Warum müssen Gewinne gemacht werden in Punkt Gesundheit zb in Kliniken Medikamente Anwendungen usw.?

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4 Antworten

  • Du hast prinzipiell Recht, dass es Bereiche geben sollte, in denen der Staat und damit die Solidargemeinschaft bestimmte Dinge ohne Gewinnanteil anbietet, und Gesundheitsleistungen und Infrastruktur könnten dazugehören. Allerdings zeigt sich in der Praxis, dass staatlich organisierte Dienstleistungen oft teurer sind als privat angebotene inklusive Gewinnanteil. Ob der Gewinnanteil also wirklich so entscheidend ist, ist daher fraglich
  • Dass aber privat angebotene Leistungen natürlich einen Gewinnanteil beinhalten, ist doch klar, denn warum sollte jemand sein privates Geld in Gesundheitsdienstleistungen investieren, wenn er damit keinen Gewinn erzielen kann? Das würdest du selbst doch auch nicht tun. Natürlich investiert man sein Vermögen so, dass es möglichst viel Ertrag einbringt. Ohne die Investments durch Aktionäre oder private Eigentümer würde es die Einrichtungen doch gar nicht erst geben. Das wäre sicherlich noch schlechter. Wir sind ein freies Land und wenn jemand sich entscheidet, privat ein Krankenhaus zu betreiben, dann natürlich, weil er damit Gewinn erzielen will. 
  • Zurück zum Absatz 1: Die Frage muss also sein, ob wir mit staatlich betriebenen Krankenhäusern ohne Gewinnanteil wirklich besser fahren würden. Das mag in der Tat in manchen Bereichen so sein, in vielen anderen aber auch nicht. Staatlich organisierte Betriebe sind ja nun wahrlich nicht als besonders effizient oder kundenfreundlich bekannt. Ganz im Gegenteil würde ich meinen.
  • Deine Aussage "Krankheit wird zur Einnahmequelle für wenige" ist aber irreführend: gerade im Gesundheitswesen verdienen ja nun sehr viele Beschäftigte ihren Lebensunterhalt und der Verdienst ist gemessen an der Qualifikation durchaus angemessen. 
Formlos21 06.07.2017, 19:15

Ihre Argumente sind real und zeitlich .Doch sie lösen das Problem der  Gesundheits- Behandlung auf ehrlichen gerechten Weg nicht.

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Kajjo 06.07.2017, 21:44
@Formlos21

Was genau sind die Probleme deiner Meinung nach?

Höhere "faire" Gehälter für Angestellten im medizinischen und pflegerischen Bereich sind für die Beschäftigten wünschenswert, aber verstärken das Problem der sehr teuren Gesundheitsversorgung nur. 

Letztlich ist Gesundheit eben ein sehr teures Gut und muss eben auch bezahlt werden. Die Fortschritte in der Medizin sind so gewaltig und die Technik so teuer, dass ein "immer weiter, immer mehr" nicht möglich ist. 

Oder anders ausgedrückt: Auf dem durchaus guten Stand von 1980 ließe sich auch heute eine günstige Versorgung für alle sicherstellen. Auf dem technologischen Stand von 2017 ist dies erheblich teurer, wenn man wirklich immer an die Grenzen des Möglichen gehen will. Irgendwann wird man diskutieren müssen, welchen Level man jedem bieten will und kann.

Und was ist gerecht? Wäre es gerecht, wenn jeder die Kosten trägt, die er verursacht? Wenn jeder gleich viel einzahlt? Wenn manche Einzahler für ganz viele andere mitzahlen?! Gerechtigkeit ist ein viel diffuserer Begriff als er auf den ersten Blick scheint.

Es ist definitiv nicht ungerecht, wenn jene, die Heilbehandlungen anbieten, egal ob Arzt oder Krankenschwester, auch damit Geld verdienen. Egal wie wichtig Gesundheit ist, für die betroffenen Beschäftigten ist es ein Job wie jeder andere auch.

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Gewinn ist der Antrieb, etwas gut und effizient zu machen.

Setz dich mal heute Abend hin und setze einen Kümmeltee an. Also Kümmel mahlen, Wasser aufkochen, ziehen lassen, in Falschen umfüllen.

Der ist nämlich wahnsinnig gut bei Blähungen von Babys.

Das dauert zwei Stunden - es gibt ja in deiner Umgebung mehr als nur ein Baby, deswegen machst du fünf Liter.

Aber... WARUM solltest du das machen? Du hast genug zu tun mit deinem Job und deiner Schule.

Wenn du aber für das Tee kochen soviel Geld bekommen würdest, dass du nicht mehr zur Arbeit gehen müsstest, dann könntest du das acht Stunden am Tag machen.

Hey, wenn du am Ende sogar noch etwas über hättest, könntest du davon noch jemanden bezahlen. Dann könntet Ihr am Tag 40 Liter Tee kochen.

Hey, da ist ein Investor, der würde mit 40.000,- bei euch einsteigen, wenn Ihr ihm einen Gewinn von 4% versprecht. Von 40.000,- könntet Ihr eine Teeaufkochanlage mit Schonsudverfahren kaufen, die dann mit minimalen Einsatz 200l am Tag kochen kann. Alle Babys deiner Stadt wären versorgt!

Ein Gärtner könnte eine besonders milde Kümmelsorte züchten. Damit wärst du unabhängig von Lieferanten. Aber damit und mit der Aufzucht wäre er vier Stunden am Tag beschäftigt, und er muss seine Familie ernähren.

Ein Nahrungsmittelchemiker könnte Teekochprozeduren austüfteln, die den Tee besonders bekömmlich für Babys und Senioren macht. Das ist ein Fulltime-Job. Er hat sechs Jahre lang studiert, und ein anderer Nahrungsmittelhersteller hat ihm einen Job mit 8.000,- angeboten...

Klingelt's?

Wir brauchen Geld für Forschung ,mod Geräte und gute Gehälter für wirklich Leistende im Gesundheitswesen

Und wer ist verantwortlich für die Verteilungsgerechtigkeit und bestimmt, wer wieviel wofür bekommen darf?

Du etwa?

An der sozialen Solidarität ist schon der Kommunismus gescheitert, die Idee geht an der menschlichen Realität vorbei.

Denke einmal über deine Frage sehr tief und innig nach, dann wirst du selbst auf die Antwort kommen warum das so ist.

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