Warum mussten wir im Kommunions Unterricht Gott malen?

Wie lange ist denn das her?

10 Jahre in etwa

7 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Worauf du dich beziehst, ist das zweite der zehn Gebote in der Bibel (Ex 20,4-5; Dtn 5,8-9; auch: Dtn 4,19). Der wichtige Satz, der dabei steht, lautet: "Du sollst dich nicht vor ihnen niederwerfen und ihnen dienen!"

Es geht also nicht darum, ob man sich ein Bild vom "Himmel oben, auf der Erde unten oder im Wasser unter der Erde" macht, sondern dass man sich nicht diesen Bildern unterwirft und diese für Götter hält.

Ginge es nur darum, ob man etwas "im Himmel droben" darstellen dürfte oder nicht, dann hätte Gott nicht (ein paar Kapitel weiter in der Bibel) Mose und den Israeliten für die Gestaltung der Bundeslade die Anweisung gegeben, "zwei Kerubim aus geriebenen Gold" (Ex 25,18ff) zu machen und noch weitere Kerubim für die Deckplatte der Bundeslade, sogar mit genauen Anweisungen zur Haltung der Kerubim (= Engel). Auch die gesamte Ausstattung des Bundeszeltes und der Kleidung der Priester ist sehr symbolträchtig (Ex 25 - 29). Das bedeutet, dass das "Bilderverbot" nicht in Bezug auf die Darstellung zu verstehen ist, sondern dass man diese Dinge nicht mit dem ewigen Gott gleichsetzt.

Das, was man darstellen kann, soll man nicht anbeten, die Natur also nicht "vergöttlichen" und das Feuer, den Wind, den Lauf der Gestirne" usw. nicht für "weltbeherrschende Götter" halten (vgl. Weish 13,1-2). Es lohnt sich übrigens, zu diesem Thema das ganze und die folgenden Kapitel zu lesen (Weish 13 - 15). Da wird gut deutlich, worum es bei dieser Frage geht.

Wenn du das liest, werden dir wahrscheinlich einige Parallelen zur Katholischen Kirche einfallen (das viele Gold für die Ausstattung, edle Materialien, die schönen und Symbol-beladenen Gewänder, sogar eine Parallele zur Kirchensteuer gibt es 😁; Ex 25,1-7; Ex 30,11ff). Es ist nicht so, wie manchmal behauptet wird, dass Vieles in der Katholischen Kirche "nicht biblisch" sei oder keine Grundlage dafür hätte. Ob das immer so richtig ist, steht natürlich auf einem anderen Blatt.

Was damals im Kommunionunterricht sehr wahrscheinlich gemacht wurde, waren keine Bilder, die ihr dann für Gott erklären solltet, sondern dass sich jeder bewusst werden soll, welche Vorstellung er mit Gott verbindet. Da kann es schon helfen, do etwas einfach mal zu malen und dann darüber zu sprechen. Ihr habt bestimmt nicht eure Bilder angebetet und gesagt, das sind unsere Götter (vgl. Ex 32,4-6), jedenfalls kann ich mir das nicht vorstellen.

Es geht viel mehr darum, dass Gott überall ist und keine direkten Grenzen hat. Also um das Fremdbild von Gott. Denkst du z.B. an einen alten Mann, der Gott sein soll, grenzt du Gott ein.

Das ist als würdest du eine Person sehen, wie sie einmal rumbrüllt und sagen: "Aha! Das bist du. Du hast keine anderen Seiten"

Genau das soll vermieden werden.

Man muss eine Person nach ihren schlechten Eigenschaften beurteilen. Gute Eigenschaften können vorgetäuscht werden.

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@MarioNaette

Warum? Es zählen ja die Taten. AlleEigenschaften können vorgetäuscht werden. Und jeder macht mal etwas falsch oder verhält sich anders, als man ist. Gibt es keine Personen, bei denen du dich verstellst?

Aber dein Kommentar passt irgendwie nicht ganz zu meinem...

Es geht darum, dass eine Person immer mehr ist als du denkst. Darum, dass du vermutlich niemals alles von jemandem wissen wirst und immer neue Seiten entdeckst. Deshakb soll man für alles offen sein.

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@YuriAlpha

Meinen Kommentar habe ich auf Grund länger Lebensefahrung notiert. Ein cholerische Rumbrüller war bei mir gleich unterdurch, auch wenn er nettevSeiten zeigte.

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Ich nehme an, ihr sollt in dem Bild vielmehr ausdrücken, wie ihr euch Gott vorstellt, also eher ein Symbol für Gott malen. Ihr malt also in dem Sinne nicht Gott, sondern das, wofür er für euch steht.

Es war vlt. für die Beichte gedacht. Im Anschluss kann dann jedes Kind, das sich trotz Verbot ein Bild von Gott gemacht hat, dies dem Beichtvater sagen.

:-)

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Du hast völlig Recht! Ich würde auch kein Bild von Gott malen wollen. Das Zitat in deiner Fragestellung passt sehr gut dazu: "Wer Gott kennt der beschreibt ihn nicht, wer ihn beschreibt der kennt ihn nicht."

Dazu steht in 2. Mose 20,4: "Du sollst dir kein Gottesbild anfertigen. Mach dir überhaupt kein Abbild von irgendetwas im Himmel, auf der Erde oder im Meer."

Vielleicht hilft es, wenn du deine Bedenken mitteilst und ein anderes Motiv malen kannst (vielleicht aus seiner biblischen Geschichte oder so).

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