Warum liess heinrich der Seefahrer (Portugiesischer König) die westküste Afrikas erforschen?

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1 Antwort

Zusammengefasst:

Vorab, er war kein König. Seine Brüder ja. Er ließ nicht die Westküste Afrikas erforschen; die Erforschung der Westküste Afrikas war eher ein Nebenprodukt seiner Überzeugung.

Um Afrika als Priorität zu verstehen, muss auch seine Einstellung berücksichtigt werden. Seine Interessen waren ausgeprägt wirtschaftlich und politisch. Die Kirche war für ihn nur Mittel zum Zweck - um gemeldete Ansprüche zugesprochen zu bekommen. Das erkennt man auch daran, dass seine Expeditionen die damals schon übliche Einbringung der Kirche nicht aufweisen.

Es begann mit den Kanaren und Ceuta. Dadurch sicherte er - für das Land - den damaligen Seehandel durch die Meeresenge Gibraltar.

Es kursierten schon damals Erzählungen über Indien und "Umgebung". Er kannte auch die Erzählungen über den mythischen Kap (Bojador/Afrika) und das mythische Äthiopien als Reich, das von einem Christen regiert wurde - so sagte man.

Bojador, so die Legende der Mauren, sei unpassierbar und nicht nur (gemeint waren die Gegenwinde). Zahlreiche Legenden über Afrika waren um Umlauf - vor allem die Legende, dass es unbewohnbares Land sei. Anders gesagt: Es gab auch Gegenansichten und an Legenden mangelte es sowieso nicht. Weil die Krone ihm freie Hand gab, brauchte er sich so gut wie nicht um Gegenansichten zu kümmern.

Heinrich hielt das alles für Unsinn. Er hielt vorhandenes Material für falsch (Karte von Ptolemäus, zum Beispiel), stellte eigene Berechnungen vor, bewies, dass einige Geräte falsch seien und entwickelte bessere bzw. neue. Er veranlasste Landexpeditionen in Afrika und erschuf die neue Kartografie, die die Welt in Quadrate aufteilte. Er hielt den berühmten Kap für passierbar. 

Seine Interessen (Wirtschaft und Politik) brachten, dass er Indien Priorität einräumte - gegenüber Expeditionen nach Westen, denn es wurde schon damals eine Westpassage nach Indien diskutiert. Er beharrte auf die Umsegelung Afrikas. Das sei machbar, schneller, preiswerter und sicherer. Bedeutet: Aus der Priorität, den direkten Handel mit Indien aufzunehmen, als gestandenes Handelsreich, entwickelte sich die Priorität Afrika, weil er davon überzeugt war, dass die Umsegelung die Lösung sei.

Das Protokoll einer Beratung mit dem König sagt die Gründe: Einige hielten die Möglichkeit einer Ostpassage (Afrika) für sinnvoller, denn man könne dabei gleich Land und Leute kennen, erforschen und Handelsniederlassungen errichten.

Dass er so was wie Stückweise vorging, hatte Gründe. Am besagten Kap Bojador stellten die Seeleute fest, dass man wirklich nur Nord-Süd segeln kann. Gegenwinde. Was Heinrich schon vermutet hatte. Dafür hatte er die Empfehlung gegeben, einen Bogen zu segeln - vereinfacht gesagt. Also, gegen den Wind zu segeln. Danach kehrten die Seeleute erst einmal zurück und legten Erkenntnisse und Beobachtungen vor. Weiter südlich davon, gab es wieder andere Winde. Am Kap Gute Hoffnung war es schon wieder anders (Strömungen).

Die Expeditionen in den Westen setzte er zwar fort, aber die mussten erst einmal geheim gehalten werden (das Land hatte keine ausreichende Leute und militärische Kraft, um alle Gebiete zu sichern). Deshalb sind seine Expeditionen in den Westen nicht so bekannt.

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