Warum nahm nach der industrialisierung die Armut zu?

4 Antworten

Da spielen viele Faktoren rein. Vor der Industrialisierung lebte man auf dem Land von dem, was man selbst erwirtschaften konnte bzw tauschte innerhalb der Dorfgemeinschaft, die einen genossenschaftlichen Charakter aufwies (eine Hand wäscht die andere). Die geringen Überschüsse, die man nicht selbst verwerten konnte, verkaufte man am Markt. Von dem Geld kaufte man dann die wenigen Dinge, die im Dorf nicht erhältlich waren. Man kann also sagen: Das Leben funktionierte weitestgehend unabhängig von Geld. In Krisenzeiten half man einander.

In den Städten herrschten andere Gegegebenheiten vor. Alles, was man zum Leben brauchte, musste man gegen Geld kaufen. Unnötig zu erwähnen, dass nun auch Kolonialwaren und Luxusgüter erhältlich waren, die gekauft werden wollten. Sparsamkeit war damals nur schwer zu vermitteln. Der Prestigeanspruch war hoch. Man wollte zeigen, was man hat und was man kann (auch dann, wenn man eigentlich nicht konnte).

Mit Handel und Globalisierung kam nun ein Problem zunehmenden Wettbewerbs, begleitet durch einen Preisverfall durch Massenproduktion. Hinzu kamen steigende Steuerbelastungen durch hohe Staatsverschuldungen, die viele europäische Staaten an den Rand des Ruins getrieben hatten und deren Ursachen vor allem in der Kriegsführung zu sehen waren. Das Ganze begleitet von Bevölkerungswachstum bei gleichzeitiger Abnahme der Landwirtschaft - was zu einem Versorgungsproblem mit Getreide führte. Die Folge waren rasant steigende Getreidepreise, die das Brot zu einem Luxusgut machten. Eins der zentralen Themen der damaligen Zeit. Gern ging man beim Brotbacken dazu über, das Getreide mit Heu zu strecken. Füllt auch den Magen. ;) Was den Rückgang der Landwirtschaft betrifft, darf die Schuld nicht allein im Bereich der Landflucht gesehen werden, also dass die Leute in die Städte zogen. Ein nicht unerheblicher Aspekt ist auch die Verknappung landwirtschaftlicher Flächen durch Spekulanten, die Flächen kauften und damit einer Nutzung vorenthielten.

Dazu kommt dass die Fabriken dazu tendierten, Löhne zu senken, wenn dies aus betriebswirtschaftlicher Sicht angebracht war.

Was den knappen Wohnraum anging: Mietkosten aufzubringen war hier natürlich ein Aspekt. Ein weiterer Aspekt war aber sicher auch ein Platzmangel, denn die Städte barsten förmlich unter dem Zuzug. Man ging dann dazu über, Stockwerke zu bauen, wobei die oberen Stockwerke wie Treppen Richtung Straße eingerückt wurden. Die reicheren Viertel waren marktplatznah. Je näher Richtung Stadtmauer, umso ärmer das Viertel.

Für weitere Infos, auch über das Thema hinaus, einfach melden.

Ich würde sagen, dass damals die Arbeitsspirale erstmals richtig in Gang gekommen ist. Vorher hat man keinen Luxus gehabt und war für sich selbst verantwortlich. Wenn du aber auf dem Land arbeitest und es gibt eine Dürre, dann hast du auch kein Einkommen und konntest deine Familie nicht mehr ernähren. Die Arbeit in den Fabriken ermöglichte jedem Menschen einen einigermaßen erträglichen Lebensstandard, allerdings auf Kosten von Freiheit (die man auf einem Hof eben schon hatte), Gesundheit usw.

Durch den gesicherten Lebensstandard kam es aber auch zur Urbanisierung, also die Leute zogen vom Land in die Städte. Dort herrscht dann Platzmangel und das führt zu dem Effekt, den du mit "Zusammenpferchen" meinst.

Genau und dadurch steigen die Mieten, was in manchen Ländern auch wieder passiert.

0

Hallo Unwissender8866, Torlon15, Foris777, Albos11, Sor111 ...

schon wieder mit einem neuen Account unterwegs? Was man denn dein Autismus und Rheuma so? Geht es dir wieder besser?

Warum war der Bauer während der Industrialisierung in Armut geraten, sodass er in die Stadt ziehen musste?

Ich dachte bisher immer, dass er in die Stadt ging, weil er mit den Fabriken nicht mehr mithalten konnte, weil die Fabriken in weniger Zeit besseres leisten konnten. Aber: 1. der Bauer hatte doch meistens alles, was er zum Überleben brauchte auf dem Hof 2. Wie konnten die Fabriken die Arbeit der Bauern übertreffen bzw. in welchen Bereichen taten sie das?

...zur Frage

Sollte man muslimische Feiertage einführen?

Ein Vorstoß unseres Innnenministers. Warum eigentlich nicht? Für jeden Arbeiter einen Tag mehr Freizeit. Da kann der Anlass einem doch egal sein oder? Fronleichnam oder den Reformationstag feiert man schließlich auch nicht.

...zur Frage

Lebensmittel herstellen und verkaufen? Fabrikeröffnung?

Hallo,

ich möchte Ketchup herstellen und sie dann verkaufen. Später in der Zukunft möchte ich eine Industrie öffnen, wenn es gut läuft.

Kann mir da jemand sagen, was für Schulungen ich brauche und was ich noch so benötige ?

...zur Frage

Warum gibt es so viele Slums in Indien?

Warum gibt es da so viele Slums? Whärend es in westlichen Ländern eigentlich keine Gibt? Höchstens ein paar Ghettos, was ja nicht dasselbe ist. Aber warum gibt es da so viel extreme Armut? Und könnten Slums auch in Deutschland enstehen?

...zur Frage

Wie waren die Arbeitszeiten und Löhne zur Zeit der Industrialisierung?

Hallo zusammen, ich suche Experten, die mir ein paar Details zur den Arbeitszeiten und Löhnen zur Zeit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert. Ich freue mich über Antworten... Danke und Grüße im voraus Lucienne ;-) (und das Team von meinem Geschichtskurs)

...zur Frage

Wie waren die Arbeitsbedingungen in der Zeit der Industrialisierung in Deutschland im Vergleich zu heute?

Kennt ihr spezielle Beispiele dazu, was sich verändert hat? Oder kennt ihr eine gute Website die das übersichtlich zeigt? Wie gesagt, speziell ausgehend von den Arbeitsbedingungen. Ich suche schon lange näheres dazu, finde aber nicht wirklich etwas hilfreiches im Internet. Ich würde mich sehr über hilfreiche Antworten freuen :)

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?