Warum meinte die RAF, Deutschland sei ein Polizeistaat gewesen?

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4 Antworten

Nach dem Tod von Benno Ohnesorg fühlten sich allgemein die linken Studenten vom Staat attackiert.
Bei der RAF wurde dieses Bild überzeichnet.
Sie ziehen eine Parallele zu der NS-Zeit, in der Willkür und Gewalt von Seiten staatlicher Einrichtungen Alltag war.
Dieser Vergleich hängt stark mit der fehlenden Aufarbeitung zusammen, wodurch eben immer noch ehemalige NS-Führungskräfte ihre Stellung behalten haben.
Durch die ausgeübte Gewalt sieht sich die RAF einem immer aggressiveren Staat gegenüber, der ihre Vermutungen bestätigt.

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Das hängt damit zusammen, dass der Staat Straftäter unabhängig von Ihrer politischen Orientierung verfolgt und auch (ehemalige) Nationalsozialisten geschützt hat. Aus Sicht der RAF war es legitim ein System wie in der "DDR" zu errichten. Wenn dieses weltweit etabliert wäre, würde es auf der Welt kein Elend mehr geben. 

Vorher musste die RAF aber den Parlamentarismus als vorherrschendes System in der Bundesrepublik zu Fall bringen. Und weil der Staat das so gar nicht gut fand und auch Mörder und Terroristen mit vermeintlich "guter", linker Gesinnung konsequent verfolgt und hierfür spezielle Gesetze erlassen hat, haben sich die RAF-Mitglieder wie in einem Polizeistaat geführt. Weil sie für ihre Verbrechen überall verfolgt wurden - obwohl sie sich ja moralisch im Recht gesehen haben.

Ironischerweise war ein Polizeistaat ja genau das, was die RAF für die Zeit nach der Revolution angestrebt hat - nur eben unter linker Regie. Um ein System zu stürzen und die Massen gegen dieses aufzubringen, muss man es vorher erst mal in Misskredit bringen und diffamieren. Dazu macht linksextremistische Propaganda aus einer Verkehrskontrolle schon mal polizeistaatliche Schikane eines faschistoiden Staates. Geklappt hat es trotz aller Propaganda letztlich trotzdem nicht...

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Kommentar von ErikRiemer
20.06.2016, 10:38

Danke sehr, sehr verständlich dargelegt :)

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Nun ja, hast du das von Benno Ohnesorg gehört? Demonstranten (die weitgehend friedlich demonstriert haben) wurden verurteilt und ein Polizist, der einen unbewaffneten jungen Mann erschossen hat, wurde freigesprochen.

Nach der Meinung der RAF (und damit stand sie nicht ganz alleine da) durfte sich die Polizei (und der Staat) alles erlauben und bestraft wurden immer nur die Gegner.

Das ist jetzt mal ganz einfach formuliert.

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Kommentar von lupoklick
19.06.2016, 19:15

Das ist eine primitive Hetze, schäbiger geht´s wohl nicht ???

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Kommentar von surfenohneende
03.07.2016, 00:34

Ja

ist teilweise noch heute so ... siehe auch "Schwarzer Donnerstag Stuttgart21"

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Wenn der Staat sich bedroht sieht wird er strenge polizeiliche Maßnehmen ergreifen. Wie soll er sonst mit Ganoven umgehen? Auch wenn es politische Morde waren.Und daher halte ich die Aussage als Polemik von der RAF.

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