Warum machen sich so viele über das Aussehen von Philipp Amthor lustig?

 - (Politik, Menschen, Deutschland)

29 Antworten

Hallo!

Ich denke nicht, dass es an seiner Kleidung liegt - aber Amthor wirkt einfach ältlich, was eher an Frisur, Miene, der typischen Art, wie er rüberkommt und spricht, liegt als an seiner Kleidung. Er tritt einfach ältlich auf und erfüllt alle Klischees; als ich den erstmals so sah, dachte ich ernsthaft, das sei irgendein Soziologie-Lehrer Anfang 40, der in die Politik wechselte.

Altmodische und konservative Kleidung kann cool rüberkommen, wenn jemand dazu auch total steht und das lebt - ich kenne etwa einen freakigen Typen, der bewusst nur Vintage-Mode trägt inklusive alter Uhren, einen alten 80er-Jahre Audi 80 (der Kantige vor 1986) in der unvorstellbaren Farbe "Portorosé-Metallic" im Alltag fährt, die Musik hört, alles drüber weiß, das permanent kultiviert, den Style der 80er immer neu für sich erfindet, ja ganz einfach total an die ausklingenden 80er oder die ganz frühen 90er erinnert und so, bei dem kommt das super rüber und er kombiniert die Sachen auch toll - für mich ein "Styler" unseres Stadtteils und schon zu Lebzeiten eine Ikone.

Philipp A. wirkt aber etwas unbeholfen und aufgrund seiner ganzen Erscheinung einfach nur ältlich und aus der Zeit gefallen, auch noch nicht mal "kultig ältlich" im Sinne meines Bekannten mit der Vintage-Mode und dem ollen Audi - mein Bekannter wird akzeptiert und ist in Sachen Stil absolut geachtet, weil er authentisch ist und bei Philipp A. wirkt es nicht cool und nicht kultig, sondern klischeehaft und altbacken.

Aber andererseits kann man's doch den Leuten nie recht machen: Würde Amthor mit Jeans und Longsleeve zum Blazer im Bundestag stehen, würden die Leute weithin aufstehen und sich drüber mokieren, wie "so einer" ernsthaft da steht und Politik macht und den Leuten sagen will, was zu tun ist.

An irgendwelchem Bashing beteilige ich mich nicht; es muss nicht jeder locker sein, nur weil er jung ist und mir ist jemand, der zumindest saubere und anlassentsprechende Kleidung anzieht allemale lieber als einer, der zu allen Anlässen nur ausgewaschene Jeans und "Kurzarm über Langarm" hat und trägt. Ich erinnere mich noch gut ----> das "Kurzarm über Langarm"-Zeug war ein totaler Trend bis ca. 2008, wo das in meiner späten Schulzeit fast jede Schülerin, fast jede (junge) Lehrerin und auch schier jede Hausfrau um die 30-40 trug^^ quer durch den Alltag & auch an feineren Anlässen^^ naja, Offtopic, aber ihr wisst, was ich meine.

Ansonsten sage ich: Der eine so, der andere so.

Woher ich das weiß:eigene Erfahrung

Schon in meiner Jugend war ich rechts und sehr konservativ, da wahr ich weit jünger als Amthor.

Die Leute machen sich viel mehr über Amthors Gesichtszüge und seine Stimme lustig.

Die Leute meinen, er sei mit 26 immer noch im Stimmbruch, weil seine Stimme noch ein bisschen krächzend klingt. Sie kritisieren auch Amthors „Altherren-Frisur“ und seinen fehlenden Bartwuchs. Und da Philipp Amthor auch solche Mundfalten hat, erinnert es eben manche an einen älteren Herrn.

Wegen seines Kleidungsstil habe ich noch nichts mitbekommen...

In meiner Jugend habe ich mich ähnlich gekleidet, gutes Shirt unterm Sakko...Heute trage ich immer noch täglich etwas „feineres“. Anzug oder so versteht sich, und das seit Jahren.

Schon in meiner Jugend war ich rechts und sehr konservativ, da wahr ich weit jünger als Amthor.

Warum hast Du dann Helmut Schmidt als Bild?

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@Hessen001

Freut mich, dass du es erkannt hast:) Die SPD war zwar nie mein Fall, auch heute nicht.

Aber Helmut Schmidt war mein Lieblingsbundeskanzler. Er hielt Reden, die nicht zur heutigen SPD passen. Ich würde fast schon sagen, so wie Schmidt seine politik machte, könnte er schon fast ein Rechter sein. Da währe die CDU schon mehr mein Fall mit Helmut Kohl, aber er war mir total unsympathisch. Er war seeehr weit rechts, fast wie die NPD. Helmut Schmidt hielt sich in einem Rahmen, wo er exakt in der Mitte war. Er hat sowohl linke und rechte Interessen vertreten, obwohl die SPD eine linke Partei ist. Das war noch ein Bundeskanzler mit Charakter und Format. Schau dir mal auf YT an, was er zur heutigen SPD sagt. Wirklich erschreckend. Ich würde fast sagen, Schmidt und Kohl sind wahre Rechten. Währen Schmidt und Kohl immer noch am Leben und immer noch Mitglied der Partei, würden die Prozente aber ganz weit oben liegen.

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@Hessen001

Obwohl ich politisch weit von der SPD entfernt bin, Helmut Schmidt ist das perfekte politische Vorbild für mich.

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@Bern3

Helmut Kohl und NPD? Ich glaube die von der NPD sehen das etwas anders...

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@Hessen001

Oh ja! Weißt du was Kohl über Menschen mit türkischer Abstammung gesagt hat?

Er will jeden 2 Türken aus Deutschland verbannt haben.

sowas würde perfekt zur NPD passen. Und ich glaube, mit dieser Aussage ist man mehr als nur „rechts.“

Schmidt ging an die Sache etwas softer dran: Er sagte zum Beispiel, wir müssen die Zuwanderung aus anderen Kulturen umbedingt unterbinden.

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@Bern3
Er will jeden 2 Türken aus Deutschland verbannt haben.

Hat er das wirklich genau so gesagt?

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@Hessen001

Geb im Internet ein „Helmut Kohl und Türken“

da siehste was:)

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@Bern3

Dort steht aber auch, dass solche Meinungen damals gesellschaftlicher Konsens waren und dass diese Äußerung wohl breite Zustimmung gefunden hätte. Später änderte Kohl, wie der Rest der Gesellschaft, dann seine Meinung über Türken:

Kohl selbst schwenkt noch radikaler um: 1993 setzt er gegen innerparteiliche Widerstände durch, dass Ausländer der dritten Generation, die in Deutschland geboren waren, den deutschen Pass bekommen konnten und erleichterte damit die Einbürgerung.

Im Übrigen schreibt der Artikel, dass Kohl mit Asiaten, Osteuropäern, usw. nie Probleme hatte. Ihn in die Nähe der NPD zu stellen ist deswegen Blödsinn.

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@Hessen001

Obacht, ich habe die NPD auf Kohl‘s Aussagen zu Türken verwendet.

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er könnte halt die definition von "milchbubi" sein. aber das aussehen in der politk ist eigendlich ziehmlich egal und er nimmt es sehr gelassen cooler typ, ich bin nur nicht so der fan der cdu

Es ist doch normal, dass Politiker eher seriös und schick auftreten.

Nur ist er weder das eine, noch das andere. Er sieht einfach nur aus wie nen Mittelstufenschüler, der sich die Klamotten seines Großvaters übergeworfen hat.

Bis vor ein paar Jahren war es sogar noch undenkbar gewesen, dass ein Politiker ohne Krawatte ans Rednerpult tritt.

Da irrst du dich. Wenn du dich mal ein bisschen mit den Grünen beschäfftigst, findest du ziemlich schnell heraus, dass es selbst or 20 Jahren denkbar war, das ein zukünftiger Minister in Turnschuhen zur Vereidigung antritt.

https://www.n-tv.de/politik/Tabubruch-in-Turnschuhen-article2123521.html

Politiker gehören also zusammen.

Hat Hitler in der Regel Anzüge getragen, oder Stalin, oder Mussolini oder Trotzki? Waren das keine Politiker?

Ich halte Anzüge in der Politik um ganz ehrlich zu sein für einen der größten Missgriffe überhaupt, einfach Weil Anzüge nichts anderes sind, als eine weitgehend anonyme Uniform. Für einen Betrieb, in dem es aber auch zu einem nicht unerheblichen Teil auf die Persöhnlichkeit des Politikers ankommt, erfüllt das in der Außendarstellung seinen Zweck nicht mehr, wenn jede dieser Gestalten aussieht wie Don Corleone aus der Parte 1.

Ich denke, dass gerade dieses standardisierte Auftreten mittlerweile auch stark zum Ansehensverlust der Politik beiträgt und auch dazu, dass es vielen, die es mit der Programmatik in der Politik nicht so haben dadurch schwerfällt Positionen und Parteien voneinander abzugrenzen. MMn gehören Anzüge in ein Amt, dass sich mit Verwaltungsangelegenheiten befasst oder in eine Bank oder Anwaltskanzlei, aber sicherlich nicht als Standart ins Parlament.

Ich ich persönlich halte Leute, die sich schon beim aussehen Anfangend für die Kameras verbiegen nicht für seriös oder gar authentisch. Das sind für mich einfach nur Karrieristen und Opportunisten, die den Weg gewählt haben ihre Persönlichkeit zu kastrieren um als eine Art postmoderner Apparatschik reibunslos etwas abreißen zu können, was man wohl als "cursus honorum" bezeichnen könnte. Das ist für mich einfach nur ein Zeichen der Selbstfestnagelung auf eingebildete Konventionen und damit das Gegenteil von dem, wofür man unsere Parlamentarier mal engagiert hat, nämich zu entscheiden nach bestem Wissen und Gewissen.

Um dann in medias res zu gehen, was Amthor betrifft.

Er verkörpert diesen von mir abgelehnten Typus einfach in besonders krasser Weise. Noch weniger Authentizität als der geht einfach nicht. Im Grunde ist er genau der Typus, für den die "heute show" die Rolle des "Albrecht Humboldt" erfunden hat, nur eben tatsächlich realiter.

Davon wegen des Aussehens gleich ad hominem zu gehen halte ich auch nichts, gleichsam kann man da ohne weiteres festhalten, dass er sich damit sehr deutlich als Opportunist sine qua non outet.

Muss einem nichts sympathisch sein.

Das Problem sich mit ihm in anderer Weise zu beschäftigen besteht einfach darin, dass er inhaltlich noch nicht so viel geliefert hat, dass man daraus ein kohärentes Bild gewinnen könnte.

In der Hinsicht ist er vergleichbar mit Kühnert bei der SPD.

Der Unterschied ist nur, dass ich Kühnert, auch wenn ich das was er so von sich gibt nur bedingt für sinnvoll halte, gemessen am Auftreten der Person wenigstens für ehrlich halten kann. Amthor dagegen wirkt für mich im Auftreten wie der Azubi einer Versicherungsgesellschaft, in seiner Rolle einfach deplatziert und künstlich.

genau, damalos die Grünen, sahen doch lustig aus, in Schurwollepullovern - mit Jesus-Latschen - und ner Sonnenblume im Pott - da hatte man was zu erzählen. Monatelang war doch deren Aussehen Thema.

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Über Geschmack lässt sich nicht streiten, aber mir kommt er auch etwas "seltsam" vor.

Vielleicht weil er sich als Mitte Zwanziger wie ein Ende 40iger Sparkassenbeamter aus Castropp-Rauxel stylt.
Mit Pomade hingeklebter Scheitel und dicker Hornbrille...vor 70 Jahren Anfang der 50er Jahre mag das voll im Trend gelegen haben.
Und besonders sprachgewandt oder belesen ist er trotz Jurastudium m.E. auch nicht.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – und vor allem Lebenserfahrung

(m.E. ist sein Credo: Lobet und preiset die über mir und übt bloß keine ofene Kritik an der eigenen Partei und deren Führung")
Oft sind die das die "nach oben kriechen - nach unten treten Typen"; ob er so einer ist kann ich nicht sagen, dafür steht ern noch nicht lange genug im Rampenlicht.

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