Warum reden die anderen so über meine Migräne?

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9 Antworten

Hallo sarahjoana,

die Menschen, die so über dich und deine Migräne reden, haben keine Vorstellung davon, was Migräne wirklich bedeutet. Ich habe seit über 40 Jahren Migräne und leider habe ich diese Migräneveranlagung auch an meine Tochter vererbt.

Nur Migränepatienten können verstehen, was es heißt, eine Migräneattacke zu haben. Von einem Menschen, der das nie erlebt hat, kann man eigentlich auch nicht verlangen, dass er das nachvollziehen kann...

Deinen Vergleich mit einem Krebspatienten kann ich gut nachvollziehen und finde ihn nicht überspitzt, denn das Leiden ist ähnlich (außer der Tatsache, dass Migräne zum Glück nicht tödlich ist).

Mein Rat: Sende den Menschen, die dir wichtig sind und von denen du verstanden werden möchtest, diesen Link:

http://www.schmerzklinik.de/2014/02/04/was-man-menschen-mit-migraene-lieber-nicht-sagen-sollte/

Lies auch du das, was die Migräne-Schmerzklinik dort geschrieben hat – und vor allem auch (unten auf der Seite) die Kommentare von Migränepatienten. Da siehst du, dass du mit deinem Problem nicht alleine bist.

Es hilft, wenn man merkt, dass es viele andere Menschen gibt, die genau das gleiche Problem haben, das man selbst hat…

LG Emelina

Danke für den Stern :)

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Migräne wird leider von vielen umgangssprachlich für Kopfschmerzen benutzt.

Viele können sich den Migränekopfschmerz einfach nicht vorstellen und denken, dass Kopfschmerzen mit Migräne gleichzusetzen sind. Und jeder hatte ja schon mal Kopfschmerzen und so schlimm ist das ja nicht.
"Schatz ich hab Migräne, heute nicht." Wird als Ausrede belächelt, leider dann auch im Alltag und bei wirklicher Migräne.

Habe selbst Migräne, das wissen auch viele meiner Freunde.
Hatte letztens einen Migräneanfall, als wir zusammen unterwegs waren.
Sie wollten den Notarzt rufen. Konnte ihnen dann noch klar machen, dass das so normal ist.
"Was, so ist Migräne? Bin echt froh, dass ich nur Kopfschmerzen hab." Kam dann von einer Freundin, die mich netterweise, als ich wieder geradeaus schauen konnte, heim gefahren und ins Bett gebracht hat.

Was ich damit sagen will.
Du weißt, wie schlecht es dir geht und dir werden immer wieder Menschen begegnen, die Migräne belächeln. Versuche ihnen zu wünschen, dass es ihnen nie so geht.

Machst du etwas vorbeugend gegen die Migräne?
Sport? Autogenes Training? Ernährung? Medikamente?
Wenn nicht, versuche ein Migränetagebuch zu führen und besprich das mit deinem Neurologen.

Ich wünsch dir alles Gute!!!
Pingu

Ich glaube das Problem ist, dass keiner in deiner Klasse deine Krankheit versteht. Was man nicht versteht, darüber wird sich lustig gemacht oder imitiert es, weil man dann mal früher nach Hause darf. Das ist aber normal, es spiegelt die Unsicherheit wieder (und evtl. Neid, weil sie vielleicht denken du schwänzt).

Ich würde dir vorschlagen, dass du darüber ein Referat hälst, vielleicht kannst du das in Bio oder Deutsch machen, frag einfach mal einen der Lehrer. Damit kannst du dann erklären, was das wirklich ist. Nebenbei kannst du dir noch eine mündliche Note holen und das ist in 90% der Fälle eine 1, weil damit kennst du dich ja wirklich aus!

So können die anderen dann verstehen, dass es kein Witz ist und du nicht einfach schwänzt. Du kannst ja auch vielleicht, wenn dir das nicht zu privat ist, Nebenwirkungen von den Medikamenten beschreiben (solltest du welche haben, meine Mutter muss leider hin und wieder mal erbrechen von dem Zeug).

Ich glaube du musst ihnen einfach nur klar machen, dass es was ernstes ist, was dich auch wirklich im Leben einschränkt. Dann denke ich, hört das auch auf.

Find' ich super, die Idee mit dem Referat!

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Über so etwas habe ich tatsächlich auch schon mal nachgedacht, jedoch bin ich mir nicht sicher ob die das richtig aufnehmen würden. Ich befürchte das die dann meinen ich würde damit "angeben" oder "übertreiben"... vielleicht rede ich einfach mal mit meiner Lehrerin ob sie es genehmigen würde das ich dieses Referat halte :)

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Ich selbst bin chronisch krank und mein 12jähriger Sohn leidet unter Migräne. 

Meine Erfahrungen sind ähnlich wie deine. Wir handhaben es inzwischen so, dass wir beide nur mit einem sehr begrenzten Personenkreis über unsere krankheitsbedingten Probleme sprechen. 

Alles andere kostet nur Kraft und Nerven und die braucht man einfach für sich selbst. Mit oberflächlichen Leuten gebe ich mich in der Hinsicht gar nicht mehr ab. "Ich war krank." Punkt.

Mit Familie und Freunden tausche ich mich schon aus und jammere auch mal aber von denen kommt dann Verständnis und kein unnötiges Gewäsch. Das braucht auch einfach kein Mensch. Wenn man selber nicht in der Krankheit steckt fehlt einem einfach der notwendige Backround. Das mag ja auch gar nicht mal böse gemeint sein aber ich habe da echt keinen Sprit mehr für.

Wie Pinkpingu11 aber auch schon vorgeschlagen hat: Was machst du denn vorbeugend gg deine Migräne? Mein Sohn hat lange Kopfschmerztagebuch geführt und außerdem eine Schmerztherapie gemacht. Das war beides sehr hilfreich. Wir haben viele Auslöser aushebeln können.

Gute Besserung.

Das ist leider ein Standard Problem in dem Alter. Egal was es ist kinder/Jugendliche machen sich in dem Alter über alles und jeden lustig egal ob sie jemanden verletzen. Ich hab damit genug Erfahrung, als Betreuer auf Zeltlagern usw. Das einzigste was dagegen hilft ist es zu ignorieren auch wenn es schwer ist. Und such dir einen guten Freund/in mit der du darüber reden kann und dir hilft und vorallem versteht was mit dir los ist.

Weil sich die Leute nicht vorstellen können wie schlimm das ist !!! Konnte ich auch nicht bis ich es selber hatte . Lass sie reden das hört auf wenn du nicht reagierst .....

Dir alles gute 

Mir hat übrigens ein schmerztherapheut super geholfen !!! Auch wenn das privat zu zahlen ist evtl beteiligt sich deine Krankenkasse mal nachfragen 

Hallo, Sarahjoana-

viele menschen sind einfach nicht in der Lage, sich diese schlimmen Schmerzen vorzustellen. Migräne ist ja nicht einfach Kopfschmerzen, so wie ein Pickel nicht das Gleiche ist wie Akne.

Deine Mitschüler sind vermutlich aus Unsicherheit so abwertend dir gegenüber, sie fürchten vielleicht, dass sie zu kurz kommen, wenn sie nicht auch irgendwas Dramatisches anführen. Leiden wird ja seltsamerweise oft belohnt, wenn auch auf Umwegen. Entschuldige bitte, ich meine damit die Situationen, in denen Menschen, die einfach so zurechtkommen und stark sind, nicht beachtet und nicht gefördert werden, die schaffens ja auch allein.

Bei dir ist das etwas Anderes, du bist sehr tapfer und enorm stark, auch das verängstigt Mitmenschen. Gerade für Jugendliche ist es unglaublich wichtig, in einer Gemeinschaft mit Gleichen zu sein, Andersartiges macht Angst und muss, damit es weniger bedrohlich ist, abgewertet werden. Ihr Verhalten, das du beschreibst, setzt sich aus Angst und Ablehnung zusammen.

Du kannst ihnen viel erklären, denke ich, gibt es nicht eine oder zwei Freundinnen, die dir zur Seite stehen und dich stützen in der Klasse?

Da verstehen dich wirklich nur Leute die auch chronisch krank sind. Jahrzehntelang muss ich mir schon sowas anhören, zwar zu anderen Erkrankungen aber das macht es nicht besser. Es kommen immer wieder Leute dazu, die den gleichen Quatsch reden. Allerdings gibt es einige wenige die Verständnis haben.  

Klar, das is schlimm, versteh ich nicht wirklich nicht. Ich habe auch Asthma und allr behaupten wenn sie mal auser Athem sind, sie hätten es auch und dagen ich würde lügen. Aber in deinem Fall, red doch mal mit denen, solange sie deine nicht leugnen, vi Glück

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