Warum löst das G36 das G3 nicht ab?

3 Antworten

Das g36 ist in allen Hinsichten die bessere Waffe

Das stimmt wirklich nicht. Für den durchschnittlich (schlechten) Schützen sind die Waffen mit .223 Kalibern die bessere Wahl, schon wegen des größeren Patronenvorrats, den er mitführen kann. Zudem noch diese leichten instabilen .223 Geschosse viel schlimmere Verletzungen verursachen als die Patronen vom Kaliber .308.

Ein guter Schütze kann mit einem G3 im Feuerkampf allerdings wesentlich mehr erreichen als mit einem G 36. Weil er er Gegner hinter Deckungen wegen der großen Durchschlagkraft des G3 besser bekämpfen kann. Nur mal so als Anhaltspunkt: ein .308 Mantelgeschoss durchschlägt etwa 80 - 90 cm trockenes Holz oder Sand oder eine einfache Ziegelmauer. Ein Pkw ist für einen Mann im Feuerkampf überhaupt keine Deckung, sobald eine .308 ins Spiel kommt, sondern nur noch ein Sichtschutz*. Obendrein ist die Reichweite - wie apncjf schon sehr richtig bemerkt hat - ein gutes Stück größer. Fazit: Da man keine Zeit und kein Geld für eine gründliche allgemeine Schießausbildung ausgeben möchte, hat man eben Gewehre angeschafft, die zwar nicht sehr gut, dafür aber öfter geschossen werden können - wegen des größeren Patronenvorrats. Da liegt der Hund begraben!

So wurde im 2. WK z.B. der .30m1 Carbine auch nur wegen der einfacheren Ausbildung als Ersatz für den .45 Colt eingeführt (und weil er preiswerter und schneller zu beschaffen war).

*Damit wir uns nicht falsch verstehen: sogar eine 9mm Luger geht durch normales Autoblech wie ein heißes Messer durch Butter. Aber .223er werden sehr schnell abgelenkt, so dass ein PKW doch einigermaßen dagegen als Deckung herhalten kann. Jedoch durch Motorblöcke, Getriebe, Reifen und einige Chassisteile geht eben nur die .308.

und wozu wurde das g36 dann eingeführt? Wohl kaum wegen der einfacheren ausbildung. Und woher weißt du welches Kaliber durch welchen Teil eines Autos geht?

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@Prog4mn3t

Vielleicht hättest Du mal meinen Text lesen sollen?! Z.B. diesen Abschnitt:

Da man keine Zeit und kein Geld für eine gründliche allgemeine Schießausbildung ausgeben möchte, hat man eben Gewehre angeschafft, die zwar nicht sehr gut, dafür aber öfter geschossen werden können - wegen des größeren Patronenvorrats. Da liegt der Hund begraben!

So ein Laie macht sich doch gar keine Vorstellung davon, wie lange es dauert, einen guten Schützen auszubilden. Und wie teuer das ist!

Obendrein hatten auch schon viele andere NATO Staaten das Kleinkaliber .223 eingeführt, so dass man sich genötigt sah, die alten G3 abzulösen, wegen der Standardisierung. Am praktischten und wirkungsvollsten sind eigentlich die 8x33 oder die 7,72x39, aber trotz ihres hohen Wirkungsgraden und trotz ihrer Präzision sind sie beide wieder abgeschafft worden. Und weil viele Militärs und korrupte Minister eben genauso Fehler machen, wie andere Menschen auch. Ich darf nur mal dran erinnern, dass man in Germany versucht hat, aus einem Schönwetterabfangjäger (Lockheed F 104 Starfighter) einen Allwetterjagdbomber zu fummeln. Mit katastrophalen Folgen. Oder dass die M16, M60 und M92 zur Zeit ihrer Einführung alle ziemlicher Schrott waren und nur durch großen Aufwand einigermaßen brauchbaren Waffen wurden.

Und woher weiß ich welches Kaliber durch welchen Teil eines Autos geht? Die Penetrationswerte von Schusswaffen sind überall in der Fachliteratur nachzulesen. Abgesehen davon hab ich reichlich von dem Kram im Keller, dass ich auch in meinen über dreißig Jahren Umgang mit Schusswaffen genug eigene Erfahrung sammeln konnte. That's it.

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@shockproof

Ich hab da noch was anderes Gehört, warum die neuen Sturmgewehre jetzt mit dem Kaliber 5.56x45mm NATO schießen: "die Masse des Geschosses ist bei kleinerem Kaliber zwar geringer, aber die V0 (die Mündungsgeschwindigkeit) ist höher. Bei den .223 ist das Verhältnis des Geschosses zur Treibladung optimaler für einen höhere V0. E = mc2, weisst du noch? Du kannst zwar die Masse des Geschosses geringfügig verringern, sparst dadurch an Gewicht, aber mit höherer V0 erreichst Du im Ziel viel mehr Energie."

und: > "Nachtrag: wegen E = mc2 wird die Energie auf den umliegenden Körper übertragen. Bei .223 ist die letale Wirkung grösser, aber die reine Durchschlagskraft durch Häuserwände geringer, weil die V0 nicht so viel gewaltiger ist, als die Masse bei 7.62. Die Wand absorbiert anders, als ein Mensch aus Fleisch und Blut." (Quelle cosmiq.de)

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@Prog4mn3t

So ein Laie macht sich doch gar keine Vorstellung davon, wie lange es dauert, einen guten Schützen auszubilden. Und wie teuer das ist!

Is das wirklich so schwierig? Ich bin "nur" Sportschütze und solange musste ich nicht üben bis ich gut war.

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@Prog4mn3t

Zwischen einem Sportschützen und einem Soldaten liegen Welten! Erstmal ist eine .22 lfb sehr viel angenehmer (und sehr viel preiwerter!) zu schießen als eine .308. Dann ist ein Sportgewehr anatomisch auf den Schützen eingestellt. Gar nicht zu reden von dem Betonschießanzug und den Skistiefeln, dem Schießriemen, der Schießbrille, Handschuhen, etc.... So ein Sportschütze schießt ja im eigentlichen Sinne gar nicht richtig. Er benutzt nur eben auch* so eine Art* von Waffe. Das sind zwei verschiedene Welten! Ach ja: Ich bin selbst auch Sportschütze. Aber mit Feuerkampf hat das Sportschießen im Grunde aber auch gar nix zu tun. Kann man gar nicht vergleichen. Ist ja auch so gewollt.

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@Prog4mn3t

Über den Kommentar Betreffs Mündugsgeschwindigkeit, Masse und Erergie kann man nur sagen: Stimmt soweit!

Und nun wiederhole ich mich mal:

Zudem noch diese leichten instabilen .223 Geschosse viel schlimmere Verletzungen verursachen als die Patronen vom Kaliber .308.

Weil diese Geschosse nämlich die unangenehme Eigenschaft haben, sich im Ziel sehr schnell zu überschlagen und dann auch noch zu zerbrechen. Daher sind Körpertreffer von einer .223 in fast allen Fällen sehr viel schlimmer als Durchschläge von der .308. Nun kommt es allerdings sehr häufig vor, dass der Feuerkampf aus der Dechung heraus geführt wird. Und da ist eben die .308 ganz klar im Vorteil!

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Das g36 ist in allen Hinsichten die bessere Waffe

Diese Aussage ist so nicht korrekt. Die veränderte Form der Kriegsführung brachte es mit sich, vom G3 auf das G36 zu wechseln, nicht die "reine Verbesserung". Beide Waffen habe unterschiedliche Einsatzspektren und Schwerpunkte für die sie gebaut wurden und die sie erfüllen.

Im Einsatz in Afghanistan hat die Bundeswehr festgestellt, dass die Lücke in der effektiven Reichweite zwischen dem G36 und dem G82 (Scharfschützengewehr) geschlossen werden muss.

  • G36 bis 400m
  • G3 400m - 600m
  • G82 ab 600m

Bedenke auf, dass das G3 hier als Basis fungiert, d.h. die Versionen des G3 nichts mit dem Standard-G3 zu tun hat, das du evtl aus der Bund-Zeit kennst.

Das Problem haben die Soviets damals auch gehabt und mit der Dragunov damals ein halbautomatisches Gewehr entwickelt, welches mittlere Reichweiten mit guter Präzision abdeckt. Die USA nennen diesen Waffentyp DMR (designated marksman rifle) http://de.wikipedia.org/wiki/Designated_Marksman_Rifle

Habe in meinem Beitrag das G22 gemeint, nicht das G82 - sorry!

Hier ist noch ein Artikel aus der Y! in dem am Rande auf den Einsatz des G3 eingegangen wird.

http://www.y-punkt.de/portal/a/ypunkt/!ut/p/c4/LYvBCsIwEAXKJsoiHqrSEEPehG0XiRt1hKSJmHdWAQ3gR8A3MZHtyhEPTbjpptDNrDDbrBbvtZ9LPBxyfl4Fhoxxm9Fy8mtOxI45MRrvVsUAwxIFczBrbFI2mOJFIk9rVkolKENdBJtd-ppZL_qe-6uRzbxUpuDqf2DGmamh9tUbVo/

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mal ne andere Frage: Ein gezogener Lauf gibt dem Projektil ja einen Drall, damit es nicht so schnell sinkt. Bsp: Die m9 hat 6 Züge und das G22 4 Züge. Die M9 ist eine eine Pistole mit einer geringeren Reichweite als das Scharfschützengewehr G22. Wäre es nicht logischer wenn das Scharfschützengewehr mehr Züge hätte weil die Reichweite ja größer ist?

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@Prog4mn3t

Das ist doch nicht der einzige Faktor, Länge des Laufes, Gewicht des Projektils, Menge der Treibladung, etc. sind auch noch Faktoren.

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@Prog4mn3t

Ein gezogener Lauf versetzt ein Geschoß in Drall um die Stabilität im Flug zu verbessern. Das bedeutet die Eigenrotation verbessert die Präzision, die Reichweite wird dadurch imho nicht signifikant beeinflusst.

Es stimmt zwar dass ein Geschoß ohne Drall eine geringere Reichweite hat, aber eben nur weil die Flugstabilität des Geschoß so schlecht ist. Die Eigenrotation erhöht nicht die Geschoßenergie oder Mündungsgeschwindigkeit, es sorgt nur für eine konstantere Flugbahn. Eine Erhöhung der Anzahl der Züge und Felder sorgt im Umkehrschluß daher nicht für eine Steigerung der Reichweite.

Bedenke auch, dass bei der M9 im Vergleich zum G22 die Lauflänge um ein vielfaches kürzer und die Menge and Treibmittel um ein vielfaches geringer ist. Ich vermute dass hier der Einfluss der Anzahl der Züge und Felder eher zu vernachlässigen ist.

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@apncjf

wurde das g3 als dmr nicht durch das m417 bzw HK MR308 bzw G28 abgelößt?

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@Prog4mn3t

Langfristig wird es sicher abgelöst, derzeit wird das G3 in der DMR-Ausführung ergänzend geführt. Schließlich hat man ja auch für viel Geld die DMRs umgerüstet und angepasst, da wird man die nicht gleich wieder entfernen.

Nach und nach wird das G3 DMR sicherlich vom G28 verdrängt.

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das g3 wird noch als scharfschützengewehr benutzt

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