Warum regen sich alle so künstlich über Existenzminimum auf und merken gar nicht, dass sie gegen die Menschenrechte sind?

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12 Antworten

Erstens regen sich nicht alle auf - weder echt noch künstlich. Und zweitens gibt es bedauerlicherweise eine beträchtliche Anzahl von Sozialschmarotzern, die es drauf haben, ein angenehmes Leben auf Kosten der Allgemeinheit zu leben, ohne arbeiten zu müssen. Die schaden natürlich dem Image der anderen, die wirklich bedürftig sind.

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Kommentar von Maeeutik
04.04.2016, 04:05

Eine sehr typische Antwort iS von habe nichts gegen Existenzminimum bin aber sicher dass es zu viele Sozialschmarotzer gibt.

Ausgeblendet wird eine wichtige Frage: Wer ist für das Gemeinwesen schädlicher, ein Steuerhinterzieher mit 1 Million Euro "gesparter" Steuer jährlich oder ein Transferempfänger mit 25 Tsd im Jahr?

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Kommentar von teomo
28.04.2016, 02:13

ich glaube dein bedauern ist ein regelrechtes Leiden. 

Deine Rationale Pflicht wäre es, wenn du kein Geld als Staat hast, um Unterstützung für alle Unversorgten zu betteln und aus Subsidiarität der Menschenrechte muss dir geholfen werden. Keiner der Antworter ist dazu durchgedrungen. Aus bloßen Narzismus wahrscheinlich, will man es nicht wahr haben, dass man selbst nicht nicht mal für die absoluten Mindeststandards eintritt, schuld- und schandhaft nicht eintritt, und das auch schon der ganze Grund ist, weshalb es das Problem überhaupt gibt. Auch der Blick ins Ausland ist den ganzen Beantwortern wohl zu weit, da will (so ziemlich) jeder Existenzminimum Null. (wie kann man bloß solche Antworten verfassen, frage ich mich)

Auf geklärtes Denken hat es auf einmal extrem schwer in dem Feld um das Existenzminimum. Sagt - Kant.

Du bist jedenfalls zu dem irrationalen, aber psychologischem Phänomen durchgedrungen, dass man sich wie von Überflüssigen wie von Ungeziefer am ganzen Körper angeknabbert sieht, von Ratten, usw., das man verrückt werden könnte. (Sagt Canetti) Wir regen uns über die unfunktional nächsten auf: dass wir ungebremst, zu waren Bestien werden, die man in Ketten besser legen müsste. Wir bedrohen mit unserer Macke das Leben auf dem Planeten.

Nun ich lese gerade in der Dialektik der Aufklärung, das unsere gegenwärtiges und totalitäres Meinungssystem, die sogenannte Kulturinstustrie, also die ganzen üblichen verdächtigen; ARD und RTL und co als Maximime über ihren Standorten das Schild stehen hätten: "Es soll keiner hungern und leiden, wers doch tut kommt ins KZ". Vielleicht ist das eine andere Erklärung, dass die Hetze den Kulturindustriemachern ins Konzept passt, aber vielleicht ist es auch nur die "Ungeziefererklärung"  in einer anderen Aufmachung.

Adorno sagt auch, dass wir alle meinen man müsste "opfern". Auch völlig irrational. Aber da man seine Liebsten kennt, hat man schnell schiss, dass man der opferte wird, und versucht seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, und andere reinzustoßen.


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Ich rege mich auch auf, nicht künstlich sondern richtig. Meiner Meinung nach ist das "Existenzminimum" viel zu niedrig angesetzt und der gesetzliche Mindestlohn ist auch ein Witz. Deutschland, früher einmal eine der leistungsfähigsten Volkswirtschaften der Welt, ist zu einem Niedriglohnland geworden - und das in einer Phase, in der die Wirtschaft brummt. Die soziale Marktwirtschaft schafft sich ab und der Arbeiter wird wieder ein Sklave des Kapitals. Und der, der keine Arbeit hat, ist der Knüppel, mit dem das Kapital dem Sklaven droht... Und da soll ich mich nicht aufregen?


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Kommentar von teomo
28.04.2016, 03:11

Ja, dass ist ein Grund: jedenfalls ist es zu klein. Son minimum tendiert dazu klein zu werden. Das ist mathematisch. Danke. 

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Rechte sind kein Naturgesetz sondern Absichtserklärungen der Menschen untereinander. Um Absichtserklärungen untereinander durchzusetzen bedarf es der materiellen Grundausstattungen. D.h. in einem Land, in dem durch Misswirtschaft nichts geerntet wird, kann auch nichts verteilt werden, auch wenn es 100 mal im Gesetz steht. Außerdem enthalten alle Menschenrechte sehr unterschiedliche Absichtserklärungen. Wenn ein Land gut organisiert ist, kann man die auch einigermaßen einhalten. Je enger es mit dem erwirtschafteten Gesamtprodukt wird, desto mehr treten Konflikte zwischen den einzelnen Absichtserklärungen auf. Wie immer, geht es dann auch um die Definition von Begriffen wie "Existenzminimum", was in einem reichen Land etwas anderes bedeutet wie in einem bitter armen Land. Denn denen, die nichts erwirtschaften, etwas zu geben, bedeutet, anderen, die noch was erwirtschaften, auch davon noch wegzunehmen. Das bedeutet im Zweifel Bürgerkrieg und Elend ohne Ende. Da unter Fachleuten längst bekannt ist, dass Deutschland z.B. eine weiter fortschreitende Explosion der Sozialhaushalte bevorsteht, wird, wenn die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist, bald ein heftiges Gerangel und ein Abbau der Sozialleistungen bevorstehen. Politik und öffentliche Medien lassen im Moment den Wohlstandskindern mit ihren sozialen Träumen noch die Illusion, dass wir aus dem Vollen schöpfen können. Das ist aber längst vorbei und wenn die Phase von "Wirtschaft 4.0" kommt und die Arbeitslosigkeit steigt, die importierten Hilfeempfänger zu Protesten organisiert werden, dann wird es erst mal richtig heiß in Deutschland und die Zeiten des Wohlstands können dann endgültig vorbei sein.

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Kommentar von ArnoldBentheim
04.04.2016, 15:21

Rechte sind kein Naturgesetz sondern Absichtserklärungen der Menschen untereinander.

Das ist richtig - und zugleich auch falsch. Schließlich hat sich der Europäer auch geistig entwickelt und zeitlich grob seit der Aufklärung einen Konsens darüber erzielt, dass es auch ein "Naturgesetz" gibt, aus dem den Menschen unveräußerliche Rechte zufließen.

Um Absichtserklärungen untereinander durchzusetzen bedarf es der materiellen Grundausstattungen. D.h. in einem Land, in dem durch Misswirtschaft nichts geerntet wird, kann auch nichts verteilt werden, auch wenn es 100 mal im Gesetz steht.

Das ist richtig. Insofern muss man konstatieren, dass in Deutschland eine ganze Menge Materielles sinnvoller "verteilt werden" könnte, wenn man politisch wollte.

Denn denen, die nichts erwirtschaften, etwas zu geben, bedeutet, anderen, die noch was erwirtschaften, auch davon noch wegzunehmen. Das bedeutet im Zweifel Bürgerkrieg und Elend ohne Ende.

Das bedeutet in zivilisierten Ländern, dass die wirtschaftlich starken Bevölkerungsteile den materiell benachteiligten Bevölkerungsteilen aus Gründen der gesellschaftlichen Solidarität beistehen und ihnen wenigstens das Existenzminimum durch ihre Steuerleistung ermöglichen.

Da unter Fachleuten längst bekannt ist, dass Deutschland z.B. eine weiter fortschreitende Explosion der Sozialhaushalte bevorsteht, wird, wenn die Grenze der Belastbarkeit erreicht ist, bald ein heftiges Gerangel und ein Abbau der Sozialleistungen bevorstehen.

Die Behauptungen von sog. "Fachleuten" sollte man kritischer betrachten, zumal wenn diese über ihre Zukunftsvisionen theoretisieren. Eine "Explosion der Sozialhaushalte" wird es nur geben, wenn sich die Politiker in Zukunft als unfähig erweisen werden, für die Gesamtgesellschaft Politik zu machen, und stattdessen fortfahren, bestimmte Gesellschaftsschichten unnötig zu begünstigen. In kürzester Zeit ließe sich ein Gesetz verabschieden, das die hemmungslose Privatisierung von Gewinnen und die unsinnige Vergesellschaftung von (privat)wirtschaftlichen Verlusten beendet.

Politik und öffentliche Medien lassen im Moment den Wohlstandskindern mit ihren sozialen Träumen noch die Illusion, dass wir aus dem Vollen schöpfen können. Das ist aber längst vorbei und wenn die Phase von "Wirtschaft 4.0" kommt und die Arbeitslosigkeit steigt, die importierten Hilfeempfänger zu Protesten organisiert werden, dann wird es erst mal richtig heiß in Deutschland und die Zeiten des Wohlstands können dann endgültig vorbei sein.

Wirtschaft ist ein Auf und Ab. Wie die wirtschaftlich-materielle Zukunft gerade in Europa aussehen wird, weiß kein Mensch! Mit den sog. "importierten Hilfeempfängern" einen Sündenbock für zukünftige wirtschaftliche und materielle Probleme aufzubauen, halte ich für eine äußerst bedenkliche, Unfrieden schürende Argumentation!

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alles eine folge unseres weltwirtschafts-systems. der kapitalismus kann ohne die arbeitende bevölkerung nicht existieren. arbeiter sind der motor der weltwirtschaft. deshalb wird jedem eingetrichtert dass nicht arbeiten schlimm und absichtlich nicht arbeiten sogar zu verachten ist.

damit einher geht, dass man während der gesamten schulzeit nie lernt was geld eigentlich ist und wo es her kommt. niemand, der sich nicht selbst irgendwann mal mit der materie vertraut macht blickt auch nur ansatzweise durch wie banken funktionieren und was mit unserem erarbeiteten geld passiert.

demzufolge denkt einfach ein großteil der menschen, dass nicht arbeiten und gleichzeitig geld bekommen absolut nicht tolerierbar sei und haben gleichzeitig die befürchtung, dass jemand der umsonst geld bekommt garkeinen anreiz mehr hat arbeiten zu gehn... eben weil jeder nur noch arbeitet um geld zu haben...

dabei sollte die motivation viel mehr die sein, einen beitrag zur gesellschaft leisten zu wollen. grade im dienstleistungssektor sollten menschen arbeiten denen soetwas spaß macht, und nicht welche die es nur machen weil sie keine wahl haben. fast jede körperliche arbeit wird früher oder später durch maschinen ersetzbar sein... und dann? es können nicht alle als dienstleister arbeiten. aber soweit denkt niemand. hauptsache ist für die meisten eben, dass nicht arbeiten auch nicht gefördert werden soll.

dazu kommt noch ein bischen allgemeine missgunst, worin vor allem die deutschen immer ganz groß sind. "ich kann/darf nicht, warum solltest du können/dürfen"

traurig, aber wahr ^^

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Kommentar von AalFred2
04.04.2016, 11:06

der kapitalismus kann ohne die arbeitende bevölkerung nicht existieren.

Welches System kann das?

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Ich denke nicht, dass tatsächlich jemand für "Null Existenzminimum" ist. Selbst die härtesten Wirtschaftsliberalen stellen die diversen Sozialabsicherungen in Ihrer Existenz nicht in Frage.

Ich bin gegen das BGE, trotzdem würde ich niemals die Sozialsysteme wie Rente, ALG, Krankenversicherung oder Sozialhilfe abschaffen wollen.

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Das ist einmal mehr eine aus der Luft gegriffene Verallgemeinerung. Das Sozialstaatsrinzip ist eines der fünf grundlegenden Staatsprinzipien der Bundesrepublik. Es folgt der Idee eines solidarischen Einstehens der Stärkeren für sozial Schwächere.

Praktisch niemand rüttelt grundsätzlich an dieser Grundidee, wie du alarmistisch unterstellst.

Tatsächlich haben wir das leistngsstärkste Sozialsystem, dass die Menschheit in ihrer Geschichte überhaupt hervorgbracht hat.

Kritik gibt es allenfalls an Auswüchsen und im Detail.

Aber es bleibt nun wirklich nischigen, vollkommen neokonservativ (-liberal) degenerierter Anspruchsverwahrlosung vorbehalten, mit Hartz 4 jedwede Grundsicherung abschaffen zu wollen.

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Kommentar von teomo
28.04.2016, 03:47

nischigen, vollkommen neokonservativ (-liberal) degenerierter Anspruchsverwahrlosung vorbehalten, mit Hartz 4 jedwede Grundsicherung abschaffen zu wollen

Wenn man die Politische Landschaft so abklappert, kommt man zu diesem beruhigenden, achsoo beruhigenden Ergebnis. Alle politischen verantwortlichen stützen dich und die Sicherheit der Welt und das Ende der Sicherheit wird demzufolge nie nie nie eintreten. Die Story ist natürlich das total Märchen. Wie kommt man dazu sich solche Märchen zu erzählen. Wie kommt er dazu, dass "wir alle" der Frage mit der deutschen Politlandschaft subsumieren zu wollen? Haben wir bald 100% deutsche Weltbevölkerung, oder was sind das für Phantasien? Der Blick auf die Wohlfühlphantasien von Sicherheit von gerade noch, ist aber ein beschämter, nicht? Wie kommt man dazu mit so einem Kantholz vor dem Kopf rumzulaufen, wenn wie richtig festgestellt, dass ein Thema von einer Sicherheitsstufe ist, über die man besser erst gar keine Witze macht. 

Wie übersehen "wir" da das "wir" nicht "Deutschland" heißt? 

Die Deutschen machen mit den gerne-Existenzgeldvorenthaltern wie mit "Unmenschen" kurzen Prozess, sie geben ihnen in der politischen Willensbildung keine Stimme, so viel ist richtig und wichtig. England, Frankreich und noch so paar zerquetschte auch. In allen anderen Ländern, fast alle, ist diese Katastrophen-Dummheit herrschende Praxis, ohne nennenswerten Änderimpuls. 

Wer da nicht mit Angst reagiert, man könnte als das Opfer dieser Irren in der Welt irgendwann an der Reihe sein, braucht Hilfe. Wie kann man das übersehen? Wie? Ich glaube du hast es selbst vor lauter Aufregung(!) übersehen. 

Das beweist nur, dass ich recht habe, dass wir alle alle vor lauter Emotion kaum einen klaren Gedanken fassen können, nicht aber eine Ahnung haben, welche genauen Emotionen ursächlich sind. Über die Sicherheit der Menschheit interessiert uns - den normalo Mensch - nicht die uns besitzende Ursache zu kennen. Wir sind wirklich monströs.

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Das liegt leider am Kapitalismus. Wie schon in einer Antwort erwähnt ist ein zentraler Punkt die Arbeit.
Doch mit einem Grundeinkommen (am besten Bedingungslos) schwindet dieser Punkt in gewissem Sinne, da man nicht mehr darauf angewiesen ist jede nur erdenkliche Arbeit anzunehmen. Dann kann auch jemand Kindergärtner werden, ohne sich Gedanken zu machen wie das Geld reinkommt.
Das BGE würde also quasi das hier vorherrschende System einfach umdrehen.
Du kriegst eine Existenzsicherung vom Staat und um das aufzustocken gehst du arbeiten. Dass da Wirtschaft und Co. ein Problem mit haben ist doch logisch.

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Kommentar von barfussjim
04.04.2016, 06:35

Um die Sache zu finanzieren, gehst du hoffentlich arbeiten.

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Kommentar von Patrix1997
04.04.2016, 10:49

Das BGE wäre für den Staat sogar günstiger als das Sozialsystem aktuell kostet.

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Kommentar von EgonL
04.04.2016, 14:02

@Patrix1997~~~~Du meist also, "Bonus für Arbeit"

Da bin ich bei dir, OK !

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Es sind nicht alle, die sich aufregen, wohl aber etliche Leute. Dabei gilt folgender Grundsatz: "die herrschende Meinung, ist die Meinung der Herrschenden". (Marx) Man könnte auch sagen, "wie der Herr, so`s Gescherr".

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Kommentar von teomo
28.04.2016, 04:26

Das ist insofern verkehrt, als das primitive Hetzmasse den verantwortlichen Politiker bedroht. Unten böse, oben -zum Glück- gut, heißt die Gleichung hier. Gegen das was du erklärst, gibt es Beweise, von denen ich glaube, dass du sie aus emotionalen Gründen nicht anerkennen willst. 

Aber gut: Adorno sieht den Befehl: Wer hungert und friert, soll ins KZ, über den heutigen Kulturindustrieinstitutionen als Maxime hängen. Diese sind aber nicht gerade die gewählten Politiker, sondern können Politiker mit Hetzmeuten steuern.

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Seitdem es das staatlich organisierte Sozialtransfersystem in D gibt beweisen die "Eliten" mit immer neuen Argumenten, dass es der Allgemeinheit schadet wenn Nichtarbeiten "bezahlt" wird.

Besonders fragwürdig ist im Zusammenhang mit kapitalistischer Arbeit das Argument, nur wer in diesem System produktiv ist hat auch Anspruch auf angemessenes Entgelt.

In einer Informations- und Dienstleistungsgesellschaft sind aber nachweisbar viele nicht produktiv, dh sie stellen nichts her. Trotzdem wird die Krankenschwester deutlich schlechter entlohnt als ein Büroangestellter in einer Bank / Versicherung.

Das Problem mit der Höhe des Existenzminimums und dessen Abstand zum Niedriglohn beginnt also bei einem Wirtschaftssystem, bei dem sich Arbeit lohnen soll aber Kapitalbesitz viel lohnender ist. Kann man dieses Dilemma nicht auflösen muss man einen Nebenkriegsschauplatz schaffen. Seit der Agenda 2010 des SPD-Kanzlers Schröder redet man lieber oft und laut über Sozialschmarotzer und altrömische Dekadenz der nicht arbeitenden als über die meist masslose Gier der Manager und Banker.

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Kommentar von barfussjim
04.04.2016, 06:37

Eine Krankenschwester stellt auch nichts her.

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Kommentar von Andretta
04.04.2016, 08:48

Vielen Dank Maeeutik, Du hast es treffend auf den Punkt gebracht! 

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Kommentar von atzef
04.04.2016, 09:17

Nicht nur die "Eliten" beweisen, dass Nichtarbeit gesellschaftlich und sozial schädlich ist. Das kann eigentlich jeder Dummkopf mit einem Selbstexperiment, indem er sich als Robinson auf einer einsamen Insel ohne Sozialsystem niederlässt und dort ausschließlich Freizeitaktvitäten frönt.

"Nichtproduktiv" sind Tätigkeiten von Krankenschwestern allenfalls in der marxistischen Arbeitswerttheorie. Entsprechend mies war auch deren Status und Bezahlung im vermeintlich "real exisitiert habenden Sozialismus".

Kapitalistische Wertschöpfungstheorien kennen derartig systematisierte Diskreditierungen von Arbeitstätigkeiten gar nicht! :-)

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Kommentar von teomo
28.04.2016, 04:57


Seit der Agenda 2010 des SPD-Kanzlers Schröder redet man lieber oft und laut über Sozialschmarotzer und altrömische Dekadenz der nicht arbeitenden als über die meist masslose Gier der Manager und Banker.

Die Reaktion die du hier zeigst, würde man sofort als Antisemitismus kassieren. Das eine Thema steht objektiv mit dem anderen nicht im Zusammenhang. 

Letztlich ist es die klassisch deutsche Nazidrohung an beide. Man kann nicht davon lassen, sich an diesem Märchen zu ergötzen, zumal man sich da alle mit einander entschuldigt. Du stellst dich wohl sogar noch als Robin Hood dar, wenn du die armen Mittellosen schützt, in dem du der Meute ein anderes Ziel schmackhafter machen willst, was? Zeitweiser Schutz bis man den Bankern fertig ist, ja? Das ist dann die offene Vernichtungsdrohung? Da bist du ja auch im Verein, der gerne-Vorenthalter, und nicht wie du vorgibst gegen diese.


Schon mal drüber nachgedacht? Die paar Peanuts Banker machen keine Weltarmut, aber ein Haufen abergläubischer Zirkus im Hirn macht das.

 Letztlich wird sofort verleugnet, dass unter allen, allen denkbaren Umständen, für alle Menschen auf der Welt genug Existenzminimum da wäre, dass keiner von denen auch nur im geringsten gegen den anderen kämpfen bräuchte.

Und Resultat. Naklar: Alle drehen ab, weil sie wissen, dass gleich wieder die strukturellen Antisemiten, oder wie sie heißen, wieder ungehindert nicht die Klappe halten. Klar kann ich verstehen. Was habe ich da bloß getan, so was zu fragen...

PS: Würde auch jedem den Mund verstopfen der damit anfängt :D

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Was spricht für ein Grundeinkommen:

Das bedingungslose Grundeinkommen würde unsere Gesellschaft grundlegend verändern. Wir wären damit eine reiche Gesellschaft, die ihren Reichtum jedem zugänglich macht.

Das Grundeinkommen erhält jede und jeder ohne Bedingungen, ohne dass ein Bedarf besteht und ohne dass eine Gegenleistung erbracht werden muss. Es wird überwiesen ohne Überprüfung der eigenen Einkommensverhältnisse oder sonstige Nachweise von Aktivitäten. Weder muss man bürgerschaftliches Engagement vorweisen, noch die Pflege von Angehörigen oder Versuche, Arbeit zu finden. Auch Kinder und alte Menschen erhalten es, genauso wie Reiche. Das Grundeinkommen soll so hoch sein, dass der Lebensunterhalt gesichert und soziale Teilhabe möglich ist.

 

Als Einkommen ohne Vorleistungen und ohne Bedarf stellt es das Gegenteil dar zum Leistungsprinzip des aktuellen Sozialsystems, das eine Grundsicherung von der Arbeitsbereitschaft abhängig macht und im Zweifel auf strenge bürokratische Kontrollen setzt. Dieser Kurswechsel lässt sich mit drei Überzeugungen begründen, auch wenn nicht alle Befürworter es so formulieren würden. Ein Bedingungsloses Grundeinkommen ist demnach:

  1. gerecht, weil der gegenwärtige Wohlstand auf die Leistungen aller zurückgeht, zum einen der vorangegangenen Generationen, zum anderen auf Tätigkeiten in allen Bereichen auch außerhalb des Arbeitsmarktes. Daher haben alle das gleiche Recht auf einen Anteil daran.
  2. sinnvoll, weil es die Freiheit des Einzelnen stärkt und eine neue Kultur der Anerkennung aller gesellschaftlich notwendigen Bereiche schafft. Damit werden wichtige Tätigkeiten außerhalb des Arbeitsmarktes aufgewertet wie die Sorge für Familien oder für das Gemeinwesen, demokratische Teilhabe wird gefördert.
  3. machbar, weil bei vorhandener Produktivität hinreichend Wohlstand erzeugt wird, dass es finanzierbar ist. Die Entkopplung von Arbeit und Einkommen entspricht genau der längst eingetretenen Entkopplung von menschlicher Arbeitsleistung und produzierten Werten. 
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Kommentar von AalFred2
04.04.2016, 14:36

Kannst du mir das machbar mal konkret vorrechnen? So mit Zahlen?

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Weil die Leute extrem neidisch sind. Das merkt man doch schon, bei der ganzen Hetze gehen Flüchtlinge. Die gönnen einem nicht mal das Smartphone. Deutschland eben...

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Man könnte es auch anders nennen, z.B:
"Solidarisches Bürgergeld", "Solidarische Bürgerversicherung ... ", "Existenzgeld", "Idealtypisches Grundeinkommen", "Sozialdividende" oder "Negative Einkommenssteuer" 

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