Warum regt sich Spanien über Massentouristen auf?

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10 Antworten

Hallo,

Habe dieses Jahr eine aufwendigen Vortrag über genau diese Thematik im Spanisch Leistungskurs gehalten.

Einige Denkanstöße:

Spanien hat massive Wasser Probleme (sprich Wassermangel)
-Hotels haben einen gigantischen Wasserverbrauch (allein für die Wäsche z.B.)
-es entstehen etliche Aqua und Freizeitparks
-Resorts und Golfplätze werden für Touristen errichtet. Unzählige Hektar Werder mit kostbaren Wasser bewässert, das größtenteils verdunstet. -> totale Irrsinn, wenn man im Flieger nach Barcelona / Alicante Leute mit Golfausrüstung sieht (und die Nachfrage ist groß, sonst würde Lufthansa z.B. Nicht extra Tickets mit inkudiertem golfgepack auf dieser Route anbieten.

Zweiter Punkt: Tourismus bringt Jobs, ja. Aber welche? Kellner, Putzfrau, rezeptionist, usw. Alles Jobs aus dem niedrigsten Bildungssektor. Die Leute bekommen oft unter 1.000€ im Monat und verschwinden in einer armutsspirale, weil Touristen die Kaufkraft in die Höhe treiben, die Arbeiter aber arm bleiben.

Dritter Punkt:
In einigen Regionen ist der Tourismus extrem vom individual zum pauschalen Massentourismus übergegangen, was das preisdumping weiter antreibt und die schiere Masse an Leuten massive Umweltprobleme mitsich bringt (Paradebeispiel: Mallorca)

Vierter Punkt:
Die Touristen kommen in die Regionen, die eigentlich eine starke Wirtschaft hat (sprich Katalonien mit starker Auto Industrie, Versicherungen, Banken, Telekommunikation, it)
Südküste: Landwirtschaft
Nord Küste (Baskenland: Autoindustrie, Schwerindustrie (z.B. Acerinox und Seat). Die Mitte des Landes hat nach wie vor überhaupt nichts davon und stirbt und trocknet weiter aus.

Grundsätzlich gilt: hochwertiger Individualtourismus hilft einem Land wirtschaftlich weiter (z.B Touren mit dem glacier Express in der Schweiz) aber kein billiger Massentourismus wie in Spanien, Türkei und co.

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Kommentar von MrMoccachino
07.08.2017, 21:33

Das möchte ich noch hinzufügen:

Habe eigentlich noch nie gehört, dass sich Spanien über seine Touristen aufregt, ganz im Gegenteil..
Es gibt nur z.B. Auf Mallorca und Lloret das Problem mit sauftourismus, der nachts vollalkoholisiert, vandalieet, prügelt, das Gesundheitssystem und die Polizei auf Trab hält. In Palma de Mallorca gab es unzählige Delikte von Vandalismus, schlägerein, sexuele Belästigung in Diskos, sex in der Öffentlichkeit (z.B. Strand) massive Vermüllung, Alkoholmissbrauch, Ruhestörung

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Tourismus kostet auch Geld für den Staat. Er muss mehr Polizei einsetzen, mehr für den Straßenbau ausgeben, usw. Wie bei jedem Unternehmen gibt es auch da einen break-even-point unter dem sich das Fortführen der Geschäfte nicht mehr rechnet. Das ist ganz besonders auf Mallorca der Fall, da der Tourismus dort eine hohe Belastung für die lokale Bevölkerung ist und wenn diese Bevölkerung abwandert, wird es dort sehr schnell, sehr dunkel und dann bricht auch der gesamte Tourismus ein und dann hast du nix gekonnt.

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Dann freuen sich eben Kroatien, Bulgarien oder Rußland über die Touristen. Angebot und Nachfrage.

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Zunächst mal: Spanien regt da wenig auf, im Gegenteil.

Du musst aber zum einen zwischen Spanien und Katalonien und Balearen unterscheiden, zum anderen zwischen Spanier (aller Teile) und Linke.

Diese Proteste gibt es rein in Barcelona und den Balearen. Diese Proteste sind - bis auf sehr wenige Ausnahmen direkt Betroffener - von linken Parteien wie z.B. Podemos organisiert, die sowieso gegen alles Normale sind.

Spanien ist ein gastfreundliches Land. Spanier sind offen und tolerant.

Dennoch ist es nicht toll, wenn betrunkene Engländer Palmen anzünden, vom Hotelbalkon in den Pool springen, sich Massenschlägereien mit der Polizei liefern (nachdem sie mit brennenden Kontainern Straßen blockierten) oder auf beliebten Plätzen "Gibraltar is ours" oder "Spanish bastards" skandieren.

Gleiches gilt für Schießereien und Schlägereien im deutschen und neudeutschen Umfeld auf Mallorca oder nakte Skandinavier, welche in Tante-Emma-Läden einfach den Alkohol vor dem Bezahlen trinken und dann auch noch vor die Tür urinieren.

Von daher: man muss differenzieren. 99% der Touristen sind zivilisiert, auch wenn sie sich nicht immer an die einheimischen Sitten halten. Da hat jedoch niemand ein Problem damit. Allerdings gibt es gerade die letzten Jahre vermehrt Auswüchse, die nicht hinnehmbar sind (Gefechte mit der Polizei, völlige Respektlosigkeiten, Gefahrenlage für Einheimische).

Allerdings ist dies ein Problem, welches die Spanier bzw. auch die Polizei im Griff hat. Nur dass sich das linke Gruppierungen zu Nutzen machen, um Aufmerksamkeit zu erregen und vor allem in Katalonien noch nationalistische Katalanen auf den Zug aufspringen, liegt auf einem anderen Blatt.

Restspanien ist jedoch groß und gastfreundlich genug, um genügend Ausweichfläche zu bieten.

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Es ist durchaus verständlich daß man dem "Wildwuchs" des Tourismus etwas Einhalt gebieten sollte. Allerdings beginnt man nun über das Ziel hinauszuschießen, zudem hätte man schon viel früher damit anfangen sollen.

Jahrzehntelang hat man von dieser Form des Tourismus gut gelebt und verdient, nun beginnt man die eingefleischten Spanienurlauber zu vergraueln. Aus vielen "Sauftouristen" sind mittlerweile Familienurlauber geworden, die ihr Urlaubsgeld aber nicht im Garten wachsen haben. Spanien ist ohnehin nicht mehr das günstigste Urlaubsland. Die angekündigten und teilweise bereits umgesetzen Maßnahmen führen zu Preiserhöhungen. Das führt dazu daß einige Urlauber ihrem geliebten Urlaubsland den Rücken kehren. Die einsetzende Spirale durch Preiserhöhungen und Urlauberschwund wird sich vor allem in der Infrastruktur negativ auswirken.

Ein Urlauber der einmal einen günstigen Urlaub in Kroatien, Bulgarien oder meinetwegen auch in der Türkei gemacht hat kehrt meistens nie wieder nach Spanien zurück.

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Kommentar von Akka2323
08.08.2017, 13:00

Kroatien und Bulgarien ist nicht mein Ding, Türkei ist für mich vorbei und Billigurlaub ist nicht jedermanns Sache. Ich bleibe bei Spanien und Italien.

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Exakt kann ich dir das zwar auch nicht sagen, aber das hatte ich mal in Erdkunde vor'm Abi. Tourismus im großen Stil ist, soweit ich mich erinnere, nur kurzfristig gut und zerstört auf lange Zeit gesehen die Kultur. Wenn dann plötzlich keiner mehr nach Spanien will, weil es eben ausgelutscht ist oder Touristen die Strände so verdreckt haben dass man sich andere Ziele sucht, bleiben die Einheimischen auf Ihren Restaurants, Hotel-Jobs etc sitzen. So oder so ähnlich ist jedenfalls die Theorie ;)

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Spanien möchte schon viele Touristen haben, aber die Ballermann-Chaoten  wollen sie natürlich nicht mehr haben. Das verstehe ich gut. 

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Den letzten Teil deiner Frage versteh ich zwar nicht aber viele Touristen bedeuten auch wiederum viele Ausgaben eben für die Touristen (Essen etc)

Und wenn du kein Geld hast kannst du auch nix finanzieren was dir womöglich mehr Geld bringt

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Informiere dich doch einfach mal über die negativen Aspekte von Massentourismus.

Außerdem, was ist das bitte für eine Aussage?? 

"Es entstehen Arbeitsplätze..."  

"Die Touristen gehe(n) ja bald wieder zurück"

Das widerspricht sich ja schonmal total ^^

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Kommentar von amisia
07.08.2017, 20:42

Das ist kein Widerspruch

Es entstehen Saison Arbeitsplätze - Kellner zb verdienen in kurzer Zeit viel Geld

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Das Wasser wird im Tourismus sinnlos verballert und verbetoniert

Es kommen nicht nur freundliche Gäste,

die ein paar Worte spanisch reden,

sondern BESATZER aus D und GB

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