Warum musste man früher als Kapitän mitversinken, falls das Schiff kentern würde?

14 Antworten

Der Kapitän musste nicht mit seinem Schiff untergehen. Diese Aussage ist im Kern nicht richtig.

Es war früher so und ist auch heute noch so, dass letztlich der Kapitän die Verantwortung für Mannschaft und Passagiere hat. Daher hat sich der Kapitän um diese zu kümmern. Erst wenn alle anderen in Sicherheit sind, darf er an sich selber denken und sich selbst retten. Passagiere und Mannschaft im Stich zu lassen, wäre unehrenhaft gewesen, was es übrigens auch heute noch ist.

Da versteht es sich eigentlich von selbst, dass bei einem Schiffsunglück, bei dem Tote zu beklagen sind, in den allermeisten Fällen der Kapitän darunter ist.

Ist ein Schiff gesunken, wurde erst mal angenommen, dass du Mist gebaut hast.

Der Ingenieur hat falsch geplant, der Kapitän hätte es anders steuern können usw.

Vielleicht wären sie wegen fahrlässiger Tötung dran gewesen (gab es da noch die Todesstrafe?), ihr Rufe wäre auf jeden Fall hin gewesen, ebenso der ihrer Familie. Damals fast der sichere Tod ohne Sozialleistungen, da man auch zusätzlich Racheaktionen der Hinterbliebenen fürchten musste.

An sich gibt es die Regel, dass der Kapitän am längsten an Bord bleibt und hilft alle zu retten (auch wenn er nichts tun kann und nur daneben steht, oder eben am Steuer z.B. versucht das Schiff ruhig für die Rettung zu halten, je nach dem was noch geht) und daher als letzter zu gehen hat. Im Falle der Titanic wussten beide, dass es zu wenig Boote gibt, sie also im Eismeer eh keine Chance haben und der Platz im Rettungsboot der Ehre wegen anderen zusteht.

Man denke an das Kreuzfahrtschiff Costa Concordia vor ein paar Jahren, das ist keinesfalls eine veraltete Sache... Der Aufschrei war groß als bekannt wurde, dass der Kapitän im ersten Rettungsboot saß. Auch er hatte, wie der Kapitän der Titanic, den eigentlichen Kurs verlassen, was Todesopfer forderte.

Wenn alle scheinbar gerettet sind, dann muss er keinesfalls sterben. Er sollte nur eben nicht vorzeitig seine Stelle verlassen, immerhin hat er die Verantwortung für das Schiff und die Leute darauf. 

 

"Müssen" ist das falsche Wort. Es geht/ging dabei viel mehr um Verantwortung. Der Kapitän ist für das sozusagen der "Chef" auf dem Schiff und ist damit mit verantwortlich dafür, dass alle Passagiere und die gesamte Crew das Schiff sicher verlassen, wenn es sein muss. Dieses Verantwortungsgefühl ist vielen durchaus noch bewusst, immerhin vertrauen  die Reisenden der Besatzung und sind auf deren Fähigkeiten angewiesen, im schlimmsten Fall um zu überleben. Ein guter Kapitän - und eine gute Crew- tun alles um die Sicherheit der Passagiere zu gewährleisten. Und bleiben im Notfall daher so lange an Bord, bis der letzte Passagier evakuiert ist. Erst dann verlässt die Crew das Schiff und zuletzt der Kapitän. Gerade zu Beginn der Schifffahrt war das mit dem Evakuieren aber noch so eine Sache, mal ging es zu langsam, es gab nicht genug Platz in Rettungsboten und so weiter. Oft war es dann zu spät und das Schiff ging unter bevor der Kapitän als letzter das Schiff verlassen konnte. Damit verbreitete sich dann der Mythos der Kapitäns der sein Schiff auf Biegen und Brechen nicht verlassen würde. Obwohl eben eigentlich einen anderen Hintergrund hat. 

Das gilt im übrigen nicht nur für Schiffe. Captain Sully, der Pilot des Flugzeugs, das auf dem Hudson notwasserte, hat angeblich mehrfach die Kabine nach Passagieren abgesucht und hat darauf bestanden als letzter von Bord zu gehen. 

Ich weiß nicht ob der Kapitän wirklich mit versinken muss / musste.

Aber es gilt (soweit ich weiß) auch heute noch der Ehrenkodex unter Seeleuten, dass der Kapitän ein sinkendes Schiff nicht verlässt, bevor alle anderen auf dem Schiff in Sicherheit gebracht wurden.
-> Da der Kapitän eben für alle Menschen an Bord verantwortlich ist, nimmt er niemandem den Platz im Rettungsboot weg solange nicht alle anderen gerettet sind.

In der realität ist es jedoch oft so, dass Kapitäne sich in solchen Fällen oft sehr eigenartig verhalten.

Schettino ist ja beispielsweise auch sehr schnell von Bord gegangen und hat anschließend behauptet, er wäre in ein Rettungsboot gefallen.




Ja, "gefallen" ^^ Sogar glücklicherweise direkt auf einen Sitzplatz *grins*

und der typ, mit dem seine Frau ihn betrügt, is auch nur in sie Gefallen  und jedes mal, wenn er eigentlich wieder aufstehen wollte, zurückgerutscht XD

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Der Kapitän hat die Verantwortung für alle Reisenden. Er muss also, wenn er sich nicht drücken will, als Letzter das Schiff verlassen.

Würde er überleben und andere Reisende wären gestorben, käme immer die Frage wieso er seinen Schutzbefohlenen nicht geholfen hat.

So ein Schiff sinkt ja oft auch wegen Fehlern der Mannschaft und damit des Kapitäns. Er würde zu langen Haftstrafen, früher warscheinlich zum Tode verurteilt werden. Da ist es schon besser, gleich mit dem Schiff unterzugehen.

s. Costa Concordia!

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