Warum reagiert man mit einer Fruktoseintoleranz stärker auf Künstliche Frutose, als auf natürliche?

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5 Antworten

Was verstehst Du denn unter künstlicher Fructose im Vegleich zu natürlicher Fructose?

Ich könnte mir mehrere Gründe vorstellen warum sich zwei Produkte unterscheiden.

a) Du vergleichst reinen Zucker mit Äpfeln. Wenn die Fructose in Kombination mit anderen Stoffen aufgenommen wird wirkt sie auch anders auf den Körper als in ihrer reinen Form.

b) Dir fehlt die Negativkontrolle. Im Fall deines Bruders könnte es einfach ein psychologischer Effekt sein (ähnlich dem Plazebo Effekt).

c) Das Racemat was andere angesprochen haben bezweifle ich, da die Industrie wohl kaum teure chemische Synthesen nutzen würde um so ein billiges Produkt herzustellen. Außerdem werden Zucker in der Regel kristallisiert, und ein Stoff kristallisiert nur sehr schlecht in Anwesenheit von (Stereo)isomeren, was die Ausbeute verringert und damit für die Industrie unwirtschaftlich wäre.

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Die Grundannahmem Deiner Frage ist nicht ganz richtig. 

I.e., "industrielle" und die "natürliche" Fruktose unterscheiden sich nicht und deshalb gibt es auch keinen biochemischen/physiologischen Unterschied. Nur zur Klarstellung, Fruktose wird nie "künstlich" aus Grundchemikalien hergestellt, sondern immer aus natürlichen Stoffen (Zucker, Stärke...)

Ich nehme an, dass Dein Bruder unter der intestinalen Fruktoseintoleranz leidet (Malabsorption im Dünndarm) und nicht der hereditären (Gendefekt mit stark verlangsamter Fruktoseverstoffwechselung).

Das Problem liegt dann eher in den Glukose-Fruktose Darreichungsformen in spezifischen Lebensmitteln. 

D.h. viele Fertigprodukte/Nahrungsmittel werden mit fruktosereichen Mitteln gesüßt (Maissirup; Isoglukose etc). weil Fruktose billiger ist und insgesamt süßer schmeckt als Glukose oder Zucker (Saccharose).

Diese fruktosereichen Nahrungsmittel wirken natürlich stärker bei Intoleranzen als anders gesüßte Stoffe. 

Normaler Haushaltszucker besteht auch zu 50% Fruktose, die wird aber zusammen mit der Glukose anders verstoffwechselt und führt deshalb nicht zu den typischen Darmproblemen. Ein zuckergesüßtes Lebensmittel ist deshalb verträglicher als ein ähnliches Produkt, welches mit Maissirup (high-fructose corn syrup, HFCS) gesüßt wurde.

Die Fruktoseintoleranz geht auch oft mit Unverträglichkeiten gegenüber anderen Süßungsmitteln wie Sorbit (und anderen Zuckeralkohlen) einher.




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Wir wissen von einigen Stoffen, dass sie in natürlichen Lebensmitteln vorteilhaft, rein in Supplementen aber nachteilig für den Körper sind.

Künstlich hergestellte Stoffe und natürlich entstandene sind zudem oft nicht wirklich absolut identisch.

Also abwegig ist das nicht. Einen Beleg bei Fructose kenne ich aber auch nicht.

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Ich denke, das ist eine Fehlinterpretation der Versuchsanordnung.

Was verstehst Du unter natürlicher, was unter künstlicher Fructose? Fructose, aus Erdöl gewonnen, ist technisch möglich, aber nicht käuflich.

In welcher Form wird die natürliche verabreicht, in welcher die künstliche?

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TheExpert13 10.10.2017, 20:32

Natürlich in Obst enthaltene und Künstlich zugesetzte

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TomRichter 10.10.2017, 22:48
@TheExpert13

Da ist doch die erste Vermutung, dass sich die Menge unterscheidet. "Künstlich zugesetzt" wird ja, damit es ordentlich süß schmeckt - also vermutlich viel. Während Obst nicht dafür designt ist, dem Menschen zu gefallen. Sehr unterschiedliche Zuckerkonzentration hat, und obendrein seine Süße aus mehreren Zuckerarten bezieht.

Z.B. Äpfel, Zitat aus http://www.kup.at/kup/pdf/5112.pdf

> Die Zuckerwerte in der Gruppe der süßen Sorten reichen von

> 47 g/kg bis 252 g/kg

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Wenn die Zusammensetzung ident ist wird auch die Wirkung ident sein.

Ich vermute mal rein ins Blaue dass in der Industrie das Racemat der Fructose verwendet wird L und D Fructose in gleicher Mischung.

Es kann vielleicht damit zusammenhängen, dass man jetzt unterschiedlich auf diese beiden Fructosearten reagiert und die Zusammensetzung in Früchten kein Racemat ist.

Das ist aber reine Vermutung.

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PeterJohann 10.10.2017, 13:59

Fruktose wird nie chemisch (aus Grundchemikalien) hergestellt sondern immer durch Extraktion & Umwandlung aus natürlich vorkommenden Zuckern und Stärken.

Es gibt großtechnische Anlage zur Trennung von Glukose und Fruktose aus Invertzucker (hydrolisierte Saccharose) aber ob die sich rechnen weiß ich nicht.

Die fruktosereichen Süßungsmittel (high-fructose corn syrup, HFCS) in der Nahrungsmittelindustrie werden meist durch Hydrolyse von Stärke zu Glukose und im Weiteren durch Umsetzung mit Glukose-Isomerase hergestellt. L-Fruktose tritt nicht auf.

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PeterKremsner 10.10.2017, 23:09
@PeterJohann

Fruktose wird nie chemisch (aus Grundchemikalien) hergestellt sondern
immer durch Extraktion & Umwandlung aus natürlich vorkommenden
Zuckern und Stärken.

Ja das ist mir klar, allerdings kann sich natürlich auch bei einer Umwandlung anderer Zucker zu Fructose ein Racemat bilden.


L-Fruktose tritt nicht auf

Gut zu wissen, aber anders könnte ich mir den Beschriebenen Effekt nicht erklären, natürlich kanns auch einfach ein psychischer Effekt sein, aber davon bin ich jetzt mal nicht ausgegangen.

Auch möglich ist es natürlich, dass die Fructose wenn sie zugesetzt wird anders Konzentriert ist wie zB in Früchten, wobei ich das nicht mehr als idente Zusammensetzung bezeichnen würde.

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