Warum leugne ich meine Depressionen?

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5 Antworten

Ich will ja jetzt nichts sagen, aber deine Fragestellung klingt nicht wirklich so, als würdest du deine Depression leugnen.

Ich habe selbst, als ich wegen Suizidgedanken in der Klinik war die Depression abgestritten. Als ich meinen Diagnoseschlüssel sah, habe ich mir dauerhaft eingeredet, dass ich diesen nur erhalten habe, weil ich mal Suizidgedanken hegte. Wirklich depressiv sei ich gar nicht. 

Mir wäre auch nie eingefallen von "meiner" Depression zu sprechen. Aber gut du bist du und ich bin ich.

Es ist jedenfalls nicht untypische, dass Betroffene psychischer Erkrankungen häufig keine Krankheitseinsicht zeigen. Teilweise ist das auch Teil der Symptomatik. 

Bei Depressionen tritt das häufig im Bereich der Antriebslosigkeit auf. Der Betroffene hat krankheitsbedingt nicht die Kraft die Hausarbeit zu erledigen und fühlt sich darauf hin noch zusätzlich schlecht, weil er ja zu "faul" ist sich nach der Arbeit noch um mehr zu kümmern.

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Hallo rescuemod,

natürlich kann es sein, dass manche Therapeuten gerne Verantwortung abschieben. Trotzdem finde ich es falsch, dass hier viele glauben, aus der Ferne einschätzen zu können, was in deiner Situation das Beste sei. Der Schaden, der bei dir angerichtet werden kann ist der, dass du nicht mehr weißt, auf wen du hören sollst. Auf uns oder deinen Therapeuten? Schlimmstenfalls verlierst du das Vertrauen in beide und stehst alleine da.

Ob eine Klinik etwas hilft oder nicht, weiß man immer erst nachher. Die Frage ist: Was wird in der Klinik gemacht? Nur Medikamente verabreicht oder gibt es auch Gruppengespräche und Aktivitäten? Interessiert dich gar nicht wie das dort abläuft? Hast du deinen Therapeuten schon einmal darauf angesprochen, dass du in den letzten 4 Jahren keinen einzigen Versuch hattest, sondern eher von Gedanken geplagt wirst? Wie reagiert er/sie auf so eine Aussage? Frage WARUM er/sie dich dorthin schicken möchte und er/sie dich nicht selbst heilen kann. Vielleicht hängt das Ganze auch mit SVV zusammen.

Aber ich habe immer das Gefühl, ich müsste mich nur zamreisen.

Das kommt daher, dass psychische Krankheiten weder für dich selbst, noch für andere, greifbar oder sichtbar sind. Selbst Selbstverletzung scheint vielleicht nicht wirklich eine Bedrohung zu sein. Außerdem hat es bis jetzt ja auch immer funktioniert. Wobei ich "funktioniert" in Anführungszeichen setzen würde. Es hat "funktioniert". Gerade so irgendwie. Du brauchst Zeit, um zu begreifen, wieso, wie und warum. Dein Leben kann schöner sein, ich würde kritisch Dinge hinterfragen, prinzipiell aber deinem Therapeuten folgen. Meiner Meinung nach, kann sowohl tiefenpsychologische, verhaltenstherapeutische, als auch klinische Behandlung bei dir helfen. Dein Therapeut sieht das sicher ähnlich.

Ich kann ja schließlich noch zur Arbeit gehen, war seit vier Jahren nicht einen Tag krank!

Das sehe ich eher als kritisch. Du solltest dir überlegen, ob du das normal findest. Und außerdem: Findest du selbstverletztendes Verhalten und durchgehende negative Gedanken nicht auch irgendwie... krank? Vielleicht bist du nie akut, dafür aber chronisch krank. Willst du es nicht ändern?

Ich denke es fällt dir nicht nur so schwer, einzusehen, dass du ein Problem hast, sondern vielmehr Hilfe anzunehmen. Bisher hast du dich selbst durchs Leben geschlagen und jetzt streckt dir jemand die Hand entgegen. Vertraue auf andere, du wirst nicht fallen gelassen. Außerdem hast du an dich bzw. jemand aus deinem Umfeld hohe Anforderungen. Es ist in Ordnung, auch einmal in der Arbeit zu fehlen, gerade dann, wenn es deine langfristige Gesundheit verbessert. Wenn du nichts machst, geht das vielleicht ewig so weiter mit deinen Gedanken bis du eines Tages aus heiterem Himmel Selbstmord begehst. Vielleicht hast du zu dem Zeitpunkt schon Familie oder eine langjährige Beziehung. Tue doch einfach was dagegen, ohne allzuviel nachzudenken. Ich hoffe mit deiner Arbeit klappt alles. Wenn krank schreiben nicht geht, vielleicht kannst du dir ja auch Urlaub nehmen. Du leugnest nichts, du bist einfach verunsichert. LG :)

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In die Klinik solltest du gehen, wenn wirklich nichts mehr geht. Wieso rät dir dein Therapeut einen Klinikaufenthalt an? Wie lautet seine genaue Diagnose? Also ICD....

Wie lange kennst du deinen Psychotherapeuten, wie wohl fühlst du dich bei ihm? Wieso meinst du, dass du etwas leugnest. Du kannst es doch benennen, was du hast und bist in Therapie. Damit leugnest du doch gar nichts.

Interessanter wäre die Ursache für dein Leiden zu ergründen. Das passiert aber nicht in einer Klinik!!!! Arbeitet dein Therapeut verhaltenstherapeutisch oder tiefenpsychologisch? Wie lange hast du bereits die Beschwerden?

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rescuemod 18.06.2017, 21:42

Er rät mir, weil ich wie gesagt schonmal meinen Suizid geplant habe (vor wenigen Wochen) und mein Leben als wertlos ansehe, sogar auf den kommenden Urlaub hab ich keine Lust/Kraft mehr.

Ich leugne es warscheinlich, weil ich es im Gegensatz zu einem Beinbruch der Therapeut/Arzt anhand meiner Erzählungen feststellen muss. Und weil es bisher immer irgendwie funktioniert hat...

Die Beschwerden habe ich in ersten Zügen seit ich 10/11/12 Jahre alt war...

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Sirias 18.06.2017, 21:53
@rescuemod

dann ist es etwas Chronisches. Ich würde nur in eine Klinik gehen, wenn es nicht mehr anders geht und du dich wirklich suizidieren willst. Dein Therapeut möchte die Verantwortung vielleicht nicht übernehmen bzw. muss es dir in diesem Fall auch anraten dich in eine Klinik zu begeben. Du bist aber derjenige, der entscheidet. Jedenfalls wird dir eine Verhaltenstherapie in diesem Fall nichts bringen. Du brauchst wahrscheinlich jemanden, der mit dir an die Wurzeln geht. Macht das dein Therapeut?

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deephelp 18.06.2017, 22:54
@Sirias

Hallo Sirias,

ich denke, dass eine kognitive Verhaltenstherapie sehr wohl auch helfen kann bezüglich SVV und Selbstmordgedanken. Tiefenpsychologische Vorgehensweisen dauern womöglich um einiges länger, bis dahin könnte es zu spät sein. Auch wenn du durchaus Recht hast - hältst du es nicht auch für unklug, komplett gegen den Therapeuten zu reden? Du zerstörst damit jegliches Vertrauen zwischen Patient und Therapeut. In Zukunft bitte ich dich Sätze so zu formulieren, dass sie einen Glauben und kein festes Wissen wiedergeben. Es kann sein, dass sich "rescuemod" bisher auch einfach nicht auf eine Therapie eingelassen hat. Alles Dinge, die du aus der Ferne nicht gut beurteilen kannst. LG

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Selbsttherapie ist extrem schwierig und kaum jemand schafft das...nimm dir Zeit und geh in eine Klinik das ist besser

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Warum denkst du hast du denn solche Hemmungen schwäche zu zeigen? Und was wenn du nen stationären Aufenthalt langfristig in deinen Urlaub reinplanst? Dann krigt auch keiner was mit wenn du so lang warten kannst und das so ein stressfaktor für dich wäre

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