finde ich an der Zeit auch so schön. Dieses einfache und entschleunigte Leben. Vielleicht kommt es einem auch nur im Nachhinein so vor, doch manchmal ist unser digitales Zeitalter für mich einfach nur "anstrengend". Ich bin auch jemand, der gerne mal eine Platte auflegt und sich zur Musik entspannt, so spießig sich das anhören mag.

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Die Zeit bot Chancen, die Welt war weniger komplex. Der Rest wird ausgeblendet.

Weil es früher einfach bessere Zeiten gab ;-)

`Die Leute sagen immer, die Zeiten werden schlimmer, die Zeiten bleiben immer - die Leute werden schlimmer´, ein Spruch den ich mal gelesen habe, LG

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