Warum passiert/gibt es Böses auf der Welt?

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8 Antworten

Das „Böse“, die Ponerologie des Menschen in seiner ganzen Bandbreite, seinen Instantiierungen und Entwicklungen zu beschreiben würden den Rahmen einer solchen dargebotenen Plattform völlig auseinandersprengen. Die wenigsten Soziologen, Psychologen oder Philosophen bilden dieses Thema überhaupt ab (siehe: die Studien von Dr. Thomas Elbert sowie Anselm Crombach und Tobias Hecker „Zusammenhänge zwischen appetitivem Gewalterleben und posttraumatischer Belastungsstörung bei ehemaligen Kindersoldaten in Norduganda“, Marburg, Univ., Dipl., 2010)

Als ich im Herbst 1994 in Ruanda in die „Gruben“ schaute wo die zerhackten Menschenteile, wie in einem surrealistischen „Gottesgerichtsbild“ einfach so da lagen, hatte dieses so einfach zu beschreibende „Böse“ als anthropologische „DNS“ Auffahrung ein „Gesicht“, etwas "Körperliches" in seiner Entkörperlichung bekommen.

Wo nahm das "Böse", diese vitriolische Formierung seinen Anfang?

Manfred Sommer schrieb einmal: „Zu dem Zustand, indem wir uns befinden, gehört es, durch eine solche »vorzeitliche« Zerstörung angefangen zu haben. Diese »Vorgeschichte« ist also nicht ein belangloser Mythos aus einer metaphysischen Vergangenheit, sondern ein notwendiges Moment dessen, was wir annehmen müssen, wenn wir unsere erlebte Selbstgegenwart für unser Verstehen erhellen und darin moralisches Gefordertsein mit moralischer Autonomie verknüpft halten wollen.“ (Sommer, Identität, S.173 )

Und was ist dieses Böse überhaupt als Prädikation?

Grausamkeit ist die absichtliche Zufügung von körperlichen oder psychischen Schmerz auf andere Lebewesen, manchmal gleichgültig, aber oft mit Freude.“ (Victor Nell, Grausamkeit, S.211)

Dieses pathologische (psychopathogene, manchmal auch zwanghafte und exzessive) Grausame in uns Menschen (manchmal „einfach“ nur um eigene erlittene Schmerzen substitutiv weg zu delegieren an Dritte) wird kaum zu fassen sein in Worte, in Gefühle, in kognitive Zusammenhänge – es ist und bleibt solange der Mensch, Mensch ist, eingenäht in das Unterfutter unseres Seins. Und manchmal scheint es hervorzukriechen, dann wenn es kollektiviert wird, über nationalistische Identitätsverlockungen, narzisstische „Führer“, bellizitäre Engräume, Minderwertigkeitsorgasmen oder einen „Blutrausch“ der längst verschwunden geglaubte Animalien emittiert.

Es ist wohl eine Tatsache das, v.a. in Situationen von Krieg und Gewalt, der Spalt sich zwischen Hemmnis und „Unhemmnis“ zu schließen scheint oder wie der von mir hoch geschätzte Harald Welzer es so formulierte: „Wenn es zutreffend ist, dass es keine Mörder gibt, sondern nur Menschen, die Morde begehen, sind die meisten von uns unter Umständen wahrscheinlich bereit zu töten - es müssen nur die situativen, sozialen und handlungsdynamischen Bedingungen dafür vorliegen, dass sich Potentialität in Handeln übersetzt.” (Harald Welzer „Wer waren die Täter? Anmerkungen zur Täterforschung aus sozialpsychologischer Sicht“; In: Gerhard Paul (Hrsg.) „Die Täter der Shoah. Fanatische Nationalsozialisten oder ganz normale Deutsche?“; Göttingen, Wallstein-Verl., 2002, 276 S., darin S. 237-253, hier S. 238)

Das „Böse“ kann aber manchmal auch eine sehr subtile Alltagsform im gesellschaftlichen, religiösen, ökonomischen, ethnischen oder sozialen Webgefüge konformer und konsensualer Aufwärts- oder Abwärtsbewegungen annehmen (Karriere, Mobbing, Stalking, Fremdenhass, Hass auf Andersgläubige, Hass auf „Alles“ was nicht in das eigene Weltbild hineinzupassen scheint – aber auch Gleichgültigkeit, Abgestumpftheit und Hedonismus können latente Zugangswege und Treibriemen bilden)
Manchmal scheint mir wir haben verlernt die Stille zu hören und sind im Lärm einer zu laut gewordenen Welt inhaftiert, wird Geplärr zum heiligen und nationalen „Wort“, erheben wir uns über uns selbst und kleiden uns in blutgetränkte Mäntel – wer hört die Schmerzschreie von Menschen und Tieren,  wer stirbt mit wenn andere sterben, wer leidet mit wenn andere leiden, wer schreit mit, wenn andere schreien?

Wie schrieb Gottfried Benn:

"Durch jede Stunde
durch jedes Wort,
blutet die Wunde
der Schöpfung fort
"

oder:

Wenn uns das letzte von Blut getränkte Blatt vor die Füße fällt brauchen wir nicht mehr weiterzulaufen, wir haben das "Ende" erreicht, wer wird uns dann vor uns selbst erretten?

Muß es aber soweit kommen? Wir Menschen haben nicht nur das „Böse“ erworben, sondern auch das „Gute“, wir haben nicht nur den "Abschied" erworben, sondern auch das Leben.


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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 10:40

Wow - so schreiben wie du - tun nicht viele...

Ist das aus einem Buch?

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Gut und böse ist eine Wertung. Sie kommt rudimentär vor bei allen Tieren, die in Gruppen/Rudeln leben oder in komplexeren Gesellschaften. Da gibt es bereits einfache Verhaltensmuster, die sich daran orientieren, ob sie der Gruppe nutzen oder schaden. Der Mensch ist ein Gesellschaftswesen und vielfach wird heute bei der Lekture antiker Philosophen übersehen, dass es eine Standardeinstellung aller war: Der Mensch ist ein "zoon politikon" (Aristoteles) - ein Gesellschaftswesen. Da war die Verbannung aus der Gemeinschaft nach der Tötung die schärfste Strafe, weil allein kaum jemand überleben konnte.

Während die Idealisten um Platon DAS GUTE und DAS BÖSE als ein selbstexistentes Phänomen ansahen (wie alle IDEEN für sie realer waren als das konkret Existierende), waren die Monisten um Parmenides bis Epikur der Ansicht, dass gut und böse gesellschaftliche Wertungen darstellen, die in ihrer Ausprägung von den jeweiligen Gesellschaften abhängen. Der später Rousseau und Locke zugeschriebene "Gesellschaftsvertrag" steht im Original bei Epikur. Was schade ist, dass das meiste, was Epikur geschrieben hat (über 400 Bücher) bis auf drei Briefe und einige (teils fragwürdige) Spruchsammlungen nicht mehr existiert. Die Christen konnten Epikur nicht leiden und nur das tolle Gedicht "De rerum natura" von Lukrez hat man nicht zu vernichten gewagt.

Ob DAS GUTE, DAS BÖSE, DIE FREIHEIT: Alle diese Phänomene geistern als Ableger der platonischen Ideenlehre in Varianten in der Philosophiegeschichte herum, meist mehr oder weniger platonisch interpretiert, teils auch auf Erfahrung gestützt in Frage gestellt. Dabei wird uns gerade aktuell vor Augen geführt, wie Menschen ihr zerstörerisches Verhalten als gottgefällig und gut ausgeben, während andere entsetzt auf dieses menschenverachtende Verhalten blicken. Dazwischen sitzen dann die "idealistischen Träumer", die nicht wahr haben wollen, dass eine politisch-religiöse Einstellung keine Diskussion zulässt. Der aus diesem Kulturkreis stammende Erdogan (und seine massenhaften Anhänger) zeigt, wie man dort "klar Schiff" macht: Ausrotten! Wie heißt es in der Bibel (der friedfertigen): Wer nicht für mich ist, ist gegen mich! Da gibt es kein dazwischen. Natürlich wird diese Stelle von den christlich angehauchten Seelensäuslern gern überlesen oder "ins Postive" interpretiert, koste es, was es wolle. Die Geschichte zeigt: Die Erdogans bleiben übrig, nicht die Seelensäusler.

Gut und böse funktioniert in einer ausgewogenen, aber dennoch realitätsnahen Gesellschaft. Sobald das weltfremde Träumen anfängt, versammeln sich drumherum die Wolfrudel in der Erwartung, dass die Seelensäusler so dumm sind, den schützenden Zaun selbst einzureißen.

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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 10:49

Hä?

Seelensäusler? 

Es wäre sehr einfach Frieden zu haben und zu schaffen - man bräuchte nur den Blick auf das Gute richten und Gutes fördern... während man bei schlechten Dingen (die im eigenen Einflussbereich liegen) nach der Ursache und dann nach friedlichen, fairen Lösungen dafür sucht...

Ohne Visionäre und Träumer, die sich für eine Veränderung/Verbesserung zum Guten eingesetzt hätten, hätte sich auch niemals etwas zum Guten verändert. Es hätte sich nichts jemals weiterentwickelt... Deshalb sind diese durchaus nützlich... sofern man Wert darauf legt ein schönes Leben zu führen, wenn man schon mal lebt... 

Frage ist nur, warum ticken die einen so und die anderen so? Was haben die einen, was die anderen nicht haben? Geburtliche Vorherbestimmung...?

"Wer nicht für mich ist, ist gegen mich."

Stimmt bestimmt... entweder man ist für Gerechtigkeit und setzt sich dafür ein... oder man ist selber unfair.... dann ist man der Feind von Menschen, die Wert auf Fairness legen... wie sollte es auch anders sein?

Kennst du so viele Seelensäusler persönlich, weil du zu wissen glaubst, was diese gerne überlesen/übersehen?

Ausrottung als Lösung?

Und dann? Man sucht sich ein Feindbild - rottet es aus... und dann ist man unter sich und muss nach kurzer Zeit wieder ein neues Feindbild erschaffen, dass ausgerottet wird... und immer so weiter... tolle Lösung - die aber zu nichts führt? 

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Du musst bedenken, dass du hierbei einen sehr komplexen Sachverhalt analysierst, nämlich menschliches Verhalten. Dieses wird von einer Vielzahl verschiedener Faktoren beeinflusst, z.B. dem individuellen Welt- und Selbstbild (und damit auch der Vorstellung von richtig und falsch sowie von "gut" und "böse", die sich aus der eigenen frühkindlichen Prägung und den gemachten Erfahrungen ableitet), den (sich ständig wandelnen und entwickelnden) gesellschaftlichen Normen und Werten und situativen Faktoren (z.B. eigene Stimmung oder Wahrnehmung des Anderen).

Du solltest auch beachten, dass sich deine ganze Moralvorstellung schließlich nur in einem Organ im Kopf eines hoch entwickelten Säugetiers abspielt, und dass die psychologischen Mechanismen, die zu menschlichen Verhaltensweisen führen, evolutionär bedingt sind, dementsprechend existieren viele Verhaltensweisen nicht zuletzt deswegen, weil sie die Chancen auf Überleben (das eigene oder das des Stammes bzw des Volkes) oder Weitergabe der Gene der eigenen Person erhöhen, wie zum Beispiel Verdrängung statt endlosem schlechten Gewissen oder auch "Alphamännchen"-Gehabe.

Das Handeln als solches ist an vielen Stellen automatisiert oder reflexhaft, es ist keinesfalls so, dass man jede Handlung rational abwägt, nur über die wenigsten Handlungen denkt man wirklich nach. Handeln geschieht oft im Affekt und wird stark von Emotionen beeinflusst. Fast jedem Menschen sind schon Dinge widerfahren, durch die er sich ungerecht behandelt fühlte (von wem auch immer, anderen Menschen, Gott oder "dem Schicksal") und viele Menschen reagieren darauf, indem sie diese negativen Erfahrungen überkompensieren (z.B. durch Hass und/oder Selbstüberhöhung).

Wenn du ein Verhalten als falsch oder unangemessen empfindest, muss der Andere diese Handlung nicht zwangsläufig ebenso empfinden. Manche Menschen haben überhöhte Maßstäbe an andere und empfinden deren Verhalten sehr schnell als unangemessen, sind dabei aber wenig selbstkritisch, andere sind zu selbstkritisch und wieder andere versuchen, bei sich selbst den selben Maßstab wie bei anderen anzusetzen.

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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 10:01

Wenn du ein Verhalten als falsch oder unangemessen empfindest, muss der Andere diese Handlung nicht zwangsläufig ebenso empfinden

Stimmt - trotzdem kann die Handlung aber böse/schlecht/falsch und unangemessen gewesen sein und das kann man ja auch feststellen.

Würde die Person selbst so behandelt werden wollen?

So gut wie jeder will z. B. fair behandelt werden und ein selbstbestimmtes Leben führen zu können halte ich auch für etwas, was von vermutlich vielen Menschen als positiv erlebt werden würde.

Das Gegenteil hierzu wäre: Korruption, Ausbeutung und Sklaverei... unfaire Behandlung am Arbeitsplatz und in der Schule... keine genauen Angaben, was gewünscht ist, so dass man die Person immer wegen irgendetwas blöd anmachen kann... Basis für Mobbing. Ein Leben führen, dass mehr fremd- als selbstbestimmt ist... Man kann machen was immer man will - die anderen hindern einen an allen Ecken... 

Je nach Situation ist es sehr eindeutig was gut und schlecht ist.

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Das passiert, wenn Menschen unglücklich sind und nicht die Ressourcen haben ihre Situation zu verbessern. Sie wenden sich schadhaft gegen andere, in der Hoffnung eigene negative Gefühle zu kompensieren; tatsächlich führt es aber nur zu einer Verstärkung dieser.

Das trifft nicht auf jeden Menschen zu, der unglücklich ist. Das Beschriebene ist nur ein Ansatz.

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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 10:03

Da mag was dran sein...

Kapitalismus durch Gemeinwohl-Ökonomie ersetzen... dann könnten negative Gefühle auch immer mehr abnehmen... dann geht es fairer zu... dann geht es in Richtung einer möglichst netten Zukunft... dann ist es mehr ein miteinander als ein gegeneinander...

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Auf Deine Fragestellung liegen durchaus schon sehr kompetente Antworten vor. Damit Du aber ein etwas weiter gestecktes Spektrum an Antworten bekommst, will ich noch einige Anmerkungen beisteuern.

Dass Menschen speziell besondere Formen von Grausamkeit als "böse" bezeichnen, ist heute sehr gebräuchlich.Dennoch ist die klassische Unterscheidung menschlichen Verhaltens in gut und böse als eine Unterscheidung aus der Perspektive eines der Betroffenen weit sinnvoller. Damit wird auch der Aspekt der Verwerflichkeit aus dem "Bösen" herausgenommen, was nach meinem Gefühl zu fordern ist. 

Ein klassisches Beispiel hierzu wäre das Erleben der Mutter bei einem Kind. Es nimmt das verbietende Verhalten der Mutter als böse wahr, weil es seine eigenen Expansionswünsche nicht verwirklichen kann. Die Mutter dagegen mit ihrer Lebenserfahrung hält restriktive Maßnahmen dem Kind gegenüber für lebensdienlich, weil sie meint, dass das Kind damit besser an die Lebenswirklichkeit mit ihren Risiken und harten Wahrheiten angepasst werden kann. Sie wertet ihr Verhalten als gut. 

Damit ist der "Perspektivismus" einer Handlung klar beschrieben, was bezogen auf die moralischen Forderungen, die jeder Mensch an sich und an seine Mitmenschen stellt, eine Lösung des Problems anbietet, wenn man sich von den beiden Begriffen weitgehend verabschiedet. Vor allem der Begriff "böse" sollte nach meinem Gefühl aus dem eigenen Vokabular und dem eigenen Denken weitgehend gestrichen werden, weil er den Sprecher leicht als arrogant und unzureichend informiert erscheinen lässt. 

Es ist viel leichter für einen Hörer nachvollziehbar, wenn man menschliches Verhalten, dem man die moralische Berechtigung absprechen möchte, nicht als "böse" bezeichnet, sondern dass man die möglichen Bewegründe des betreffenden zu analysieren versucht. Genau dies wird auch heutzutage vor Gericht als eine sehr brauchbare und zielführende Strategie angesehen.

Überaus problematisch finde ich zudem die Vorstellung vieler Menschen, dass es "Das Böse" als irgendwie existierende Macht geben könnte, die einzelne Menschen oder gar ganze Kollektive befällt, sich ihrer bemächtigt und dann in den Betreffenden unheilvolle Handlungen auslöst. Hier läge ein magisches Geschehen zu Grunde, das nach meinem Gefühl wirklich sehr archaisch anmutet und heute als durch die Aufklärung überwunden anzusehen ist.

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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 10:37

Ich finde nicht, dass es etwas mit Arroganz zu tun hat, wenn man böse Verhaltensweisen auch klar als solche benennt...  auch verbinde ich damit nicht unzureichende Informiertheit... verstehe ich nicht - wozu ist ein Begriff da, wenn nicht auch um ihn hin und wieder mal zu verwenden... Ich finde, dass man tabulos über alles sprechen können sollte... Egal welche Worte auch verwendet werden mögen...

Ich bin - wie du - davon überzeugt, dass es für jedes böse Verhalten auch Gründe gibt, die ergründet werden sollten... Ursachenforschung damit ein Problem bei der Wurzel gepackt werden kann... aus der Welt geschafft werden kann...

Beispiele für gut und böse:

Arbeitsplatz und Schule:

gut = faire Arbeitsbedingungen - klarer Ablauf, den jeder kennt und auch verstanden hat - Gesprächsbereitschaft (offen für Fragen, falls welche auftauchen) - miteinander - konstruktiv - leistungsgerechte Entlohnung - angenehme Arbeitsumgebung - Feedback-Möglichkeiten - durch die Ordnung und dadurch, dass jeder weiß, was, wann und zu welchem guten Zweck gemacht werden sollte, können sich die Angestellten gut aufgehoben/wohl fühlen

böse = Ausbeutung - Korruption - Sklaverei - Chaos - gegeneinander - Mobbing - Gesprächsverweigerung um Macht auf negative Weise auszuüben, um sich selbst auf Kosten anderer bereichern zu können - schlechtes Arbeitsumfeld - schlechte/keine Entlohnung - destruktiv - dadurch, dass die Leute sich kaum kennen und wenig gesprochen wird überwiegt die Angst/Unsicherheit... die Atmosphäre ist eher angespannt statt entspannt...

Was das Mutter-Kind-Beispiel betrifft könnten sich hier auch Mutter und Kind zusammen setzen und sich über das Thema unterhalten... viele Verhaltensweisen in der Familie werden meist nur angewendet, weil "man das so macht", "weil es so üblich ist" (kommt mir vor)... Es ist sicherlich gut, wenn man gewisse Verhaltensweisen von sich und anderen immer mal wieder überdenkt... "Sind diese noch aktuell?" Ist das wirklich wichtig und gut? Je älter das Kind wird, desto eher kann man dem Kind das eigene Verhalten auch erklären... "Bei der roten Ampel bleiben die Fußgänger stehen - denn dann haben die Autos vorfahrt... " "Wenn du im Supermarkt etwas haben willst, soll an der Kasse bezahlt werden - sonst kann man Schwierigkeiten kriegen." "Es ist gut, wenn man sich immer mal wieder die Zähne putzt, weil man sonst Karies bekommen kann und dann tun einem die Zähne weh." Die Mutter, die Lebenserfahrung hat, kann diese dem Kind ja direkt so mitteilen... Mehr informierend... 

Ob dein Beispiel mit der Mutter nun gut oder böse war - würde von der Situation abhängen... Es kann auch sein, dass sie etwas nur verbietet, weil sie etwas verbieten will - sehen will, wie das Kind darauf reagiert... Ich denke, dass es den Eltern aber immer darum gehen sollte, dass ihre Kinder etwas VERSTEHEN... Warum soll das so gemacht werden? Was könnte passieren, wenn man es nicht tut? Wenn man es einmal nicht macht.. zweimal nicht macht... ganz oft oder niemals macht? Was könnte passieren, wenn man es regelmäßig macht? Viele Dinge kann man auch gemeinsam mit dem Kind machen... und etwas dem Kind auch vorleben (jeder räumt immer sein eigenes Geschirr weg und wäscht es ab).. Man kann das Kind bei etwas unterstützen... Und man kann Anreize für das Kind schaffen...gemeinsam für Prüfungen lernen und dann zusammen etwas unternehmen, wenn die Prüfung hoffentlich positiv bestanden ist... Gutes fördern... Schlechtes hemmen... erklären, warum man etwas für gut hält und warum man etwas für schlecht hält... wohin es führen kann... so in etwa...

Was meinst du?

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Du bist zwischen zwei Polen fixiert, wie auch alle anderen Menschen, das ist normal hier unten auf der Erde. Es ist kein Zufall, sonden Absicht.

Du versuchst die negativen Dinge zu meiden und dich dem Guten zu naehern, aber wie immer du es macht, das Negative ueberwiegt.

Das Boese entsteht durch ausserirdische Kraefte, wir haben keine Einfluss darauf. Wir sind in einer Art kuenstlicher Realitaet gehalten und denken, das ist alles was es gibt.

Aber es gibt mehr, viel mehr, wenn wir die Ablenkung und die Ungeduld fallen lassen.

Dazu gehoert, dass wir uns vom Aussen abwenden und in uns selbst gehen, das aber faellt natuerlich den meisten Menschen schwer. Sie sind darauf programmiert zu  schaffen, zu bauen, neu zu erschaffen, anstatt zu leben, ja das leben haben sie verlernt.

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Kommentar von DBKai
31.07.2016, 11:13

Auch etwas "erschaffen" kann leben sein... kommt ganz auf die Situation an... und ob man es gerne tut oder ob man sich dazu gezwungen fühlt...

Das Negative überwiegt? Kommt darauf an... Es hat sich auch schon vieles auf der Welt zum Positiven verändert... und es gibt auch viele Dinge, die ich wohl zu schätzen weiß....Es gibt weiterhin Negatives aber weiterhin gibt es auch Aktionen, die sich für eine Veränderung zum Guten aktiv einsetzen... und die kann man ja zu fördern versuchen...

Das Boese entsteht durch ausserirdische Kraefte, wir haben keine Einfluss darauf

Naja - ein wenig beeinflussen können wir es schon... Meiner Ansicht nach sind Menschen vor allem dann böse, wenn es ihnen selber nicht gut geht... Sie fühlen sich nicht wohl... ihre Existenz ist gefährdet... sie haben Hunger... sie frieren... sie sind müde... sie sind krank/verletzt... sie haben vor etwas Angst... sie kenne sich nicht aus...

Wenn Menschen sich wohl/gut aufgehoben fühlen, sind sie allerdings meist sehr umgänglich und auch nett... Dementsprechend müsste man nur mehr Ordnung in das Chaos bringen... die Ursachen bekämpfen... Vor allem Verhütung könnte ein großes Thema gegen die globale Überbevölkerung sein... mehr Qualität statt Quantität!

Projekte, die vermutlich gut sind/wären:

  • Welthunger bekämpfen
  • Menschenrechte einführen
  • Feminismus (in etwa gleich wie Menschenrechte)
  • Bildung global besser zugänglich machen
  • verbesserte internationale Kommunikation
  • Gemeinwohl-Orientierung statt Kapitalismus
  • etwas "verstehen" wollen
  • Lösungsorientiertes Vorgehen im gutem Sinne
  • Fairness
  • Aufklärungsarbeit über globale Probleme und Lösungsansätze, wo jeder mitwirken kann
  • Möglichkeit einer global guten Arbeit nachzukommen um sich ein wenig etwas dazu verdienen zu können - auch für Bettler geeignet... dann können die in der Suppenküche essen gehen und wenn sie mehr als das wollen, können sie einer gemeinnützigen Arbeit nachgehen oder sich weiterbilden und in die Gesellschaft integriert werden oder so was....
  • Kürzung von übertrieben hohen Gehältern und Erhöhung von sehr niedrigen Gehältern... Erklärung, warum die eine Person so viel und die andere so viel bekommen soll... die einleuchtet... und jeder kann überall hinkommen, wenn er bereit ist an sich zu arbeiten... sich bildet - übt die eigenen Fähigkeiten zu verbessern usw.


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Wenn es schlechte Menschen gibt, gibt es auch gute Menschen. Beides ist voneinander abhängig. Wenn jeder neutral handeln würde, gäbe es also auch nichts Gutes.

Ich denke Gut und Böse können nur individuell betrachtet werden. Jemand der nach deinem Empfinden etwas Böses tut, kann es ja selbst als richtig und gut ansehen. Es ist eine Frage der Betrachtungsweise. 

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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 09:55

Darüber könnte man sich ja dann unterhalten. Wenn jemand etwas Böses tut und es für richtig und gut hält - dann könnte das schnell aufgeklärt werden. Würde die Person selbst so eine Behandlung ertragen wollen? 

Betrachtungsweise? Was ist mit sehr eindeutigen Beispielen wie z. B. Fairness - ich glaube, dass jeder Mensch gerne fair behandelt werden möchte... - das Gegenteil dafür ist Ausbeutung, Korruption und Sklaverei... das sind Dinge, die kein Mensch besonders gerne täglich ertragen will - davon gehe ich zumindest aus... Es gibt also schon Verhaltensweisen die man sehr klar als gut definieren kann... auch die Bereitschaft klärende Gespräche zu führen - nicht immer sofort - aber zu passender Zeit ist etwas Gutes... während Gesprächsverweigerung ein großes Problem darstellen kann - weil wenn einem Unrecht getan wird und kein Gespräch möglich ist, möchte man sich ja dagegen wehren... und wie soll man das dann noch gut hinkriegen?

Sind nicht eher die schlechten Menschen eher abhängig von guten Menschen - während die guten Menschen ohne die schlechten Menschen auch auskommen würden?

Schlechte Menschen unter sich würden sich vermutlich innerhalb kurzer Zeit gegenseitig killen... Gute Menschen unter sich könnte vermutlich lange Zeit nebeneinander und miteinander vor sich hin leben... Schlechte Menschen sind ev. nur dafür gut, dass etwas Spannung und Nervenkitzel ins Leben kommt... Weiß auch nicht, was sich Gott sonst dabei gedacht hat... Und warum gibt es überhaupt Menschen die offenbar anfälliger für das Schlechte sind und andere sind hingegen kaum vom Guten wegzukriegen... Ein Problem der Art wie man geboren wird...?

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Letztlich sind gut und böse Wertungen, die immer wieder neu verhandelbar sind. Wir halten heutzutage nichts von Genozid, in den 40er Jahren galt es als "gute" Tat, um dem Land einen Dienst zu erweisen.

Insofern kann erstmal jede Tat als gut oder böse ausgelegt und interpretiert werden, je nach Konvention. Und dementsprechend hat auch jeder Mensch das Potenzial, gut und / oder böse zu handeln.

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Kommentar von DBKai
27.07.2016, 09:48

Da hat man sich geirrt... man hielt ein Mittel für gut - aber später stellte sich heraus, dass es offenbar doch eher schlecht ist... Es gibt auch heute Leute, die sagen dass der Mensch Fleisch braucht und es gesund ist... aber ob das so stimmt ist auch zweifelhaft...Bei manchen Mittelchen weiß man es nicht genau... da wird geforscht und ausprobiert...

Es gibt aber auch Dinge, die sehr eindeutig gut erscheinen und wo sich wohl bisher noch nie etwas verändert hat... Bei menschlichen Verhaltensweisen z. B.... da kann man klar unterscheiden welche Gesellschaft angenehm ist und welche Verhaltensweisen man nicht gerne lange ertragen will... Ist jemand böse, steckt meist eine Angst dahinter... Gutes Verhalten würde darin liegen, dass man andere Menschen so behandelt wie es für einen selber auch ok wäre... Z. B. fair statt ausbeuterisch und korrupt... 

Faire Behandlung ist wohl etwas was sich jeder Mensch wünscht... und fühlt man sich unfair behandelt, könnte man das ja ansprechen (man sollte so etwas ansprechen können - ohne vor etwas Angst haben zu müssen)... und Lösungen suchen... Kann man Interesse an Fairness als böse auslegen? 

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