Warum müssen Pferde so wenig schlafen?

7 Antworten

Eine Stunde am Stück schlafen die wenigsten Pferde. Die schlafen durchschnittlich nur so Viertelstundenweise. In einer Herde von 50 Pferden hat man maximal eines, das regelmäßig eine Stunde schläft. Den Leichtschlaf, bei dem unsereiner schon umfallen würde, machen sie im Stehen (das bezeichnen wir bei den Pferden als Dösen, ist aber weit erholsamer als unser Dösen), zum Tiefschlaf legen sie sich, aber nicht alle Pferde brauchen das. Es gibt genug Pferde, die topfit sind, ohne sich zu legen. Die legen sich dann bestenfalls zum Wälzen. Von diesen kurzen Schlafeinheiten brauchen sie schon mehrere am Tag, aber eben lang nicht so viele wie unsereiner, wo man sagt, unter 6, besser noch 8 Stunden geht gar nichts (das wären dann 24 bis 32 solche Einheiten, möchte man auf dieselbe Summe kommen), aber einige Pferde sieht man schon alle eineinhalb bis jede zweite Stunde mal schlafen, was dann schon auch 18 bis 24 Einheiten und in der Tagessumme 4,5 bis 6 Stunden ergibt.

Pferde haben keinen Tag-Nacht-Rhythmus wie Höhlentiere (was der Mensch ja auch ist), eben weil die als flächenlebende immer aufmerksam sein mussten, niemals alle schlafen konnten. Gut, bei Höhlenrudeln muss auch oft einer mit voller Aufmerksamkeit Wache halten, aber es droht nicht aus jeder Richtung Gefahr, sondern nur vom Eingang her und somit braucht es dafür nur ein Tier, das pro Zeiteinheit volle Aufmerksamkeit hat. Die Herden sind so organisiert, dass die Tiere relativ energiesparend leben können, weil eben die hohe Aufmerksamkeit, ob ein Angreifer naht, immer nur von einem Teil der Tiere erfordert wird. Hier ist es auch eine Frage der Größe der Naturherde. Pferde leben in vergleichsweise großen Verbänden, sodass auf eine Aufmerksamkeitseinheit viele Energiespareinheiten kommen. Wären es nur 5 Tiere in der Herde, wäre das ganz anders. Das heißt, sie entspannen auch in ihrer Wachzeit viel. Es kommt dazu, dass beispielsweise Wölfe nicht nur aufmerksam Wache halten müssen zu einer Zeit, sondern zu anderen Zeiten auch jagen müssen, was viel Energie kostet (beim Menschen ist das jetzt seine Arbeit), während dem Pferd quasi in Ruhe alles in den Mund wächst.

Dann arbeitet der Stoffwechsel eines Pferdes, das Dauer-Wenigfresser ist ganz anders als der eines Beutereißers, der selten Massen frisst. Große Portionen brauchen mehr Ruhezeiten als wenn man kleine Portionen frisst. Das kennt der Mensch auch. Vollfressen in der Mittagspause führt zum Leistungseinbruch am Nachmittag, Hunger hingegen zehrt. Das hätten Pferde noch mehr, weil ihr Verdauungssystem gar nicht drauf ausgelegt ist. Und unsere Boxenhaltung führt oft zu Vielschläfern unter den Pferden, weil das belastet. Man kann ja nicht alle Stunde einen Angestellten rumschicken, der ein paar Gramm Kraftfutter gibt und in vielen Ställen geht zudem auch noch das Heu aus, weil zu wenig vorgelegt wird bzw. nicht mit Netz oder Raufe gefüttert wird. Viele Pferde reagieren auf die Belastung der vom Menschen oft nicht anders zu organisierenden Fütterung aber auch mit einer Grundnervosität, die die Müdigkeit aufhebt. Pferde, die in Ställen leben, wo über Automaten schön über 24 Stunden verteilt gefüttert werden und wo es nicht eine 9stündige Durststrecke zwischen abendlichem Stall schließen und morgendlichem Öffnen gibt, wo sich nichts tut außer dem Tier aus der Nachbarzelle, zeigen daher schon auch anderes Schlafverhalten.

Schau mal hier, könnte hilfreich sein = http://www.tierwissen.de/artikel/pferde/pferde-schlafen-doesen.shtml

Pferde dösen gern. Oft stehen sie stundenlang auf der Weide herum und entspannen sich. Die Grenze zum Schlaf ist dabei fließend. Während des ganzen Tages und der Nacht schläft das Pferd allerdings nur in kurzen Etappen. Insgesamt reichen ihm drei bis vier Stunden, um sich ausreichend auszuruhen. Ein Mensch braucht zum Vergleich etwa acht Stunden Schlaf täglich, eine Katze etwa 14 Stunden und einige Mäuse sogar 20 Stunden.

Das Pferd ist von Natur aus ein Fluchttier und hat sein Schlafverhalten den ursprünglichen Verhältnissen in der freien Wildbahn anpassen müssen. Lange und tiefe Schlafphasen hätten die meist ungeschützt auf weiten Flächen lebenden Tiere zu sehr angreifbar gemacht. Deshalb schlafen Pferde meist im halbwachen SWS (= short wave sleep)-Modus und auch nur in kurzen, selten länger als 30 Minuten dauernden, Phasen.

@elenore

Offenbar ist sich die Fachwelt auch hier nicht so einig, wie sie die vom Menschen geschaffenen Begriffe auf das Pferd umdeuten sollen - und offenbar fehlt eine ausreichend große Stichprobe an Beobachtungen, um die Menge des Schlafbedürfnisses mal eindeutiger auszusagen.

In dem Tierwissen-Artikel steht nun wieder, Schlaf sei im Stehen gar nicht möglich, das müsse man dösen nennen. Ich kenne aus anderer Fachliteratur - zuletzt aus einem Tierarztartikel von 2012 -, dass das eben schon Schlaf ist und mit dem vom Menschen als Dösen bezeichneten Zustand rein gar nichts zu tun hat Der Zweite von Dir verlinkte Artikel, elenore, ist weit näher dem was ich gelesen habe als der erste.

Aber wenn man von den Zahlen und dem "was ist eigentlich Schlaf" absieht, bleibt als Kern eben die Geschichte mit dem Flächenleben und der Energieeffizienz des Pferdelebens durch deren Stoffwechsel und "Verhalten".

0

Die Schlafdauer hängt übrigends auch von der Körpergröße ab, und da Pferde recht groß sind müssen sie weniger schlafen.

0

Pferde sind Fluchttiere d.h. sie rennen bei Gefahr weg anstatt anzugreifen. Wenn z.B. nachts ein Puma kommt gibt das Leittier Alarm und die Herde rennt weg. Da kann es sich das Pferd nicht leisten, langsam zu sein weil es zu wenig geschlafen hat. Deshalb reicht im Extremfall auch eine Stunde Schlaf für Pferde. Das ist aber alles auf die freie Wildbahn bezogen und gilt nicht unbedingt für Pferde, die im Stall gehalten werden. Die könnten theoretisch mit einer Stunde Schlaf auskommen, schlafen nachts aber durchschnittlich eher 4 Stunden. Ich hoffe das beantwortet deine Frage :)

Warum schlafen Kühe (und ich hab gehört auch Pferde) manchmal im Stehen?

...zur Frage

Jetzt noch essen und dann in 1 stunde schlafen?

darf ich jetzt noch essen und dann 1 stunde schlafen gehen?

Hab gehört es soll ungesund sein wenn man in der Nacht noch was isst.

...zur Frage

angebundende Pferde- Tierquälerei?

In den Ferien reite ich öfter auf einem Hof mit Ponys und Pferden. Sie werden vormittags immer 2 Stunden, Ausnahmefälle 3 Stunden geritten und manche laufen nachmittags dann noch bei den Anfängern mit. (Schritt, bisschen Trab) für ne halbe Stunde. Die Pferde und Ponys, die niemandem zugeteilt wurden, stehen dann den ganzen Vormittag (3-4 Stunden) angebunden. Aber ansonsten sind sie den ganzen Tag und Nacht auf riesigen Weiden in getrennten Weiden und haben sogar einen großen Teich, wo sie im Sommer schwimmen gehen. Findet ihr die Haltung ist eine Tierquälerei oder ist das völlig ok?

...zur Frage

Ist Stallhaltung Tierquälerei?

An dem reitstall, bei dem ich mommentan reite, werden die pferde in boxen gehalten, wenige haben auch noch einen angrenzenden, kleinen padoock aus Stein. die pferde werden nie rausgelassen (weide nicht vorhanden). bis jetzt habe ich das gar nicht als schlimm befunden, aber als ich heute bei einer reitbeteiligung vorreiten war, meinte sie, dass es ja echt tierquälerei ist und das man da ja auch keinen spaß mehr am reiten hat. sie meinte außerdem, dass eine stunde am tag schon zu viel für die pferde ist, dass die dadurch ja total krank werden. ich finde, mit der stallhaltung ist schon was dran, wer will schon gerne den ganzen tag im stall sein und ab und zu mal in die reithalle gehen?? sie hat mir dann eine andere reitschule emfohlen, die allerdings sehr sehr teuer ist (88 euro im monat) meine dagegen 13 euro pro reiten. meint ihr, ich soll die reitschule wechseln und was meint ihr zu der tierquälerei in boxen?

...zur Frage

Pferde werden nicht artgerecht gehalten. Tierschutz?

Hallo Leute,

Meine Freundin ihrer Oma gehört ein Stall, den sie vermietet an einen Pferdebesitzer. Der Pferdebesitzer hat 6 Großpferde 2 Ponys und ein Mini-Shetty Hengst und ein Esel. Das Problem ist der Besitzer hat kein Geld um die Pferde richitg zu versorgen. Sie haben jeden Tag Koppelgang (aber ohne Gras oder Heu) und die Pferde haben auch total abgebaut. Man sieht jede Rippe, Knochen und der Rücken ist total eingefallen. Die Hufe sehen wirklich schlimm aus, sie wachsen schon nebendran runter und sind viel zu lang sodass sie auch Fehlstellung haben. Der Besitzer macht die Hufe anscheinend selber und lässt kein Hufschmied kommen. Die Boxen werden auch nicht richtig ausgemistet und die Pferde stehen in ihrer Scheiße, Pilze wachsen auch schon aus den Boxen heraus. Die Pferde bekommen auch keine Wurmkur oder sonstiges. Sie bekommen auch keine Pflege.

Nun unsere Frage sollen wir den Tierschutz darüber bescheid sagen? Den die Pferde können so nicht artgerecht gehalten werden.

Danke für Antworten und Hilfe!

lg

...zur Frage

jbl cs1204 gx-a602 Kombination?

Ist diese Kombination ausreichend oder sollte ich mir einen stärken Verstärker holen? Habe gehört dass er bei Vollast nicht ausreicht 🤔

...zur Frage

Was möchtest Du wissen?