Warum nicht wieder Arbeit z.B. an der Herde für Zuchthunde entsprechender Rassen?

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DAS ERGEBNIS BASIERT AUF 3 ABSTIMMUNGEN

Seriöse Züchter würden das tun 66%
Zu viel Aufwand 33%

5 Antworten

Seriöse Züchter würden das tun

Bedenke Mensch, das deine zivilisatorischen Errungenschaften letztendlich nur durch die Fähigkeiten des Hundes wahr werden konnten. Das ist meine freie Wiedergabe der dementsprechenden Passage des Sanskrit.

Doch wozu ist der älteste und treuste Begleiter des Menschen in der heutigen Zeit degradiert worden?

Er ist nicht mehr Helfer, Begleiter des alltäglichen Lebens, er ist in vielen Fällen nur noch schmückender Zierrat.

Unsere gesamte Gesellschaft hat sich von altbewährtem abgewandt, wo finden wir noch Wanderschäferei, wo findet sich noch der Hüter der Herde?

Es wäre sehr wünschenswert, für viele ursprüngliche Rassen existenziell notwendig wenn in unserem Land,nur hier ist dieser Hang zum exotischen Hund leider derart ausgeprägt, eine Rückbesinnung auf die Ursprünglichkeit statt fände.

Gerade im Bereich der Hüte und Herdenschutzhunde liegt heute vieles im Argen. Heute wird der Hund gekauft weil er optisch gefällt, weil die Werbung ihn bekannt macht, da macht man sich keine Gedanken über die Bedürfnisse dieser hoch qualifizierten Spezialisten.

Bis vor wenigen Jahren konnte man einen Weimaraner nur erwerben wenn man Jäger war, ich fand das gut so. Inzwischen habe ich selbst solch ein Tier übernommen und muss sagen, das ist kein Begleithund, das ist ein Hund der über Jahrhunderte auf bestimmte Eigenschaften selektiert wurde und der diese Bedürfnisse erfüllt wissen möchte.

Doch ist das eigentliche Problem nicht ganz anders gelagert? Jetzt mal ganz ehrlich, welcher verantwortungsbewußte Züchter würde sich denn auf die Zucht solcher Experten verlagern? Die Realität sieht doch so aus, wer Border Collie oder Kangal hat und diese einsetzt wie es ihrem Naturell zukommt, der hat vielleicht einen Wurf im Leben der Hündin. Wer jedoch beständig züchtet, der hat eher den Verdienst, als das Wohl dieser Hunde im Blick, der könnte auch gar nicht, regelmäßig züchten, denn so eine große Schafherde das diese zwei, drei Border Collies ausreichend Beschäftigung bietet, kann er sich gar nicht halten. All diese Züchter und all diese Halter jener Hunde handeln ihrer selbst willen, es geht nicht um das Wohl der Hunde, es geht um das eigene Ego, darum in zu sein. Man bildet sich ein diesen Hunden bei diversen Hundesport Modeerscheinungen einen adäquaten Ausgleich zu bieten, das ist ein Irrglaube.

Was letztendlich in diesem Land fehlt, ist eine Sachkundeprüfung vor Beginn einer jeglichen Zucht, einer jeglichen Haltung, die Verpflichtung den Hund entsprechend seiner Bedürfnisse auszulasten.

Und abschließend gesagt, Du hast Recht, ich kann auch nicht nachvollziehen weshalb der VDH beim Jagdhund eine Jagdprüfung, neben der Zuchttauglichkeitsuntersuchung, für die züchterische Verwendung voraussetzt, dies aber bei Hüte- und Herdenschutzhunden nicht tut. ich kann ebenso wenig nachvollziehen weshalb in Deutschland, in krassem Gegensatz zu allen anderen mir bekannten Ländern die einheimischen Hunderassen und Schläge, das sind mehr als 30, nichts gelten, einige dieser Rassen inzwischen ausgestorben sind (Harlequinpinscher) und andere auf der Roten Liste der bedrohten Haustierrassen stehen, aber jeder, sei es auch noch so, ich sage einmal, merkwürdige Hund aus anderen Ländern bei uns regen Absatz findet.

YarlungTsangpo 29.03.2012, 14:49

Hallo Fenir,

DH! für deinen Betrag, welchen ich ganz und gar unterstreichen möchte.

Jetzt mal ganz ehrlich, welcher verantwortungsbewußte Züchter würde sich denn auf die Zucht solcher Experten verlagern? Die Realität sieht doch so aus, wer Border Collie oder Kangal hat und diese einsetzt wie es ihrem Naturell zukommt, der hat vielleicht einen Wurf im Leben der Hündin. Wer jedoch beständig züchtet, der hat eher den Verdienst, als das Wohl dieser Hunde im Blick, der könnte auch gar nicht, regelmäßig züchten, denn so eine große Schafherde das diese zwei, drei Border Collies ausreichend Beschäftigung bietet, kann er sich gar nicht halten. All diese Züchter und all diese Halter jener Hunde handeln ihrer selbst willen, es geht nicht um das Wohl der Hunde, es geht um das eigene Ego, darum in zu sein. Man bildet sich ein diesen Hunden bei diversen Hundesport Modeerscheinungen einen adäquaten Ausgleich zu bieten, das ist ein Irrglaube.

Aus diesem, von Dir so deutlich formuliertem Grund werden wohl Erkenntnisse - welche seit den 1970er Jahren (!) durch Projekte und wissenschaftliche Arbeit bekannt sind - nicht forciert weiter verbreitet - sondern sind auch im Internet nur schwer bis gar nicht zu finden!

http://www.bearproject.info/uploads/publications/A%2030%20reduce%20livestock%20pred%20I.PDF

Weltweit wird an Erkenntnissen und auch speziellen Zuchteignungstests gearbeitet - auch zusammen mit seriösen Züchtern - nur in Deutschland findet nichts statt.

Dabei würden damit "überschiessende Eigenschaften von Arbeitsspezialisten bei Hunderassen - wieder in ein rechtes Lot gerückt = zuviel Beute- & Hetztrieb kann kein Nutztierhalter brauchen und auch die Gesellschaft der Familienhundehalter nicht!

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YarlungTsangpo 29.03.2012, 14:54
@YarlungTsangpo

Noch ein weiterer Link der interessant zu lesen sein wird:

http://www.kora.ch/pdf/kinfo/i023ge.pdf

Warum die Schafhalter mit deren Schafen - anders als zum Beispiel in Frankreich und der Schweiz - in Deutschland nicht mehr mit einbezogen werden???

Das muss wohl noch aus der Zeit von Rittmeister von Stephanitz stammen der aus einem Schäferhund einen Dienst- und Militärhund machen wollte. Darüber aber hat der Hund seine gesamte Funktion verloren. Andere Rassehunde - Arbeitsspezialisten bestätigen diese Regel.

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Fenir 30.03.2012, 11:24
@YarlungTsangpo

Das sehe ich etwas anders. Zu Zeiten des Herren Rittmeisters wurde doch eher nach der Devise verfahren das ein guter Hund nicht in einem schlechten Fell wohnen kann. Damals gab es den DSH rauhhaarig, kurzhaarig und langhaarig, die Farben waren schwarz, weiß, gau und rotgelb. Ich habe selbst zu DDR Zeiten sowohl den DSH, wie auch Harzer Füchs, ja selbst einen Collie an der Schafherde arbeiten sehen.

Das endete jedoch sehr schnell als der westdeutsche Einfluss geltend gemacht wurde.

Nun warum ist dies so und warum ist dies gerade in Deutschland, im Gegensatz zu vielen anderen Ländern so augenfällig?

Wir Deutschen leben nicht mehr mit der uns umgebenden Natur im Einklang, wir haben einen Reglementierungswahn ( Gerichtsverfahren weil der Hahn kräht, der Frosch in Nachbars Teich quakt ).

Wir sind auch nicht bereit Erkenntnisse anzunehmen insofern diese nicht jene des Deutschen sind. Wie nennt man doch noch Arroganz gepaart mit Dummheit, Borniertheit. Und diese durchzieht unsere Gesellschaft leider in viel zu großen Maß.

Ich denke darin leigt die Ursache für viele Probleme in unserem Land und die nicht nur auf die Einstellung zum Hunde gesehen.

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YarlungTsangpo 30.03.2012, 17:43
@Fenir

Oh, die Hoffnung - dass sich einmal etwas ändert - stirbt zuletzt. Womöglich (hoffentlich) werden dann Erkenntnisse "importiert" von Uebersee, weil exotisches - wenn es nur von draußen kommt - gerne zu einer "Mode" wird...

Aber es stimmt - um 1900 war ein Hund dann ein guter Hund wenn er gute Eigenschaften hatte. Das Fell in dem er steckte war - eher Nebensache.

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Hallo YarlungTsangpo!

Deine Frage kann ich Dir nun so gar nicht beantworten, aber ich möchte Dir sagen: Dein eingesetzter Link hat mich sehr angefaßt...

Seit der Kleine nun erwachsen wird (und auch schon vorher...) zerbreche ich mir den Kopf, wie ich seinen Fähigkeiten gerecht werden könnte... Könnte man Schafsherden mieten?! Kann man einen "Hütehundlehrgang" als Nichthirte machen und wenn ja - wo?! Macht das Sinn, wenn's keine eigene Herde gibt? Heute habe ich von einer Bekannten gehört, die eine Freundin hat, mit einem Border. Die hat dem Meerschweinchen zum Hüten angeschafft...^^ Schon als ich die story hörte, fand ich sie gewöhnungsbedürftig - nach dem Film von Dir könnte ich mich schütteln...

Klar laste ich den Kleinen aus und er macht auch keinen unglücklichen Eindruck, derzeit. Trotzdem würde ich ihm gerne etwas "richtiges" zu tun geben... Nicht nur Hundesport... Ich seh' mich schon auf meine alten Tage Schafe kaufen... Oder vielleicht Gänse?!

Steinfee 28.03.2012, 23:16

Bitte liebe Hütehundbesitzer, denkt auch immer an die zu treibenden Tiere, die das durchaus auch als extrem stressig empfinden, zur Auslastung eines Familienborders herzuhalten. Für die Lust am Treiben und Hüten, hat Jan Nijboer die Sportart "Treibball" entwickelt, bei der Hütearbeit vom Feinsten geleistet werden muss. Zwar treibt der Hund keine Schafe, sondern Bälle, aber er muß genauso exakt und reaktionsschnell auf kleinste Kommandos seines Hundeführers arbeiten. Es kommt auf eine feine Abstimmung auf Distanz an und macht den Hunden unendlich viel Spaß. Eine gute Alternative für alle Hunde, aber besonders für Hüte- und Treibhunde. :-)

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sophia40 28.03.2012, 23:19
@Steinfee

Hallo Steinfee, das interessiert mich nun.Hast Du mal Treibbal gemacht oder gesehen?

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YarlungTsangpo 29.03.2012, 13:31
@Steinfee

Von der "Beschäftigung" von Hüte- und Treibhunden durch z.B. Treibball möchte ich deutlich abraten.

Zum einen resultiert das aus persönlichen Beobachtungen - wird aber auch bestätigt z.B. durch die Ausführungen zum Hund durch Dorit Feddersen Petersen.

(LONGTON und SYKES 1997); PRICE (1999) warnt außerdem explizit davor, mit Border Collies Ball bzw.Frisbee zu spielen und LAMBRICH (2007) sieht in exzessivem Objektspiel eine Übergangsform zu stereotypen Verhaltensstörungen.

http://elib.tiho-hannover.de/dissertations/meermanns_ss09.pdf

Sehr lesenswert - auch zum Thema der Erblichkeit von Hüteleistung, sowie - wie Arbeit am Nutzvieh problematisches Verhalten aufscheinen lässt und auch verhindert Ab Seite 197 dann die Schlussfolgerungen...

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Steinfee 31.03.2012, 22:28
@YarlungTsangpo

Beim Treibball wird nicht mit dem Ball gespielt!!!!! Das ist schlichtweg eine falsche Behauptung. Zudem bezweifle ich, das Frau F-P diese Sportart überhaupt kennt. Die großen Bälle sind "Schafe", die in eine bestimmte Richtung getrieben werden. Richtig trainiert, schiebt der Hund die Bälle nur und ausschließlich auf Kommando nur auf seinen Hundeführer zu.

Wenn Treibball so aufgebaut wird, wie es Jan Nijboer entwickelt hat, ist es weder ein "exessives Objektspiel" noch zeigen diese Hunde "stereotype Verhaltensstörungen".

Der Hund und sein Mensch arbeiten perfekt aufeinander abgestimmt miteinander. Mit minimalen Kommandos und Zeichen wird der Hund hinter den letzten Ball geschickt, warten seinem HF gegenüberstehend auf das Treibkommando und treibt diesen geschickt auf seinen HF zu ins Tor. Der HF darf in der gesamten Treibphase seine Position im Tor nicht verlassen und kann nur mit Stimme und Handsignal den Hund lenken. Es ist faszinierend, wie toll eine Zusammenarbeit klappt, aber wie gesagt, es muß richtig und detailgenau - also mit viel Geduld - aufgebaut werden.

Macht man es sich einfach und läßt den Hund machen, auch wenn er ausflippt, durchgehend bellt, die Kommandos nicht punktgenau befolgt, richtig, dann ist Treibball ´ne Katastrophe. Genauso wie Flyball oder Agility, wenn die Hunde wie die Irren gepusht werden und durchgehend kläffen und austicken am Rand und im Lauf. Das ist einfach schlechtes Training undt schlechtes Training kann es auch für Treibball geben. Dann werden die Hunde auch hier neurotisch.

Und bevor man eine gute Beschäftigung ablehnt, weil man mal was gesehen hat, sollte man sich das Training zum gesehenen angucken und hinterfragen, nicht gleich aufgrund eines kleinen Ausschnittes alles schlecht machen.

Die Borders und Aussies bei uns sind richtig gut, sehr motiviert und weder irre noch unzurechnungsfähig.

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Steinfee 31.03.2012, 22:35
@sophia40

Wir trainieren das in unserer Hundeschule und wir achten sehr darauf, dass die Hunde im Kommando stehen, nienichniemals allein mit den Bällen sind oder etwa unaufhörlich kläffen. Sie lernen zu warten, zuzuhören, auf Sichtzeichen zu reagieren und sich auf ihren HF zu verlassen.

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YarlungTsangpo 08.04.2012, 08:52
@Steinfee

Hallo Steinfee,

Jede Sportart mit Tieren ist genauso gut für Tiere wie das Vorhandensein von menschlichen Fehlern, Ehrgeiz und Unzulänglichkeiten.

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YarlungTsangpo 29.03.2012, 14:59

Hallo Beutelkind,

nachdem dein "Kleiner" nicht auf Nutztiere sozialisiert wurde - wird er nichts vermissen. "Du bist seine Herde"

Es ist ein No Go einem Arbeitsspezialisten in Familie - wie dem Border oder einem Herdie ein paar Schafe oder Meerschweinchen anzubieten. Man muss einen Instinkt - welcher allen innewohnt nicht fördern - so hat man zufriedene Hunde!

Kopfarbeit und kundige Führung in gemeinsamer Zusammenarbeit mit "seiner Herde", wie zum Beispiel die gemeinsame Arbeit auf der Fährte ist für jeden Hund & Halter geeignet und macht Hunde - zufrieden und ausgelastet.

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Beutelkind 29.03.2012, 17:37
@YarlungTsangpo

Oh! Ohhh! Ooooooooo!!! Was für ein informativer Link!! Danke sehr!!! Das betrifft jetzt weniger den Kleinen als seine Schwester... FETTES Kompliment! Menno: Ohne Dich wäre der Kleine zwischenzeitlich so manches Mal auf der Strecke verblieben...!

Liebe Grüße von der Herde grins :)

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Also eine Person die einen Arbeisthund sucht wird auch auch einen finden. Es gibt noch genug Züchter die auf Leistung züchten,und diese machen dann auch Prüfungen ;)

By the way,nicht alle Jagdhunde machen Prüfungen,Terrier viele Retriever,sie alle sind ungeprüft.

Wenn man einen Gebrauchshund sucht sollte man bei Working Dog gucken. Und bei Hütehunden sollte man sich Trials anschauen und sich dort eventuell Züchter suchen.

Fakt ist aber, ein Großteil der Bevölkerung braucht keine Arbeitshunde mehr, warum also alle Hunde gezielt auf Leistung züchten? Welcher Border darf schon noch an die Schafe,welcher Herdi darf noch Herden bewachen,welcher Retriever wird noch zur Jagd verwendet? Also mir ist es lieber wenn nur noch eine kleine Hand voll an Leistungshunden gezüchtet wird, und diese dann in entsprechende Hände kommen.

Man tut den Hunden keinen Gefallen damit sie wieder auf Leistung zu züchten. Stell dir vor du bist Hochintelligent,und darfst in deinem Leben nicht mehr lernen als das 1 mal 1 , das wär doch schrecklich oder?

eurofuchs2 28.03.2012, 16:34

Hallo Hecuda,

ich hatte gerade eine Antwort vorbereitet und wollte diese abschicken, doch das kann ich mir jetzt sparen. Du sprichst mir aus der Seele! Eine tolle Antwort. DH³

EF2

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Fenir 28.03.2012, 22:02

@ Hecuda

Wir haben da ein kleines Problem, diese Hunde sind nicht hochintelligent, es sind, entschuldige bitte diese Umschreibung, Fachidioten. Die wurden über Jahrhunderte auf diesen ursprünglichen Aufgabenbereich selektiert. Wir haben weltweit mehr als dreihundert international anerkannte Rassen, wir haben hunderte weitere Schläge, jeder, aber auch jeder würde darunter ein zu seiner Lebensweise passenden Hund finden. Aber nein, da holt alles den Beagle, den Golden Retriever, den Labrador, den Westi, den Aussie, den Border Collie. Und was ist aus diesen Rassen geworden? Sie sind nur noch eine Karrikatur ihrer selbst, von Krankheiten geplagt, kaputt vermehrt. Das ist die Realität. mal anders, kaufst Du dir ein Gewehr um mit dem dann Flaschen zu öffnen, oder ein Auto und schiebst das dann ausschließlich? so was würde keinem normalen Menschen einfallen, aber einen Hund, einen absoluten Spezialisten, den können wir ja einsetzen wie wir wollen, was kümmern den Menschen schon die eigentlichen Bedürfnisse eines Hundes. Wer hatte vor dreißig Jahren schon einen Border Collie? Da wäre kein Mensch auf die Idee gekommen sich so ein Tier zu holen wenn er nicht irgendwelche Tiere zu hüten gehabt hätte. Aber und genau da liegt das Problem, dann ist die Frau und die überwiegende Mehrzahl dieser Hunde wird von Frauen gehalten, der Werbung erlegen, so ein Hund musste auf jeden Fall her. komm mir jetzt nicht mit dummen Sprüchen, sieh Dich auf den plätzen der Hundeschulen um, sieh mal wer überwiegend Agillity macht, es sind Frauen und die fuhren solche Hund, Hunde mit denen man sonst nicht fertig wird. Und wenn ein Großteil der Bevölkerung keine Arbeitshunde mehr braucht, dann sollte sich dieser Teil doch den anderen Rassen und Schlägen zuwenden, es gibt doch nun wirklich genügend. Der Labrador Retriever war nie der ausgesprochene Jagdhund, er wurde auch von Fischern eingesetzt um die Netze, die Boote im seichten Wasser an Land zu ziehen, der Terrier, war sicher einst Jagdbegleiter, doch die meisten dieser einstigen Schläge sind gar nicht mehr existent. Der Yorkshire war ein Hund der die Ratten im Bergwerk bekämpfte, der Kerry Blue war schon immer wach-, Hof- und Jagdhund, Bedlington Terrier, nur noch eine Karrikatur des einstigen Hundes gleichen Namens und das können wir noch lange so weiter führen. Der Terrier war nie reiner Jagdhund, es war ein Allrounder, jedenfalls die heute noch existenten Rassen.

Und somit ist Dein Vergleich nicht zutreffend, die einzige Chance, die besagten Rassen dem Schicksal der bisherigen Moderassen nicht auszuliefern besteht nur darin eine Leistungszucht einzuführen. Aber das wird , siehe DSH, erst wieder allseits erkannt wenn die jeweilige Rasse am Boden liegt.

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YarlungTsangpo 29.03.2012, 14:41

Hallo Hecuda,

das DH von @ Eurofux kann ich nachempfinden.

So dachte ich auch lange Zeit - damals noch bei meinen Schäferhunden.

Aber: Bei mir zog ein DSH aus HGH-Linien ein - also noch Vorfahren welche an der Herde arbeiteten - dieser war nur "bedingt" für heutige Leistungszucht geeignet = weil diese Leistung bei dieser Rasse nicht mehr nachgefragt wird. Das Verhalten aber war "einfacher" als das der Hunde aus heutiger "Leistungszucht" welche Leistung "vorspielt als Sport"

Dann - aufgrund dieser Erfahrung zogen die HSH bei mir ein.

Eine Sozialisierung auf Nutzvieh im frühen Alter ließ einen HSH Charakter entstehen. Egal wie lange der Hund vorab - ohne "workingdog Prüfung" in Europa für Rasseliebhaber gezüchtet wurde.

Hierzu gibt es inzwischen weltweit - außer in Deutschland - auch wissenschaftliche Studien - im Bezug auf die Fähigkeit zur Arbeitsleistung bei

  • Arbeitshunde vom Hirten gekauft - Landschläge ( Hampshire College, Masachusetts Coppinger el al 1988)

  • Rassehunde vom AKC Züchter gekauft (USDA Dubois, Idaho; Green & Woodruff, 1990b)

Das Ergebnis war, dass beide Gruppen in den Studien jeweils in der Arbeitsleistung zu 70% erfolgreich waren - und positive Leistungs-Eigenschaften nicht von einer Zuchtselektion durch Zuchtbemühungen der Menschen abhängig sind, sondern zum größten Teil von der frühzeitigen Sozialisierung des Hundes an seine jeweilige Aufgabe.

Dasselbe hat sich nun in einem Gepard-Schutzprojekt mit Hunden in Südafrika bestätigt.

http://cheetah.org/ama/orig/FinaLSGDeffectiveness.pdf

Nicht "definierte Rassezugehörigkeit" - oder Zucht auf Arbeitsleistungen ergibt Fähigkeiten, sondern die frühzeitige Sozialisierung.

Auch das Auftreten von "unangemessener Schärfe" ist auch der Sozialisierung und dem Einsatzzweck geschuldet. Auftretende unangemessene Schärfe welche angeboren sein sollte - kann durch Arbeits- und Verhaltenstests bei der ursprünglichen Aufgabe von Hundetypen & Rassen erkannt - und dann züchterisch "ausgegliedert" werden.

Solche "Arbeitsprüfungen" vor einem Zuchteinsatz zu einer Zuchtzulassung hätten also eine insgesamt positive Wirkung - auf die Zucht einer gesamten Hunderasse. Es können nicht nur Übertypisierungen, Gebäudefehler, Gangwerksprobleme, sondern auch Mängel im Wesen und Verhalten erkannt und gezielt ausgezüchtet werden.

Vor dem Hintergrund dieses Wissens ist es nicht korrekt - rein in der Familie gehaltenen Arbeitsspezialisten dann "Ersatzsport" welcher Insinkte fehl-fördert anzubieten.

Instinkte welche bei Leistungslinien wie bei reinen "Showgezüchteten" vorkommen werden.

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Hecuda 29.03.2012, 15:20
@YarlungTsangpo

Fenir, das mit den Hochintelligent habe ich nur gesagt,damit es für die Menschen einfacher zu verstehen ist ;) Dass es Fachidioten sind weiß ich selber, aber ein OttoNormalMensch versteht es besser wenn du menschliche Vergleiche aufführst,und ihn nicht mit Fachbegriffen zu bomadierst. Nur was willst du damit verhindern wenn es nur noch Leistungszucht gibt? Es wird weiterhin Leute geben die einen Border zum Agility nehmen zum Beispiel. Wobei ich es gut finde,dass der Trend nun mehr zum Aussie geht, denn ein Aussie ist KEIN Fachidiot im Gegensatz zum Border, wenn auch trotzdem ein anspruchsvoller Hund.

Ich persönlich mag diese Otto Normal Hunde nicht, für Leute die einfach nur ein Familienhund wollen sind sie aber sicher das beste.

Ich mag Hunde die ein Aggressionspotential mitbringen,und reichlich Trieb haben,dabei aber sehr sensibel sind. Für andere eine Horrorvorstellung,für mich der perfekte Hund.

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Zu viel Aufwand

... brauchen nicht geprüft werden, der Markt regelt das, es gibt für jede Arbeit den richtigsten Hund. Und solange du nicht vorschreiben kannst, dass nur Zuchthunde aus bestimmten Zuchtverbänden für solche Arbeiten eingesetzt werden dürfen (was nicht mal in der Jagd der Fall ist) hast du auch keine Handhabe, das durchzusetzen.

Wer einen bestimmten Gebrauchshund sucht, wird die Merkmale, die er braucht auch so abfragen und überprüfen.

Oder selbst züchten.

Und wenn ein Hund mit besten Anlagen dann nicht richtig gehalten wird, nicht als Rudel, nicht ausgelastet, gibts trotzdem nur Ärger.

YarlungTsangpo 30.03.2012, 08:51

Hallo Koch 234, Ganz dicken Dank. DH für dieses Video!!!

Es sagt ja definitiv aus, dass nicht jeder HSH, nicht jeder Hütehund an Nutzvieh gelassen werden kann und sollte. Die Sozialisierung an - hier z.B. Schafe ist die Grundlage jeder Arbeit - und: Die Anwesenheit von erfahrenem Althund/en wenn Junghunde an die Herde kommen

Deswegen ist es NoGo einem Border, Aussie, HSH dann - wenn er schon Verhaltensstereotypen zeigt....ein paar Schafe oder Ziegen - zur freien Verfügung "anzuschaffen"

Der zweite Film - den kannte ich schon - zeigt so wunderbar das ideale Zusammenwirken - von Jung- und Althunden & dem Menschen.

Der Link zum Text hier der Schweizer - hier wird deutlich, dass die Funktion des Schutzes vor großen Beutegreifern am Besten in dieser Konstellation bewerkstelligt werden kann und konnte.

Doch mit dem Markt welcher das selbst regelt - meinst du wohl den Nutztierhalter - so ist das bisher...

Der restliche "Markt für Hunde regelt nichts" es gibt eine Überproduktion weiterhin. Mit einer Vorschrift für alle - ungeachtet ob seriös oder Hinterhofvermehrer wäre eine derartige Vorarbeit für alle hergestellten Welpen dann ein Regulativ - jene welchen das zu viel Aufwand bedeutet - auszuscheiden von solchen Hunderassen.

Die Nutzviehhalter würden davon profitieren weil der Haupt-Beutegreifer an den z.B. Schafen u.s.w. nicht Wolf, Baer, Luchs ist = sondern der Hund von Unbedarften welchem seine ungeschulten Instinkte durchgegangen sind.

Siehe deinen Filmbeitrag oben, welcher das deutlich zeigt: Der Hund hat HSH Instinkte, es fehlt - ganz klassisch - das Töten der "Beute" - seine Instinkte liegen brach - wäre da bei seinem Züchter eine Sozialisierung auf Schafe gewesen, zusammen mit erfahrener Althündin hätte es den Film gar nicht geben müssen.

Siehe auch die Dissertation (Link) zu den zwei Huetehunderassen.

Bei einem ungeschulten DSH heutiger Zuchtweise - hätte dieser Film ganz andere Dinge und das Erbeuten von Schafen gezeigt. DSH sind die häufigsten "Räuber bei Nutztieren" nachdem deren Instinkte zum Arbeiten das Hetzen, und auch das Zugreifen beinhalten.

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koch234 30.03.2012, 10:46
@YarlungTsangpo

es soll nicht das Züchten an sich schlecht gemacht werden, aber mir geht die Regulierung durch Zuchtverbände und Vereine, die aufgesetzten Zuchtziele und Zuchtmoden gegen den Strich. Und vieles spricht dafür, das richtige Anlagen auch außerhalb von "Zuchlinien" gefunden werden können. Und dann ist eben die richtige Sozialisation am wichtigsten.

Aber, nicht zu vergessen, die Aufgabe muss auch den richtigen Hund genügend fordern, wenn ich keinen Praedatorendruck habe, brauche ich auch keinen Herdenschutzhund, sondern es reichen Hütehunde. Gegen streundende Hunde reicht der Schutz durch eine Gruppe solcher Hunde dicke aus.

Der restliche "Markt für Hunde regelt nichts" es gibt eine Überproduktion weiterhin. Mit einer Vorschrift für alle - ungeachtet ob seriös oder Hinterhofvermehrer wäre eine derartige Vorarbeit für alle hergestellten Welpen dann ein Regulativ - jene welchen das zu viel Aufwand bedeutet - auszuscheiden von solchen Hunderassen.

Da ist sie wieder, die "Regulation" von oben, die letztendlich den abgesegneten "Zuchtverbänden" Narrenfreiheit gibt, und letztendlich doch nichts sichert.

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koch234 30.03.2012, 11:11
@koch234

nichts gegen Tests, ABER

die Zulassung zu diesen Tests sollte nicht Ahnentafel abhängig sein,

und

praktisch ändert es nichts, solange es keine "Einfuhrkontrolle" etc gibt.

Also wäre wieder ein weiterer Bürokratismus für die praktische Durchführung nötig, und das verselbstständigt sich, die Kosten steigen, die Preise steigen und diejenigen, die das zahlen sollen und nicht überzeugt sind, dass "Wesen" sich immer an Zuchtlinien hält, sind ja nicht dazu gezwungen und werden auf die ein oder andere Weise ausweichen, ins Ausland, eigene Zucht oder "Hütehunde" statt HSH. Und so wird der "Markt" das tatsächlich regeln

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YarlungTsangpo 30.03.2012, 17:47
@koch234

Ja - es gibt nicht vernünftiges ohne eine "Einfuhrkontrolle" oder besser gleiche Regelungen in allen Ländern - der Europäischen Union. Die regeln doch sonst alles - da kommt es auf Zuchtkontrolle & Zuchtzulassung von Züchtern auch nicht mehr an.

Bürokratie will beschäftigt werden...

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YarlungTsangpo 30.03.2012, 17:53
@YarlungTsangpo

....bin mit dir einig - das muss unabhängig sein, egal welcher Verein, Verband und welche Funktionäre = für Alle egal ob oder welche Ahnentafel.

Durch Funktionärszucht gehen auch Eigenschaften nicht nur beim Hund verloren.

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Was ist denn nun deine Frage?

Oder vielleicht muß ich ja auch auf körperliche und geistige Eignung geprüft werden ;-)

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