Warum nehmen Menschen mehr als sie brauchen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

"Warum nehmen Menschen mehr als sie brauchen?"

gratis Zeitschriften im Flugzeug

k. A. Würde ich nicht machen

gratis Servietten im McDonalds

Es ist bequemer, notfalls eine wegzuschmeißen, als noch welche nachholen zu müssen.

warum nehmen Menschen die am Geldhahn sitzen, sich gerne was auf die Seite?

Menschen wollen auch ihre Zukunft gesichert wissen.

Warum produzieren wir in den Industriestaaten wesentlich mehr Lebensmittel und Konsumgüter als wir je konsumieren könnten?

Niemand denkt gesellschaftlich. Jeder versucht seinen Platz zu finden. Wenn das zu viele probieren, entsteht ein Angebotsüberhang.

Ist es ein gewisses Maß an Gier? Oder vielleicht Vorratsdenken? "Hamstern"?

Kommt darauf an, wen du in deiner Frage mit "wir" meinst. Es gibt bestimmt geizige, es gibt aber auch die Vorratsanleger oder die, die an ihre Erben denken. Vielleicht hat sich bei einige auch in deren Köpfe bei vielen Dingen eingebrannt, dass mehr besser ist und sie übertragen dieses Verlangen auf alles, von dem sie mehr bekommen könnten.

Aber was treibt uns dazu, dass wir mehr nehmen und erzeugen als wir brauchen, im Großen wie im Kleinen?

Hast du eigentlich schon selber beantwortet.

Das ist KEINE philosophische Frage, sondern eine biologische!

Ob eine Gesellschaft dieses Streben nach "mehr" zulässt, ist eine kulturelle, die von den Umständen bestimmt wird. So hat es stets überall Kulturen gegeben, die nicht auf Expansion aus waren. Aber das hatte dann damit zu tun, dass die Umweltbedingungen einen Druck auf die Gesellschaft durch einen Mangel an Überflussversorgung ausgeübt haben! Ich spreche also Nomaden oder Semi-Nomaden an. Aber auch unter diesen gibt es den Drang zur Mehrung und Expansion: In der Sahelzone haben Bauern ihre Herden vergrößert, nur weil die westliche Welt ihnen Brunnen gebohrt hat und sie somit wieder mehr Vieh durch die Notzeiten der 70er Jahre bringen konnten! Kulturell bedeutet mehr Vieh für den Bauern auch, mehr Familie und ggf. mehr Frauen versorgen zu können! Andererseits war bei den Aborigines (Australien) bereits die Geburtenkontrolle bekannt. Sie haben ihre Gesellschaften also gezielt konstant gehalten.

Solange eine Gesellschaft die Möglichkeit sieht, mehr der eigenen Art versorgen zu können, besteht nicht die Notwendigkeit, die Expansion gezielt zu begrenzen. Expansion der eigenen Art aber ist JEDER biologischen Art zu eigen! Die Vermehrung oder auch die räumliche Ausbreitung einer Art wird nur durch Druck von außen kontrolliert! Das kann aktiv, aber auch passiv geschehen. Aktiv z. B. dadurch, dass das Jagdtier den Bestand an Beutetieren kontrolliert. Passiv z. B. dadurch, dass es nicht genügend Beutetiere gibt, um eine Ausweitung oder gar nur den Erhalt der Jagdtiere zu ermöglichen.

Wenn aber eine Population schließlich über die Typklasse der Kleingesellschaft hinauswächst, in der es eine starke und hohe soziale, also gegenseitige Kontrolle gibt, dann sinkt auch die Bereitschaft zur Rücksichtnahme und zur Bereitschaft, kollektiv zu teilen. Sondern dann entstehen auf Individuen konzentrierte Machtstrukturen, innerhalb derer Einzelne einen größeren Kreis (der eigenen Art) ausnutzen, um den eigenen (zunächst biologischen) Erfolg auszuweiten – auf Kosten der anderen.

Die Massengesellschaft an sich ist das Problem, keineswegs unser für die westliche Welt bekannter Konsumismus. In den unterschiedlichsten Regionen der Welt hat es schon Massengesellschaften gegeben – und unter den unterschiedlichsten kulturellen (und meinetwegen auch: philosophischen) Grundbedingungen. Eine jede hat sich am Ende selbst vernichtet.

Aber Du hast natürlich Recht, wenn Du sagst, dass wir in unserer Gesellschaft dazu erzogen werden, immer nur zufrieden zu sein mit immer "mehr": DAS ist ein Charakteristikum des Konsumismus. Gibt es denn ein einfacheres Mittel als diesen Antrieb in JEDEM zu befeuern, "mehr" haben zu wollen, wenn man JEDEN dazu bewegen will, seine maximale Leistungsfähigkeit FREIWILLIG aufzubringen, um andere zu bereichern und anderer Leute Macht auszuweiten? Zugleich nämlich verschaffst Du JEDEM die Möglichkeit, mit entsprechendem Einsatz an Leistung UND Anpassungsfähigkeit (an die Bedingungen und Erwartungen der Machthabenden) einen Teil der Mehrung zum eigenen Vorteil abzuschöpfen. Letzteres ist natürlich auch ein Charakteristikum des Feudalismus ebenso wie auch antikonsumistischer Diktaturen – aber der Konsumismus ist klassenlos und grenzoffen, und bietet deshalb die bessere Motivationsgrundlage. Suggerierte oder tatsächliche Freiwilligkeit ist hier das Stichwort – und die Kernfrage des Erfolges eines solchen Systems.

Das ist die Emotion Gier.

Gier ist eine Emotion die in jedem Menschen vorhanden ist und je nach gesellschaftlichen System prägt sie sich stärker oder schwächer.

Wir in unser kapitalistischen Gesellschaft, haben ein System entwickelt das Gier extrem fördert. Es geht nur darum Gewinne zu erzielen und dies stimuliert ein Zentrum in unserem Gehirn, weshalb die Gier immer größere Ausmaße annimmt nur um eine noch größere Stimulation hervorzurufen.

(Siehe Flash Trading; das ist ein Handelssystem das es ermöglicht innerhalb von Millisekunden auf fallende oder steigende Kurse zu spekulieren, was zu einer massiven Ausbeutung der Gegenwart, die so in keinem Maß legitim ist)

Ebenfalls sehr wichtig: Gier ist eine ERWARTUNGSLUST d.h. nicht die Stimulation durch erhalten der Gewinne befriedigt sie,sondern das Risiko einzugehen und den Gewinn zu erwarten, der eigentliche Gewinn gibt recht wenig befriedung; viel mehr ist es der Thrill während dem Handeln und warten.


Ein anderer Ansatz ist das viele Menschen das Gefühl haben "endlich" zu sein und bald ein Ende zu finden.

Also versuchen sie innerhalb ihrer "kurzen erdlichen" Zeit so viel wie möglich an begrenzten Güter anzuhäufen ("Hamstern"), um das Gefühl ihrer Endlichkeit durch ein Übermaß an Materialismus zu überbrücken mit dem Gedanken "Ich besitze sooooo viel, ich kann unmöglich vollkommen endlich sein und je mehr ich besitze desto weniger werde ich vergänglich sein"

Das ist eine ziemlich philosophische Frage, weil es um die Grundausrichtung menschlichen Denken und Handelns geht. Ich glaube aber, dass es zum größten Teil in der westlichen Welt passiert. Es gibt Kulturkreise in denen dieses Handeln verpönt (schreibt man das so??) ist.

Ergo hat es auch etwas mit kulturellen Einfluss zu tun. Man bekommt doch ständig eingetrichtert dass mehr besser bedeutet. Also nimmt man mehr, wo man kann. Alles natürlich sehr pauschalisiert jetzt.

Das kommt von der Gier und der Unzufriedenheit. In unserer westlichen (sehr kranken) Gesellschaft werden wir von klein an systematisch unzufrieden gemacht, damit wir besser ausgebeutet werden können und uns auch selber ausbeuten.

Was möchtest Du wissen?