Warum, Nachnamen?

7 Antworten

Deutschland ist ja Nachbar von Polen und Tschechien. Zudem gibt es zahlreiche Menschen sorbischer Abstammung z.B. in Sachsen.

Zum Beispiel ist der Name von "Dresden" slawischen Ursprungs. drežďany ist altsorbisch für "Auwald-Bewohner", ein Auwald ist ein Wald an einem Fluss, in diesem Falle die Elbe. Diese Gebiete wurden erst relativ spät von Deutschen besiedelt (übrigens hängt die "Rattenfängersage" Hamelns vermutlich mit der Besiedelung der Ostgebiete durch junge Deutsche zusammen).

Ostpreußen, Schlesien und Sudetenland waren schon lange Überlappungsgebiete sowohl deutschsprachiger als auch slawischsprachiger Menschen.

Schon früh kamen Menschen aus dem slawischen Sprachraum nach Deutschland. Sehr viele, die heute in Deutschland einen slawischen Nachnamen haben, sind in Deutschland geboren, lediglich z.B. der Großvater (Urgroßvater, oder Ur-Urgroßvater usw.) war "in Osteuropa" geboren. Natürlich gibt es auch Leute hier, die tatsächlich z.B. in Polen geboren wurden.

Die deutsche Sprache hat etliche slawische Lehnwörter aufgenommen: Quark, Grenze, Gurke... (vergleiche mit den englischen Wörtern, die unterscheiden sich). Ich persönlich bin der Ansicht, dass der "Meerrettich" der "Mähren-Rettich" ist, Mähren = Landschaft in Tschechien. Steht in der Wikipedia so nicht. In der tschechischen Küche ist Meerrettich ein wichtiger Bestandteil (in Österreich heißt er "Kren" oder "Krenwurzn", was auch auf ein slawisches Wort zurückgeht).

Die deutsche Geschichte ist wesentlich enger mit der polnischen und tschechischen Historie verknüpft als z.B. die Englische.

Die Ortsnamen, die vor allem in den neuen Bundesländern auf -witz enden, sind in der Regel auch slawischen Ursprungs. Man vergleiche mit der Endung -wice in Polen (z.B. Wilamowice in Südpolen).

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Du brauchst dringend ein bisschen Nachhilfe in Geschichte.

Vor 1945 gehörten weite Teile, die jetzt zu Polen gehören, zum Deutschen Reich. In Schlesien, Pommern  und Ostpreußen aber lebten Deutsche und Polen schon seit Jahrhunderten auf engem Raum "zusammen". Viele Deutsche hatten schon danals polnische Namen - wie umgekehrt auch Polen manchmal deutsche Namen hatten.

Zwischen ca. 1880 und 1910 wanderten Hunderttausende Menschen aus den deutschen Ostgebieten UND aus Polen (das damals noch zu RUSSLAND gehörte!!!)  wegen der Möglichkeit, Arbeit zu finden, nach Westen ab , meistens ins Ruhrgebiet - was erklärt, dass es dort bis heute viele polnische Familiennamen gibt. Denn sehr viele von diesen Ostdeutschen hatten polnische Namen: Szymaniak, Kelbassa, Kowalski, Szepan, Kuzorra, Mucharski, Kapitulski, Konopka, Kwiatkowski, Sawitzki, Lewandowski...

Das gesamte Gebiet der ehemaligen DDR war bis ins ca. 13. Jahrundert slawisches Siedlungsgebiet, wie z.B. die Ortsnamen Berlin, Güstrow, Görlitz usw. und Hunderte von "deutschen" (in Wirklichkeit: slawischen) Familiennamen beweisen, z.B. Kretschmar = Kaczmarek, Bednarz, Wrobel , Sokol usw. 

Die Endung -ski bedeutet nichts anderes als "von, aus".  So bedeutet "Podolski" z.B. nichts anderes als "der aus dem Tal, der von unten".

Deshalb sehen Deutsche, Polen und Russen heutzutage so ähnlich aus?

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@Amoremia

Soll diese Frage jetzt Ironie sein, oder meinst Du sie ernst?

Tatsache ist doch, dass man Deutsche, Polen, Scjhweden, Tschechen und andere Europäer von ihrem Aussehen , ihrer Kleidung usw her faktisch nicht unterscheiden kann.

Oder siehst Du etwa "rassische" Unterschiede in der Physiognomie?

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