Warum mußten Josef und Maria nach Ägypten fliehen?

Welche Forschung sagt?

Die neutestamentliche Forschung und auch Historiker sagt.

Wieso berufst du Dich auf Flavius Josephus, obwohl der doch erst 37 oder 38 n.Chr. geboren wurde. Der kann doch gar nicht Zeitzeuge gewesen sein, oder doch?

Wenn sich nur Zeitzeugen als Historiker betätigen können, dann wird es eng mit der Geschichtsschreibung.

Vielleicht war ihre Duldung abgelaufen?

Wäre möglich.

18 Antworten

Es ist richtig, dass die Mehrheit der Forscher keinen Kindsmord in jener Zeit erkennt.

Auf der anderen Seite gibt es Wissenschaftler, die das nicht so sehen. Es wurden auch Massengräber von Kindern entdeckt, welche etwa diesen Zeitraum betreffen sollen.

Eine Tatsache ist, dass vieles, was man in der Bibel angezweifelt hat, später durch Funde bestätigt wurde. Ein alter Klassiker dazu:

Und die Bibel hat doch Recht

Forscher beweisen die historische Wahrheit. 

von Werner Keller

https://www.thalia.de/shop/home/artikeldetails/A1001094065

Die Forschung sagt, dass es keinen Kindermord des Herodes gegeben hat.

Archäologisch kann nachgewiesen werden, dass Bethlehem zur damaligen Zeit ein recht kleiner Ort war. Wenn es damals tatsächlich einen Mord an Neugeborenen gab, dann konnten es folglich nur wenige Kinder gewesen sein. Das war für einen Historiker wie Flavius Josephus nebensächlich, so dass er das nicht weiter erwähnen musste. Flavius Josephus hatte bereits genug damit zu tun zu berichten, wie Herodes drei seiner Söhne wegen angeblicher Putschpläne hinrichten ließ.

Die Zeit um 7 v. Chr. war aber sehr krisenhaft und es waren am Hof Weissagungen im Umlauf, welche vom Tod des Herodes sprachen und auch von einem neuen Herrscher war die Rede. In dieser Atmosphäre des Mißtrauens ist so ein Kindermord durchaus denkbar. Wenn außerbiblische Quellen fehlen, dann ist das noch lange kein Beweis, dass dieses Ereignis nicht stattgefunden hat.

Wenn außerbiblische Quellen fehlen, dann ist das noch lange kein Beweis, dass dieses Ereignis nicht stattgefunden hat.

Oder man benötigte einfach einen Grund für die Flucht nach Ägypten. Die Bedrohung des Lebens eines Neugeborenen gab es ja schon bei Moses. Es war in der Antike ein verbreiteter Topos.

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@Nofear20
Oder man benötigte einfach einen Grund für die Flucht nach Ägypten. Die Bedrohung des Lebens eines Neugeborenen gab es ja schon bei Moses. Es war in der Antike ein verbreiteter Topos.

Die Formulierung von Hypothesen ist in der Bibelwissenschaft genauso legitim wie in anderen Wissenschaften auch. :)

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Die Forschung kann höchstens sagen, dass sie keine Belege für einen Kindermord in Bethlehem hat, aber das hat sie für die meisten Ereignisse vor zweitausend Jahren nicht. Und in einer Zeit, in der das Aussetzen und Töten von Neugeborenen legal war - wie die Forschung anhand von Gesetzestexten belegen kann - wird der Mord an nur wenigen Kindern in einem kleinen Dorf wenig Aufsehen erregt haben.

Und in einer Zeit, in der das Aussetzen und Töten von Neugeborenen legal war

Aber nicht bei den Juden, sondern bei den Römern.

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Die Forschung sagt

Egal was die Forschung sagt, die Erzählung folgt hier doch ihrer eigenen Logik, da gibt es nichts zu meckern.

Ja, Märchen haben schon ihre eigene Logik. Nur haben sie selten etwas mit der Realität zu tun.

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@Nofear20
Nur haben sie selten etwas mit der Realität zu tun.

Wichtigtuerei von dir - warum fragst du dann überhaupt ?

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@Viktor1

Weil die Antworten oft sehr aufschlussreich sind.

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@Nofear20
Weil die Antworten oft sehr aufschlussreich sind.

Für wenn ? Doch nur für Langweiler wie dich..

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@Viktor1

Warum spiegelst du deine eigenen Defizite immer auf andere? Ist das die berühmte christliche Nächstenliebe?

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@Nofear20

Ein sehr beliebter Vorwurf an Christen, die nicht parieren wollen.

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@Nofear20
Ist das die berühmte christliche Nächstenliebe?

Mit solchen albernen Sprüchen kannst du die offensichtllichen Defizite deines Auftrittes hier nicht kompensieren.

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@Viktor1
Mit solchen albernen Sprüchen kannst du die offensichtllichen Defizite deines Auftrittes hier nicht kompensieren.

Ich denke, du hast genug damit zu tun, dich um deine eigenen Defizite zu kümmern. Interessant ist es ja trotzdem, dass die christliche Nächstenliebe als albern bezeichnet wird.

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@Nofear20
dass die christliche Nächstenliebe als albern bezeichnet wird.

Ne - die nicht, sondern dein Umgang damit. War klar daß dies bei entsprechendem Intelligenzdefizit nicht unterschieden werden kann.

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@Viktor1
Ne - die nicht, sondern dein Umgang damit. War klar daß dies bei entsprechendem Intelligenzdefizit nicht unterschieden werden kann.

Dein Kardinalfehler ist, dass du immer von dir selbst auf andere schließt.

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Deine Frage lässt sich aus meiner Sicht nicht historisch-faktisch beantworten, sondern nur dramaturgisch und theologisch.

Das Matthäusevangelium ist kein Geschichtswerk mit dem Anspruch, belegbare Fakten darzulegen, sondern ein Text, mit dem in einer judenchristlichen Gemeinde im Osten des Imperium Romanum die Jesustradition ca. 60 Jahre nach seinem Tod erhalten und vergegenwärtigt werden sollte. Daran kann man nicht Ansprüche an Faktenorientierung der modernen Geschichtswissenschaft seit dem 18./19. Jahrhundert anlegen. Die Grenzen zwischen Literarizität und Geschichtsschreibung waren viel fließender als heute. Texte wie die Evangelien folgen stark der Logik: Wie erzähle ich das, was von Jesus bekannt ist und ihn ausmacht, so, dass es für drängende Fragen der Gemeinden hilfreich und weiterführend ist. Und stark kontextbestimmend für diese Gemeinden war das Imperium, die Repressionen gegen Christen und kleine Leute unter Kaiser Domitian.

In diesen Kontext wird so eine Geschichte hinein erzählt: Das Establishment, das Imperium, die Macht, fährt alles auf, was es hat, ein bisschen nach der Logik der us-amerikanischen Armee: in diesem Dorf könnte sich noch ein Feind versteckt halten, also bomben wir sicherheitshalber lieber mal vorsorglich das Dorf einschließlich aller Leute darin platt.

Gegen diese allgegenwärtige Realität will der Text an-erzählen, ganz in der Tradition der Tora Israels: Dieses Gebaren der Mächtigen behält nicht das letzte Wort, sondern Gottes Recht, dass vor allem das Recht der Subalternen ist, setzt auf verborgenen Wegen durch kleine Leute (symbolisiert durch Maria und Josef) im Verbund mit der Wissenschaft (symbolisiert durch die Weisen) das Recht Gottes (symbolisiert durch das Überleben des Gottessohns) gegen die Mächtigen und ihr gewalttätiges Handeln(symbolisiert durch Herodes) durch.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium und Berufserfahrung

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