Warum muss ich meinen Tagesablauf immer so penibel planen? Bin ich noch normal?

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6 Antworten

Ich finde es sehr praktisch mit einem Terminkalender zu arbeiten. Wie leicht kann man ansonsten etwas vergessen. Und genau dafür ist er gedacht. Diesen solltest Du aber immer mit Dir führen - also auch außerhalb des Hauses. Wenn man einen guten besitzt, der gleichzeitig auch noch To-Do-Liste, Ideenplanung und Problemanalyse beinhaltet, wird man verblüfft sein, wie sehr man am Ende damit Zeit sparen kann und viele Dinge sich vereinfachen lassen. Aber lass Dir auch genügend Pausen und Pufferzeiten und verplane Dich nicht völlig :)

halbsowichtig 16.07.2014, 11:31

gleichzeitig auch noch To-Do-Liste, Ideenplanung und Problemanalyse beinhaltet

Oder die billige Variante: Ein Notizblock aus Papier. ;-)

Ich habe gerne ein paar Zettel in der Tasche. Auf einem steht alles, was ich heute erledigen will. Darunter kann ich alles notieren, was mir unterwegs einfällt. Die besten Ideen kommen in der U-Bahn und müssen sofort grafisch festgehalten werden.

Die teure Variante wäre ein Tablet-Computer. Aber irgendwie wäre da immer der Akku leer, wenn ich mal schnell was zeichnen will...

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TimeosciIlator 16.07.2014, 23:50
@halbsowichtig

Eine U-Bahn ist sowieso das Größte ! Leider wohne ich nicht in einer solchen Stadt, in der sich diese Verkehrsmittel bewegen :-(

Ja die heutigen elektronischen Gerätschaften haben alle ihre Tücken. Papier dagegen ist geduldig :) Und ein in der Jacke befindlicher Kugelschreiber bietet häufig ungeahnte Vorteile : z.B. Kreuzworträtsel raten im Wartezimmer beim Arzt, oder auch Schnellreparaturen a la MacGyver^^...

Ein gesundes Stück Autismus ist einfach auch schön :))

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Hallo kaktusfeld,

was würde eine Diagnose für Dich verändern? Du schreibst auch von Depressionen (somit wohl Antriebslosigkeit), weswegen Struktur auch oft gut tun kann und als hilfreich empfunden wird. Und wenn Autismus, was dann!?

Wichtiger ist herauszufinden, wie Du bist, was Du brauchst um im Alltag gut zurechtkommen zu können. Ganz unabhängig von Nicht-Diagnose. Und wenn Du schreibst, dass viele in Deiner Familie von Autismus betroffen sind, dann können einzelne Aspekte auch "antrainiert" worden sein. In Kindheit und sonst wann.

Finde Unterstützung, wenn Du meinst, dass Du weder Dich noch Dich im Leben gut zurechtfinden kannst. Dies ist effektiver, als mit Diagnosen zu spekulieren....

Und wenn Du Struktur brauchst, dann strukturiere Deinen Alltag. Finde heraus, was hilfreich für Dich ist. Es ist in Ordnung.

Fast jeder hat heutzutage einen Terminkalender. Nicht umsonst zählt er zu den Funktionen, die als allererste in alle Mobiltelefone fest eingebaut waren. Vorher gab es kultverdächtig schicke, ledergebundene Papierkalender. Dafür es hätte nie einen Markt gegeben, wenn es nicht für viele Leute normal wäre, ihre Tätigkeiten haargenau zu planen.

Um als Autist zu zählen, muss man noch einige andere Symptome in klinisch relevantem Ausmaß haben. Ein strukturierter Mensch mit gut durchgeplantem Tagesablauf zu sein, ist noch völlig im "normalen" Rahmen.

An der plötzlichen Strukturlosigkeit in den Ferien leiden übrigens viele Leute, google mal nach "Urlaubsdepression". Auch das ist also nicht speziell für Autisten typisch.

Noch bevor ich deine letzten Sätze las, dachte ich durchaus an Autismus.
Allerdings macht ein einzelnes Symptom noch keinen Autismus aus. Da müsstest du schon mehr Symptome an dir finden, auch seit frühester kindheit, da es angeboren ist.
Eine familiäre Häufung bei Autismus ist jedenfalls nicht selten bei Autismus.

Hast du dich mit dem Thema an sich schon befasst? Mal in Boards zum Beispiel gelesen, in denen sich Autisten austauschen? Da wirst du dann eher schauen können, ob du einen berechtigten Eigenverdacht hast.
Diagnostizieren kann es ein auf Autismus spezialisierter Psychiater.

Es ist nicht unmöglich, auch nicht soo unwahrscheinlich. Aber wenn das dein einziges 'Symptom' ist, glaub ich es trotzdem nicht. Ich hab mehr Symptome, die auf Autismus hinweisen, bin aber trotzdem Nicht-Autistin. Mach dir mal keinen Kopf :)

weißt du, wie man sich als Autisten und - ob man nun einer ist, oder nicht - gegenüber Autisten verhalten muss, um eine Verkettung aus Missverständnissen zu vermeiden? Und weiß deine Familie es auch? Eine solche Verkettung kann ja sogar zu Selbstmord führen, deswegen frage ich.

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