Warum müssen sich Homosexuelle outen, Hetrosexuelle aber nicht?

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9 Antworten

Sobald etwas nicht der Norm entspricht, muss dies kundgetan werden:

  • Du kriegst eine Einladung zum Essen, bist aber Veganer. Du wirst es deinen Gastgebern mitteilen müssen, also dich "outen", willst du nicht den ganzen Abend nur am Salatblatt der Vorspeise rumknabbern.

  • Du sollst bei einer Bastelarbeit helfen, kommst aber mit der Schere nicht klar, weil du Linkshänder bist. Du wirst dich "outen" und bitten müssen, dich beim Kleben einzuteilen, da du mit links diese spezielle Schere nicht nutzbringend halten kannst.

  • Du sollst ein Formular ausfüllen, bist aber ein starker Legastheniker. Du kannst nun sagen, du hättest "deine Hand verstaucht" oder "die Brille vergessen" oder aber du sagst, dass du leider nicht lesen kannst, was da steht. Auch das wieder ein brutales "Outing".

  • Deine Eltern freuen sich schon auf die hübsche Schwiegertochter und die süßen Enkelkinder, wenn du dann mal "groß" bist. Wenn du schwul bist wäre es dann wohl an der Zeit, diese Illusionen nachhaltig zu zerstören, um es nicht wieder und wieder zu hören zu bekommen.

Die Leute gehen immer davon aus, dass du hetero bist, weil dies der Norm entspricht. Du bist hetero, isst tierische Produkte, kannst lesen und bist Rechtshänder. Als Beispiele. Und das wird einfach vorausgesetzt. Willst du nun immer etwas vorspielen oder sagst du den Leuten, was Sache ist?

Es kommt immer auf die Situation an, auf den Menschen und auf dich selbst. Ich oute mich auch nicht immer und ständig als Schwuler, aber wenn mich jemand nach "Frau und Kindern" fragt, dann antworte ich einfach, dass ich einen Mann habe. Keine große Sache. Aber eben manchmal nötig.

slimatnight 03.02.2013, 14:16

Na gottseidank sagts denen mal wieder einer. Was soll ich da noch zu beifügen...

Endlich wird in Deutschland wieder schwul gesprochen LOL

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es ist historisch so gewachsen, dass es standard ist, dass mann und frau zusammen leben. das ist bei der breiten masse der fall und das ist auch so anerkannt. wenn man homosexuell ist, spaltet man sich in der hinsicht von der masse ab, man bildet eine art "randgruppe", und darum geht man meistens erstmal davon aus, dass eine person hetero ist. nur wenn dieser eindruck falsch ist, kann man sich eben outen, damit andere da nichts falsches bezüglich der sexuellen orientierung denken.

Ganz einfach: es sind nun mal 95 % (+/- ein paar Prozent) Heterosexuell. + Diejenigen, die Kinder kriegen, naja, das sind nun mal auch zu 99 % die Heterosexuellen (+ der eine oder andere Sonderfall, der erst später zu seiner sexuellen Orientierung steht, gibt es auch genügend...), die ihre Kinder nun mal nach ihren Rollenbildern aufziehen. Ist doch auch normal.

Ich denke ja auch, dass es die Gesellschaft voranbringen würde, wenn das Wissen und Verständnis der menschlichen Sexualität besser verbreitet wird, aber da gibt es noch einiges an Arbeit....

Außerdem: was du vorschlägst würde heißen 100% der Bevölkerung erst mal in diffusem Unwissen zu lassen, bevor man feststellen kann, was für eine Orientierung man hat. Beim Status Quo, also per so hetero, wird die Vorannahme 95% der Bevölkerung gerecht.

Aber du sprichst da ein schwieriges Thema an, natürlich ist es für viele Schwule und Lesben schwierig damit umzugehen, dass sie erst mal unter der Annahme erzogen wurden, heterosexuell zu sein, das erhöht natürlich den Druck beim ersten Outing, implizite Erwartungen nicht zu erfüllen, aber gut, das ist ein anderes Thema. Schön zu hören, dass es Menschen gibt, die sich solche Fragen stellen - das hilft ja auch schon mal weiter!

liebe Grüße

Ich verstehe (auch) nicht, warum man sich als Homosexueller (überall) outen muss. Also "muss" schon mal gar nicht und "will"... das ist doch jedem seine eigene Sache, oder?

Außerdem haben manche Heteros durchaus auch das Bedürfnis, zu erklären, dass sie eben nicht schwul/lesbisch bzw. bi sind. Sie wirken eben auf andere, als wären sie vom anderen Ufer (woran man das auch immer fest machen mag), obwohl dies nicht der Fall ist. Und wenn diese Heten dann (zu unrecht) als Homo/bi hingestellt / angesehen werden, nervt die das natürlich auch :-)

Und wieso muss man sich überhaupt zu seiner sex. Orientierung "erklären"? Ich mag z. B. keinen Fisch oder Krustentiere - sollte ich dies auch "Kund tun müssen", habe ich das hiermit nun auch endlich hinter mich gebracht... hab ja lange genug gezögert... ;-)

Dornpfaelzer 29.01.2013, 17:49

Da du schon mehrfach erklärt hast, dass du das "muss" auch nicht selbst so meinst... ich würde aber auch nicht sagen, dass es jede/r unbedingt möchte! :-)

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Normal ist es ja schon, da die menschliche Existenz darauf basiert dass sich Mann und Frau fortpflanzen. Zusätzlich gibt es auch mehr Heteros als Homosexuelle.

Soulsrocking 14.12.2014, 22:51

Richtige Richtung, falscher Schluss. Denn beide sexuellen Orientierungen in Deinem Vergleich sind natürlich. Das Wort "normal" ist nur eine konservative Erfindung derer, die sich vor Jahrhunderten anschickten, das Wesen des Menschen auf einen - nämlich ihren - Nenner zu bringen. Mit dieser Krankheit verseuchen sie seitdem die (automatische) freie Entfaltung des Individuums.

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glaub mir das frage ich mich auch... und ich finde keine erklärung auser dass die welt aus a****löchern besteht :)

Also es muss sich keiner outen, aber manche Leute denken hakt, dass sich Homosexuelle outen müssen, damit man das halt weiß so als grundliegende Information, weil es für manche halt nicht "normal" ist homosexuell zu sein.

müssen garnicht. einige wollen es eben allen mitteilen. muss aber jeder selber wissen.

Crissini 29.01.2013, 15:42

deswegen das "muss" auch in Anführungszeichen =)

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Das kann man auf viele Weise erklären...

Mathematisch/Aufwandtechnisch:

Es gibt mehr Heten als Homos... Von daher wäre der Aufwand höher wenn sich die Heten auch noch extra Bekennen müssen, und das "Hetero sein" nicht einfach angenommen wird.

Biologisch/logisch:

Schwul zu sein ist das normalste der Welt.. Ich bins ja auch xD

Allerdings muss man sagen das es Biologisch gesehen nicht normal ist... Denn es dient nicht grad der Fortpflanzung im ursprünglichen Sinn...

Mann - Frau - Sex - Kind - Mann/Frau - Mann/Frau - Sex usw....

Mann - Mann - Sex - Sex - Sex - Sex - ...

Frau - Frau - Sex - Sex - Sex - Sex - ...

Homosexualität ist aus der Sicht des Fortpflanzungszweckes dann doch unnormal... Das ist auch ein Grund dafür warum schwule und lesben sich outen...

Zwar haben Männer ähnlich wie bei Mann und Frau... passende "Steckverbindungen", jedoch interessiert das die Eierstöcke einer Frau wenig wenn ein Kerl nur "von Achtern entert" xD

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