Warum neigen wir dazu, Mitleid zu "addieren"? Sollte man das so machen?

2 Antworten

Vielleicht ist es eher der Umstand, dass ein Unglück hätte vermieden werden können.

Es spielt immer noch so viel anderes und unbewusstes mit in etwas hinein, was wir erstmal gar nicht zur Kenntnis nehmen.

Ausserdem ist es ein Unterschied ob 1 Familie oder 20 Familien traurig sind. Da wir ja auch Mitgefühl mit den Hinterbliebenen haben.

Ausserdem ist es ein Unterschied ob 1 Familie oder 20 Familien traurig sind. Da wir ja auch Mitgefühl mit den Hinterbliebenen haben.

Genau das hinterfrage ich ja, ob das vernünftig ist. Warum sollte es einen Unterschied für denjenigen machen, der von dieser Nachricht liest? Warum sollte das (negative) Mitgefühl wachsen, wenn 20 Familien traurig sind statt nur einer, wenn aber dadurch doch keine einzige der 20 Familien mehr leidet?

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Das Herz fühlt, das kannst du nicht mit Verstand/vernünftig messen/vergleichen.

Unser Selbstich fühlt anders, als das Egoich denkt.

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Wenn du Mitleid empfindest, versetzt du dich in die Lage des anderen. Du wirst dir bewusst, dass der andere auch ein Mensch ist, genau wie du, dass er dieselben Emotionen, Ängste und Freuden empfindet wie du. Dazu musst du den anderen nicht persönlich kennen. Das Mitleid ist eine Einsicht in die Menschlichkeit des Anderen. Und es lässt sich nicht quantifizieren, genausowenig wie die Liebe.

Es geht nicht darum, den anderen persönlich zu kennen. Du redest doch selber im Singular, von "dem anderen" und nicht "den anderen". Es geht um die Frage, weshalb das Mitleid meistens größer ist, wenn mehr Menschen bei einem Unglück gestorben sind, als wenn nur einer gestorben wäre. Ich frage mich, ob es Sinn macht, in dem Fall mehr Mitleid zu empfinden, da doch keine einzige der Familien dadurch mehr leidet. Das Leid der einzelnen Familien erhöht sich dadurch nicht, aber das Mitleid derjenigen, die von dieser Nachricht hören, schon.

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@chaostheorie314

Wenn du Mitleid mit einem Menschen hast, hast du Mitleid mit allen Menschen, egal ob einer bei einem Unfall stirbt oder 1000. Dein Mitleid erhöht sich nicht pro Mensch, sondern es ist entweder da oder nicht da.

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@emilia32

Da mache ich andere Erfahrungen. Die Kommentare unter Nachrichten, in denen es darum geht, dass 20 Menschen gestorben sind, sind ungleich mitleidsbetonter als wenn es nur um 2-3 Menschen geht.

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@chaostheorie314

Ja, gut. Aber das heisst nicht, dass die Menschen deshalb kommentieren, weil sie mehr Mitleid empfinden. Vielleicht haben sie einfach mehr Angst, dass es sie trifft. Wenn das Unglück z.B. in einem Zug oder auf einer Autobahn stattgefunden hat, wo wir alle unterwegs sind, fühlen sich Menschen halt schneller betroffen und kommentieren entsprechend auf social Media. Sie suchen dann einen Verantwortlichen oder einen Sündenbock für das Unglück (die Politiker, usw.). Aber das ist, m.E., eher eine Angst- und Wutreaktion und nicht unbedingt aus Mitleid motiviert.

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