Warum meinen alte Menschen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen?

Bezweifelst Du das??

Ja,denn man kann die 50er und 60er Jahre nicht mit heute vergleichen.Nur weil Oma in den 60ern Stoffwindeln nutzte,muss ich 60 Jahre später nicht auch Stoffwindeln benutzen

Guck mal, was aus den Medien herüber schallt ... vielleicht fällt Dir dann was auf.

Dass Stoffwindeln in sind,weil öko?Weiß ich,will sie aber nicht.Werde auch nicht die Wäsche im Kochtopf auf dem Herd waschen und Lebensmittel im Erdhügel lagern,so wie Oma früher

16 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet
Warum meinen alte Menschen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen?

Naja, umgekehrt meinen das auch jüngere, die jetzt "alles anders" machen wollen und dabei im Zweigenerationentakt dennoch immer wieder die gleichen Fehler begehen.

Diese Frage ist etwas gemein ausgedrückt, aber ich werde immer wieder von meiner Oma (76 Jahre) damit genervt, dass sie alles weiß

Aus zwei Günden.

1.) Sie hat definitiv sehr viel mehr Erfahrung, hat viel mehr gesehen und mitbekommen, als man es sich als junger Mensch auch nur ausmalen kann.

2.) Hinzu kommt noch eine gewisse Portion Altersstarrsinn.

Aus 1 und zwei wird dann ein sehr rechthaberisches Verhalten, welches dann in dem immer wieder gleichen Satz mündet:

und ich mich noch umschauen werde,

Ahhhhaaaaaa....... ja genau der Satz. Seit Generationen ist das genau der selbe Satz und auch sie sagt den, weil sie ihn zuvor von ihrer Großmutter gehört hat.

Das Dumme dabei ist, sie hat nicht generell recht damit, aber auch nicht ganz unrecht. Das geht einem aber erst später auf, wenn man "sich umschaut".

was von ihren Prognosen in der Zukunft alles wahr wird:

Einiges, die kleinen Dinge. Die großen Dinge nicht (unbedingt)

Deutschland wird untergehen .....

Ok.... mit 76 hat sie ein untergegangenes Deutschland miterlebt. Sie war noch sehr klein und gerademal da, aber die Auswirkungen dessen waren noch spürbar und später nch viel präsenter als heute.

Das prägt natürlich, wenn es nicht gar traumatisiert.

Die jungen Leute werden noch schauen, wie schlimm die Zukunft wird, wenn sie ihre Arbeit verlieren

Damit hat sie nicht ganz unrecht.

Ein Arbeitsplatz, den man heute annimmt, der kann morgen wegrationalisiert werden oder in einiger Zeit ganz wegfallen, weil alles umgebaut wird.

Auch das hat sie erlebt, wenn nicht bei sich, so doch um sie herum.

Es fährt heute kein Heizer mehr auf einer Lock mit, kein Bahnmitarbeiter, der auch noch Beamter ist, entwertet eine Bahnsteigkarte (was ist das schon wieder....???), keine einzige Kreuzung mehr wird von Polizisten dauerhaft geregelt, Kegel werden nicht mehr von Hand aufgestellt beim Kegeln und Klamotten wirft man weg, statt sie zum Schneider zu bringen.

Ziel war es in ihrer Generation, und auch die Sichtweise, man suche sich einen Job bei einer großen Firma, den macht man bis zu seiner Verrentung. Zudem bringt man dahin auch den Nachwuchs mit, dass der auch sein Leben lang ein Auskommen hat, usw.

Diese Zeiten sind längst rum und sie hat erlebt, wie sie untergegangen sind.

(Es können sich immer mehr junge Leute ihren Arbeitsplatz aussuchen, aber das will sie nicht wahrhaben)

Wohingegen Du im Gegenzug nicht wahrhaben willst, dass das zwar richtig ist, aber so nicht bleiben wird, sich immer schneller Tätigkeitsfelder ändern werden und mit der Anstellung ein Leben lang in einer Firma auch nichts mehr ist.

Alle jungen Leute sind faul und wenn die alte Generation tot ist, wird Deutschland gegen die Wand fahren

Das hat die ältere generation schon immer gesagt, seid Menschengedenken vermutlich gar, dass sie noch Helden waren und ihre Nachkommen kaum was bis nichts mehr gescheit auf die Reihe bringen. "Diese Jugend von heute...." war schon immer das Gejammer der Älteren.

Immer wieder (so auch heute Morgen) muss ich mir anhören, wie Deutschland untergeht und wie toll die Generation meiner Oma damals war

Das ist ein Naturgesetz, das sagen sie immer.

Ich weiß nicht, aber für mich ist das einmal Arroganz und Proll-Verhalten

Jap, richtig. Aber die Ursachen dafür sind anders.

Und mit dieser Meinung ist meine Oma nicht allein, da kenne ich noch viele andere alte Menschen, die genauso denken.

Oh ja.....

Warum meinen so viele alte Menschen, sie hätten früher alles besser gemacht und nur sie haben Recht?

Weil sie teilweise nicht unrecht haben.

Aber nur teilweise, sie machen daraus den Anspruch, alles zu wissen.

Danke, sehr gute Antwort, die mich viel mehr durchblicken lässt

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Weder sie, noch du können das wissen. Vermutlich, liegt die Wahrheit irgendwo zwischen euren Gegensätzen.

Du musst einfach mal sehen, in welcher Zeit deine Oma aufgewachsen ist und wie sie das geprägt hat und in welcher du aufwächst, das sind unterschiedliche Welten und dementsprechend, sind auch die Ansichten unterschiedlich, anstatt so bockig und ablehnend zu reagieren, würde ich das einfach mitnehmen und in das eigene Wissen einbauen. Verständnis ist hier der Schlüssel. 😊🙈

Meine Oma fängt jedes Mal wieder mit diesen Themen an. Ich würde auch gern mal über was anderes reden als über den Untergang Deutschlands...

Und wenn du das seit Jahren vorgepredigt bekommst, würde es dir auch irgendwann zum Hals raushängen

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@Katze446

Weil sie das beschäftigt. Du redest auch über Themen, die dich beschäftigen.

Dann frag sie doch was aus ihrem Leben, sie hat bestimmt eine Menge Geschichten, die sie dir erzählen kann. 😊

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Ab einem gewissen Alter lebt man nicht mehr im Hier und Jetzt, sondern in einer angenehmen Vergangenheit wo "alles" besser war. Die Vergangenheit ist IMMER besser, da sie schon gelebt, und Krisen bereits überstanden sind. Die Gegenwart birgt Unerwartetes, daher ist es schöner, an die guten alten Zeiten zu denken.

Es hat auch etwas mit einer inneren Haltung zu tun, ob man sich geistig weiterentwickelt hat, also mit der Weiterentwicklung der Welt mitgegangen ist, oder ob man auf einem Stand der Bequemlichkeit stehen geblieben ist.

"Internet ist böse" und man hat nur ein Festnetztelefon und liest Bücher aus Papier und hat einen uralten Röhrenfernseher - übertrieben gesagt.

Man bleibt geistig in seinen besten Zeiten leben, das ist meist die Zeit wo die Menschen 30 - 40 Jahre alt waren. Und daher ist das Jetzt so schlecht, alles ist schlechter geworden und die Menschen sind böse.

Verstehst du, was ich meine?

Versuche, nicht mit deiner Oma zu diskutieren, es bringt nichts. Sag ihr, du hast eine andere Meinung und möchtest dich nicht mit ihr streiten. Frag sie doch mal, was sie so erlebt hat. Dann erzählt sie aus ihrem Leben und nervt dich nicht.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Danke, sehr gut erklärt und ein guter Ratschlag von dir!

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ich denke deine Oma hat ja schon viel erlebt und macht sich halt Sorgen

außerdem ist man mit 76 vielleicht schon ein bisschen senil

Als meine Oma so lang sam tüdelig wurde , hat Sie zur Begrüßung so einen Spruch gesagt, den ich aber nicht schreiben kann weil der verboten ist

Meine Antwort war dann , aber Oma der Krieg ist doch schon seit 40 Jahren verloren

ich habe mal einen Spruch gehört

Meinungen sind wie A...L....cher jeder hat eine

Leider lebt sie immer mehr in der Vergangenheit und schmückt sich damit, sie sparsam sie doch war und wie arm sie waren, während heute die Menschen in Verschwendung leben. Ja, das stimmt. Doch hätte sie damals die Mittel für ein angenehmeres Leben gehabt, hätte sie es doch genauso gemacht.

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Dass Du mit einigen oder vielen Äußerungen Deiner Oma Probleme hast, kann ich nachvollziehen. Hätte ich auch. Was mich aber stört ist, dass Du es pauschalisierst auf ältere Menschen. Als ob die alle gleich ticken! Ich beschimpfe ja auch nicht alle jungen Menschen als hirnlose TikToker, die von nichts eine Ahnung haben und nicht mal die einfachsten Verhaltensregeln kennen. Davon gibt es welche, klar, auch hier, aber eben nicht nur. Und das ist in allen Generationen so. Wir älteren denken weder dass früher alles besser war - das geht mir auch auf den Keks - sehen aber auch, dass manches besser war. So wie heute vieles besser ist, zum Glück! Ich musste noch meinen Vater um Erlaubnis bitten, studieren zu dürfen, das war ein harter Kampf. Und weißt Du, welches Argument ihn überzeugt hat? Dass ich an der Uni ja künftige Akademiker kennen lerne, und wenn ich einen von denen heirate, bin ich wohl besser versorgt als mit einem Sachbearbeiter. So ein Schwachsinn!

Aber Deinerseits ist es genau so Schwachsinn, dass wir Älteren keinen Computer bedienen können (Corona bedingt finden regelmäßig Zoom Treffen bei uns statt, ich bin täglich online, habe Facebook), aber wir suchen uns vielleicht andere Seiten aus. Ich lese halt lieber die Zeit online als Telegram Kanäle. Können wir gern mal diskutieren!

Ich werde übrigens demnächst 70, und 2 meiner 3 Ehemänner waren Ausländer - nicht Europäer. Und noch Moslems dazu. Und nun rate mal, wer damit die größeren Probleme hat, die Jungen oder die Alten?!

Also, komm bitte raus aus Deiner Klischeekiste. Das selbe würde ich Deiner Oma sagen. Aber wenn Du es schon ansprichst: Ja, auch Du kannst dazu lernen. Wie wir alle. Immer.

Ich habe nicht gesagt, dass ALLE älteren Menschen so sind, aber einige. Ich habe auch nicht geschrieben, dass ALLE älteren Menschen keinen PC bedienen können, das war auf meine Oma bezogen. Und das mit dem Arbeitsmarkt war auch auf sie bezogen, sie war nun mal Hausfrau.

Ich war auch mal bei einer älteren Frau putzen, die meinte, ich habe genau dann auf der Matte zu stehen, wann sie es will. Als ich ihr gesagt habe, dass ich nur dann kommen kann, wenn mein Kind im Kindergarten ist, hat ihr das nicht gepasst. Da habe ich gesagt: Dann such dir jemand Anderen, der bei dir putzt.

Sie war Rentnerin und hatte JEDEN TAG ZEIT, ich sollte nur einmal die Woche kommen. Wenn sie halt meint, dass ich genau dann auf der Matte stehe, wenn sie trompetet, dann lebt sie im falschen Film. Und es werden verdammt viele Haushaltshilfen gesucht, alles auf ebay-Kleinanzeigen oder in der Zeitung ist voller Anzeigen.

Wer da meint, sich so aufzuführen, der bekommt halt niemanden. Denn ich lasse mich nicht rumkommandieren oder anschreien, weil mein Kind krank ist. Da ist ja jeder Arbeitgeber kulanter.

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@Katze446
Warum meinen alte Menschen, sie hätten die Weisheit mit Löffeln gefressen?

Das ist schon auf alte Menschen an sich bezogen.

Und auch wenn Du jetzt mit Einzelbeispielen kommst, wo es noch mal ältere Menschen gegeben hat, die sich nicht so verhalten haben, wie Du es für angemessen hältst, es ändert leider nichts daran, dass Du Kritik scheinbar üben, aber nicht einstecken kannst. Schade.

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@musso

Wie du meinst. Vielleicht bin ich auch einfach zu aufgeladen und deshalb unfair.

Ich habe halt mehr negative als positive Erfahrungen mit alten Menschen gemacht, meine andere Oma (schon verstorben) wurde 92 Jahre und hat gemeint, sie hat das Recht, mein Kind zu schlagen, nur weil es nicht ruhig sitzen geblieben ist.

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@musso

Was ich dir noch mitteilen möchte: Ich denke, dass es bei der Mentalität von alten Menschen einen großen Unterschied zwischen Stadt und Land gibt, da die Lebensverhältnisse früher dort sehr unterschiedlich waren. Meine Großeltern kommen beidseitig vom Land, die einen waren Bauern. Bildung? Hat nicht interessiert, da musste die Arbeit gemacht werden. Ausländer? Gab es damals nicht auf dem Land.

Ein anderer alter Mann, den ich sehr mag, ist in Berlin geboren und aufgewachsen, der hat eine ganz andere Einstellung und ist da viel offener.

Vielleicht kannst du mir ja mitteilen, woher du kommst und wo du einen Großteil deines Lebens verbracht hast? Stadt oder Land? Und hast du da einen Unterschied bemerkt?

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@Katze446

Meine Eltern stammen aus Norddeutschland, Mutter vom Land, Vater aus Kiel. Er lebte aber in Hamburg seit er 17 war. In puncto Einstellungen waren beide stark vom 3. Reich geprägt, da ist der Stadt-Land Unterschied nicht zutage getreten. Ich selbst bin Hamburgerin. Mein Bruder und ich sind wie Tag und Nacht, obwohl wir beide in derselben Familie aufgewachsen sind.

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@musso

Danke für deine Erfahrungen

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