Warum nahm Vincent Van Gogh sich das Leben?

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Vincent litt unter schweren Depressionen, schnitt sich im Wahn selber sein linkes Ohr ab und beging Selbstmord. So die bisherige Theorie über seinen Freitod. Es tauchen neuerdings aber auch Zweifel auf ob, oder ob nicht Selbstmord im Spiel war.

Nun suchten Steven Naifeh und Gregory White Smith die Unterstützung des renommierten Gerichtmediziners Di Maio, unter anderem als Experte in den Fall des erschossenen US-Teenager Trayvon Martin tätig. Und tatsächlich, Di Maio unterstützt nach einer ausführlichen Auswertung der historischen Beschreibung von van Goghs Schusswunde die These der Schriftsteller. Er kommt zu dem Schluss: „Meiner Meinung nach, wurde die tödliche Wunde aller medizinischen Wahrscheinlichkeit nach nicht von van Gogh selbst zugefügt. In anderen Worten: Er hat sich nicht selbst erschossen“, wird er in der „Vanity Fair“ zitiert.

Dafür spreche unter anderem, dass sich an den Händen des Künstlers keinerlei Schießpulver- oder Schmauchspuren gefunden hätten. Das wäre besonders verwunderlich, da Waffen zu diesem Zeitpunkt noch mit Schwarzpulver geladen worden wären. „Wunden, die aus nächster Nähe mit Schwarzpulver zugefügt wurden, sind extrem schmutzig“, stellt Di Maio in der „Vanity Fair“ fest. Außerdem hält es der Gerichtsmediziner für äußerst fraglich, dass van Gogh aus dem angenommenen Winkel sich selbst in die linke Brust habe schießen können.

Doch wer hat den Künstler dann ermordert? Naifeh und White Smith hatten bereits in ihrem 2011 erschienenen Buch einige Hinweise gesammelt: So soll der 16-Jährige René Secrétan den Künstler im Jahre 1890 erschossen haben, schreiben die beiden Autoren. Secrétan habe mit seiner Familie damals seine Ferien in Auvers verbracht, dem Aufenthaltsort van Goghs. Begeistert von Wild West Shows, träumte der Junge selbst davon, ein Cowboy zu sein und liebte es, sich entsprechend zu kleiden und zu verhalten. Zusätzlich habe Secrétan eine kleinkalibrige Waffe besessen, die häufig fehlzündete, schreibt die „Vanity Fair“ weiter.

Schnell geriet der ohnehin als seltsam geltende van Gogh in den Fokus des Jungen. Zuerst machte er sich nur über den unter schweren Depressionen leidenden Künstler lustig. Secrétan schüttete unter anderem Salz in den Tee des Künstlers und setzte eine Schlange in seinen Malkasten. Außerdem habe er sich häufig mit van Gogh getroffen. Schließlich soll er ihn mit einem Schuss in die Brust getötet haben. Van Gogh befand sich zu diesem Zeitpunkt auf einer Straße, die zu der Villa der Secrétans führte, als der tödliche Schuss abgefeuert wurde schreibt „Vanity Fair“ weiter. Qualvolle 29 Stunden dauerte es noch, bis der Künstler schließlich starb.

Belegen konnten die beiden Autoren ihre These jedoch bisher nicht. Auch wenn schon damals die Tatsache, dass nach van Goghs Selbstmord weder eine Tatwaffe noch ein Abschiedsbrief gefunden wurden, die Theorie der beiden Autoren nicht als vollkommen abwegig erschienen ließen. Di Maios Erkenntnisse stützen die Thesen der Autoren nun zusätzlich.Quelle: Focus

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