Warum müssen so viele Künstler Drogen nehmen?

9 Antworten

Ich finde es auch schade, denn wer Drogen nimmt, der wird auf die Dauer abhängig und das in einem Maße, dass er kein geregeltes Leben mehr führen kann und als Künstler (selbst wenn er noch so berühmt und grossartig war) irgendwann nicht mehr gefragt ist, weil er keine "Leistung" mehr zeigen kann, weil er total fertig, ausgebrannt und nur mehr ein Wrack ist, ein armseliges, lächerliches Abbild seiner Selbst.

Und Künstler MÜSSEN ... wie alle anderen Suchtkranken auch, erst dann Drogen nehmen, wenn sie an Körper und Geist abhängig geworden sind ... und ohne ihr Suchtmittel nicht mehr leben können.

Warum Künstler Drogen nehmen ... das ist für mich in deiner Frage impliziert und darauf will ich dir antworten:

  1. weil Drogen bewußtseinserweiternde Wirkung haben

  2. weil Drogen Halluzinationen hervorrufen, welche Süchtige nicht mehr von der Wirklichkeit unterscheiden können/wollen und auf die sie auch nicht mehr verzichten können/wollen.

  3. weil zu Beginn der "Drogenkarriere" die Fantasie des Künstlers "Kapriolen" schlägt und die Produktivität erhöht.

  4. und letztens, weil diese Künstler/Menschen zu bedauernswerten Kreaturen geworden sind ... und ohne das Gift und die dadurch hervorgerufenen Rauschzustände nicht mehr "funktionieren" können.

Das hat mehrere Gründe. Zum einen ist es das Streben nach Höherem. Reichtum und Ruhm führen nicht zu dauernder Zufriedenheit - im Gegenteil, sie lösen auf Dauer eine Leere aus. Wenn jemand alles hat und nichts mehr misst, geht das zunächst einmal gut. Nach einer längeren Zeit aber schwindet die Zufriedenheit und entwickelt sich in Langeweile. Dieses Loch muss wieder gestopft werden.

Musiker haben einen stahlharten Alltag. Die ständigen Proben, der unglaubliche Druck, der über die Plattenfirma und die Erwartungen der anderen erzeugt wird, das ständige Hinterherlaufen der sich ständig steigernden Anforderungen an sich selbst - all das ist purer Stress. Wenn es dann mal nicht so klappt, wie es sollte, fangen Selbstzweifel an und der Druck wird noch größer.

Das öffentliche Leben ist eine sehr große Belastung. Jeder Move von dir wird medientechnisch festgehalten. Überall könnte ein Paparazzo lauern, der dich fotografiert, wenn du mal mit deinem neuen Partner einen kurzen Moment für dich haben willst. Und alles wird medial ausgeschlachtet. Promis werden nicht nur als "Super-Menschen" gehypet und dadurch hoffnungslos überidolisiert, sondern ihnen wird jegliche Privatsphäre genommen. Das ist besonders auf Dauer eine enorme psychische Belastung. Nicht wenige prominente Filmschauspieler oder Musiker erleiden ein Burn-Out.

Die mit Abstand am meisten verbreitete High-Society-Droge ist Kokain. Denn es füllt die Löcher alle auf (höhere Leistungsbereitschaft, höheres Selbstvertrauen, Glücksgefühle). Natürlich werden die Löcher nur größer, wenn die Sucht kommt. Man sieht es ja an Lindsay Lohan. Und man kann auch an ihr sehen, dass für junge Menschen die Belastung noch mal höher ist als für alte Hasen, die sich allmählich angepasst haben und sie viel schlechter damit umgehen können. Auch wenn die ganzen Boulevard-Blätter einem immer weismachen wollen, wie gesundheitsbewusst die VIPs leben (remember Super-Menschen), die Wahrheit sieht sehr wahrscheinlich ganz anders aus.

Künstler müssen keine Drogen nehmen. Sie machen das freiwillig - aus welchem fragwürdigen Grund auch immer.

Und ich habe absolut kein Verständnis dafür.

Auch hatte ich nie Verständnis dafür, dass solche Künstler auch noch hochgelobt werden (bzw. wurden wie Amy Winehouse) und ausgezeichnet werden. Sie sollten eine Vorbildfunktion haben. Und diese darf keinesfalls mit Drogenkonsum in Zusammenhang gesetzt werden. Das impliziert doch, dass das in Ordnung wäre.

Noch schlimmer finde ich persönlich das HOCHLOBEN von Michael Jackson ... die Winehouse hat nur sich selbst geschadet ... :-(

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@Entdeckung

Ja. Über Michael Jackson mag man geteilter Meinung sein. Aber wofür ich kein Verständnis habe, dass es bei RTL immer noch einen Chat gibt, wo die so genannten Fans ihm nachtrauern. Und dass nun auf einmal der Arzt Schuld sein soll an seinem Tod. Der hat sich selbst kaputt gemacht. Wäre er nicht an einer Überdosis gestorben, wäre er früher oder später auseinandergefallen. Er selbst hatte seinen Tod mit 50 vorausgesagt. Da hatte er es ja immerhin weitergeschafft.

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