Warum leugnen manche den Holocaust?

16 Antworten

Persönliche Verdrängung

Viele Menschen entwickeln sehr starke dualistische Vorstellungen und haben, wenn sie von Dingen erfahren, in denen sie "Ungerechtigkeit" und "Bösartigkeit" sehen das Bedürfnis nach einem positiven Ausgleich, nach "Gerechtigkeit" und "Gutartigkeit"

Ereignisse wie der Holocaust können die Vorstellung solcher positiven Ideale gefährden, oder sogar zerstören - solche Dinge "darf" es nicht geben, weil unser Weltbild dadurch ins Wanken gerät und unser Harmoniebedürfnis misachtet wird.

Wenn man also leugnet und sagt "diese Dinge gab es nicht", dann kann man die Illusion bzw. den Wunschtraum vom edlen und guten Menschen weiterträumen, ohne sich mit den eigenen Schattenseiten befassen zu müssen.

Wir alle sind potentielle Täter - Diebe, Vergewaltiger, Mörder, bis hin zu Massenmördern - aber wer will sich das schon eingestehen? Das erschreckende am Holocaust ist, dass er nicht "einmalig" ist - es kann wieder geschehen.

Verdrängung ist also eine Möglichkeit, der Konfrontation mit persönlichen Schatten und den Schatten der Natur des Menschen aus dem Weg zu gehen. So etwas Unmenschliches "darf" es nicht gegeben haben - also akzeptiert man Tatsachen nicht.

Nationale Entlastung

Alle Staaten, die am Holocaust beteiligt waren, haben das Stigma einer grausamen Vergangenheit - und insbesondere gilt das natürlich für Deutschland. Die Vorstellung vom "Tätervolk" und der "deutschen Schuld" nagt am Bedürfnis nach Nationalstolz.

Manche Menschen fühlen sich angesichts der historischen Belastung nicht in der Lage, eine positive nationale Identität aufzubauen. Es ist ihnen nicht möglich "stolz auf Deutschland" zu sein, ohne dabei von Schuldkomplexen angefressen zu werden.

Für sie ist die Leugnung des Holocaust eine moralische Entlastung - die Feststellung "wir haben das nicht getan!" macht den Weg frei aus dem Verantwortungsgefühl und ebnet den Weg für Nationalismus - der dann häufig übersteigert wird.

Reinwaschung und Idealisierung

Die Steigerung der "nationalen Entlastung", die bereits durch eine Relativierung erreicht werden könnte - "es waren ja nicht alle so/so schlimm wars doch gar nicht" - ist die gezielte Reinwaschung der Täter.

Die NS-Ideologie soll dann als positive, zukunftsweisende Geisteshaltung präsentiert werden und dazu ist es erforderlich, dass die damaligen Täter von ihrer Schuld freigesprochen und im besten Fall sogar zu Opfern stilisiert werden.

Wenn es diese Taten nicht gab, weil es sich lediglich um die "Auschwitz-Lüge" handelt - dann waren Hitler, seine Untergebenen und das deutsche Volk auch nicht schuldig - und ihnen kann somit uneingeschränkt gehuldigt werden.

Sonstiges

Selbst Menschen die keine Holocaust-Leugner sind, pendeln aber mitunter zwischen den Punkten der "persönlichen Verdrängung" und der "nationalen Entlastung".

Ich habe einmal einen Text gelesen, in dem der Autor sehr treffend bemerkt: "Je länger der Holocaust zurückliegt, desto größer wird die Zahl der Widerstandskämpfer".

Schließlich wurden die Deutschen ja "entnazifiziert", wie kann dann jemand zugeben, einen braunen Fleck im Familienalbum zu haben?

Also waren die Großeltern klare Nazi-Gegner, die Ur-Großeltern Judenverstecker, die Ur-Ur-Großeltern im aktiven Widerstand und die Ur-Ur-Ur-Großeltern planten ein Attentat auf Hitler....die Weste wird immer weißer. Es tut ja auch so gut.

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Zitat: "Manche Menschen fühlen sich angesichts der historischen Belastung nicht in der Lage, eine positive nationale Identität aufzubauen. Es ist ihnen nicht möglich "stolz auf Deutschland" zu sein, ohne dabei von Schuldkomplexen angefressen zu werden."
Genau das, trifft auf keinen Holcoaust-Leugner, Holocaust-Relatvierer, Revisionisten oder NS-Verherrlicher zu. Das kann also nicht der Grund sein.

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@Lorimara

Dann möchte ich meine Aussage verständlicher formulieren

"Manche Menschen fühlen sich angesichts der historischen Belastung nicht in der Lage, eine nicht übersteigerte nationale Identität aufzubauen. Es ist ihnen nicht möglich, in konstruktive Weise "stolz auf Deutschland" zu sein, ohne dabei von Schuldkomplexen angefressen zu werden, so dass sie kompensatorisch in Extreme verfallen."

Ich war der Ansicht, dass "positiv" hier im Sinne von "konstruktiv, gesund, in gesundem Maße" verstanden wird. Meiner Meinung nach haben diese Menschen irgendeinen Komplex, den sie mit ihrer NS-Gesinnung überkompensieren.

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Sehr gute Erläuterung...Respekt....

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Du, das mag für dich neu sein, also nicht erschtecken!

"Auf der Welt gibt es auch unglaublich DUMME Menschen!!"

Manche fallen Trollen zum Opfer und glauben an eine falche Erde, andere widerum leugnen den Holocaust, aber treibende Kraft ist einfach nur Kopfgegendiewandhau-Dummheit!

Mach dir nicht die Mühe mit solchen Idioten zu diskutieren, du wirst in einen Bereich reingezogen, wo persönliche Meinungen gleichzeitig Fakten sind und die Beweispflicht wie ein Joint hin und her gereicht wird!

Wenn du mit sowas zu tun bekommst, überleg dir einen guten Abgang um so viel Lebenszeit wie möglich zu retten ;)

Das ist mir rätselhaft... offenbar gab es "den Holocaust" wirklich...

ALLERDINGS:

Mich betrifft es nicht...

ich habe deswegen weder ein schlechtes Gewissen, noch fühle ich mich für irgendetwas verantwortlich....

Klar habe ich Berichte meiner Großeltern ( Gott hab sie selig)... und ich erkenne, dass nahezu JEDER Mensch zu ALLEM "fähig" ist...oder dorthin getrieben werden kann...

je nachdem...wie "das System" ist...

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Ich möchte Dich nicht in die Schublade mit den Leuten stellen, welche ich vor Augen habe. Doch mit der gleichen Haltung, mit der Du dich beschreibst, würde genau das geschehen, was man auf jeden Fall verhindern muss, dass so etwas noch einmal geschehen kann.

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@Bodesurry

Befürchtest du denn, dass es Leute gibt, die Konzentrations-bzw... Vernichtungslager WIEDER haben wollen ?

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@Jogi57L

man kann nie wissen was die Zukunft bringt. Die Geschichte lehrt aber sie hat keine Schüler.

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@adelaide196970

also für die BRD mache ich mir da ohnehin weniger Sorgen... es gibt zahlreiche andere Staaten und Staatsoberhäupter...die aus der ( deutschen) Geschichte nichts gelernt haben...und wohl auch nichts daraus lernen wollen...

nach dem Motto:

"bei UNS ist es doch ganz anders...."

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