Warum musste man früher als Kapitän mitversinken, falls das Schiff kentern würde?

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18 Antworten

Ist ein Schiff gesunken, wurde erst mal angenommen, dass du Mist gebaut hast.

Der Ingenieur hat falsch geplant, der Kapitän hätte es anders steuern können usw.

Vielleicht wären sie wegen fahrlässiger Tötung dran gewesen (gab es da noch die Todesstrafe?), ihr Rufe wäre auf jeden Fall hin gewesen, ebenso der ihrer Familie. Damals fast der sichere Tod ohne Sozialleistungen, da man auch zusätzlich Racheaktionen der Hinterbliebenen fürchten musste.

An sich gibt es die Regel, dass der Kapitän am längsten an Bord bleibt und hilft alle zu retten (auch wenn er nichts tun kann und nur daneben steht, oder eben am Steuer z.B. versucht das Schiff ruhig für die Rettung zu halten, je nach dem was noch geht) und daher als letzter zu gehen hat. Im Falle der Titanic wussten beide, dass es zu wenig Boote gibt, sie also im Eismeer eh keine Chance haben und der Platz im Rettungsboot der Ehre wegen anderen zusteht.

Man denke an das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor ein paar Jahren, das ist keinesfalls eine veraltete Sache... Der Aufschrei war groß als bekannt wurde, dass der Kapitän im ersten Rettungsboot saß. Auch er hatte, wie der Kapitän der Titanic, den eigentlichen Kurs verlassen, was Todesopfer forderte.

Wenn alle scheinbar gerettet sind, dann muss er keinesfalls sterben. Er sollte nur eben nicht vorzeitig seine Stelle verlassen, immerhin hat er die Verantwortung für das Schiff und die Leute darauf. 

 

Der Kapitän musste nicht mit seinem Schiff untergehen. Diese Aussage ist im Kern nicht richtig.

Es war früher so und ist auch heute noch so, dass letztlich der Kapitän die Verantwortung für Mannschaft und Passagiere hat. Daher hat sich der Kapitän um diese zu kümmern. Erst wenn alle anderen in Sicherheit sind, darf er an sich selber denken und sich selbst retten. Passagiere und Mannschaft im Stich zu lassen, wäre unehrenhaft gewesen, was es übrigens auch heute noch ist.

Da versteht es sich eigentlich von selbst, dass bei einem Schiffsunglück, bei dem Tote zu beklagen sind, in den allermeisten Fällen der Kapitän darunter ist.

Der Kapitän hat die Verantwortung für alle Reisenden. Er muss also, wenn er sich nicht drücken will, als Letzter das Schiff verlassen.

Würde er überleben und andere Reisende wären gestorben, käme immer die Frage wieso er seinen Schutzbefohlenen nicht geholfen hat.

So ein Schiff sinkt ja oft auch wegen Fehlern der Mannschaft und damit des Kapitäns. Er würde zu langen Haftstrafen, früher warscheinlich zum Tode verurteilt werden. Da ist es schon besser, gleich mit dem Schiff unterzugehen.

aribaole 20.01.2017, 11:29

s. Costa Concordia!

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Damals galten noch nicht diese Sicherheitsvorkehrungen wie wir sie heute kenne. Die Rolle der Aufopferung wurde damals zur Zeit der Titanic (1912) von einem Mann erwartet. Man wurde so erzogen, selbst in der aussichtslosen Situationen Ruhe und Gelassenheit zu bewahren. Man wollte selbst den Tote ehrenwert gegenüber stehen. 

Nur wahr ist: Der Kapitän trägst die Verantwortung für sein Schiff.

Viele der männlichen Überlebenden der Titanic, machten sich auch noch Jahre danach noch lange Vorwürfe, diese Katastrophe als Mann überlebt zu haben.

Bestimmt klingt dies komisch, aber es war damals so.

Die Frage stellt sich auch heute: Was hätte man selbst in so einer Situation getan?

"Müssen" ist das falsche Wort. Es geht/ging dabei viel mehr um Verantwortung. Der Kapitän ist für das sozusagen der "Chef" auf dem Schiff und ist damit mit verantwortlich dafür, dass alle Passagiere und die gesamte Crew das Schiff sicher verlassen, wenn es sein muss. Dieses Verantwortungsgefühl ist vielen durchaus noch bewusst, immerhin vertrauen  die Reisenden der Besatzung und sind auf deren Fähigkeiten angewiesen, im schlimmsten Fall um zu überleben. Ein guter Kapitän - und eine gute Crew- tun alles um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. Und bleiben im Notfall daher so lange an Bord, bis der letzte Passagier evakuiert ist. Erst dann verlässt die Crew das Schiff und zuletzt der Kapitän. Gerade zu Beginn der Schifffahrt war das mit dem Evakuieren aber noch so eine Sache, mal ging es zu langsam, es gab nicht genug Platz in Rettungsboten und so weiter. Oft war es dann zu spät und das Schiff ging unter bevor der Kapitän als letzter das Schiff verlassen konnte. Damit verbreitete sich dann der Mythos der Kapitäns der sein Schiff auf Biegen und Brechen nicht verlassen würde. Obwohl eben eigentlich einen anderen Hintergrund hat. 

Das gilt im übrigen nicht nur für Schiffe. Captain Sully, der Pilot des Flugzeugs, das auf dem Hudson notwasserte, hat angeblich mehrfach die Kabine nach Passagieren abgesucht und hat darauf bestanden als letzter von Bord zu gehen. 

Weil der Kapitän für sein Schiff verantwortlich war. Da wars Ehrensache, dass er mit seinem Schiff auch untergeht.

Ein Kapitän, der sein Schiff alleine gelassen hat, war dann in der Regel "unten durch"

Die Japaner haben den Ehrbegriff noch lange hochgehalten aber heutzutage kennt das kaum noch einer.

Pauli1965 20.01.2017, 11:21

Stimmt. Siehe das Fährenunglück in Italien. Da hat der Kapitän sogar als erstes das Schiff verlassen.

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ponter 21.01.2017, 13:13
@Pauli1965

Stimmt. Siehe das Fährenunglück in Italien.

Welches Fährunglück?

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CohibaStyle95 20.01.2017, 11:24

traurig aber wahr...

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Das musste keiner machen.

Aber als Kapitän trägt man natürlich Schuld am Untergang des Schiffes. Und diese Schuld vs. die vermeintliche Ehre hat wohl so manchen dazu bewegt, mit unterzugehen.

ValentinDupree 20.01.2017, 11:25

»natürlich Schuld«, das kann ich nur bezweifeln. Schuld ist eine Kategorie die festgestellt werden muss. Die hat man nicht ohne weiteres.

Einfaches Beispiel - Ein Kapitän fährt gemütlich auf See, plötzlich stürzt ein Meteor auf sein Schiff und es geht unter. Hat der Kapitän schuld am Untergang?

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Saloucious 20.01.2017, 11:27
@ValentinDupree

Die meisten Schiffsunglücke werden wohl auf ganz natürlichen Ursachen basieren.

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valvaris 20.01.2017, 11:29
@ValentinDupree

Nö, aber wenn der Kapitän "Angsthase" mit einem Eisberg spielt und unbedingt gewinnen will, dann schon.

Oder wenn er das Schiff irgendwie anders gegen ein Hindernis krachen lässt.

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Also die maritime Regel sagt eigentlich nur, dass der Kapitän als letzter von Board geht und vorher alles tun muss um andere Passagiere zu retten.

Titanic ist Hollywood, da wurde das nur gemacht, um den Schluchzeffekt der Zuschauer zu erhöhen.

Der Kapitän verlässt als letzter das sinkende Schiff... Bei der Titanic wusste der Kapitän, dass nicht alle das Schiff verlassen können (mangels Rettungsbooten). Und der Ingenieur, der diesen Unsinn konstruiert hatte, wäre im Leben nicht mehr glücklich geworden... 

Das muss(te) man nicht tun.

Es galt und gilt nur als Seemannsehre, als Kapitäne der letzte zu sein, der das Schiff verlässt.

Da auf der Titanic nicht genug Rettungsboote waren, blieben also noch Passagiere auf dem Schiff.

Und der Kapitän und der Ingenieur waren demnach vermutlich auch auf dem Schiff geblieben. Zumindest waren sie in keinem der Rettungsboote.

Der Captain hat die Verantwortung für alle an Bord. Er geht als letzter von Bord.
Diese Verantwortung kann er auch nicht an jemand anderen abgeben.

Müssen nicht.Er sollte nur als letzter der Mannschaft von Bord gehen.

Das war kein Muss.

Das ist eine Frage der Ehre.

Der Kapitän verlässt immer als letztes das sinkende Schiff.

Das war nicht nur früher so, sondern das gibts heute auch noch.

Du hast die Verantwortung für die Menschen. Und wenn nicht alle von Bord kommen gehst du auch nicht. Heute in Flugzeugen verlässt bei einer Notlandung, Evakuierung etc. der Pilot auch als letztes den Vogel

Ich weiß nicht ob der Kapitän wirklich mit versinken muss / musste.

Aber es gilt (soweit ich weiß) auch heute noch der Ehrenkodex unter Seeleuten, dass der Kapitän ein sinkendes Schiff nicht verlässt, bevor alle anderen auf dem Schiff in Sicherheit gebracht wurden.
-> Da der Kapitän eben für alle Menschen an Bord verantwortlich ist, nimmt er niemandem den Platz im Rettungsboot weg solange nicht alle anderen gerettet sind.

In der realität ist es jedoch oft so, dass Kapitäne sich in solchen Fällen oft sehr eigenartig verhalten.

Schettino ist ja beispielsweise auch sehr schnell von Bord gegangen und hat anschließend behauptet, er wäre in ein Rettungsboot gefallen.




valvaris 20.01.2017, 11:28

Ja, "gefallen" ^^ Sogar glücklicherweise direkt auf einen Sitzplatz *grins*

und der typ, mit dem seine Frau ihn betrügt, is auch nur in sie Gefallen  und jedes mal, wenn er eigentlich wieder aufstehen wollte, zurückgerutscht XD

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Der muss nicht mit versinken...
Er soll nur als letzter von Board
Das ist auch heute noch so

Man "mußte" nicht. Aber es galt als ein ungeschriebens Gesetz. Tradition, eben.

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