Warum ritzen sich Mädchen, wenn sie sich hässlich oder fett fühlen ?

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8 Antworten

Sich zu ritzen hat weder etwas mit Dummheit, noch mit Logik zu tun.

Im Wesentlichen beschreiben die Betroffenen, dass der körperliche Schmerz einen vermeintlich angenehmen Ausgleich zum seelischen Schmerz schafft. Der Drang, sich verletzen zu müssen ist stärker, als das Wissen um die spätere Entstellung.

Für dumm halte ich nur Leute, die blauäugig damit anfangen, obwohl sie keine Probleme haben...einfach nur, um selbst mal mit Problemen aufzufallen. Aber es kommt nicht von ungefähr, dass die "dumme Jugend", wie du sie nennst, wesentlich stärker für diese Sucht anfällig ist, als früher.

Im Zweifelsfall sind es nämlich die Fehler der Älteren, die zu Problemen der Jüngeren werden. Das war schon immer so und wird auch immer so sein.

Um das mal geradezurücken: Wenn sich Mädchen hässlich fühlen, probieren sie neue, schönere Styles und Frisuren aus. Wenn wie sich übergewichtig fühlen, dann machen sie Diät und fangen mit Sport an.

Selbstverletzungen wie Ritzen haben andere, sehr viel schlimmere Gründe. Mit dem körperlichen Schmerz und dem Anblick des Blutes versucht man, seelischen Schmerz zu übertönen.

Leider löst das Ritzen diese Probleme nicht, und die Betroffenen brauchen viel Kraft, Zeit und tolle Helfer, um damit fertigzuwerden.

Leider nicht immer, es ist heutzutage wirklich AUCH Trend. In der Klasse meiner Stieftochter haben es 10 von 14 Mädchen "ausprobiert"...

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Bei diesen Menschen handelt es sich in den meißten Fällen um Borderline-Patienten. Wir selbst betreuen in unserer Familie ein Pflegekind mit diesem Krankheitsbild. Diese Menschen empfinden Gefühle jeder Art 7x heftiger als normal. Damit um zu gehen ist sehr schwierig. Also benutzen sie eigene zugefügte Schmerzreize, die das Gefühlszentrum im Gehirn sofort beruhigen. Die anderen starken negativen Gefühle bekommen sie damit schnell in den Griff und es geht ihnen sofort besser. Die zugefügten Narben dabei nehmen sie dafür in Kauf. Wichtig ist bei diesen Menschen ein Verständnis dieser Mechanismen und Wechselwirkungen auf zu bauen und ihnen Strategien zu zeigen, mit denen die Betroffenen ihre intensiven Gefühle in den Griff bekommen können, ohne sich dabei selbst zu schaden. Solche Methoden nennt man dann Skills. Diese helfen sehr gut. In dem Fall unserer Pflegetochter in Verbindung mit Medikamenten, die auf die Regionen der  Amygdala einwirkt.

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